Haarausfall nach dem Haarefärben: Ursachen und Lösungen

Haare färben ist für viele Menschen ein fester Bestandteil der Schönheitsroutine. Es dient dazu, graue Haare abzudecken oder einfach eine Veränderung im Aussehen zu erzielen. Doch oft kommt es nach dem Färben zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Haarausfall. In diesem Artikel werden die Ursachen von Haarausfall nach dem Haarefärben beleuchtet und Tipps gegeben, wie Sie diesen vermeiden können.

Ursachen für Haarausfall nach dem Färben

Haarfärbemittel enthalten Chemikalien, die das Haar aufhellen oder dunkler machen können. Diese Chemikalien können die Haarstruktur stark angreifen, wodurch die Haare geschwächt werden und leichter abbrechen. Hier sind einige Hauptursachen:

  • Aggressive Inhaltsstoffe: Viele Haarfarben enthalten Ammoniak, das dafür sorgt, dass die Farbe ideal von dem Haar aufgenommen wird. Dieser Inhaltsstoff kann jedoch die Haarstruktur stark angreifen.
  • Schädigung der Haarfollikel: Die Chemikalien in Haarfärbemitteln können die Haarfollikel schädigen.
  • Entfernung natürlicher Öle: Die Chemikalien können die natürlichen Öle im Haar entfernen, die das Haar geschmeidig und gesund halten.
  • Verschlechterte Durchblutung der Kopfhaut: Einige Bestandteile in Haarfarben können die Durchblutung der Kopfhaut verschlechtern.

Wie man Haarausfall nach dem Färben verhindert

Um zu verhindern, dass Ihre Haare nach dem Färben ausfallen, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Verzichten Sie auf das Haarefärben, wenn Ihre Haare bereits spröde sind und vermehrt ausfallen. Das Färben verschlimmert diese Probleme nur weiter.
  • Achten Sie darauf, dass die verwendete Haarfarbe eine gute Qualität hat und weder Ammoniak noch Resorcin oder Amine enthält. Zum schonenden Färben der Haare eignet sich pflanzliche Haarfarbe ideal.
  • Verwenden Sie milde und hochwertige Haarpflegeprodukte wie Shampoos, um Ihr Haar zu pflegen und zu stärken.
  • Oft empfehlen die Anleitungen der Haarfarbe, die Haare vor dem Färben zu waschen. Um trockene Haare und Haarbruch zu vermeiden, sollten Sie außerdem auf eine reichhaltige Pflege setzen.
  • Verwenden Sie bei jeder Haarwäsche einen feuchtigkeitsspendenden Conditioner und benutzen Sie einmal wöchentlich eine Haarmaske.

Die Rolle der Inhaltsstoffe im Haarfärbemittel

Die Wahl des richtigen Haarfärbeprodukts ist entscheidend, um Haarausfall zu vermeiden und die Gesundheit Ihrer Haare zu bewahren. Achten Sie auf folgende Aspekte:

  • Ammoniakfreie Formulierungen: Produkte ohne Ammoniak sind sanfter zur Haarstruktur und Kopfhaut.
  • Niedriger Wasserstoffperoxidanteil: Achten Sie auf Haarfarben mit einem geringeren Peroxidanteil (z. B. unter 3 %).
  • Natürliche Inhaltsstoffe: Produkte mit pflanzlichen Farbstoffen wie Henna oder Indigo sind eine schonende Alternative.
  • Dermatologisch getestete Produkte: Entscheiden Sie sich für Haarfarben, die speziell auf Hautverträglichkeit geprüft wurden.
  • Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen: Wählen Sie ein Produkt, das zu Ihrem Haartyp passt.

Überprüfen Sie die Inhaltsstoffliste auf potenziell schädliche Substanzen wie Para-Phenylendiamin (PPD) oder Resorcin, die bei empfindlicher Kopfhaut problematisch sein können.

Vorbereitung der Haare vor dem Färben

Die richtige Vorbereitung Ihrer Haare vor dem Färben ist essenziell, um Schäden zu minimieren und Haarausfall vorzubeugen. Ein gut gepflegtes und gestärktes Haar ist widerstandsfähiger gegenüber den Belastungen, die durch chemische Prozesse entstehen können.

  • Intensive Feuchtigkeitsversorgung: Verwenden Sie eine tiefenwirksame Haarmaske oder ein reichhaltiges Öl, wie Argan- oder Kokosöl, ein bis zwei Tage vor dem Färben.
  • Proteinkuren anwenden: Eine proteinreiche Pflege hilft, die Haarfasern zu reparieren und zu kräftigen.
  • Auf saubere, aber nicht frisch gewaschene Haare setzen: Waschen Sie Ihre Haare 24 bis 48 Stunden vor dem Färben.
  • Hitzestyling vermeiden: Verzichten Sie in den Tagen vor dem Färben auf Glätteisen, Lockenstäbe oder Föhnhitze.
  • Spliss entfernen: Lassen Sie vor dem Färben die Spitzen schneiden, um bereits geschädigte Haarpartien zu entfernen.
  • Vorbehandlung mit Schutzprodukten: Es gibt spezielle Pre-Color-Produkte, die das Haar vor chemischen Belastungen schützen.

Achten Sie darauf, dass Ihre Kopfhaut gesund ist. Falls Sie unter Schuppen, Trockenheit oder Reizungen leiden, behandeln Sie diese Probleme zuerst, bevor Sie Ihre Haare färben.

Die richtige Färbetechnik

Die Technik, mit der Sie Ihre Haare färben, spielt eine entscheidende Rolle dabei, Haarschäden zu minimieren. Selbst wenn Sie hochwertige Produkte verwenden, kann eine falsche Anwendung zu unnötiger Belastung führen.

  1. Abschnittsweise arbeiten: Teilen Sie Ihr Haar vor dem Färben in mehrere kleine Abschnitte auf, um eine gleichmäßige Farbverteilung zu gewährleisten.
  2. Einwirkzeit genau einhalten: Überschreiten Sie niemals die empfohlene Einwirkzeit des Färbemittels.
  3. Ansatzfärbung statt Komplettfärbung: Wenn Sie nur den nachgewachsenen Ansatz färben möchten, tragen Sie die Farbe ausschließlich auf diesen Bereich auf.
  4. Farbverteilung optimieren: Verwenden Sie einen Färbepinsel, um die Farbe präzise aufzutragen.
  5. Auf die Temperatur achten: Vermeiden Sie es, während des Färbens Wärmequellen wie Föhne oder Heizhauben zu verwenden, es sei denn, das Produkt erfordert dies ausdrücklich.
  6. Gründliches Ausspülen: Nach der Einwirkzeit ist es wichtig, die Farbe gründlich mit lauwarmem Wasser auszuspülen.

Pflege nach dem Färben

Nach dem Färben benötigen Ihre Haare besondere Aufmerksamkeit, um gesund und kräftig zu bleiben. Die chemischen Prozesse, die beim Färben stattfinden, können die Haarstruktur strapazieren, weshalb eine gezielte Pflege unerlässlich ist.

  • Farbschutzprodukte verwenden: Setzen Sie auf Shampoos und Conditioner, die speziell für gefärbtes Haar entwickelt wurden.
  • Haarwäsche reduzieren: Waschen Sie Ihre Haare nicht zu häufig, um die Farbe zu schonen. Zwei bis drei Haarwäschen pro Woche reichen in der Regel aus.
  • Regelmäßige Feuchtigkeitskuren: Gönnen Sie Ihrem Haar wöchentlich eine tiefenwirksame Feuchtigkeitskur.
  • UV-Schutz für das Haar: Gefärbtes Haar ist besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlen, die die Farbe verblassen lassen können.
  • Hitzestyling minimieren: Nach dem Färben sollten Sie den Einsatz von Glätteisen, Lockenstäben und Föhnen reduzieren.
  • Pflegeöle für die Spitzen: Um Spliss vorzubeugen, tragen Sie regelmäßig ein leichtes Haaröl auf die Spitzen auf.
  • Sanftes Entwirren: Verwenden Sie nach dem Waschen einen grobzinkigen Kamm, um nasses Haar vorsichtig zu entwirren.

Zusätzlich ist es ratsam, Ihre Haare alle sechs bis acht Wochen zu schneiden, um geschädigte Spitzen zu entfernen und die Haarstruktur gesund zu halten.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Ernährung für gesundes Haar

Eine gesunde Ernährung ist ein oft unterschätzter Schlüssel zu kräftigem Haarwachstum. Was wir essen, beeinflusst nicht nur unsere allgemeine Gesundheit, sondern auch die Versorgung der Haarwurzeln mit essenziellen Nährstoffen. Ohne diese Unterstützung von innen können selbst die besten Pflegeprodukte ihre Wirkung nicht vollständig entfalten.

  • Proteine als Bausteine: Haare bestehen größtenteils aus Keratin, einem Protein.
  • Biotin für kräftige Haarwurzeln: Dieses B-Vitamin ist entscheidend für die Keratinproduktion.
  • Eisen und Zink: Eisen fördert die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel, während Zink die Zellregeneration unterstützt.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese gesunden Fette stärken die Haarstruktur und beugen Trockenheit vor.
  • Vitamin D: Ein Mangel an Vitamin D kann Haarausfall begünstigen.
  • Antioxidantien für die Kopfhautgesundheit: Vitamine wie C und E schützen die Haarfollikel vor oxidativem Stress.

Vermeiden Sie Crash-Diäten oder einseitige Ernährungsweisen, da diese zu Nährstoffmängeln führen können, die sich negativ auf das Haarwachstum auswirken.

Die Häufigkeit des Haarefärbens

Die Häufigkeit des Haarefärbens hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie stark Ihre Haare belastet werden. Um Haarausfall zu vermeiden, ist es wichtig, den Färbeprozess mit Bedacht zu planen und den Haaren ausreichend Zeit zur Regeneration zu geben.

Für permanente Haarfarben sollte ein Abstand von mindestens 6 bis 8 Wochen eingehalten werden. Bei semi-permanenten Farben oder Tönungen können die Intervalle etwas kürzer sein, da diese Produkte weniger tief in die Haarstruktur eindringen.

Die optimale Färbehäufigkeit hängt auch von Ihrem Haartyp und dem Zustand Ihrer Haare ab. Feines oder bereits geschädigtes Haar benötigt längere Pausen zwischen den Färbungen, während dickes, gesundes Haar etwas widerstandsfähiger sein kann.

Vermeiden Sie es, Ihre Haare mehrfach hintereinander zu färben, um ein unzufriedenes Farbergebnis zu korrigieren.

Natürliche Alternativen zum Haarefärben

Wenn es darum geht, Haarschäden durch chemische Färbemittel zu vermeiden, bieten natürliche Alternativen eine schonende Möglichkeit, das Haar zu färben und gleichzeitig gesund zu halten.

  • Henna: Henna ist eine der bekanntesten natürlichen Haarfärbemethoden. Es verleiht dem Haar einen warmen, rötlichen Ton und stärkt gleichzeitig die Haarstruktur.
  • Indigo: Indigo wird häufig in Kombination mit Henna verwendet, um dunklere Farbtöne wie Braun oder Schwarz zu erzielen.
  • Kräutermischungen: Mischungen aus Kamille, Walnussschalen oder Rhabarberwurzel können das Haar aufhellen oder goldene Nuancen verleihen.
  • Zitronensaft: Zitronensaft kann in Kombination mit Sonnenlicht verwendet werden, um das Haar auf natürliche Weise aufzuhellen.
  • Rote-Bete-Saft: Für einen rötlichen Schimmer kann Rote-Bete-Saft direkt auf das Haar aufgetragen werden.

Natürliche Färbemethoden dringen nicht tief in die Haarstruktur ein, sondern legen sich wie ein Schutzfilm um das Haar. Dadurch wird die Schuppenschicht geschont, und das Haar bleibt widerstandsfähig. Obwohl natürliche Alternativen weniger intensiv und langlebig sind als chemische Färbemittel, bieten sie eine hervorragende Möglichkeit, das Haar sanft zu färben und gleichzeitig dessen Gesundheit zu bewahren.

Was tun bei akutem Haarausfall nach dem Färben?

Wenn Haarausfall nach dem Färben auftritt, ist schnelles Handeln gefragt, um den Schaden zu begrenzen und die Haare wieder zu stärken. Neben der äußeren Pflege ist es wichtig, die Ursachen zu erkennen und gezielt darauf einzugehen.

Ursachenanalyse: Konsultieren Sie einen Dermatologen oder Trichologen, um herauszufinden, ob der Haarausfall durch chemische Schäden, eine allergische Reaktion oder andere Faktoren wie Stress oder hormonelle Veränderungen ausgelöst wurde.

Reparierende Pflegeprodukte: Verwenden Sie spezielle Produkte mit keratinbasierten oder proteinreichen Formulierungen, die geschädigte Haarfasern wieder aufbauen.

Kopfhautpflege: Eine gesunde Kopfhaut ist essenziell für neues Haarwachstum.

Verzicht auf weitere Belastungen: Reduzieren Sie mechanische und thermische Belastungen wie starkes Bürsten, Hitzestyling oder straffe Frisuren.

Gezielte Nahrungsergänzung: Ergänzen Sie Ihre Ernährung mit Präparaten, die Biotin, Zink, Eisen und Vitamin D enthalten.

Sanfte Reinigung: Verwenden Sie ein mildes, sulfatfreies Shampoo, das die Kopfhaut nicht zusätzlich reizt.

Maßnahme Beschreibung
Ursachenanalyse Konsultation eines Dermatologen oder Trichologen
Reparierende Pflege Verwendung keratinbasierter oder proteinreicher Produkte
Kopfhautpflege Förderung einer gesunden Kopfhaut
Verzicht auf Belastungen Reduktion mechanischer und thermischer Belastungen
Nahrungsergänzung Ergänzung der Ernährung mit Biotin, Zink, Eisen und Vitamin D
Sanfte Reinigung Verwendung milder, sulfatfreier Shampoos

Haarausfall ist ein ernstzunehmendes medizinisches Problem, das Männer und Frauen gleichermaßen treffen kann. Übermäßiger Gebrauch von Haarpflegeartikeln wie Shampoo oder Haarcremes kann die Haarfollikel schädigen. Auch bei der Haarpflege sollte man vom althergebrachten "Viel hilft viel" Abstand nehmen.

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