Haarausfall bei Kindern und Jugendlichen (13 Jahre): Ursachen und Lösungen

Haare spielen für das Selbstbild und das Selbstbewusstsein eine wichtige Rolle, auch bei Kindern und noch mehr bei Teenagern. Darum kann Haarausfall sie verunsichern, während die Eltern besorgt nach Gründen und Behandlungsmöglichkeiten suchen.

Wenn der Kamm voller Haare ist oder sich plötzlich kahle Stellen auf dem Kopf zeigen, ist der Schreck erst einmal groß. Manchmal kann er harmlos sein, in anderen Fällen stecken Mangelerscheinungen oder Krankheiten dahinter.

Es ist wichtig, die Ursachen zu verstehen, um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Im Folgenden werden die häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Kindern und Jugendlichen im Alter von etwa 13 Jahren erläutert.

Verschiedene Formen von Haarausfall bei Kindern

Grundsätzlich unterscheidet man einerseits zwischen diffusem Haarausfall, bei dem die Haare über den Kopf verteilt mehr oder weniger gleichmäßig ausfallen und dünner werden, und kahlen Stellen andererseits.

Die folgenden Formen des Haarausfalls sind bei Kindern die häufigsten:

  • Tinea capitis oder Ringelflechte: Pilzerkrankung der Kopfhaut
  • Alopecia areata oder kreisrunder Haarausfall: Autoimmunerkrankung
  • Traktionshaarausfall: Zu oft Zöpfe geflochten?
  • Haarausfall aufgrund von Mangelerscheinungen
  • Trichotillomanie: Psychische Gründe führen zum Zupfen am Haar

Tinea capitis oder Ringelflechte

Diese oberflächliche Pilzerkrankung tritt hauptsächlich bei Kindern vor der Pubertät auf und wird von unterschiedlichen Erregern ausgelöst.

Man erkennt sie an runden kahlen Stellen und schuppigen Hautveränderungen, die oft entzündlich aussehen können, sowie vielen abgebrochenen Haaren rund um die kahlen Stellen. Bei der Behandlung kommen Antimyotika zur Pilzbekämpfung zum Einsatz.

Wichtig zu wissen: Diese Pilzerkrankung ist ansteckend. Andere sollten nicht direkt mit der betroffenen Region in Kontakt kommen. Handtücher und Kämme sollten nicht gemeinsam benutzt werden und Textilien und Bettwäsche muss man gründlich reinigen, damit der Haarausfall nicht zurückkehrt.

Alopecia areata oder kreisrunder Haarausfall

Kreisrunden Haarausfall erkennt man an kreisrunden oder ovalen kahlen Stellen mit völlig glatter Haut. Die Haare fallen ganz plötzlich aus - der Grund ist eine Fehlfunktion des Immunsystems, bei dem die Haarwurzeln vom Körper fälschlicherweise als Gefahr eingestuft werden, die abgewehrt werden muss.

Das löst eine kleine Entzündungsreaktion aus, die die Haarwurzel schwächt und das Haar ausfallen lässt.

Kreisrunder Haarausfall heilt oft spontan und ohne Behandlung wieder ab - allerdings kann er auch zum Dauerzustand werden, immer wieder für kahle Stellen in unterschiedlicher Anzahl und Größe sorgen. Schlimmstenfalls kommt es zum kompletten Haarverlust.

Manchmal ist die Neigung zu Autoimmunerkrankungen wie dieser erblich bedingt. Als mögliche Auslöser werden aber auch Stress und Schock, eine gestörte Darmflora, bestimmte Medikamente oder Ernährungsfehler in Betracht gezogen.

Es ist sinnvoll bei Haarausfall bei Kindern, frühzeitig einen Arzt zu Rate zu ziehen, denn je länger die kahlen Stellen bestehen, desto hartnäckiger sind sie oft. Zusätzlich ist es sinnvoll, das Immunsystem und die Darmflora gezielt zu stärken und stark verarbeitete und zuckerhaltige Lebensmittel zu meiden.

Die Alopecia Areata zeigt sich bei fast der Hälfte der Betroffenen mit ihrer Erstmanifestation vor dem 20. Lebensjahr, nicht selten sogar mit einem ersten umschriebenen haarlosen Areal bereits vor Erreichen des 10. Altersabhängig stellt die Alopecia Areata häufig für das Klein- und Schulkind selbst eine geringere Belastung dar als für die betroffenen Eltern, was sich bei Schulwechsel und vor allem mit Beginn der Pubertät ändert.

Die Alopecia Areata, eine Autoimmunerkrankung mit genetischer Prädisposition und familiär gehäuftem Auftreten tritt assoziiert mit Autoimmunerkrankungen und gehäuft mit einer atopischen Diathese auf.

Es ist wichtig, die prognostischen Faktoren abzuprüfen und den Patienten auf assoziierte Autoimmunerkrankungen, speziell eine Schilddrüsenfehlfunktion und insbesondere im Kindesalter nach Entzündungsherden (Nasennebenhöhlen, Zähne, rezidivierende Atemwegserkrankungen, etc.) zu suchen, da letztere als Triggerfaktoren für einen Schub der AA wirken können.

Es ist sinnvoll eine ausführliche Diagnostik einmalig bei Erstmanifestation zu veranlassen, auffällige Befunde wenn nötig zu behandeln bzw. zu kontrollieren.

Eine kurzfristige Kontrolle und wiederholte Blutentnahmen ohne klinische Indikation machen in der Regel keinen Sinn, sondern im Gegenteil belasten die Kinder eher.

Es geht den Kindern mit einer Alopecia Areata in der Regel gesundheitlich sehr gut, die Laborbefunde sind meist unauffällig; es sollte vermieden werden, sie durch nicht sinnvolle Diagnostik zu sehr zu belasten.

Der Wunsch nach Behandlung steht bei allen Betroffenen und bei den Eltern verständlicherweise im Vordergrund.

Auch wenn es interessante neue Erkenntnisse in der Pathophysiologie der AA gibt, hat dies leider noch nicht zu einer zuverlässig effektiven Therapie geführt.

Insbesondere im Kindesalter gilt es vor Einleiten jeglicher therapeutischer Maßnahmen Nutzen und Risiko abzuwägen.

Entscheidend sind Aspekte, wie nachgewiesene Erfolgsaussichten, Nebenwirkungsspektrum, Einfluss auf allgemein körperliche Entwicklung und wie belastend die Durchführung der Maßnahme ist.

Ebenso wichtig ist die Frage, wann soll ich beginnen, ab welchem Alter, welche psychischen Belastungen bergen eine tägliche oder regelmäßige Anwendung einer Lokaltherapie für den täglichen Ablauf, all dies unter Berücksichtigung des eingeschränkten therapeutischen Rahmens.

Ein problematischer Zeitpunkt für die Betroffenen beginnt meist mit der Pubertät oder mit einem Schulwechsel, von der Grund- auf die weiterführende Schule.

Es ändert sich hier der gewohnte Rahmen, der Freundeskreis ändert sich und vor allem das körperliche Bewusstsein und die sozialen Kontakte beim Heranwachsenden verändern sich. Gerade in diesen kritischen Phasen bedarf das Kind bzw. der/die Jugendliche einer emotionalen ggf. auch psychologischen Unterstützung nicht nur seitens der Eltern, Familie und der wichtigsten Bezugspersonen, sondern erfahrungsgemäß auch gerne durch eine Person von außerhalb, ggf. durch einen Psychologen.

Gesprächs- und Verhaltenstherapeutische Ansätze sind hier hilfreich. Es geht um das sog. Coping, d.h. den Umgang mit der Alopecia Areata, der Situation des «sichtbar Andersseins», dazu kommt die hormonell bedingte Änderung des äußeren Erscheinungsbildes und anders gewichtete soziale Kontakte in der Pubertät.

Wichtig ist es gerade in diesen Phasen das soziale Umfeld zu informieren, vor allem in der Schule, auf Elternabenden, gerade beim Schulwechsel offen mit dem Thema umzugehen und die Mitschüler und auch andere Eltern z.B. während eines Elternabends auf die Bedeutung einer Alopecia Areata anzusprechen.

Traktionshaarausfall

Straffe Zöpfe und Pferdeschwänze können auf Dauer so stark an den Haaren zerren, dass sie stellenweise dünner werden.

Lass das Kind die Haare also lieber offen tragen und schneide sie gegebenenfalls kürzer, damit sie wieder voller wirken, bis sie nachgewachsen sind.

Grundsätzlich spricht nichts gegen Pferdeschwänze und Flechtfrisuren, allerdings sollten sie nicht zu stramm frisiert werden.

Haarausfall aufgrund von Mangelerscheinungen

Gesundes Haar braucht Vitamine und Nährstoffe, um zu wachsen, beispielsweise Vitamin E für die Haarfollikel und Vitamin A für das Sebum (Hauttalg), das der Selbstreinigung der Kopfhaut dient und das Haar geschmeidig hält.

Sehen die Haare dünn und schwach aus, sollte man sich fragen, wie die Ernährung aussieht.

Schlecht fürs Haar:

  • Zuckeraltige Lebensmittel
  • Limonaden und andere gesüßte Getränke
  • Fertiggerichte und stark verarbeitete Lebensmittel

Gut fürs Haar:

  • Abwechslungsreiche frische Kost mit viel Obst und Gemüse
  • Beeren, Avocados, grünes Blattgemüse, Nüsse
  • Probiotika

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit unserer Haare. Bei Teenagern mit einer Ernährung, der es an wichtigen Vitaminen und Mineralien wie Biotin, Eisen, Zink und Vitamin A mangelt, kann es zu stumpfem, schütterem Haar und sogar zu Haarausfall kommen.

Extreme Diäten können ebenfalls zu Haarausfall führen. Es hilft, den Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln und Fast Food zu reduzieren, weniger raffinierten Zucker zu essen und die Ernährung so umzustellen, dass sie die richtigen Lebensmittel für gesundes Haar enthält.

Trichotillomanie

Ob Angst vor der Schule, ein Trauerfall, Anspannung durch ein neues Geschwisterkind oder Trennung der Eltern - auch Kinder leiden unter Stress.

Das kann dazu führen, dass sie aus Nervosität an den Haaren ziehen oder Ticks entwickeln, beispielsweise konstantes Zwirbeln von Haarsträhnen und Zerren an Zöpfen oder Haarsträhnen. Im Extremfall reißen Kinder sich selbst die Haare aus.

Dieser Impulsstörung sollte man mit Verständnis und Zuwendung begegnen. Ein Kinderarzt oder -psychologe kann zusätzlich helfen, dem Problem auf den Grund zu gehen. Hört das Kind auf, an der Haaren zu zupfen, wachsen sie wieder nach.

Trichotillomanie ist eine psychische Störung, bei der an den Haaren gezogen wird, bis sie entwurzelt sind und Bereiche mit dünnem oder gar keinem Haar zurückbleiben. -Trichotillomanie entsteht oft als Gewohnheit in der Kindheit und kann die Follikel nach und nach schädigen, was zu dauerhaftem Haarausfall bei Teenagern und jungen Erwachsenen führt.

Weitere Ursachen für Haarausfall bei Teenagern

Neben den oben genannten spezifischen Formen des Haarausfalls gibt es weitere Faktoren, die bei Teenagern zu Haarverlust führen können:

  • Hormonelle Probleme
  • Androgenetische Alopezie

Hormonelle Probleme

Im Teenageralter verändert sich der Hormonspiegel erheblich und kann das Haarwachstum beeinträchtigen.

Diese Veränderungen treten sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen auf und können zu dünner werdendem Haar und sogar zu Haarausfall führen.

Hormonbedingter Haarausfall sollte von einem Arzt untersucht werden, damit er die beste Behandlung verschreiben kann.

In einigen Fällen kann Haarausfall im Zusammenhang mit einem hormonellen Ungleichgewicht ein Symptom für ein zugrunde liegendes Gesundheitsproblem sein, wie z. B. das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) bei Mädchen.

Wenn du die Antibabypille einnimmst, hast du vielleicht nach Beginn der Einnahme dünner werdendes Haar oder Haarausfall festgestellt. Dies lässt sich oft durch den Wechsel zu einem anderen Verhütungsmittel beheben. Am besten lässt du dich von deinem Arzt beraten, um herauszufinden, welche Optionen für dih am besten geeignet sind.

Androgenetische Alopezie

Androgenetische Alopezie, auch bekannt als männliche oder weibliche Kahlköpfigkeit, ist eine häufige Ursache für Haarausfall, der bereits im mittleren Lebensalter beginnen kann.

Obwohl beide Geschlechter betroffen sein können, ist die männliche Form der Kahlheit häufiger.

Die meisten Fälle von Kahlheit bei Männern hängen mit vererbten Genen zusammen, von denen viele die Empfindlichkeit gegenüber Dihydrotestosteron (DHT), einem vom Testosteron produzierten Hormon, bestimmen.

Die DHT-Empfindlichkeit führt zu einer Schwächung der Haarfollikel, wodurch die Strähnen kürzer und dünner werden. Dies führt zu einer Ausdünnung um den Scheitel herum, und bei Männern entsteht eine ausgeprägte M-förmige Haarlinie sowie eine hellere Pigmentierung.

Diese Empfindlichkeit gegenüber DHT und der Beginn der Haarausdünnung können bereits in der Pubertät beginnen. Man hat festgestellt, dass bei 20 % der jungen Männer bis zum Alter von 20 Jahren eine erhebliche Ausdünnung der Haare auftritt, und dieser Prozentsatz nimmt mit dem Alter zu.

Natürlich gibt es bei beiden Geschlechtern weitere Ursachen für Haarausfall und dünner werdendes Haar, aber bei Männern und Jungen spielt die Genetik eine entscheidende Rolle.

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Frisuren für schütteres Haar

Auch wenn dein Haar dünner wird, muss man es nicht unbedingt sehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, schütteres Haar so zu stylen, dass es voller aussieht.

Frisuren für Jungen mit schütterem Haar

  • Seitlich geschwungener Pompadour.
  • Stacheliges Haar.
  • Pompadour mit Undercut.

Der richtige Haarschnitt und die richtigen Stylingprodukte können wahre Wunder bewirken. Ein professioneller Friseur kann dich über den besten Haarschnitt für deine Gesichtsform beraten, aber es ist immer am besten, eine Idee im Kopf zu haben.

Frisuren für Mädchen mit schütterem Haar

Wenn dein Haarausfall oder dünner werdendes Haar dein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl beeinträchtigt, gibt es Möglichkeiten, das Erscheinungsbild von dünner werdendem Haar mit Frisuren zu verbessern, die die Strähnen voller und dicker aussehen lassen:

  • Beach Waves.
  • Eine Hochsteckfrisur.
  • Pony.

Seitlich geschwungene Ponyfrisuren, Vorhangtaschen oder lange Ponyfrisuren umrahmen dein Gesicht und verleihen deinen Locken mehr Fülle.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Wichtige Hinweise und Empfehlungen

  • Frühzeitige ärztliche Beratung: Bei Haarausfall bei Kindern ist es ratsam, frühzeitig einen Arzt zu konsultieren, um die Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
  • Keine Selbstbehandlung: Abgesehen von der Ernährungsoptimierung sollten Eltern keine Selbstbehandlungsversuche unternehmen, sondern die ärztliche Diagnose und Behandlungsvorschläge abwarten.
  • Seelische Unterstützung: Haarausfall kann Kinder und ihre Familien stark belasten. Es ist wichtig, die Kinder auf dem Weg der Therapie seelisch zu begleiten und zu unterstützen.
  • Gesunde Ernährung: Um die Haargesundheit zu stärken, sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, die reich an Nährstoffen wie Proteinen, Eisen, Vitaminen und Mineralstoffen ist.
  • Schonende Haarpflege: Eltern sollten vorsichtig beim Kämmen und Frisieren der Haare ihres Kindes sein und keine Haargummis verwenden, die das Haar beschädigen könnten.

Indem Eltern auf die oben genannten Ursachen achten, frühzeitig ärztliche Hilfe suchen und ihr Kind seelisch unterstützen, können sie dazu beitragen, dass der Haarausfall bei ihrem Kind erfolgreich behandelt wird und das Kind sein Selbstbewusstsein zurückgewinnt.

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