Wenn die Blätter fallen, verlieren viele Menschen gleichzeitig mehr Haare als gewohnt. Vor allem im Herbst wird verstärkter Haarausfall deutlich wahrgenommen. Viele Patientinnen und Patienten sind verunsichert, wenn sie gerade in der Übergangszeit mehr Haare verlieren. Doch die gute Nachricht ist: Haarausfall muss kein Dauerzustand sein.
Täglich bis zu 100 Haare zu verlieren, gilt als normal, da Haare natürliche Wachstums- und Ruhephasen durchlaufen. Wenn es jedoch deutlich mehr sind oder sich lichte Stellen bilden, sollten Sie handeln.
Jedes einzelne Haar lebt in Zyklen. In der sogenannten Anagenphase wächst es aktiv - diese Phase dauert zwei bis sechs Jahre. Es folgt eine kurze Übergangsphase, bevor das Haar in die Telogenphase eintritt, also in die Ruhephase, in der es schließlich ausfällt. Etwa 10 % unserer Haare befinden sich jederzeit in dieser Ruhephase. Im Herbst steigt dieser Anteil oft an.
Studien zeigen, dass im Spätsommer und Herbst mehr Haare gleichzeitig in die Telogenphase wechseln. Saisonaler Haarausfall, auch Telogeneffluvium genannt, ist ein bekanntes Phänomen. Die Sonne und das Licht im Sommer regen den Haarwuchs an. Wenn die Tage kürzer werden, sinkt die Lichtintensität - und mit ihr der Vitamin-D-Spiegel.
Gleichzeitig verändert sich der Hormonhaushalt: Der Körper produziert mehr Melatonin, weniger Östrogen und weniger Wachstumsimpulse für die Haarfollikel. Hinzu kommen äußere Faktoren: Heizluft, Temperaturschwankungen, Mützen, die Reibung erzeugen. All das kann dafür sorgen, dass Haare, die ohnehin in der Ruhephase sind, schneller ausfallen.
Der Herbst bringt Veränderung - in der Natur, im Licht, in unserer Haut und auch in unseren Haaren. Viele bemerken in den Monaten Oktober und November, dass mehr Haare in der Bürste oder Dusche zurückbleiben. Was zunächst beunruhigend wirkt, ist häufig ein natürlicher, saisonaler Prozess.
Der saisonale Haarausfall äußert sich durch vermehrten Haarausfall, insbesondere beim Kämmen, Bürsten oder Waschen der Haare. Dieser Zustand ist vorübergehend und dauert in der Regel sechs bis acht Wochen. Die Phase des vermehrten Haarausfalls normalisiert sich nach einigen Wochen von selbst. Frauen sind aufgrund hormoneller Schwankungen und längerer Haarzyklen häufiger betroffen als Männer. Saisonaler Haarausfall kann aber bei beiden Geschlechtern auftreten.
Im Sommer wird das Haar verstärkt produziert, um die Kopfhaut zu schützen, während im Herbst viele dieser Haare ausfallen, indem sie in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten. Es gibt naheliegende Ursachen, die den Haarausfall im Herbst begünstigen. Im Sommer ist die Kopfhaut intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt. UV-Strahlen können die Haarwurzeln stressen und dazu führen, dass die Haare früher in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten.
In den Herbst- und Wintermonaten nimmt die Sonneneinstrahlung deutlich ab und damit auch die körpereigene Produktion von Vitamin D. Vitamin D ist wichtig für die Funktion der Haarfollikel und das Zellwachstum. Die jahreszeitlich bedingte Ausschüttung von Hormonen wie Melatonin beeinflusst den Haarzyklus.
Die gute Nachricht: Der Herbst-Haarausfall ist meist temporär. Manchmal steckt jedoch mehr dahinter. Ein überdurchschnittlicher Haarverlust über längere Zeit - mehr als etwa 100 Haare täglich über mehrere Wochen - kann ein Hinweis auf körperliche oder hormonelle Ursachen sein. Bestimmte Medikamente oder Infekte (z. B.
Hält der Haarausfall über einen längeren Zeitraum (mehr als 8 bis 12 Wochen) bis zum Frühjahr/Sommer an, kann dies auf eine ernste Ursache hinweisen, insbesondere wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen. Auch Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Rötungen, Schuppen oder sichtbare kahle Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der Haarausfall behandlungsbedürftig sein könnte.
Ein ungleichmäßiges Ausfallmuster, beispielsweise an der Stirn, am Oberkopf oder in Form von kreisrunden kahlen Stellen, sollte ebenfalls fachärztlich untersucht werden. Die oben genannten Symptome können ein Hinweis auf eine andere Form des Haarausfalls wie z.B. androgenetische Alopezie, Krankheiten oder Hauterkrankungen sein.
Während der saisonale Haarausfall von selbst abklingt, lässt sich die Regeneration mit gezielten Maßnahmen unterstützen.
Haarwurzeln reagieren empfindlich auf Nährstoffmängel. Eine proteinreiche Ernährung mit ausreichend Eisen, Zink, Biotin und Vitamin D unterstützt das Wachstum. Besonders im Herbst sinkt der Vitamin-D-Spiegel - ein Mangel kann sich direkt auf die Haardichte auswirken.
Eine nährstoffreiche Ernährung ist wichtig für gesundes Haar. In den dunklen Monaten können Nahrungsmittel mit viel Vitamin D (bspw. Fisch und Meeresfrüchte, einige Pilzarten, Leinsamen, Milchprodukte, Avocados) helfen, dern Mangel vorzubeugen. Dies ist besonders wichtig, wenn die Sonneneinstrahlung unzureichend ist.
Die besten Lebensmittel gegen Haarausfall sind:
Davon, Nahrungsergänzungsmittel ohne ärztliche Untersuchung einzunehmen, rät sie ab: "Wer keine Krankheit hat und sich ausgewogen ernährt, bekommt alle Nährstoffe, Vitamine und Mineralien, die der Körper braucht. Ein Überschuss ist unnötig und lässt nicht plötzlich mehr Haare wachsen."
Gesunde Kopfhaut ist die Basis für kräftiges Haar. Verwende milde, sulfatfreie Shampoos und massiere die Kopfhaut regelmäßig, um die Durchblutung anzuregen. Auch Seren mit Inhaltsstoffen wie Koffein oder Peptiden können die Haarfollikel stimulieren.
Es ist wichtig, ein mildes Shampoo zu wählen, da die Seifenstoffe (Detergenzien) vieler Produkte die Kopfhaut und Haarwurzeln reizen können. Dies kann zu saisonalem Haarausfall, verlangsamtem Haarwachstum, Jucken, Schuppen sowie zu stumpfem und brüchigem Haar führen. Diese natürlichen Shampoos schäumen zwar weniger, aber die Menge an Schaum sagt nichts über die Qualität und Wirksamkeit des Produkts aus.
Viele Personen neigen dazu, ihre Haare häufiger zu waschen, um sie sauber zu halten und schnelles Nachfetten zu vermeiden. Paradoxerweise lässt das häufige Waschen die Kopfhaut austrocknen, was zu einer verstärkten Talgproduktion führt. Die Anwendung eines natürlichen Trockenshampoos oder eines purifizierendes Haarserums kann die Haare mit pflanzlichen Substanzen reinigen, ohne sie waschen zu müssen.
Chronischer Stress zählt zu den häufigsten, unterschätzten Auslösern von diffusem Haarausfall. Achte auf ausreichend Schlaf, Entspannung und Bewegung.
Wenn der Haarverlust stärker oder anhaltend ist, können medizinische Optionen sinnvoll sein. Dazu zählen topische Präparate mit Minoxidil, PRP-Behandlungen (Eigenbluttherapie) oder gezielte Hormonregulation.
Zeigt Ihr Blutbild, dass der Haarausfall erblich bedingt ist, empfehlen alle drei Ärzt:innen zusätzlich zu PRP eine medikamentöse Behandlung. "Bei androgenetischem Haarausfall verkümmern die Haarfollikel, und die Blutgefäße, welche die Haare mit Nährstoffen versorgen, schrumpfen. Das Medikament Minoxidil setzt genau an dieser Stelle an, erweitert die Blutgefäße und behebt so die Mangelversorgung der Haarwurzel durch die Erhöhung der Gefäßdurchblutung", erklärt Dr. Emi Arpa. Minoxidil kann von Männern und Frauen verwendet werden. Es ist als Schaum und Lösung erhältlich und wird topisch, also auf die Kopfhaut, aufgetragen.
Die Mesotherapie für die Haare ist eine minimalinvasive Methode, die direkt an den Haarwurzeln wirkt. Mit feinen Mikroinjektionen werden individuell abgestimmte Wirkstoffe in die Kopfhaut eingebracht. So gelangen Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und Hyaluronsäure genau dorthin, wo sie benötigt werden.
Besonders effektiv ist die Mesotherapie mit Polynukleotiden. Diese unterstützen die Zellerneuerung, verbessern die Durchblutung und aktivieren die Selbstheilungskräfte der Kopfhaut. Viele berichten bereits nach wenigen Sitzungen über erste Verbesserungen: Das Haar wirkt kräftiger, dichter und vitaler.
Für nachhaltige Ergebnisse empfiehlt sich eine Kur von fünf bis zehn Behandlungen im Abstand von rund zwei Wochen.
Es gibt weitere Therapiemöglichkeiten, die speziell gegen Haarausfall entwickelt wurden. Sie stärken Haarfollikel und Kopfhaut durch spezielle Wirkstoffe oder regen die Selbstheilungskräfte an. Diese können je nach Situation auch präventiv sinnvoll sein, wenn dies nach ärztlicher Beratung bestätigt wird. Infrage kommt bspw. unsere PRP-Therapie (inkl. Mesotherapie und Lasertherapie) oder bei Mangelerscheinungen eine Infusionstherapie.
Haarausfall im Oktober und November ist für viele Menschen Teil des natürlichen Rhythmus. Der Körper stellt sich auf die dunklere Jahreszeit um, und das zeigt sich auch auf der Kopfhaut. Solange der Verlust moderat bleibt und keine kahlen Stellen entstehen, ist das völlig normal. Wer seine Kopfhaut pflegt, Stress reduziert und auf eine ausgewogene Ernährung achtet, unterstützt den natürlichen Regenerationsprozess optimal.
Sollte der Haarausfall jedoch stärker oder länger anhalten, lohnt sich eine ärztliche Untersuchung - um Mängel, hormonelle Schwankungen oder andere Ursachen gezielt zu behandeln.
Saisonaler Haarausfall ist ein natürliches und vorübergehendes Phänomen, das in der Regel keinen Grund zur Besorgnis darstellt. Mit einer ausgewogenen Ernährung, der richtigen Pflege und einer gesunden Lebensweise kann man diesem Prozess entgegenwirken.
Vermehrter Haarverlust zu bestimmten Jahreszeiten ist normal, kann aber auch behandelt werden.
Wichtig: Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Haarausfall noch im normalen Bereich liegt oder Sie eine individuelle Beratung wünschen, stehen Ihnen unsere Haarexperten gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns, damit wir gemeinsam die besten Lösungen für Ihre Haargesundheit finden können!
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