Die Giraffe, das größte Landsäugetier, ist ein unverwechselbarer Bestandteil der afrikanischen Tierwelt. Mit ihrem langen Hals und den Flecken fällt sie besonders auf. Doch was macht diese Tiere so besonders und warum haben sie so lange Wimpern? Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte des Lebens der Giraffe.
Giraffen leben hauptsächlich in den offenen Savannen und Graslandschaften Afrikas, insbesondere in Regionen südlich der Sahara. Es gibt verschiedene Arten von Giraffen, die sich in ihrem Aussehen und ihrer genetischen Struktur unterscheiden:
Diese vier Arten unterscheiden sich nicht nur äußerlich, sondern auch genetisch so stark, dass man sie als separate Arten anerkannt hat.
Ihr auffälligstes Attribut sind die langen Beine und der bis zu zwei Meter lange Hals. Diese Anpassungen ermöglichen es der Giraffe, hochgelegene Blätter von Bäumen zu fressen, was ihr eine spezielle Nische in der Nahrungskette sichert. Darüber hinaus hat die Giraffe ein charakteristisches Muster aus unregelmäßigen Flecken auf ihrem Fell, das in verschiedenen Farbtönen variiert und als Tarnung dient, um sich in ihrer natürlichen Umgebung, den Savannen Afrikas, zu verstecken.
Die Augen sind groß und mit langen Wimpern versehen, die das Tier vor fliegenden Sand- und Staubkörnern schützen. Der Kopf ist schwer und kompakt. Um ihn zu halten, ist das Sehnenband im Genick besonders stark entwickelt. Auf dem Kopf befinden sich 2-5 knöcherne, von Haut bedeckte Hörnchen. Es handelt sich dabei um ein Paar Scheitelbeinhörner und allenfalls um ein unpaares Stirnhorn und ein Paar Hinterhauptshörner. Alte Bullen können viele weitere knöcherne Auswüchse am Kopf haben.
Giraffen haben auch eine besondere Anpassung in ihrem Kreislaufsystem, um den Blutdruck zu regulieren, der notwendig ist, um das Blut bis zum Gehirn zu pumpen, wenn sie ihren Kopf heben oder senken.
Giraffen sind Pflanzenfresser und haben eine ganz besondere Ernährung, die sich hauptsächlich aus Blättern, Zweigen und Früchten zusammensetzt. Ihre langen Hälse ermöglichen es ihnen, hohe Bäume wie Akazien, Mimosen und andere Laubbäume zu erreichen, die für viele andere Herbivoren unzugänglich sind. Giraffen nutzen ihre langen, flexiblen Zungen, die bis zu 45 cm lang werden können, um die Blätter von den Zweigen zu ziehen. Die Zunge und die Lippen der Giraffen sind dickhäutig. So verletzen sie sich nicht, wenn sie Pflanzen mit spitzen Dornen fressen. Aufgrund ihrer speziellen Ernährung verbringen Giraffen viel Zeit mit Fressen, etwa 16 bis 20 Stunden täglich, um ihren Energiebedarf zu decken.
Ihre Kommunikation umfasst sowohl visuelle als auch akustische Signale. Akustisch sind Giraffen in der Lage, tiefe, resonante Geräusche von sich zu geben, die für das menschliche Ohr oft nicht hörbar sind, aber über große Entfernungen wahrgenommen werden können. Zudem zeigen Giraffen durch ihren Geruch und durch Markierungen an Bäumen, wo sie sich aufgehalten haben, was anderen Giraffen Informationen über ihre Präsenz und ihren Fortpflanzungsstatus liefert. Wenn ein Weibchen paarungsbereit ist, zeigt es spezielle Verhaltensweisen, wie das Aufstellen der Ohren und das Senken des Körpers, um Interesse zu signalisieren. Die Geburt erfolgt oft im Stehen, sodass das Kalb direkt auf den Boden fällt, was hilft, den Kreislauf und die Atmung des Neugeborenen zu stimulieren. Nach der Geburt bleibt das Kalb für einige Zeit in der Nähe der Mutter und wird von ihr gesäugt, während es allmählich beginnt, feste Nahrung zu sich zu nehmen.
Giraffen brauchen nur wenig Schlaf: Giraffen schlafen im Stehen und benötigen nur wenige Minuten Schlaf pro Tag. Giraffen haben einen sehr leichten Schlaf, damit sie schnell aufwachen und weglaufen können, wenn Gefahr droht. Ihnen genügen auch nur rund vier Stunden Schlaf, verteilt über Tag und Nacht. Dabei schlummern sie immer nur wenige Minuten am Stück.
Zu den gefährlichsten zählen Löwen, die oft in Rudeln jagen und in der Lage sind, selbst einen ausgewachsenen Bullen anzugreifen. Weitere potenzielle Feinde sind die Hyänen, die durch ihre Anzahl eine Bedrohung darstellen. Auch Menschen stellen eine Bedrohung dar, sei es durch Wilderei oder Habitatverlust, was die Giraffenpopulationen erheblich reduziert. Zudem können Krankheiten und Parasiten, wie die von Zecken übertragenen, die Giraffen schwächen und anfälliger für Raubtiere machen.
Durch die veränderten Lebensbedingungen und die Reduzierung des Lebensraumes stehen viele Populationen unter Druck. Ökologische Veränderungen (Bergbautätigkeit, Umwandlung von Lebensraum in Ackerland, klimabedingte Prozesse) tragen ebenfalls dazu bei. Im südlichen Afrika werden Lebensraumverlust, die Umwandlung von Land für menschliche Entwicklung sowie illegale Jagd als größte Bedrohungen wahrgenommen. In Westafrika sind Lebensraumverlust aufgrund des Bevölkerungswachstums und Konflikte zwischen Mensch und Wildtier die größten Bedrohungen.
Obwohl einzelne Unterarten stark bedroht sind, galt die Giraffe als Art lange als nicht-gefährdet. Erst 2016 wurde sie in die Kategorie "gefährdet" hochgestuft (Rote Liste: VULNERABLE). Die Bestandsentwicklung ist jedoch regional sehr unterschiedlich: Bei drei Unterarten nehmen die Bestände zu (G. c. angolensis, G. c. giraffa, G. c. peralta), bei fünf nehmen sie ab (G. c. antiquorum, G. c. camelopardalis, G. c. reticulata, G. c. rothschildi, G. c. tippelskirchi) und bei einer ist der Bestand stabil (G. c. thornicrofti). Im Ganzen gibt es noch rund 70'000 erwachsene Tiere, die jedoch sehr ungleich auf die einzelnen Unterarten verteilt sind.
Es gibt jedoch auch positive Nachrichten. Seit 2001 setzt sich die «Association pour la Sauvegarde des Girafes du Niger» (ASGN) Für den Schutz der Giraffen (G. c. peralta) in Niger ein, deren Bestand 1996 auf nur noch 49 Tiere gesunken war. Dank ihrem Einsatz ist die Zahl der Giraffen auf mittlerweile 600 gestiegen.
Giraffen werden in der Tat in verschiedenen Zoos auf der ganzen Welt in Gefangenschaft gehalten. Die Giraffe als am höchsten werdendes Landsäugetier ist unverkennbar und beim Publikum ausgesprochen populär. Sie ist daher ein idealer Botschafter für den Natur- und Artenschutz im Savannengürtel Afrikas und wird entsprechend häufig gehalten. Aufgrund ihrer anatomischen Besonderheiten hat sie auch zoopädagogisch viel zu bieten.
Die Art wird in gegen 240 Zoos gehalten, von denen sich etwa 30 im deutschsprachigen Raum befinden. Mit Abstand am häufigsten ist die Rothschildgiraffe. Ferner werden wenige Angola- und Kapgiraffen, zahlreiche Netzgiraffen sowie eine zunehmende Anzahl Kordofangiraffen gehalten, letztere hauptsächlich in Frankreich. Daneben gibt es noch eine abnehmende Anzahl Unterart-Hybriden. Die Haltung der in der Wildbahn noch häufigen Massaigiraffen haben die Zoos auslaufen lassen. Seit 1991 besteht ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das 2023 in ein vom Opel-Zoo koordiniertes "New Style"-EEP umgewandelt wurde.
Giraffen sind beliebte Studienobjekte für Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten. Dabei kann es um Grundlagenforschung gehen, etwa zur Anatomie, Ontogenese, Physiologie oder Ethologie, aber auch um die Prüfung und gegebenenfalls Optimierung der Haltungsbedingungen und somit zur Erhöhung des Tierwohls, wie etwa zur Gruppenzusammensetzung, Umweltanreicherung, Neugestaltung von Anlagen, Fütterung oder Krankheitsgeschehen und tierärztliche Maßnahmen. Manche Arbeiten fokussieren auch darauf, die Tiere besser für die Zoopädagogik nutzbar zu machen.
| Unterart | Bestandsentwicklung |
|---|---|
| G. c. angolensis | Zunehmend |
| G. c. giraffa | Zunehmend |
| G. c. peralta | Zunehmend |
| G. c. antiquorum | Abnehmend |
| G. c. camelopardalis | Abnehmend |
| G. c. reticulata | Abnehmend |
| G. c. rothschildi | Abnehmend |
| G. c. tippelskirchi | Abnehmend |
| G. c. thornicrofti | Stabil |
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