Ursachen und Behandlung von Haarausfall, insbesondere bei blonden Haaren

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Menschen jeden Alters und Geschlechts betrifft. Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben können. In diesem Artikel werden wir uns auf die Ursachen und Behandlung von Haarausfall konzentrieren, insbesondere im Zusammenhang mit blonden Haaren.

Norwood-Hamilton-Skala zur Einordnung des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern

Arten von Haarausfall

Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, darunter:

  • Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Dies ist die häufigste Art von Haarausfall, die sowohl Männer als auch Frauen betreffen kann.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Diese Form des Haarausfalls ist durch das Auftreten von kreisrunden, kahlen Stellen auf der Kopfhaut gekennzeichnet.
  • Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa): Bei dieser Art von Haarausfall kommt es zu einer gleichmäßigen Ausdünnung des Haares über den gesamten Kopf.
  • Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis): Diese seltene Form des Haarausfalls führt zu einer Zerstörung der Haarfollikel und Narbenbildung auf der Kopfhaut.

Ursachen von Haarausfall

Die Ursachen von Haarausfall können vielfältig sein und reichen von genetischer Veranlagung über hormonelle Veränderungen bis hin zu äußeren Einflüssen. Einige der häufigsten Ursachen sind:

  • Genetische Veranlagung: Erblich bedingter Haarausfall ist die häufigste Ursache für Haarausfall bei Männern und Frauen.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen, wie sie beispielsweise in der Schwangerschaft, den Wechseljahren oder durch die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln auftreten, können zu Haarausfall führen.
  • Stress: Sowohl physischer als auch psychischer Stress können Haarausfall auslösen.
  • Ernährungsmangel: Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen, wie Eisen, Zink oder Vitaminen, kann zu Haarausfall führen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie beispielsweise Blutverdünner, Cholesterinsenker oder bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck, können Haarausfall als Nebenwirkung haben.
  • Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen, wie Schilddrüsenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder Infektionen der Kopfhaut, können Haarausfall verursachen.

Alopecia Areata: Eine spezielle Form des Haarausfalls

Die Alopecia areata (AA) ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden Haarausfall gekennzeichnet ist. Sie ist nach dem anlagenbedingten Haarausfall die zweithäufigste Ursache für Haarausfall. Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben an einer AA zu erkranken, beträgt 2 % (Lebenszeitinzidenz). Die AA betrifft die Geschlechter gleichermaßen und tritt in allen Altersgruppen und ethnischen Gruppen auf. Bei 40 % der Patienten tritt die AA das erste Mal vor dem 20. Lebensjahr auf - bei ca. 85% zeigt sich die AA bis zum 40.

Wie entsteht die Alopecia Areata?

Die genaue Ursache der AA ist noch nicht vollständig geklärt, doch ist es allgemein anerkannt, dass der Kollaps des Immunprivilegs des Haarfollikels eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Krankheit spielt. Der Entzündungsprozess der Erkrankung wird über das Einwandern von Immunzellen in und um den Haarfollikel vermittelt. Dadurch kommt es zu einem Bienenschwarm-ähnlichen Infiltrat. Daran sind Lymphozyten wie T-Zellen und NK-Zellen sowie Mastzellen und dendritische Zellen beteiligt. Die Entzündungsreaktion ist auch über Botenstoffe (Zytokine) vermittelt. Entscheidende Zytokine bei AA sind Interferon-γ-, Interleukin-2- und Interleukin-15. Das Aufflammen einer AA führt zu einer deutlich verkürzten Anagen (Wachstums)-Phase des Haarwachstumszyklus. Es wird vermutet, dass auch genetische Faktoren einen Einfluss haben.

Diagnose der Alopecia Areata

Die Alopecia areata zeigt ein sehr breites klinisches Bild. Der Haarverlust kann alle behaarten Bereiche des Kopfes und Körpers betreffen. Bei einer Alopecia areata zeigen sich in meisten Fällen die typischen kreisrunden haarlosen Areale an der Kopfhaut. Sie kann sich aber auch durch teilweisen oder kompletten Verlust der Augenbrauen, Wimpern oder Barthaare, oder auch an anderen behaarten Arealen zeigen. Die Hautoberfläche ist unauffällig. Die klinische Untersuchung gemeinsam mit der Dermatoskopie der Kopfhaut sind die wichtigsten Schritte und, in meisten Fällen, ausreichend um die Diagnose Alopecia areata zu stellen.

Ein sehr hilfreicher Test zur Einschätzung der Aktivität der Alopecia areata, aber auch zum Ausschluss anderer Haarerkrankungen, so wie der Trichotillomanie, ist der Zupftest. Das „Severity of Alopecia Tool’’ oder der sog. SALT Score ist ein sehr hilfreiches, visuelles Mittel zur Bestimmung des prozentualen Kopfhaarausfalls bei Alopecia areata.

Die AA kann zusammen mit verschiedenen anderen Erkrankungen und Zuständen auftreten, wie z.B. Autoimmunerkrankungen.

Verlauf und Prognose der Alopecia Areata

Die Alopecia areata ist eine Erkrankung mit einem stark variablen Verlauf. Einmaliges Auftreten, lange freie Intervalle und immer wieder neues Auftreten einzelner oder mehrerer Herde können sich abwechseln. Jahrelange keine neuen Herde und Remissionen über mehrere Jahre können ebenso auftreten. Faktoren, die mit einer schlechten Prognose assoziiert sind, sind ein Auftreten im jungen Alter und ein ausgeprägter Haarverlust.

Psychische Belastung durch Alopecia Areata

Aufgrund der hohen Sichtbarkeit, des unvorhersehbaren klinischen Verlaufs der Erkrankung und des derzeitigen Mangels anhaltend erfolgreicher Therapien ist die AA für viele Betroffene eine große emotionale Belastung. Auch wenn die Krankheit in jedem Alter eine Herausforderung sein kann, sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig für ein hohes Maß psychischer Belastung ebenso wie für Mobbing durch und soziale Isolation von Gleichaltrigen.

Behandlung der Alopecia Areata

Das therapeutische Vorgehen ist bei jedem Patienten unterschiedlich und abhängig von individuellen Faktoren wie der Ausprägung der Erkrankung und Nebenerkrankungen. Die derzeitig eingesetzten Therapien zielen vor allem auf das Unterdrücken des Entzündungsprozesses ab und bekämpfen nicht die eigentliche Ursache der Krankheit.

Zu den gängigen Behandlungsoptionen gehören:

  • Topische Kortikosteroide: Hierbei wird ein stark bis sehr stark wirksames Kortikosteroid im Bereich der Haarausfallherde an der Kopfhaut angewendet.
  • Intraläsionale Kortikosteroid-Injektionen: Hier wird mit einer dünnen Nadel eine bestimmte Menge eines Kortisonpräparates in die Kopfhaut eingespritzt.
  • Systemische Therapie mit Kortison: Die systemische Therapie mit Kortison erfolgt meistens in Form einer oralen Prednisolon-Stoßtherapie.
  • Dithranol: Diese Option ist aufgrund ihres günstigeren Risikoprofils eine Alternative zur Sensibilisierungstherapie, besonders bei Kindern.
  • Januskinase (JAK) Inhibitoren: Bislang sind zwei Januskinase (JAK) Inhibitoren für die Behandlung der schweren AA zugelassen. Aktuell laufen weitere Studien mit weiteren JAK-Inhibitoren (Ruxolitinib, Upadacitinib).
  • Minoxidil: Dies ist eine Substanz, die die Durchblutung um den Haarfollikel verbessert und so das Haarwachstum anregt.
  • Zink Supplementierung: Zink hilft die Immunantwort zu modulieren, und könnte bei Zink-Mangel hilfreich sein.
  • Vitamin D Supplementierung: Die Einnahme bei entsprechendem Vitaminmangel könnte von Bedeutung sein.

Haarausfall bei Frauen | Was tun | Ursachen | Vorbeugung | Erklärungen | Therapie

Haarausfall bei blonden Haaren

Blonde Haare können aufgrund ihrer feineren Struktur anfälliger für Schäden und Haarausfall sein. Darüber hinaus kann das Bleichen oder Färben von blonden Haaren die Haarstruktur zusätzlich schwächen und zu Haarausfall führen. Es ist daher wichtig, blonde Haare besonders schonend zu behandeln und auf eine gesunde Ernährung zu achten, um Haarausfall vorzubeugen.

Dr. Uwe Schwichtenberg, erfahrener Hautarzt und Experte für Haarausfall aus Bremen, teilt interessante Fragen und Antworten rund um das Thema Haarausfall aus seiner langjährigen Praxiserfahrung:

„Dass blondes Haar nach dem Schwimmbadbesuch eine leicht grünliche Verfärbung annehmen kann, wird oft berichtet. Oft wird behauptet, dass das zugefügte Chlor im Schwimmbadwasser für den grünen Farbstich verantwortlich sei. Dabei ist Kupfersulfat, welches gegen Algenbildung eingesetzt wird, in diesem Fall der Übeltäter. Man kennt den Effekt von älteren Kupfermünzen, die manchmal mit einer grünen Schicht überzogen sind, der sogenannten Patina. Die im Schwimmbadwasser enthaltenen Kupferverbindungen oxidieren durch das zugesetzte Chlor. Und was dagegen hilft? Bei Vielschwimmern natürlich eine wasserdichte Badekappe - doch die ist nicht bei jedem beliebt. Im Grunde lässt sich die Verfärbung nach mehreren „normalen“ Haarwäschen wieder beseitigen. Ganz Ungeduldige können versuchen, mithilfe einer Haarspülung, in der aufgelöste Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin) oder Vitamin C enthalten ist, die Verfärbung zu beseitigen. Diese Prozedur sollte allerdings nicht zu oft wiederholt werden, da sonst die Haarstruktur angegriffen werden könnte.“

Was tun bei Haarausfall?

Wenn Sie unter Haarausfall leiden, ist es wichtig, die Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu beginnen. Ein Arzt oder Dermatologe kann Ihnen bei der Diagnose und Behandlung helfen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die von Medikamenten über topische Lösungen bis hin zu Haartransplantationen reichen.

Vorbeugung von Haarausfall

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Haarausfall vorzubeugen:

  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.
  • Stress reduzieren: Versuchen Sie, Stress abzubauen und Entspannungstechniken zu erlernen.
  • Schonende Haarpflege: Verwenden Sie milde Shampoos und vermeiden Sie übermäßige Hitze beim Stylen der Haare.
  • Regelmäßige Kopfhautmassage: Massieren Sie Ihre Kopfhaut regelmäßig, um die Durchblutung anzuregen.
  • Vermeiden Sie Zugbelastungen: Vermeiden Sie feste Frisuren, Haarverlängerungen oder Haarteile, die Zug auf die Haare ausüben.
Ursachen für diffusen Haarausfall
Ursache Beschreibung
Akute Stress-Situationen Schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen
Geburt Haarausfall nach der Schwangerschaft
Wechseljahre Abnahme des Östrogenspiegels
Empfängnisverhütung mit Hormonen Beenden der Einnahme der Anti-Baby-Pille
Infektiöse und entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut Kopfpilz, bakterielle Infektionen, seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte
Erkrankungen des Hormonsystems Schilddrüsenunter- oder Überfunktion
Fieberhafte Infektionskrankheiten Grippe oder Covid-19
Chronische Erkrankungen Leber- oder blutbildendes System
Einnahme von Medikamenten Blutverdünner, Cholesterinsenker oder bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck
Nährstoffmangel Schnelle Gewichtsabnahme, einseitige Ernährung, Diät, Essstörung, Eisen- oder Zinkmangel

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