Haarausfall bei Frauen: Ursachen, Ernährungsumstellung und Lösungen

Haarausfall bei Frauen ist keine Seltenheit.

Die weiblichen Haarwurzeln sind einer Vielzahl verschiedener Einflüsse ausgesetzt, die Haarausfall begünstigen.

Plötzlicher Haarverlust bei Frauen kann viele Ursachen haben. Welche Rolle der Lebensstil und die Haarpflege dabei spielen und was hilft.

Haarausfall kann viele Ursachen haben. (Quelle: Gesundheit.de)

Wann sprechen Mediziner von Haarausfall?

Haarausfall ist eine individuelle Sache. Ein täglicher Haarverlust von 50 bis 100 Haaren gilt als normal. Ob die Menge der verlorenen Haare aber tatsächlich als Haarausfall wahrgenommen wird, ist abhängig vom individuellen Haarumsatz und vom persönlichen Empfinden.

"Viele Frauen sind beunruhigt, wenn sie plötzlich mehr Haare in der Bürste finden als gewohnt - auch wenn die tatsächliche Anzahl der verlorenen Haare nicht bedenklich ist.Haarausfall lässt sich nicht allein an der Zahl der ausgehenden Haare diagnostizieren.

Es muss immer das subjektive Empfinden der betroffenen Frau berücksichtigt werden", sagt Dr. Uwe Schwichtenberg, Hautarzt aus Bremen und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V.

Verschiedene Arten von Haarausfall

Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, von denen jede ihre eigenen Ursachen und Merkmale hat. Zwei der häufigsten Formen sind anlagebedingter und diffuser Haarausfall.

Anlagebedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie)

Anlagebedingter Haarausfall ist eine häufige Ursache von weiblichem Haarausfall. Bei anlagebedingtem Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, handelt es sich um einen genetisch vorbestimmten Haarverlust. Ursache des Haarausfalls ist eine veranlagungsbedingt erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Sexualhormonen (Androgenen), die mit zunehmendem Alter verstärkt zum Tragen kommt. Anders als Männer müssen Frauen in der Regel keine Glatze befürchten. Dennoch kann der Haarausfall deutlich sichtbar sein.

Bei anlagebedingtem Haarausfall sind vor allem die Scheitelregion und der Haaransatz betroffen.

Bei der androgenetischen Alopezie kann es sowohl zu einem übermäßigen Ausfall der Haare als auch zu einem gestörten beziehungsweise unzureichenden Nachwachsen normal ausfallender Haare kommen.

"Etwa 20 Prozent der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine androgenetische Alopezie. Der Haarverlust kann weniger oder stärker ausgeprägt sein", erklärt Schwichtenberg.

"Rückgängig lässt sich der Haarausfall nicht machen. Die Haarfollikel, die bereits untergegangen sind, können künftig keine neuen Haare mehr bilden."

Diffuser Haarausfall

Eine weitere Form des weiblichen Haarausfalls ist der sogenannte diffuse Haarausfall. Das Gute an diffusem Haarausfall ist: Anders als bei anlagebedingtem Haarausfall reguliert sich das Haarwachstum nach einiger Zeit meist wieder. Der Haarausfall stoppt und neue Haare wachsen nach.

"Diffuser Haarausfall zeigt sich oft drei bis neun Monate nach dem auslösenden Faktor", sagt Schwichtenberg.

"Bei diffusem Haarausfall muss man immer einige Monate zurückrechnen, um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Neben genetischer Veranlagung und diffusen Ursachen gibt es weitere Faktoren, die Haarausfall begünstigen können:

  • Hormonelle Einflussfaktoren
  • Eisenmangel
  • Diäten
  • Stress
  • Falsche Frisuren
  • Saisonale Einflüsse
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Chronische Erkrankungen
  • Luftschadstoffe
  • Pilzinfektionen der Kopfhaut
  • Vergiftungen

Haarausfall durch falsche Ernährung? 11 Tipps

Die Rolle der Ernährung bei Haarausfall

Die Haarwurzeln sind wie kleine Organe, die eine hohe Stoffwechselaktivität aufweisen. Um ein Haar zu produzieren und wachsen zu lassen, sind viele Faktoren wichtig. Viele Stoffwechselprozesse erfordern zum reibungslosen Ablauf die Anwesenheit bestimmter Nährstoffe wie Eisen, Zink, Selen oder bestimmten Vitaminen.

Nicht immer ist eine schlechte Ernährung direkt der Grund für Haarausfall. Sie kann aber andere Erkrankungen begünstigen, die wiederum für Haarverlust sorgen können.

Der ernährungsbedingte Haarausfall ist typischerweise diffus. Das bedeutet, dass die Haare insgesamt am ganzen Kopf ausdünnen.

Das Haarwachstum hat seinen Ausgangspunkt in der Papille, dem untersten Teil der Haarwurzel. Die Zellen dort teilen sich sehr schnell und lagern sich an das sich bildende neue Haar an. Das Haar wird nach außen in Richtung Kopfhaut gedrückt und verhornt. Für diese hohe Stoffwechselaktivität werden viele Nährstoffe benötigt.

Wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum

Verschiedene Nährstoffe spielen eine entscheidende Rolle für das Haarwachstum und die Gesundheit der Kopfhaut:

  • Eisen: Wichtig für die DNA-Synthese und den Sauerstofftransport zu den Haarwurzelzellen.
  • Biotin: Unterstützt den Stoffwechsel von Eiweißen, die für den Aufbau der Haarsubstanz benötigt werden.
  • Zink: Wirkt entzündungshemmend, ist an der Bildung von Keratin beteiligt und spielt eine Rolle im Kollagenstoffwechsel.
  • Selen: Schützt die Zellen vor oxidativem Stress und unterstützt ein gesundes Haarwachstum.
  • Folsäure: Hilft bei der Zellteilung und sorgt für ein gutes Wachstum und eine gute Regeneration von Haarwurzelzellen.
  • Kupfer: Spielt eine wichtige Rolle im Kollagenstoffwechsel und hilft daher, gesunde Haare zu bilden und diese in der Kopfhaut zu verankern.
  • Eiweiße: Das Haar besteht zu über 90 Prozent aus Keratin - einem speziellen Eiweiß. Zu seiner Herstellung müssen Eiweiße über die Ernährung aufgenommen werden.
  • Vitamin D: Hilft, den Haarzyklus zu regulieren und die Haare gesund wachsen zu lassen.
  • B-Vitamine: Sie sind wichtig für die Zellteilung und andere Stoffwechselprozesse im Haarfolikel und regulieren die Talgproduktion, wodurch sie für glänzendes und geschmeidiges Haar sorgen.
  • Vitamin A: Vitamin A ist wichtig für den Aufbau und Erhalt gesunder Haare, da es bei der Zellteilung mitwirkt. Außerdem unterstützt es die Produktion von Talg, der das Haar geschmeidig macht und vor dem Austrocknen bewahrt.
  • Fettsäuren: Fettsäuren sind Bestandteil unserer Zellmembranen und sind bei der Haargesundheit auch deshalb wichtig, weil sie im Haartalg enthalten sind. Dadurch tragen sie zu Glanz und Geschmeidigkeit der Haare bei.

Lebensmittel für gesunde Haare

Mit einer ausgewogenen Ernährung kann jeder für kräftige und glanzvolle Haare sowie eine gesunde Kopfhaut sorgen. Besonders Biotin, Zink, Eisen, Vitamin A und C, Proteine und essentielle Fettsäuren tragen dazu bei.

Es gibt einige Geheimtipps zur Ernährung für das Haarwachstum: Lebensmittel, die viele besonders gute Nährstoffkombinationen enthalten.

  • Eier: In Eiern stecken viele Proteine, die die Bildung von Keratin und Kollagen unterstützen. Außerdem enthalten sie Vitamin A und D sowie Zink.
  • Kürbiskerne: Sie enthalten viele Proteine, Zink, Kupfer und Eisen.
  • Nüsse: In Nüssen stecken viele pflanzliche Proteine, Zink und Selen.
  • Haferflocken: Haferflocken enthalten viele Proteine, Biotin und Zink.

Hier ist eine Liste mit verschiedenen Lebensmitteln, die sich bei regelmäßigem Verzehr positiv auf die Gesundheit von Haaren und Kopfhaut auswirken können.

  • Hafer: Hafer ist reich an Biotin, welches nicht nur für schöne Haare, sondern auch gesunde Haut und Nägel sorgt.
  • Karotte: Die Karotte ist ein Lebensmittel mit großen Mengen an Betacarotin, welches vom Körper in Vitamin A umgewandelt wird.
  • Eier: Eier sind neben dem hohen Biotin-Gehalt eine hervorragende Proteinquelle, die Ihre Haare mit notwendigem Eiweiß versorgen.
  • Kürbiskerne: Kürbiskerne sind reich an Zink, welches das Zellwachstum fördert, vor Entzündungen schützt und die Kopfhaut gesund hält.
  • Brokkoli: Brokkoli ist beladen mit Eisen, Kalium, Calcium, Zink, Natrium, B-Vitaminen, Vitamin E und Vitamin C und ist daher ein volles Rundumpaket für Ihre Haare.
  • Linsen: Linsen liefern Ihrem Körper viel pflanzliches Eiweiß, Zink, Biotin, Eisen und Magnesium und sorgen für rundum schöne Haare.
  • Lachs: Lachs liefert mit seinen wertvollen Omega-3-Fettsäuren genug Feuchtigkeit und verhindert dadurch trockenes und splissiges Haar.

Ungünstige Ernährungsgewohnheiten

Um ein gesundes Haarwachstum zu erreichen, kommt es nicht nur darauf an, gesunde Lebensmittel zu sich zu nehmen, sondern auch schädliche wegzulassen. Insbesondere Alkohol, Zigaretten oder Drogen können sich negativ auf die Haargesundheit auswirken.

Es hat sich auch gezeigt, dass eine fettreiche Ernährung insbesondere bei Männern ebenfalls Haarausfall begünstigen kann.

Eine fettreiche Ernährung kann den Testosteronspiegel erhöhen, den Spiegel der männlichen Geschlechtshormone. Dies wiederum kann erblich bedingten Haarverlust begünstigen.

Außerdem fördert eine fettreiche Ernährung zahlreiche weitere Erkrankungen wie einen hohen Blutdruck und Gefäßverkalkung. Dies kann sich ebenfalls negativ auf das Haarwachstum auswirken.

Wichtige Nährstoffe für gesundes Haarwachstum. (Quelle: Apotheken Umschau)

Vitaminmangel und Haarausfall

Ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen kann ebenfalls zu Haarausfall führen. Hier sind einige der wichtigsten:

  • Eisenmangel: Eisen ist ein unverzichtbares Spurenelement. Der Körper benötigt es, um Hämoglobin zu bilden - ein Protein, das Sauerstoff durch den Blutkreislauf transportiert.
  • Zinkmangel: Zink ist an vielen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt, darunter die Produktion von Proteinen wie Keratin - dem Baustein, der das Haar stark und widerstandsfähig macht.
  • Vitamin-B12-Mangel: Ein Mangel an Vitamin B12 kann Haarausfall verursachen, indem die Regeneration der Haarfollikelzellen beeinträchtigt wird.
  • Vitamin-C-Mangel: Vitamin C unterstützt das Haarwachstum auf zwei entscheidende Arten: Es schützt die Haarzellen vor den schädlichen Auswirkungen freier Radikale und verbessert die Eisenaufnahme aus der Nahrung.
  • Vitamin-D-Mangel: Vitamin D hat eine wichtige Funktion bei der Aktivierung der Haarfollikel. Fehlt Vitamin D, können die Haarfollikel in eine verlängerte Ruhephase übergehen, was den Haarzyklus unterbricht.

Wer ist besonders anfällig für Haarausfall durch Vitaminmangel?

Bei manchen Menschen ist ein erhöhter Bedarf an Nährstoffen offensichtlich, sodass man hier besonders auf eine gesunde Ernährung und ausreichende Nährstoffaufnahme achten sollte.

  • Menstruierende: Regelmäßige Blutverluste während der Menstruation erhöhen das Risiko eines Eisenmangels.
  • Schwangere und Stillende: Der gesteigerte Nährstoffbedarf in diesen Phasen kann die Vitamin- und Mineralstoffspeicher schnell erschöpfen.
  • Ältere Menschen: Mit dem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, Nährstoffe wie Vitamin B12 und Eisen effektiv aufzunehmen.
  • Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen: Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie können die Aufnahme von Nährstoffen wie Eisen und Zink stark einschränken.
  • Menschen mit unausgewogener Ernährung: Vegetarische oder vegane Ernährungsweisen sowie generell einseitige Essgewohnheiten können die Aufnahme wichtiger Nährstoffe beeinträchtigen.

Vitaminmangel ausgleichen: So bekämpfen Sie Haarausfall effektiv

Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen wirkt Haarausfall entgegen und stärkt die Haarfollikel. Hier erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt Ihren Vitaminmangel ausgleichen und Ihr Haarwachstum fördern können.

  1. Vitaminstatus überprüfen: Bevor Sie gegen Haarausfall vorgehen, klären Sie die Ursachen. Stellen Sie zunächst fest, ob ein Vitaminmangel besteht und welcher Nährstoff betroffen ist, um anschließend die richtigen Schritte zu unternehmen.
  2. Ernährung optimieren: Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für gesundes Haar. Sie liefert die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe, um die Haarfollikel zu stärken und das Wachstum zu fördern.
  3. Nahrungsergänzungsmittel gezielt einsetzen: Manchmal reicht die Ernährung allein nicht aus, um den Vitamin- und Mineralstoffbedarf zu decken - vor allem bei einem starken Vitaminmangel oder besonderen Lebensumständen. In diesen Fällen sind Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung.
  4. Haarpflegeprodukte zur Unterstützung: Neben der inneren Versorgung spielt auch die äußere Pflege eine wichtige Rolle beim Kampf gegen Haarausfall. Spezielle Haarpflegeprodukte unterstützen das Haarwachstum und stärken die Kopfhaut.

Weitere Tipps zur Behandlung von Haarausfall

  • Stress reduzieren
  • Schonende Haarpflege
  • Ausgewogene Ernährung
  • Ärztliche Beratung

Es ist unbestritten, dass eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mikronährstoffen einen Einfluss auf das Haarwachstum hat.

Zudem nehmen viele Patienten, die von Haarausfall betroffen sind, Nahrungsergänzungsmittel ein.

Insgesamt ist die Studienlage jedoch dünn.

Letztlich sollte bei jedem betroffenen Patienten eine individuelle Einschätzung des behandelnden Arztes und eine Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, ob der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist.

tags: #haarausfall #ernährungsumstellung #ursachen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen