Haaransatz selbst färben: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Noch nie war es so einfach, sich die Haare selber zu färben! Mit der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung gelangst Du in sieben einfachen Schritten zu Deiner perfekten Haarfarbe. Halte Dich also bestmöglich an die beschriebenen Schritte, um bei jeder zukünftigen Haarfärbe-Session ein Ergebnis wie vom Friseur zu erzielen.

Viele Menschen greifen von Zeit zu Zeit zu Haarfärbemitteln. Doch was, wenn sich nach einigen Wochen ein fieser Ansatz breit macht? Wir verraten, wie Sie Ihren Haaransatz färben!

1. Die richtige Farbe wählen

Angesichts der riesigen Auswahl an Haarfarben in allen erdenklichen Nuancen, stehst Du vor einer großen Entscheidung, welche Nuancen Deinem Typ am besten schmeicheln. Achte bei der Wahl des richtigen Farbtons auf Deinen Hautunterton (kühl, neutral oder warm) und Deine Augenfarbe. Kühle Nuancen wie Asch- oder Platinblond unterstreichen einen von Natur aus kühlen Teint mit bläulichen Untertönen und eher hellen Augenfarben. Kupfer- und Goldtöne harmonieren hingegen besonders gut mit warmen Hauttypen und dunklen Augen.

Ein wichtiger Tipp für den idealen Farbton: Experten empfehlen, sich nicht mehr als eine oder zwei Nuancen von der Ausgangsfarbe Deiner Haare zu verändern. Bevor Du Dich also für eine radikale Veränderung entscheidest, solltest Du den damit verbundenen Pflegeaufwand Deiner Traumhaarfarbe in Betracht ziehen.

Du bist immer noch unsicher? Bei der Auswahl der Haarfarbe sind auch die Eigenschaften und Inhaltsstoffe der Coloration zu berücksichtigen. Wenn Du eine reichhaltige, pflegende Formulierung vorziehst, greife zu Produkten mit natürlichen Ölen, wie der Olia Reihe.

Ganz egal, ob du zum Haarefärben zuletzt bei deinem/deiner Friseur*in warst, oder ob du zu den passionierten DIY-Colorist*innen zählst - deinen Ansatz-Balken kannst du in jedem Fall selbst nachfärben. Das A und O für einen harmonischen Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren ist das Finden der richtigen Farbnuance und des richtigen Färbemittels. Beides sollte genau dem entsprechen, mit dem der Rest der Haare gefärbt wurde.

Welches Färbemittel ist das Richtige?

Generell hast du die Wahl zwischen Coloration, Tönung und Intensivtönung. Eine Coloration öffnet die Schuppenschicht der Haare und lagert die Pigmente im Haar dauerhaft an. Sie kann deine Haare super dunkel färben, aber nur um zwei bis drei Nuancen aufhellen. Wenn du heller gehen möchtest, ist eine Blondierung nötig.

Eine Tönung kann nur dunkler färben, arbeitet dabei aber schonender als die Coloration. Denn sie öffnet die Schuppenschicht nicht und lagert die Pigmente stattdessen nur am Haar an. Die halten demnach auch nicht so lange im Haar und sind nach sechs bis acht Wochen wieder verschwunden.

Dann gibt es noch die Intensivtönung: Sie ist quasi der Kompromiss zwischen Coloration und Tönung, da sie die Schuppenschicht etwas öffnet und Pigmente eingelagert werden. Sie wäscht sich nach etwa 20 Wäschen wieder aus. Auch kann sie deinen Farbton nicht nur dunkler machen, sondern auch bis zu 1,5 Töne aufhellen.

Welches Färbemittel du letztendlich zum Färben deines Haaransatzes verwendest, hängt von der gewünschten Haarfarbe ab. Folgende Regeln können dir helfen, deine perfekte Ansatz-Farbe zu finden:

  • Falls die letzte Coloration ein*e Friseur*in vorgenommen hat, frag ihn/sie, welches Färbemittel er/sie verwendet hat.
  • Falls du deine Haare selbst gefärbt hast, benutzt du genau dieses Färbemittel auch für deinen Ansatz.
  • Bist du dir bei der Farbwahl unsicher, kannst du auch ein spezielles Ansatz-Set verwenden. Diese Formulierungen sind darauf ausgerichtet, einen harmonischen Übergang zwischen colorierten Haaren und neu gefärbtem Ansatz zu bringen.
  • Bei dunklen Naturhaaren, die du zwei bis drei Nuancen heller färben möchtest, ist eine Coloration sinnvoll. Denn sie hat die Power, die dunklen Pigmente aus den Haaren zu lösen.
  • Möchtest du den Ansatz deiner eher dunklen Haare um mehr als drei Nuancen aufhellen, ist eine Blondierung nötig. Bist du dir mit der Farbwahl unsicher, solltest du hier lieber einen Profi ranlassen.
  • Bei hellen Haaren, die du dunkler färben möchtest, kann eine Tönung ausreichen.

Möchtest du einen grauen Ansatz färben, gelten folgende Regeln: Bei wenigen grauen Haaren ist eine Intensivtönung ideal. Wachsen deine Haare komplett grau nach, ist eine Coloration die bessere Wahl.

Generell solltest du deinen Haaren vier bis sechs Wochen Färbe-Pause gönnen. Eine Tönung ist schonender für die Haare als eine Coloration und kann nach vier Wochen wiederholt werden. Färbst du deine Haare sehr hell, solltest du auf jeden Fall acht Wochen mit dem Färben des Ansatzes warten.

Stresst dich dein nachwachsender Ansatz immer sehr schnell, es dann aber meist noch viel zu früh zum Nachfärben? Dann probiere doch in der nächsten Wartezeit ein Farb-Glossing aus. Seine schonende Formulierung kann für ein paar Tage den Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren sanft ausgleichen.

Farbansatz kaschieren mit einem Zickzackscheitel - so klappt es | FMFM

2. Vorbereitung ist alles

Die Traumfarbe ist ausgewählt, doch wie viel brauchst Du nun? Zum Färben des Ansatzes reicht eine Haarfarbe-Packung aus. Bei schulterlangem Haar brauchst Du - je nachdem, wie dick oder fein es ist - bereits zwei Packungen.

Wie heißt es so schön: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Bevor Du Deine Haare selbst färbst, sollte Du sicherstellen, dass sie in einem guten Zustand sind. Verzichte deshalb beim Stylen auf Hitze und investiere in eine gute Spülung oder Haarmaske, um Dein Haar mit reichlich Feuchtigkeit zu versorgen. Greife dafür bevorzugt zu Produkten mit feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen, wie Macadamia-, oder Arganöl - die Wahre-Schätze Pflegelinie von Garnier bietet eine große Auswahl für jeden Haartyp.

Folgende Dinge solltest du für deine Färbe-Session bereit legen:

  • ein altes Shirt, einen Friseurumhang oder ein altes Handtuch
  • Einweghandschuhe
  • Stielkamm
  • Haarklammern aus Kunststoff
  • Haarfärbemittel
  • Vaseline

3. Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ansatzfärben

Unser Färbe-Fahrplan verrät dir nun Schritt für Schritt, wie du deinen Ansatz selber färben kannst. Es spielt dabei keine Rolle, ob du eine Coloration, Tönung oder Intensivtönung verwendest - das Prozedere ist dabei nahezu immer das gleiche. Halte dich jeweils genau an die Packungsbeilage.

Schritt 1: Schützen

Zieh ein ausrangiertes Oberteil an oder lege dir einen Friseurumhang um. Denn das Haarfärbemittel kann tropfen und permanente Flecken verursachen. Hast du beides nicht zur Hand, kannst du dir auch ein altes Handtuch um die Schultern legen.

Schritt 2: Haare abteilen

Bevor du mit dem Färben beginnst, solltest du deine Haare gut durchkämmen und sicherstellen, dass sie trocken sind. Am besten sind sie ein bis zwei Tage nicht gewaschen, damit keine Rückstände von Stylingprodukten wie Haarspray oder Haarpuder vorhanden sind, die das Eindringen der Farbe behindern könnten. Gleichzeitig bleibt so die natürliche Talgschicht der Kopfhaut erhalten, die vor Irritationen und allergischen Reaktionen schützen kann. Frisch gewaschene Haare wären zwar völlig sauber, jedoch ist dann auch der schützende Säureschutzmantel der Kopfhaut entfernt, was die Haut empfindlicher macht und dazu führen kann, dass Farbrückstände schlechter abgehen.

Ziehe anschließend mit einem Stielkamm eine horizontale Linie von Ohr zu Ohr und stecke die obere Haarpartie am Oberkopf fest. Die unteren Haare bleiben offen, damit du die Farbe gleichmäßig und kontrolliert auftragen kannst.

Trage an der Stirn etwas Hautschutzcreme oder eine fettigere Körpercreme auf, um die Haut dort vor Farbflecken zu schützen. Achte dabei darauf, die Creme nicht in die Haare, sondern nur auf die Haut zu geben.

Schritt 3: Farbe anmischen

Bereite die Farbe nach Gebrauchsanweisung des Herstellers zu und ziehe die Einmalhandschuhe an. Bei den meisten Haarfarben liegen sie der Packung bei.

Schritt 4: Farbe auftragen

Trage die Farbe nun mit einem (mitgelieferten) Haarfärbe-Pinsel auf. Das geht meist besser, weil Du die Haare nach oben weghalten kannst, um die Scheitel zu ziehen. Vertikale Scheitel sind da durchaus herausfordernder und ungenauer. Färbe Partie nach Partie. Hier ist Millimeterarbeit gefragt: Trage die Farbe wenige Millimeter über die Grenze zu den bereits colorierten Haaren auf, damit keine neue Linie entsteht. Ziehe die Farbe aber nicht weiter als nötig in die bereits gefärbten Längen, um diese nicht unnötig zu strapazieren. Das klappt am besten, wenn du die Haare straff vom Kopf weg ziehst, und die Farbe auf die gespannte Strähne aufpinselst. So vermeidest du Farbüberlagerungen, an denen die Farbe deine Haare mehr einfärben kann und so die Farbe stellenweise intensiver aussehen lässt.

Am Ende sollte die ganze Kopfhaut voller Farbe sein. Wenn du die untere Partie fertig hast, löst du die Haarklammern und arbeitest dich genauso Scheitel für Scheitel vertikal durch die Haare am Oberkopf. Falls dir das alles zu tricky ist, kannst du auch eine*n Freund*in oder deine*n Parter*in um Hilfe bitten - gerade am Hinterkopf ist der präzise Farbauftrag manchmal schwieriger.

Schritt 5: Farbe einwirken lassen

Hast du alle Ansätze mit Farbe bedeckt, beginnt die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit. Halte dich hier bitte genau an die Angaben und stelle dir dazu am besten einen Timer. In den letzten fünf Minuten der Einwirkzeit kannst du, wenn nötig, den Rest der Farbe auf alle Haare auftragen, um ein harmonisches Finish zu erzielen. Das solltest du aber wirklich nur bei äußerstem Bedarf tun, da die Farbmasse eine höhere Konzentration an chemischen Wirkstoffen enthält, als es die Längen eigentlich benötigen. Schonender und professioneller ist es, die Farbmasse am Ansatz mit etwas Wasser aufzuschäumen (aufemulgieren) und die so entstandene cremig-wässrige Emulsion in die Längen einzuarbeiten. Dadurch wird die chemische Konzentration durch das Wasser reduziert, und da die Einwirkzeit ohnehin fast abgeschlossen ist, ist ein Großteil der Farbstoffe bereits ausoxidiert.

Anschließend spülst du das Färbemittel gründlich mit lauwarmem, klarem Wasser aus.

Schritt 6: Pflegen

Nach der Färbe-Action brauchen deine Haare eine Extraportion Pflege. Verwende dazu - falls vorhanden - das beiliegende Pflege-Fluid oder eine Kur oder Spülung aus einer entsprechenden Farbschutz-Pflegeserie.

4. Was tun, wenn etwas schiefgeht?

Wurde die Farbe nicht so angenommen, wie Du es Dir erhofft hast? Das kann verschiedene Gründe haben. Überlege zunächst, ob Du die Anweisung und Empfehlungen auch wirklich in Gänze befolgt hast. Es kann außerdem sein, dass Du zu wenig Farbe verwendet hast. Ist das Ergebnis zu dunkel geworden, lohnt es sich, noch etwas abzuwarten und das Farbergebnis nach einigen Haarwäschen zu beobachten. Gönne Deinem Haar in jedem Fall noch etwas Ruhe, ehe Du weitere Farbveränderung vornimmst.

5. Häufigkeit des Ansatzfärbens

Wie oft Sie Ihren Haaransatz färben, hängt von Ihrem individuellen Haarwachstum und Ihrer persönlichen Toleranzgrenze ab. Sobald der Ansatz deutlich dunkler oder heller sichtbar ist, wird es Zeit, den Haaransatz zu färben. Das geschieht in der Regel in einem Zeitraum von 4 bis 6 Wochen.

6. Alternativen zum Ansatzfärben

Wenn sich der Ansatz langsam zeigt, ist die einfachste Methode, ihn einfach wieder zu färben. Wen das ständige Färben nervt, der sollte über diese Alternativen nachdenken:

  • Der Ansatzspray: Der Griff zu Haarfärbemitteln ist dir zu heikel und du überlässt das lieber dem Profi? Wenn du dir unsicher bist, ist das mit Sicherheit der beste Weg für dich. Alternativ gibt es aber auch für dich einige Produkte, die du zum Ansatz kaschieren für kurze Zeit anwenden kannst. Allen voran ist das der Ansatzspray, der einfach wie ein Haarspray aufgesprüht wird. Weiters gibt es verschiedene Haarpuder mit Farbpigmenten.
  • Alternative Färbetechniken: Ist das Ansatz färben für dich auf Dauer zu stressig oder kostspielig, solltest du auch alternative Färbetechniken in Betracht ziehen. Damit wird häufiges Ansatz färben vermieden, weil man den Ansatz schlichtweg nicht oder nicht so stark sieht.

Bei der Balayage werden einzelne Strähnen mit einer Fege-Bewegung bepinselt und so freihändig gefärbt. Eine Balayage wird niemals bis zum Ansatz gefärbt, weshalb man beim Nachfärben auch länger warten kann als bei Ganzkopf-Colorationen. Lowlights sind Strähnen, die wenige Nuancen dunkler sind als die Ausgangshaarfarbe. Sie sollen dem Haar optisch mehr Volumen verleihen. Babylights sind sehr feine Highlights, die sich ebenfalls nur zwei oder drei Stufen vom Grundton unterscheiden. Beim Grey Blending werden graue Haare nicht abgedeckt, sondern mit Farbakzenten ausgeglichen.

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