Im Reich der Insekten spielen Raupen eine entscheidende Rolle. Bei einer Raupe handelt es sich um die Larve des Schmetterlings. In unseren Gefilden leben zahlreiche Raupen in unterschiedlichen Farben. Immer wieder sieht man eine kleine hellgrüne oder grüne Raupe in der Natur. Raupen gibt es in den unterschiedlichsten Farben. Es lassen sich längst nicht alle Raupen bestimmen. Auch junge Raupenstadien sind optisch oft schwer zu erkennen.
Für die Raupen gilt noch mehr als bei den Eiern, dass man den Tagfalter über die Raupe fast immer eindeutig bestimmen kann. Manchmal kann die Tagfalterart über die Zucht der Raupe leichter bestimmt werden. Während z.B. der Hufeisenklee-Gelbling und der Weißklee-Gelbling durch äußere Merkmale nicht eindeutig unterscheidbar sind, können ihre Raupen sehr einfach unterschieden werden. Auch bei den Kohlweißlingen unterscheiden sich die Raupen deutlicher als die Falter.
Im Folgenden werden die Raupen von Tagfaltern, die in Rheinland-Pfalz vorkommen, auf Bildern in natürlicher Umgebung - nach Familien bzw. abgebildet sind.
Um eine hellgrüne oder grüne Raupe zu bestimmen, sollten Sie sich bestimmte Merkmale anschauen. Neben der eindeutigen Farbe sind Kopf, Behaarung, Beine, Zeichnung und sonstige Besonderheiten wichtige Charakteristika einer Raupen-Art.
Folgende Merkmale sollten Sie beim ‘grüne Raupe‘ Bestimmen besonders beachten:
Auch wann die Raupen sich zeigen, ist charakteristisch - wobei Verschiebungen durch den Klimawandel möglich sind. Die meisten grünen Raupen finden sich zwischen März und Oktober im heimischen Garten, je nach Art treten sie in einer oder mehreren Generationen auf. Bei spätem Wintereinbruch können grüne Raupen sogar noch im Dezember gesichtet werden. Im Januar und Februar wurden bislang noch keine grünen Raupen in Gärten gesichtet werden.
Die Raupen der Ritterfalter sind besonders eindrucksvoll. Manche sind nach dem Schlüpfen sehr ähnlich (z.B. Schwalbenschwanz und Segelfalter), entwickeln dann aber ganz charakteristische Farben und Zeichnungen.
Die Raupen der Weißlinge sind schlanker als die der Ritterfalterraupen. Viele haben eine grüne Färbung, manche sind bunt (Baumweißling, Reseda-Weißling und Großer Kohlweißling). Die meisten haben keine Dornen und sind nur wenig behaart. Ausnahme ist auch hier der bunte und stark behaarte Baumweißling. Die Raupen der Weißlinge im engeren Sinn fressen mit Ausnahme des Baumweißlings an Kreuzblütlern (Brassicaceae).
Die Raupen der Bläulinge werden oft als "asselartig" beschrieben. Sie haben alle eine ähnliche Form, sind aber unterschiedlich gezeichnet und unterschiedlich gefärbt. Auch die Raupen der Bläulinge sind oft grünlich. Sie leben sehr versteckt, meist an den verschiedenen Schmetterlingsblütlern, einer Unterfamilie der Leguminosen. Viele Raupen der Bläulinge leben in Symbiosen mit Ameisen. Auch die Raupen der Feuerfalter sind als Unterfamilie der Bläulinge ebenfalls asselartig. Die Raupen der ebenfalls zur Familie der Bläulinge zählenden Zipfelfalter sind auch asselartig. Sie leben an Sträuchern, vor allem an Schlehen, manche aber auch auf den Blättern und an den Blüten von Bäumen (z.B. Eichen oder Ulmen).
Die Raupen der Scheckenfalter leben in Gemeinschaftsgespinsten am Boden in denen sie als halberwachsene Raupen (L3) auch zusammen überwintern. Nach der Überwinterung beginnen sie sich bald zu vereinzeln.
Die Raupen der Edelfalter verfügen oft über Stacheln oder Dornen. Trotz der unterschiedlichen Farben und Zeichnungen sind die längliche Form und der Kopf bei den meisten Arten ähnlich. Bei zwei Arten variieren die Farben innerhalb der gleichen Art sehr stark (Admiral, Distelfalter). Die frisch gehäutete L5-Raupe des C-Falters im Soonwald auf einer Brennnessel.
Die Raupen der Schillerfalter leben solitär auf den Blättern von Pappeln und Weiden. Nach der ersten Häutung ähneln sie mit ihren "Hörnern" den Nacktschnecken.
Die Raupen der Eisvögel haben sehr spezifische Strategien gegen kleine Fressfeinde entwickelt. Sie verlängern mit ihren Kotballen und Gespinstfäden die an beiden Seiten abgefressene Mittelrippe ihres Fraßblattes. Während der Ruhephasen sitzen sie an der Spitze der Kotrippen und können Angriffe so besser abwehren.
Die Raupen der Augenfalter sind oft behaart und leben an Gräsern. Die jungen Raupen fressen am Tage. Viele Augenfalterraupen überwintern solitär in der Streuschicht am Boden.
Im Folgenden stellen wir Ihnen 9 besonders wichtige und häufige grüne Raupen vor: mit Stachel, ohne Stachel, mit und ohne Haare, in unterschiedlichen Größen - und Sie erfahren, was die grünen Raupen fressen. Zum besseren Bestimmen haben wir die Raupen nach Größe sortiert. Beginnen wir mit den kleinen grünen Raupen.
| Raupenart | Größe | Aussehen | Nahrung | Schädling? |
|---|---|---|---|---|
| Kleiner Frostspanner(Operophtera brumata) | 2-2,5 cm | Schlank, helles Mattgrün, hellgelbe Streifen auf dem Rücken und an der Seite, dunkelgrüne Rückenlinie. | Laubbäume und Obstbäume, auch Obststräucher | Ja |
| Kleiner Kohlweißling(Pieris rapae) | bis 2,5 cm | mattgrün, feiner gelber Streifen mit Punkten an der Seite, haarig | Kohl, Rauke, Raps, Wiesenschaumkraut, sonstige Kreuzblütler | Ja |
| Aurorafalter(Anthocharis cardamines) | 2,5-3 cm | schlanke, längliche Form, Oberseite blaugrün, Seiten cremeweiß, Unterseite dunkelgrün, haarig | Wiesenschaumkraut, Knoblauchrauke, sonstige Kreuzblütler | Nein |
| Zitronenfalter(Gonepteryx rhamni) | 3-3,5 cm | mattgrün mit vielen kleinen dunkelgrünen Punkten, feiner weißlicher Längsstreifen über den Beinchen, keine Behaarung | Faulbaum, bestimmte Kreuzdornarten | Nein |
| Schwalbenschwanz(Papilio machaon) | 4-4,5 cm | intensiv grün mit schwarzen Querstreifen, mit orangeroten Punkten, keine Behaarung | Dill, Möhre, Petersilie, Pastinake, Liebstöckel | Nein |
| Gemüseeule(Lacanobia oleracea) | bis 4,5 cm | Grün, manchmal auch braun oder grau, mit schwarzen Warzen und weißen Punkten, gelblich-weiße Seitenlinie. Im späteren Stadium eher grünbraun, keine Behaarung. | u. a. Kohl, Tomate, Salat, Erbse, Johannisbeere, Paprika, Gartenhortensie | Ja |
| Buchsbaumzünsler(Cydalima perspectalis) | bis 5 cm | Gelb- bis dunkelgrün, schwarze und weiße Streifen sowie kleine schwarze Punkte, aus denen weiße Borsten herausragen, schwarzer Kopf. | Buchsbaum | Ja |
| Abendpfauenauge(Smerinthus ocellata) | 7-8 cm | Große grüne Raupe mit Stachel. Blau- oder gelbgrün, gelbe Schrägstreifen an der Seite, zahlreiche feine weiße Punkte, roter (später bläulicher) Stachel am Hinterleib, keine Behaarung. | Weiden, Pappeln, selten Birken, Apfelbäume, Obstbäume | Nein |
| Ligusterschwärmer(Sphinx ligustri) | 9-10 cm | Große grüne Raupe mit Stachel, leuchtend grün mit sieben seitlichen, weiß-lila bis weiß-rosafarbenen Schrägstreifen, daneben kleine gelbe Punkte; Höcker und gelb-schwarzes Analhorn („Stachel“). | Liguster, Flieder, Eschen, Johannis- und Himbeere, Apfelbaum, Spiersträucher | Nein |
Viele Garten- und Hausbesitzer befürchten einen Befall des eigenen Gartens. Eine einfache Lösung sind Schutznetze, um dem Befall vorzubeugen. Die Falter können ihre Eier nicht ablegen. Bei einem leichten Befall sammeln Sie die Raupen einfach auf. Mischkulturen und Wasser können ebenfalls bei der natürlichen Bekämpfung unterstützen.
Am schonendsten ist es, die grünen Raupen bei Befall rechtzeitig abzusammeln. Fördern Sie auch Nützlinge und Fraßfeinde der schädlichen Arten, zum Beispiel, indem Sie Meisen und Schlupfwespen im Garten ein Zuhause bieten. Umweltschonend ist auch das Absprühen der grünen Raupen mit einem starken Wasserstrahl.
Lediglich der Buchsbaumzünsler widersteht leider den meisten sanften Methoden - hier kann der Hochdruckreiniger oder ein starker Rückschnitt die rettende Maßnahme sein. Da Insektizide gegen den Zünsler nur begrenzt wirksam und nicht von Dauer sind, ist von ihrem Einsatz eher abzuraten.
Tipp: Bei grünen Raupen am Buchsbaum - dem gefährlichen Buchsbaumzünsler - sollen Sie überlegen, statt des Buchsbaums resistente Alternativpflanzen zu setzen. Besonders bewährt hat sich der Zwergrhododendron Bloombux, der in Aussehen, Schnittverträglichkeit und Pflegeleichtigkeit dem Buchsbaum nicht nur gleichkommt, sondern sogar übertrifft. Grüne Raupen adé!
Diese Raupe mit Haaren breitet sich vermehrt in Deutschland aus. Sie ist weniger wegen des Fressschadens ein Problem, sondern weil Sie eine für den Menschen gefährliche Raupe ist: Die Brennhaare dieser Raupe sind giftig und können sogar einen allergischen Schock auslösen. Die Raupen des Großen und des Kleinen Kohlweißlings haben es auf Kohlsorten abgesehen und können Ihre Ernte erheblichen Schaden zufügen.
Die Raupe der Gespinstmotte kann Gehölze komplett kahl fressen und richtet gerade bei Obstbäumen einen großen Schaden an. Bei einem starken Befall wird der ganze Baum mit weißen Gespinsten überzogen.
Beim Auftreten der ersten Fraßspuren oder Erkennen erster Jungraupen an den Blättern sollten Sie bei bekannten Schädlingen unverzüglich mit den empfohlenen Produkten behandeln. Aber auch andere Maßnahmen können helfen.
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