Graue Haare Färben: Ein Vergleich Verschiedener Farbmethoden

Graue Haare sind ein natürlicher Bestandteil des Alterungsprozesses. In der Werbeindustrie gelten grauhaarige Männer schon lange als interessant, da graue Haare bei Männern als Zeichen von Reife, Lebenserfahrung und Weisheit angesehen werden.

Glücklicherweise gibt es eine immer stärker werdende gegenläufige Entwicklung, bei der graues Haar auch bei Frauen zum Trend geworden ist. Selbst die Werbung präsentiert immer häufiger Models, die selbstbewusst zu ihren grauen Haaren stehen. Die Behauptung, dass graue Haare älter machen, stimmt so nicht.

Dabei spielt es sicherlich auch eine Rolle, wann die Haare grau werden. Einige bekommen früher graue Haare, andere später. Die Haare ergrauen, wenn die Melanozyten in den Haarfollikeln weniger Melanin, also natürliche Farbpigmente, produzieren. Die Melanozyten sind spezialisierte Zellen, welche die Pigmente für die individuelle Haarfarbe produzieren.

Ihre Anzahl nimmt mit zunehmendem Alter ab, sodass die Haare allmählich grau, dann weiß werden. Dies ist ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses, der stark genetisch beeinflusst ist und sich nicht vollständig verhindern lässt. Dabei spielen auch Faktoren wie seelische Belastungen, Medikamente, Erkrankungen, Lebensstil, Umweltfaktoren oder Ernährung eine Rolle.

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Konventionelle Haarfärbemittel vs. Pflanzenhaarfarben

Um graue Haare abzudecken, werden vor allem chemische Kolorationen und Tönungen angeboten. Konventionelle Haarfärbungen enthalten aggressive und umweltschädliche Chemikalien. Bei regelmäßiger Anwendung können chemische Haarfärbemittel die gesunde Haarstruktur zerstören.

Konventionelle Kolorationen fördern Trockenheit, Spliss, sprödes und brüchiges Haar. Da chemische Haarfarben lange Kontakt mit der Kopfhaut haben, kommt es außerdem nicht selten zu irritierter, geröteter und juckender Kopfhaut bis hin zu schweren allergischen Reaktionen. Einige der Chemikalien, die in chemischen Haarfärbemitteln enthalten sind, werden zudem mit langfristigen gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht.

Einige der in chemischen Haarfärbemitteln enthaltenen Substanzen sind:

  • Ammoniak: öffnet die äußere Schuppenschicht der Haarfollikel, damit der chemische Farbstoff tief eindringen kann.
  • Wasserstoffperoxid: hellt das Haar auf und ermöglicht Farbveränderungen.
  • PPD (Para-Phenylendiamin): wird zur Entwicklung dauerhafter Haarfarben verwendet.
  • Resorcinol: entwickelt und fixiert die Farbe.

Pflanzenhaarfarben bestehen aus fein vermahlenen Pflanzenteilen wie beispielsweise Henna, Kurkuma, Kaffee, Indigoblättern oder Rhabarber. Im Gegensatz zu chemischen Kolorationen ist keine Aufhellung der Haare möglich. Allerdings bieten Pflanzenhaarfarben ohne Zusätze einige Vorteile.

Sie schädigen weder die Haarstruktur noch die Umwelt. Reine Pflanzenhaarfarben enthalten keine Chemikalien wie Ammoniak, Peroxide oder Resorcinol. Da sich die pflanzlichen Farbpigmente lediglich von außen an den Haarschaft anlagern, ohne ins Haar einzudringen, bleibt das Haar gesund.

Ein scheinbarer Nachteil von Pflanzenhaarfarben ist die nicht vollständige Grauabdeckung und die kürzere Haltbarkeit im Vergleich zu chemischen Kolorationen. Dies kann allerdings auch ein Vorteil sein, denn das Farbergebnis wirkt natürlicher, weil die lebendige Farbstruktur der Grau-Nuancen leicht durchscheint.

Auch das Herauswachsen des grauen Haaransatzes ist bei pflanzengefärbtem Haar weniger sichtbar als bei chemisch gefärbtem Haar.

Pflanzenhaarfarbe ist eine natürliche Alternative zu chemischen Produkten.

Der Übergang zu natürlich ergrautem Haar

Damit der Übergang von gefärbtem zu natürlich ergrautem Haar möglichst gut gelingt, solltest du zunächst deinen aktuellen Haarzustand beurteilen - ob unter anderem die vorhandene Koloration noch komplett deckend ist oder ob deine grauen Strähnen bereits durchscheinen, wie dies bei Pflanzenhaarfarben nach längerer Zeit der Fall ist.

Am einfachsten ist es, das gefärbte Haar herauswachsen zu lassen, während die grauen Strähnen allmählich immer mehr dominieren. Falls der graue Haaransatz in der Übergangsphase einen zu starken Kontrast bildet, kannst du ihn übergangsweise mit Kaschierstiften, -spray oder -puder überdecken, die in unterschiedlichen Farbtönen erhältlich sind.

Pflege für graues Haar

Feuchtigkeitspflege: Entscheide dich für ein feuchtigkeitsspendendes Bio Shampoo ohne austrocknende Tenside, um deine Kopfhaut zu schonen und deine graue Mähne jung und frischer wirken zu lassen. Ein Leave-in Bio Conditioner, der im Haar bleibt und nicht ausgewaschen werden muss, wie auch die myrto Bio Haarmaske, machen graues Haar geschmeidig.

Glanz & Definition: Um deinem Haar mehr Definition, natürliche Fülle und zusätzlichen Glanz zu verleihen, verwende Stylingprodukte mit einem hohen Pflegeanteil wie das Bio Finisher Haargel, das myrto Argan Haarwachs oder ein Haaröl. Damit kannst du nicht nur trockenes und rebellisches Haar zähmen, sondern auch zarte Wellen akzentuieren bis hin zu den angesagten Beach Waves, sodass dein graues Haar strahlender, vitaler und gesünder wirkt.

Textur: Durch die Betonung deiner natürlichen Wellen oder Locken erhält dein graues Haar mehr Lebendigkeit, Volumen und Textur. Zur Unterstützung der Wellen kannst du - neben einem gestuften Haarschnitt wie Bob oder Pixie Cut - bei Bedarf auch ruhig mal Stylingtools wie Lockenstab oder Lockenwickler einsetzen.

Selbstbewusstsein und Ausstrahlung: Graues Haar ist nicht nur zeitsparend und praktisch, sondern es unterstreicht auch deine Individualität. Graues Haar sieht bei jedem anders aus. Egal, ob du einzelne elegante graue Strähnen hast oder eine gleichmäßigere graue Farbnuance - kein Friseur könnte dies genauso kunstvoll durch Färbungen erreichen.

Wie du mit der Zeit feststellst, ist es mit einigem Aufwand verbunden, graue Haare perfekt zu kaschieren. Je höher der Anteil weißer Haare wird, desto schwieriger wird es, ein natürliches Ergebnis zu erzielen. Granny Hair liegt nicht ohne Grund nach wie vor im Trend. Der angesagte Look feiert graue Haare in all ihren Facetten und beweist, dass sie einfach zum Leben dazugehören.

Die Wahl der richtigen Haarfarbe

Wir verstehen Dich aber auch, wenn Du Dir einfach Deine alte Haarfarbe zurückwünschst oder Dir das Grau einfach zu eintönig ist! Bevor Du jetzt zur nächstbesten Haarfarbe greifst, solltest Du einen genauen Blick auf Deine ursprüngliche Ausgangshaarfarbe werfen. Deine natürliche Haarfarbe hat nämlich großen Einfluss darauf, wie stark das Grau in Deiner Mähne sichtbar ist und welche Farbtöne am besten zu Dir passen.

  • Blondinen: Du bist ein echter Glückspilz! In Deiner blonden Mähne fallen die ersten grauen Haare kaum auf, da sie sich dem hellen Ton fast schon nahtlos anpassen.
  • Brünette: Brünette haben es da schon etwas schwerer: Die grauen Härchen schimmern deutlich sichtbar durch das braune Haar durch, da der Kontrast zwischen Grau und Braun stärker ist. Hier solltest Du möglichst früh anfangen, graue Härchen zu überfärben oder mit angesagten Highlights und Lowlights arbeiten.
  • Schwarzhaarige: In einer pechschwarzen Mähne fallen graue Strähnen besonders auf, da der Kontrast extrem hoch ist. Hier sind deckende Colorationen mit hundertprozentiger Grauhaarabdeckung gefragt, um einen gleichmäßigen Look zu erzielen. Die easy Variante: Du entscheidest Dich dazu, Deine graue Haarpracht zu rocken.
  • Rothaarige: Rotes Haar verliert über die Jahre an Intensität und wird zuerst heller, bevor es komplett ergraut. Dadurch fallen graue Strähnen oft weniger stark auf; da der Übergang von den rötlichen Tönen zu den grauen oder weißen Haaren sanfter und weniger kontrastreich ist.

Haarfarbe für graues Haar: Welche passt zu Dir?

Jetzt, wo Du Deine Ausgangshaarfarbe kennst, stellt sich die Frage: Welche Haarfarbe passt zu Dir, wenn die ersten grauen Haare kommen? Blitzen bislang nur einzelne graue Strähnchen durch, reicht eine sanfte Tönung. Willst Du Deinen Ansatz kaschieren, weil dieser schon deutlich grauer ist, benötigst Du eine dauerhafte Coloration mit hundertprozentiger Grauabdeckung.

Aber Achtung: Für ein besonders natürliches Finish solltest Du maximal zwei Nuancen von Deiner Naturhaarfarbe abweichen. Der Grund: Die grauen, pigmentlosen Härchen nehmen Farbe viel stärker an als Pigmentierte.

  • Blondinen: können ihre grauen Haare ganz easy mit honigblonden Strähnchen kaschieren. Feine Strähnen lenken von grauen Partien ab, überbrücken die Zeit bis zum nächsten Friseurtermin und bringen Deinen Teint zum Strahlen. Ideal sind natürliche Blondtöne oder warme Gold-Nuancen, die mit Deinem Teint harmonieren und Dich sofort frischer und jugendlicher wirken lassen. Aktuell liegen übrigens beige Blondtöne sowie edles Champagnerblond voll im Trend.
  • Brünette: Wie sich graue Haare bei dunklem Haar verbergen lassen? Eine der besten Methoden sind Strähnchen im grauen Haar. So verschwimmt der Kontrast zwischen dem Grau und Deinem Grundton und die Farbe wirkt insgesamt einheitlicher. Kastanienbraune Highlights verleihen braunem Haar Lebendigkeit und Tiefe und bieten eine hohe Deckkraft. Möchtest Du Deine kompletten Haare zuhause färben, eignen sich warme Karamelltöne. Diese setzen Akzente und lenken vom Grau ab, ohne das Haar zu dunkel und unnatürlich erscheinen zu lassen.
  • Schwarzhaarige: Bei dunklem Haar kannst Du entweder auf intensive, deckende Farben setzen oder Dich am „Salt and Pepper“-Trend orientieren - ein Mix aus natürlichen Grautönen und dunklen Strähnen, der aktuell sehr angesagt ist.
  • Rothaarige: Als Rotschopf solltest Du zu warmen Kupfertönen oder Kastanie greifen - die Nuancen erhalten die Leuchtkraft Deiner Haare und decken das Grau ab.

Wenn Du keine Lust mehr aufs Färben hast, fragst Du Dich vielleicht, wie Du den Wechsel von gefärbtem zu grauem Haar am besten vollziehen kannst. Manche Frauen wählen die radikale Lösung und lassen sich die Haare abrasieren oder zu einem kurzen Pixie schneiden. Es muss aber nicht so ein drastischer Schritt sein!

Du kannst Dein graues Haar auch herauswachsen lassen, bis es lang genug für einen trendigen Bob oder schulterlangen Schnitt ist. Dabei ist so ein „kalter Farbentzug“ gar nicht nötig - Du kannst auch die sanfte Variante wählen: Helle und dunkle Strähnchen im grauen Haar schaffen einen weichen Übergang zwischen den grauen und gefärbten Partien. Bei einem dunklen Grundton kann es auch sinnvoll sein, diesen um ein paar Nuancen aufzuhellen.

Es funktioniert wie eine Farbkorrektur, nur dass Du nicht versuchst, Deinem natürlichen oder gefärbten Ton näherzukommen, sondern dem Grau. Colorationen ermöglichen einen graduellen Farbwechsel, der den Übergang erleichtert.

Umso näher Du Deinem natürlichen Grau kommst, stellt sich irgendwann die Frage, was Du mit den grauen Haaren tun kannst. Silber-Toner, wie unser Olia Toner, frischen Dein Weiß- oder Silbergrau auf und überbrücken die Zeit bis zum nächsten Färben. Da die Produkte weniger intensiv als permanente Haarfarben sind, verleihen sie dem Haar einen leichten Farb-Boost, ohne es zu strapazieren.

Während Du Toner maximal ein- bis zweimal monatlich anwenden solltest, kannst Du Silbershampoo einmal wöchentlich in Deine Haarpflege integrieren.

Die beste Haarfarbe zur Grauabdeckung

Hier sind einige Empfehlungen für die beste Haarfarbe zur Grauabdeckung, basierend auf verschiedenen Marken und Produkten:

  • Garnier Nutrisse Ultra Creme Coloration: Diese permanente Haarfarbe wurde von der Stiftung Warentest ausgezeichnet und überzeugt durch ihre Anwendung und Nutzerfreundlichkeit. Sie bietet eine 100-prozentige Grauabdeckung und ein sattes Farbergebnis für bis zu acht Wochen.
  • L’Oréal Excellence Creme Coloration: Ebenfalls ein Testsieger der Stiftung Warentest, diese Creme-Coloration zeichnet sich durch ihre einfache Anwendung und feuchtigkeitsspendende Wirkung dank Hyaluron aus. Sie bietet eine starke Deckkraft bei grauem Haar.
  • Poly Palette Intensiv Creme Coloration: Diese Haarfarbe bietet eine volle Grauabdeckung und ein großes Farbspektrum. Die hochpigmentierte Farbe dringt in die Haarfaser ein und sorgt für einen Farbglanz, der bis zu acht Wochen halten soll.
  • Schwarzkopf Brillance Intensiv-Color-Creme: Diese dauerhafte Haarfarbe bietet eine starke Grauabdeckung und soll bis zu neun Wochen ihre Farbintensität behalten. Sie enthält zwei Glanz-Behandlungen zur Nachsorge.
  • Wella Koleston Perfect: Diese professionelle Haarfarbe wird für ihre satten Ergebnisse und gute Grauhaarabdeckung empfohlen. Sie bietet eine riesige Farbauswahl und ein Ergebnis wie vom Friseur.

Tabelle: Vergleich der Haarfarben zur Grauabdeckung

Produkt Eigenschaften Vorteile
Garnier Nutrisse Ultra Creme Permanente Coloration Einfache Anwendung, gute Grauabdeckung, pflegende Öle
L’Oréal Excellence Creme Permanente Coloration Einfache Anwendung, feuchtigkeitsspendend, große Farbauswahl
Poly Palette Intensiv Creme Permanente Coloration Großes Farbspektrum, nährendes Marula-Öl
Schwarzkopf Brillance Permanente Coloration Intensive Farbe, Glanz-Behandlungen zur Nachsorge
Wella Koleston Perfect Professionelle Coloration Große Farbauswahl, Salon-Qualität

Wella Koleston Perfect für professionelle Ergebnisse.

Tipps zur Abdeckung von Grauen Ansätzen

Hier sind einige zusätzliche Tipps zur Abdeckung von grauen Ansätzen, besonders relevant für Friseure und Coloristen:

  • Semi-permanente oder Demi-permanente Tönungen: Für die ersten grauen Haare sind diese Tönungen ideal, da sie sanft abdecken und beim Nachwachsen für einen weicheren Ansatz sorgen.
  • Permanente Farbe: Für Kunden, die eine vollständige Abdeckung wünschen, ist eine permanente Farbe die beste Wahl. Koleston Perfect und Illumina Color sind hier empfehlenswert.
  • Formel: Verwenden Sie die richtige Menge an natürlichen Farbtönen in Ihrer Formel und mischen Sie diese 1:1 mit Welloxon Perfect-Developer.
  • Anwendung: Beginnen Sie mit der Anwendung auf dem Bereich mit dem höchsten Grauanteil, da dieser Abschnitt am längsten mit der Farbe bedeckt sein wird.
  • Sättigungsstufe: Tragen Sie das Produkt auf die Ansätze auf und achten Sie darauf, dass Sie das Produkt im Ansatzbereich nicht verteilen.
  • Einwirkzeit: Überprüfen Sie vor dem Ausspülen immer die Farbergebnisse, um sicherzustellen, dass das Grauhaar abgedeckt ist.

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