Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Ein täglicher Verlust von 50-100 Haaren ist normal. Von krankhaftem Haarausfall (Alopezie) sprechen Ärzte erst bei über 100 Haaren pro Tag.
Allgemein belastend am Verlust der Haare ist, dass fehlende Haare oft mit Alt sein, fehlender Dynamik und Energie gleichgesetzt werden. Deshalb möchten wir, vom Haar-Team der Fontana Klinik in Mainz, Ihnen dabei helfen, Ihren Haarausfall wirksam zu bekämpfen.
Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können.
Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Zu den wichtigsten zählen die genetische Veranlagung (androgenetische Alopezie), hormonelle Veränderungen (z.B. während Schwangerschaft oder Wechseljahren), Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenfehlfunktionen, Medikamentennebenwirkungen und Mangelernährung.
Die häufigste Form ist die androgenetische Alopezie, die bis zu 70% der Männer und 40% der Frauen betrifft [6].
Die mit Abstand häufigste Form von Haarausfall ist der erblich bedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt. Er ist bei 95 Prozent der von Haarausfall Betroffenen die Ursache des übermäßigen Haarverlusts.
Diese Form von starkem Haarausfall ist die häufigste Art von Haarausfall bei Männern, die aber auch bei Frauen, wenn auch deutlich seltener, vorkommt. Diese Form von Haarausfall lässt sich, wenn auch nicht immer, behandeln.
Die Ursache für den androgenetischen Haarausfall ist eine erblich bedingte Überempfindlichkeit an den Haarwurzeln gegenüber dem körpereigenen Hormon Dihydrotestosteron (DHT). DHT beeinträchtigt die Funktion der für die Nährstoffversorgung zuständigen Rezeptoren an den Haarwurzeln.
Bei Menschen mit einer genetischen Veranlagung zu erblich bedingtem Haarausfall reagieren die Haarwurzeln überempfindlich auf das Hormon DHT. DHT verkürzt die Wachstumsphase der Haare und sorgt dafür, dass sie vorzeitig in die Ruhephase eintreten.
Die Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT wird durch mehrere genetische Faktoren beeinflusst und ist deshalb bei jedem Betroffenen unterschiedlich ausgeprägt. Außerdem ist es so, dass die Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem DHT nicht überall auf der Kopfhaut gleich ist.
Im Körper eines Mannes befindet sich das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Durch das Enzym 5-alpha-Reduktase wird Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt - eine biologisch sehr wirksame Form.
Außerdem geht man davon aus, dass Frauen durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen vor Haarausfall geschützt werden. Wenn aber der Östrogenspiegel sinkt, zum Beispiel nach den Wechseljahren, oder starken Schwankungen unterworfen ist, zum Beispiel bei einer Schwangerschaft oder dem An- und Absetzen der Pille, kann der Haarausfall bei Frauen ebenfalls zum Tragen kommen.
Bei Männern nimmt der Haarausfall einen typischen Verlauf. Das typische männliche Muster mit Geheimratsecken tritt bei Frauen meist nicht auf. Auch im Bereich der Tonsur kann sich eine kahle Stelle bilden.
Bei Männern beginnt der Haarausfall typischerweise an den Schläfen oder über dem Scheitel und breitet sich dann Richtung Hinterkopf aus [2]. Das charakteristische Erscheinungsbild zeigt sich zunächst in der Ausbildung von Geheimratsecken, gefolgt von einer Stirnglatze. Im fortgeschrittenen Stadium bleibt oft nur noch der typische Haarkranz erhalten.
Die Haarwurzeln im Bereich der Schläfen reagieren sehr stark darauf, die Haarwurzeln im Bereich des Hinterkopfs sehr viel weniger. Dadurch bedingt sich das Muster des Haarverlusts: An den Schläfen fallen die Haare zuerst aus, während sie am Hinterkopf in der Regel stehen bleiben.
Der Verlauf des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern wird anhand der Norwood-Hamilton-Skala eingeordnet (Bild weiter oben). Diese Art des Haarausfalls wird hauptsächlich über die Gene der Mutter weitergegeben.
Bei Frauen äußert sich die androgenetische Alopezie anders als bei Männern. Statt einer vollständigen Glatzenbildung kommt es zu einer diffusen Ausdünnung des Haares, besonders entlang des Scheitels [2]. Die Haarlinie an der Stirn bleibt dabei meist erhalten.Hormonelle Veränderungen, wie sie während der Wechseljahre auftreten, können den Haarausfall bei Frauen verstärken [5]. Ein sinkender Östrogenspiegel begünstigt dabei den Einfluss der Androgene auf die Haarfollikel. Auch Schilddrüsenerkrankungen können das Erscheinungsbild der Haare zusätzlich beeinträchtigen.
Weil sich der androgenetische Haarausfall bei Frauen anders als bei Männern entwickelt, verwenden die Mediziner die hierfür besser geeignete Ludwig-Skala (Ludwig-Schema). In der ersten Stufe (Nr. 1 in der Grafik) nach der Ludwig-Skala verringert sich das Volumen der Haare bei Frauen vom Scheitel aus. In der zweiten Stufe (Nr. 2 in der Grafik) ist bereits eine Verbreiterung des Scheitels erkennbar, die sich zunehmend schwerer durch eine Frisur kaschieren lässt.
Einmal verursachte Schäden an den Haarwurzeln sind nicht wieder rückgängig zu machen. Das heißt: Bereits ausgefallene Haare wachsen nicht wieder nach.
Anlagebedingter Haarausfall liegt in den Genen. Wie er genau vererbt wird, ist bei Männern besser erforscht als bei Frauen. Es gibt Medikamente, um den Haarausfall zu stoppen und die Haarwurzeln zum Wachsen anzuregen.
Anlagebedingter Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, ist die häufigste Form von Haarausfall. Er betrifft sowohl Männer als Frauen. Erste Anzeichen des Haarausfalls können sich bereits im Teenageralter bemerkbar machen. Mit zunehmendem Alter zeigt er sich verstärkt, bei Frauen insbesondere nach den Wechseljahren.
Studien zufolge entwickeln junge Männer, deren Väter kahlköpfig sind, viel wahrscheinlicher Haarausfall als Männer, deren Väter nicht kahlköpfig sind. An der Vererbung sind mehrere Gene beteiligt. Wie genau der anlagebedingte Haarausfall vererbt wird, ist bei Männern besser be...
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist eine eher seltenere Form des Haarverlusts, bei dem auf dem Kopf (seltener auch im Bartbereich oder anderen Stellen des Körpers) kleinere, anfangs nur münzgroße runde kahle Stellen entstehen. Die Haut zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Elfenbeinfarbe aus.
Die Alopecia areata ist eine besondere Form des Haarausfalls, bei der das körpereigene Immunsystem die Haarwurzeln angreift. Diese Autoimmunreaktion führt zu charakteristischen kreisrunden kahlen Stellen auf der Kopfhaut.
Die Symptome entwickeln sich meist plötzlich: An einer oder mehreren Stellen der Kopfhaut fallen die Haare kreisförmig aus. Bei etwa 20% der Betroffenen zeigen sich zusätzlich Veränderungen an den Fingernägeln [6].
Da die unregelmäßig auftretenden kahlen Stellen des kreisrunden Haarausfalls deutlich sichtbar sind, belastet er die Psyche und das Wohlbefinden der Betroffenen stark. Viele Patienten schildern uns, dass sie subjektiv mit jedem Haar an Attraktivität und damit an Selbstvertrauen einbüßen.
Der kreisrunde Haarausfall tritt selten allein, sondern meistens zusammen mit anderen Grunderkrankungen auf. Zudem erkrankt jeder 10.
Sie ist mit einem Anteil von 80 % die häufigste Form des kreisrunden Haarausfalls.
Wie der Name schon andeutet, ist diese Art des kreisrunden Haarausfalls dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen ihr gesamtes Kopfhaar einschließlich der Gesichtsbehaarung verlieren.
Sie kennzeichnet den schwersten Verlauf der Krankheit, bei dem die Haare am gesamten Körper ausfallen.
Alopecia circumscripta.
Alopecia totalis.
Alopecia universalis.
Bei dieser Form des Haarausfalls spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle [6].
Die gute Nachricht: Bei etwa einem Drittel der Patienten kommt es innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Manifestation zu einer spontanen Besserung [6]. Insgesamt sind 50-80% der Betroffenen nach einem Jahr beschwerdefrei [6].
Im Ergebnis schimmert immer mehr Kopfhaut zwischen den weniger gewordenen Haaren hindurch.
Der diffuse Haarausfall unterscheidet sich von anderen Formen dadurch, dass die Haare gleichmäßig über den gesamten Kopf verteilt ausfallen.
Etliche Faktoren könnten für diffusen Haarausfall verantwortlich gemacht werden. Einige dieser Auslöser kann man selbst kontrollieren und feststellen, ob das Haarwachstum wieder einsetzt, wenn man die Ursache, etwa Stress, reduziert oder eine Mangelernährung behoben hat.
Hormonelle Veränderungen und Stress sind häufige Auslöser für diese Form des Haarausfalls. Besonders nach der Geburt eines Kindes oder während der Wechseljahre kann es durch den sinkenden Östrogenspiegel zu verstärktem Haarausfall kommen [5].
Ein bedeutender Faktor ist auch die Ernährung: Eisenmangel gilt als einer der Hauptgründe für diffusen Haarausfall [4]. Die Vitamin-Versorgung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle für gesunde Haare und eine intakte Kopfhaut.
Insgesamt ist diffuser Haarausfall gut, wenn auch nicht in allen Fällen behandelbar.
Bestimmte Medikamente können das Haarwachstum beeinträchtigen.
Die vernarbende Alopezie ist selten und für Laien relativ schwer eindeutig zu erkennen. Es handelt sich hierbei um einen meistens langsam voranschreitenden Haarausfall, der zu asymmetrischen kahlen Stellen am Kopf führt. Neben dem Haarausfall kommt es zu Entzündungen und einer verstärkten Narbenbildung an den betroffenen Hautstellen.
Die vernarbende Alopezie tritt meist ohne erkennbaren Grund und gleichermaßen bei Männern und Frauen auf. Hierbei sollte man sich möglichst schnell medizinisch versorgen lassen, denn diese Form der Alopezie zerstört die Haarfollikel unwiederbringlich.
Bei der sekundär vernarbenden Alopezie ist der Haarfollikel nicht das eigentliche Ziel des entzündlichen Prozesses.
Oft kann die vernarbende Alopezie mit entzündungshemmenden Mitteln, Kortikosteroiden oder Antibiotika bekämpft werden. So kann verhindert werden, dass die betroffenen schädlichen Zellen weitere Haarfollikel zerstören.
Es gibt verschiedene Ursachen, die den vernarbenden Haarausfall zur Folge haben können. Je früher die Erkrankung und ihre Ursache festgestellt werden, umso höher sind die Chancen, sie durch eine passende Behandlung in den Griff zu bekommen.
Neben den häufiger anzutreffenden Arten von Haarausfall gibt es eine Reihe seltener Arten von Haarausfall. Etliche davon sind Mischformen aus den o. g.
Die strahlenbedingte Alopezie (Alopecia actinica) entsteht durch die Exposition radioaktiver oder ionisierender Strahlung. Die Alopecia mecanis wie auch die Alopecia traumatica entstehen aufgrund permanenten Drucks, Zugs oder ständiger Reibung an der Haarwurzel. Zum Beispiel durch das Tragen von schweren Lasten auf dem Kopf oder langem Aufliegen des Kopfes bei Bettlägerigen und Säuglingen.
Wenn Sie über einen längeren Zeitraum verstärkten Haarausfall bemerken, sollten Sie die Ärztin oder den Arzt aufsuchen. Dies gilt insbesondere, wenn der Haarverlust plötzlich einsetzt oder sich kahle Stellen bilden.
Die Diagnose von Haarausfall erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden. Zunächst führen die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch, um mögliche Auslöser wie Medikamente, Erkrankungen oder Ernährungsgewohnheiten zu identifizieren.
Der Arzt führt zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und untersucht die Beschaffenheit der Haarfollikel [5].
Anschließend wird die Kopfhaut gründlich untersucht, um die Art des Haarausfalls und den Zustand der Haarfollikel zu beurteilen [5].
Ein wichtiges diagnostisches Verfahren ist der Zupftest: Hierbei werden etwa 50 Haare gleichzeitig sanft gezogen. Bleiben mehr als 5 lose Haare übrig, deutet dies auf einen aktiven Haarausfall hin [3].
Ein wichtiges diagnostisches Verfahren ist das Trichogramm, das den Anteil der Haare in verschiedenen Wachstumsphasen bestimmt.
Für eine präzise Diagnose wird häufig ein Trichogramm erstellt, das den Anteil der Haare in verschiedenen Wachstumsphasen bestimmt. Ergänzend können Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um mögliche Grunderkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktionen oder Eisenmangel zu erkennen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Wissenschaftlich erprobte Medikamente wie Minoxidil (für beide Geschlechter) oder Finasterid (nur für Männer) können bei 80-90% der Behandelten den Haarverlust stoppen.
All dies sind Möglichkeiten, den Haarausfall zu verlangsamen, im besten Fall zu stoppen und inaktive Haarwurzeln zu reaktivieren. Sie sind jedoch nur wirksam, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden.
Bei der häufigsten Ursache für Haarausfall, dem erblich bedingten Haarverlust, ist es in der Regel nicht möglich, ihn rückgängig zu machen. Wo bereits längere Zeit kahle Stellen sind und die Haarwurzeln vollständig verkümmert sind, wird wahrscheinlich auch kein Haar mehr wachsen.
Im Verlauf des Haarausfalls degenerieren die Haarwurzeln zunehmend.
Hier kann man mit den Therapien nur verhindern, dass der Haarausfall weiter voranschreitet oder er zumindest deutlich langsamer geht.
Wenn Haarwurzeln komplett zerstört sind, zum Beispiel durch einen seit langem bestehenden Haarverlust oder eine Vernarbung der Kopfhaut, ist der Haarausfall irreversibel.
Für die Behandlung von Haarausfall stehen verschiedene wissenschaftlich erprobte Medikamente zur Verfügung.
Gerne eingesetzt werden Lösungen oder Schäume mit dem Wirkstoff Minoxidil. Der Wirkstoff ist eigentlich als Blutdruckmedikament bekannt. Seine Wirkung, dass er das Haarwachstum stimuliert und die Haare dicker und dichter machen kann, wurde eher zufällig entdeckt. Vermutlich beruht diese Wirkung auf einer verbesserten Durchblutung der Kopfhaut.
Der Wirkstoff Minoxidil wird als Lösung oder Schaum direkt auf die Kopfhaut aufgetragen. Studien belegen eine beeindruckende Wirksamkeit: Bei 80-90% der Behandelten konnte das Haarwachstum stabilisiert werden.
Bei etwa der Hälfte der Patienten konnte sogar eine sichtbare Verdichtung der Haare erzielt werden [1].
Die Anwendung von Minoxidil erfordert Geduld und Regelmäßigkeit - der Wirkstoff muss zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Bis erste Erfolge sichtbar werden, können 8-12 Monate vergehen [2].
Im ersten Jahr zeigt sich meist eine gute Wirkung, danach kann bei etwa 90% der Patienten ein Wirkungsabfall eintreten [4].
Außerdem gibt es Medikamente, die das Enzym 5-alpha-Reduktase hemmen und damit die Umwandlung von Testosteron in DHT verhindern. In Form einer Tablette gibt es den Wirkstoff Finasterid, der eigentlich bei einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt wird.
Finasterid ist für Frauen nicht zugelassen und darf bei Frauen im gebärfähigen Alter nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Es kann jedoch als "Off-Label-Use" vom Arzt verschrieben werden.
Ein ähnlicher Wirkstoff, der lokal auf der Kopfhaut angewandt werden kann, ist Alfatradiol.
Der Arzneistoff Finasterid wird in Tablettenform eingenommen und kommt ausschließlich bei männlichen Patienten zum Einsatz. Neben der medikamentösen Behandlung gewinnen regenerative Therapieansätze zunehmend an Bedeutung.
Bei der Einnahme von Finasterid können verschiedene unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Etwa 10-15% der Patienten berichten von mittleren bis starken Nebenwirkungen [4].
Als weitere Option gibt es bioregenerative Therapien. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt und die Haarwurzeln revitalisiert.
Die PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma) nutzt körpereigene Selbstheilungskräfte: Dabei wird blutplättchenreiches Plasma aus dem eigenen Blut gewonnen und in die Kopfhaut injiziert, um das Haarwachstum zu stimulieren [4].
Die Meso-Therapie ist eine alternativmedizinische Methode, bei der ausgewählte Medikamente, Hyaluronsäure, homöopathische Mittel, Vitamine und/oder Spurenelemente direkt in die Haut injiziert werden.
Die Laserlichttherapie stellt eine weitere innovative Behandlungsoption dar. Diese Methode kann das Haarwachstum bei bestimmten Arten von Haarausfall fördern [2].
Eine Haartransplantation kommt als Behandlungsoption in Betracht, wenn der Haarausfall bereits gestoppt oder deutlich verlangsamt wurde [4]. Die Methode eignet sich besonders für Menschen mit kahlen Stellen durch erblich bedingten Haarausfall, bei dem die Haarwurzeln gegenüber männlichen Geschlechtshormonen überempfindlich reagieren.
Wenn der Haarausfall gestoppt wurde, kann eine Haartransplantation der letzte Schritt sein, um vorhandene Lücken aufzufüllen.
Bei der vernarbenden Alopezie, bei der es zu einer dauerhaften Schädigung der Haarfollikel kommt, kann eine Haartransplantation ebenfalls sinnvoll sein. Allerdings muss der zugrundeliegende Krankheitsprozess zunächst unter Kontrolle gebracht werden.
Wer noch über genügend Spendermaterial verfügt, hat gute Chancen, mit der Haartransplantation wieder das gewünschte Aussehen zu erreichen.
Die modernste Technik ist die I-FUE-Methode (Follicular Unit Extraction), die besonders schonend und minimal-invasiv durchgeführt wird [4]. Bei diesem Verfahren werden einzelne Haarfollikel oder kleine Follikelgruppen von 1-2 Haaren aus gut behaarten Bereichen entnommen und in die kahlen Stellen transplantiert [2].
Da die Haare am Hinterkopf, die selbst in fortgeschrittenen Stadien noch stehen, deutlich resistenter gegenüber DHT sind, können diese gut als Spenderhaare verwendet werden. Aber auch andere Körperhaare kommen dafür in Betracht.
Die Kopfhaut wird bei dieser Methode nur minimal belastet, was zu einer schnelleren Heilung führt.
Bei einer Vollglatze hängt es von der Ursache des Haarausfalls ab, ob die Haarwurzeln wieder reaktiviert werden können. Insgesamt muss man aber sagen: Häufig gibt es bei einer Vollglatze nur eingeschränkte Möglichkeiten, etwas zu tun.
Man sollte die möglichen Frisuren vorher planen und besprechen, sodass der Haarchirurg die Möglichkeit hat, auch mit wenig Haaren so viel Volumen wie möglich zu erzeugen.
Die Kosten einer Haartransplantation hängen stark vom Aufwand und der Anzahl der benötigten Transplantate ab. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung, wird also nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Wer vorher bei einem Billiganbieter war und ein nicht zufriedenstellendes Ergebnis erhalten hat, sucht anschließend häufig einen seriösen Haarexperten auf, um die misslungene Frisur korrigieren zu lassen. Da dies sehr aufwendig und kompliziert ist, sind die Kosten dafür höher als bei einer normalen Haartransplantation.
Zudem sind ggf. nicht mehr ausreichend Spenderhaare verfügbar.
Daneben sollte jeder von Haarausfall Betroffene auf eine gesunde Ernährung achten. Denn nur wenn die Haarwurzeln ausreichend Proteine, Vitamine und Spurenelemente erhalten, können sie ein gesundes Haar wachsen lassen.
Eine schonende Pflege der Kopfhaut ist entscheidend, um das Haarwachstum zu unterstützen. Besonders wichtig ist es, mechanische Belastungen zu vermeiden. Zu straff gebundene Zöpfe, Dutts oder Flechtfrisuren können eine sogenannte Traktionsalopezie verursachen [4]. Schützen Sie Ihre Kopfhaut auch vor übermäßiger Hitzeeinwirkung durch Föhn oder Glätteisen.
Für die tägliche Pflege empfiehlt sich die Verwendung milder Shampoos, die speziell für empfindliche Kopfhaut entwickelt wurden. Die Wassertemperatur sollte dabei lauwarm sein, da zu heißes Wasser die Talgproduktion anregt und die Kopfhaut zusätzlich reizen kann.
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention von Haarausfall. Vitamin-Defizite und Mangelernährung können Haarausfall begünstigen.
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Rosmarin das Haarwachstum fördern und den Verlust der Haare reduzieren kann.
Ergänzend zu einer medizinischen Behandlung können natürliche Hausmittel jedoch unterstützend wirken.
Dem anlagebedingten Haarausfall können Männer weder mithilfe von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln noch Shampoos oder Tinkturen auf Kräuterbasis vorbeugen - schließlich bestimmt die Genetik darüber, wann das Haar ausfällt.
Zur Vorbeugung von Haarausfall ist eine schonende Haarpflege wichtig. Vermeiden Sie mechanische Belastungen wie zu straff gebundene Frisuren.
Eine gesunde Ernährung ist aber in jedem Fall empfehlenswert, um der Haarwurzel genügend Nährstoffe für ein gutes Wachstum zu liefern. Erfahrungen zeigen, dass Crashdiäten oder sehr einseitige Ernährungsweisen tatsächlich einen diffusen Haarverlust provozieren können.
Es ist völlig normal, dass sich die Haarstruktur und die Haardichte im Alter verändern. Der anlagebedingte Haarverlust ist auch in jungen Jahren nicht selten und stellt keine Erkrankung dar.
Männer müssen also nicht automatisch zum Arzt oder zur Ärztin, wenn der Haaransatz weiter nach hinten wandert oder sich lichte Stellen bilden. Rötungen, Juckreiz, andere Veränderungen an der Kopfhaut oder fleckenartige Haaraussparungen lassen Betroffene aber am besten von einem Dermatologen oder einer Dermatologin abklären.
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen oder der Haarverlust plötzlich einsetzt. Auch bei der Bildung kahler Stellen sollten Sie medizinischen Rat einholen.
Was sind die häufigsten Ursachen für Haarausfall?
Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Zu den wichtigsten zählen die genetische Veranlagung (androgenetische Alopezie), hormonelle Veränderungen (z.B. während Schwangerschaft oder Wechseljahren), Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenfehlfunktionen, Medikamentennebenwirkungen und Mangelernährung.
Wie lange dauert es, bis Behandlungen gegen Haarausfall wirken?
Die Wirkung von Haarausfall-Behandlungen zeigt sich nicht sofort. Bei medikamentösen Therapien vergehen meist 8-12 Monate, bis erste Erfolge sichtbar werden.
Wie kann man Haarausfall vorbeugen?
Zur Vorbeugung von Haarausfall ist eine schonende Haarpflege wichtig. Vermeiden Sie mechanische Belastungen wie zu straff gebundene Frisuren.
Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen können einen Arztbesuch nicht ersetzen.
tags: #Glatze #Ursachen #und #Behandlung
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