Gerstenkorn durch Wimperntusche: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Ein kleines Gerstenkorn am Auge kann ziemlich lästig sein. Es juckt, schmerzt und sieht nicht besonders schön aus. Kein Wunder, dass viele den Drang verspüren, das Gerstenkorn einfach auszudrücken. Aber Vorsicht! Das Ausdrücken eines Gerstenkorns kann mehr Schaden anrichten als Nutzen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Entzündung verschlimmert oder Bakterien weiter verbreiten.

In diesem Artikel erklären wir, warum Sie besser die Finger davon lassen und welche sicheren Alternativen es gibt.

Was ist ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn ist eine akute, meist schmerzhafte Entzündung am Rand des Augenlids. Verursacht wird es durch eine bakterielle Infektion, in den meisten Fällen durch Staphylokokken. Diese Bakterien sind normalerweise auf unserer Haut vorhanden, können aber unter bestimmten Umständen eine Entzündung hervorrufen.

Laut medizinischen Statistiken erlebt etwa jeder zehnte Mensch mindestens einmal im Leben ein Gerstenkorn. Es betrifft alle Altersgruppen gleichermaßen, tritt jedoch häufiger bei Erwachsenen auf.

Ein äußeres Gerstenkorn am Augenlid.

Was ist ein Gerstenkorn? | Trivial Genial | DAK-Gesundheit

Ursachen für ein Gerstenkorn

Die Ursachen für ein Gerstenkorn sind vielfältig. Häufig spielt mangelnde Augenhygiene eine Rolle, aber auch ein geschwächtes Immunsystem kann die Entstehung begünstigen. Menschen, die unter chronischen Hauterkrankungen wie Rosacea oder Seborrhoischem Ekzem leiden, haben ein erhöhtes Risiko. Zudem können Stress und unausgewogene Ernährung indirekt Einfluss nehmen, indem sie das Immunsystem schwächen.

Arten von Gerstenkörnern

Es gibt zwei Arten von Gerstenkörnern: das äußere und das innere Gerstenkorn.

  • Äußeres Gerstenkorn (Hordeolum externum): Betrifft die Schweiß- oder Talgdrüsen am Lidrand. Es ist von außen gut sichtbar und bildet oft eine gelbliche Spitze, ähnlich wie ein Pickel.
  • Inneres Gerstenkorn (Hordeolum internum): Entsteht durch die Entzündung der Meibom-Drüsen, die sich innerhalb des Augenlids befinden. Dieses ist weniger sichtbar, kann aber mehr Schmerzen verursachen und dauert oft länger, bis es abheilt. In einigen Fällen kann ein inneres Gerstenkorn zu einem Chalazion führen, einer chronischen Verhärtung am Augenlid. Das Gerstenkorn ausdrücken fällt hier ohnehin schwer.

Symptome eines Gerstenkorns

Typische Symptome eines Gerstenkorns sind Rötung, Schwellung und Schmerzen am betroffenen Augenlid. Oft bildet sich ein kleiner, eitriger Knoten, der Druckempfindlichkeit zeigt. In einigen Fällen kann es zu Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit oder einem Fremdkörpergefühl im Auge kommen. Diese Symptome treten meist plötzlich auf und können sich innerhalb weniger Tage entwickeln.

Warum man ein Gerstenkorn nicht ausdrücken sollte

Der Gedanke liegt nahe: Ein kleines Gerstenkorn am Augenlid, das schmerzt und unschön aussieht, könnte man doch einfach ausdrücken wie einen Pickel. Doch genau hier lauern ernsthafte Gefahren für Ihre Augengesundheit.

Risiken und mögliche Komplikationen

  • Verschlimmerung der Entzündung: Beim Ausdrücken eines Gerstenkorns besteht ein hohes Risiko, dass Bakterien tiefer ins Gewebe eindringen. Dies kann die Entzündung verschlimmern und zu einer Ausbreitung der Infektion führen. Im schlimmsten Fall können die Bakterien sogar in die Blutbahn gelangen und eine systemische Infektion auslösen.
  • Narbenbildung: Ein weiteres Risiko ist die Narbenbildung. Durch unsachgemäßes Drücken kann das empfindliche Gewebe am Augenlid verletzt werden. Narben können nicht nur kosmetisch störend sein, sondern auch die Funktion des Augenlids beeinträchtigen, was zu chronischen Augenproblemen führen kann.
  • Ausbreitung der Entzündung: Die Ausbreitung der Entzündung ist eine der ernsthaftesten Komplikationen. Wenn die Infektion auf die umliegenden Gewebe oder sogar auf die Augenhöhle übergreift, kann dies zu schweren gesundheitlichen Problemen führen, einschließlich Sehverlust. Eine Orbitalphlegmone, eine eitrige Entzündung der Augenhöhle, ist eine seltene aber gefährliche Folge, die eine sofortige ärztliche Behandlung erfordert.

Expertenmeinungen und Studien dazu

Augenärzte warnen eindringlich vor dem Selbstausdrücken von Gerstenkörnern. Dr. Maria Schulz, Fachärztin für Augenheilkunde, betont: „Das Ausdrücken eines Gerstenkorns kann mehr schaden als nützen. Es ist wichtig, professionelle medizinische Ratschläge zu befolgen, um Komplikationen zu vermeiden.“

Eine Studie der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft aus dem Jahr 2018 zeigt, dass bei Patienten, die an ihrem Gerstenkorn manipulierten, in über 30 % der Fälle Komplikationen auftraten. Im Vergleich dazu lag die Komplikationsrate bei Patienten, die auf das Ausdrücken verzichteten, unter 5 %.

Laut dem Robert Koch-Institut können durch unsachgemäße Handhabung von Augeninfektionen Antibiotika-resistente Keime gefördert werden.

Sichere Alternativen zur Behandlung eines Gerstenkorns

Wenn Sie ein Gerstenkorn haben, gibt es mehrere sichere und effektive Methoden, um die Heilung zu fördern und die Symptome zu lindern. Wichtig ist dabei, das betroffene Auge nicht unnötig zu reizen und auf hygienische Maßnahmen zu achten.

Anwendung einer warmen Kompresse zur Behandlung eines Gerstenkorns.

Warme Kompressen

Eine der bewährtesten Methoden ist die Anwendung von warmen Kompressen. Die Wärme fördert die Durchblutung und kann helfen, den Eiter im Gerstenkorn zu verflüssigen, sodass es auf natürliche Weise abheilen kann. Dazu ein sauberes Tuch in warmem Wasser tränken, auswringen und für etwa 10 bis 15 Minuten auf das geschlossene Auge legen. Diese Prozedur kann mehrmals täglich wiederholt werden.

Tipp: Achten Sie darauf, dass das Tuch sauber ist, um keine weiteren Bakterien ans Auge zu bringen.

Augensalben und -tropfen

In der Apotheke sind spezielle Augensalben oder antibakterielle Augentropfen erhältlich, die das Gerstenkorn behandeln können. Diese Produkte enthalten meist Wirkstoffe wie Antibiotika, die gegen die verursachenden Bakterien wirken.

Hinweis: Bevor Sie Medikamente anwenden, sollten Sie Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker halten.

Hygiene-Tipps zur Beschleunigung der Heilung

  • Hände waschen: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, insbesondere bevor Sie das Auge berühren.
  • Kosmetika meiden: Verzichten Sie während der Heilungsphase auf Augen-Make-up, um zusätzliche Reizungen zu vermeiden.
  • Kontaktlinsen pausieren: Tragen Sie vorübergehend eine Brille statt Kontaktlinsen, um das Auge nicht weiter zu belasten.

Wann man einen Arzt aufsuchen sollte

Sollte das Gerstenkorn nach einigen Tagen nicht besser werden oder sich die Symptome verschlimmern, ist es ratsam, einen Augenarzt aufzusuchen.

Vorbeugung eines Gerstenkorns

Die beste Methode, um ein Gerstenkorn zu vermeiden, ist präventiv zu handeln. Mit einfachen Maßnahmen können Sie das Risiko erheblich reduzieren und Ihre Augengesundheit fördern.

  • Gründliche Augenhygiene: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und Wasser, besonders bevor Sie Ihr Gesicht oder Ihre Augen berühren.
  • Sorgfalt bei Kontaktlinsen: Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, ist besondere Sorgfalt geboten. Reinigen und desinfizieren Sie Ihre Linsen gemäß den Anweisungen des Herstellers.
  • Stärkung des Immunsystems: Ein starkes Immunsystem hilft Ihrem Körper, Infektionen effektiv abzuwehren. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
  • Stress vermeiden: Stress kann das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.
  • Schutz vor Reizstoffen: Schützen Sie Ihre Augen vor Reizstoffen wie Staub, Rauch und allergieauslösenden Substanzen.
  • Regelmäßige Augenarztbesuche: Besuchen Sie regelmäßig einen Augenarzt, um frühzeitig mögliche Probleme zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Gerstenkorn

  1. Wie erkenne ich, ob es sich um ein Gerstenkorn oder etwas anderes handelt? Ein Gerstenkorn ist eine akute Entzündung am Rand des Augenlids, die durch Bakterien verursacht wird. Typische Symptome sind Rötung, Schwellung, Schmerzen und ein kleiner, eitriger Knoten am Lidrand. Es kann ein Fremdkörpergefühl im Auge auftreten, und das betroffene Gebiet ist oft druckempfindlich. Wenn Sie diese Symptome bemerken, handelt es sich wahrscheinlich um ein Gerstenkorn. Ein Hagelkorn (Chalazion) hingegen ist eine chronische Entzündung der Meibom-Drüsen und verursacht meist keine Schmerzen, sondern eine schmerzlose Schwellung. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten.
  2. Kann ich Hausmittel zur Behandlung eines Gerstenkorns verwenden? Ja, einige Hausmittel können helfen, die Symptome eines Gerstenkorns zu lindern und die Heilung zu fördern. Warme Kompressen sind die gängigste Methode: Tränken Sie ein sauberes Tuch in warmem Wasser und legen Sie es mehrmals täglich für etwa 10 bis 15 Minuten auf das geschlossene Auge. Dies fördert die Durchblutung und kann helfen, den Eiter abfließen zu lassen. Einige empfehlen auch sanfte Massagen des Augenlids nach der warmen Kompresse, um die Drainage zu unterstützen. Wichtig ist, dass Sie immer saubere Materialien verwenden und sich vorher die Hände waschen, um eine weitere Infektion zu vermeiden.
  3. Ist es normal, dass ein Gerstenkorn wiederkehrt? Ein wiederkehrendes Gerstenkorn kann vorkommen, insbesondere wenn die zugrunde liegenden Risikofaktoren nicht adressiert werden. Mangelnde Augenhygiene, chronische Lidrandentzündungen oder Hauterkrankungen wie Rosacea können dazu beitragen, dass Gerstenkörner häufiger auftreten. Wenn Sie regelmäßig Gerstenkörner bekommen, sollten Sie Ihre Augenpflege-Routine überdenken und möglicherweise einen Augenarzt konsultieren, um zugrunde liegende Bedingungen auszuschließen oder zu behandeln.
  4. Kann ein Gerstenkorn mein Sehvermögen beeinträchtigen? In den meisten Fällen beeinträchtigt ein Gerstenkorn das Sehvermögen nicht direkt, da es sich auf dem Augenlid und nicht auf dem Auge selbst befindet. Allerdings kann eine sehr große Schwellung dazu führen, dass das Augenlid teilweise das Sichtfeld blockiert. In seltenen Fällen kann sich die Infektion ausbreiten und zu ernsthafteren Komplikationen führen, die das Auge betreffen. Wenn Sie Veränderungen in Ihrem Sehvermögen bemerken, wie verschwommenes Sehen oder erhöhte Lichtempfindlichkeit, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
  5. Darf ich Make-up verwenden, wenn ich ein Gerstenkorn habe? Es wird empfohlen, während der Behandlung eines Gerstenkorns auf Augen-Make-up zu verzichten. Kosmetika können die Poren verstopfen und Bakterien enthalten oder übertragen, was die Heilung verzögern oder die Infektion verschlimmern kann. Zudem besteht die Gefahr, dass Sie das Gerstenkorn durch die Applikatoren weiter reizen oder Bakterien auf Ihre Make-up-Produkte übertragen. Verwenden Sie nach Abheilung des Gerstenkorns idealerweise neue Mascara, Eyeliner und andere Augenprodukte, um eine erneute Infektion zu vermeiden.
  6. Wie kann ich verhindern, dass mein Kind ein Gerstenkorn bekommt? Kinder sind oft anfälliger für Gerstenkörner, da sie sich häufiger die Augen reiben und die Händehygiene manchmal vernachlässigen.

Untersuchungen und Diagnose

Auch wenn das meist harmlose Gerstenkorn an seinen Symptome recht leicht erkennbar ist und gewöhnlich nach wenigen Tagen von allein abheilt, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen. Dieser kann andere Ursachen der Entzündung ausschließen und eventuelle Komplikationen frühzeitig erkennen. Vor allem, wenn das Gerstenkorn am Augenlid eine Bindehautentzündung nach sich zieht, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Blickdiagnose

Ein äußeres Gerstenkorn am Auge kann der Arzt bereits per Blickdiagnose erkennen: Es präsentiert sich als deutlich sichtbare Schwellung und rötlicher, mit Eiter gefüllter Knoten (ähnlich einem Pickel) im Bereich der Wimpern.

Ein inneres Gerstenkorn ist dagegen oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen, weil hierbei Drüsen am Innenrand des Auges entzündet sind. Der Arzt wird in diesem Fall das Augenlid vorsichtig umklappen, um die Innenseite des Lids zu untersuchen.

Spaltlampenuntersuchung

Bei einem Gerstenkorn im Auge führt der Arzt eine sogenannte Spaltlampenuntersuchung durch: Mithilfe eines Mikroskops und einer speziellen Lampe (Spaltlampe) kann der Mediziner das Auge vergrößert betrachten. Er begutachtet dabei besonders folgende Strukturen:

  • Augenlider
  • Lidkanten
  • Bindehaut
  • Tränenfilm
  • Tränenmeniskus

Ausschluss anderer Erkrankungen

Bei seinen Untersuchungen muss der Arzt andere Ursachen ausschließen, die für die Entzündung am Auge verantwortlich sein könnten. Ein Gerstenkorn ist zum Beispiel einem Hagelkorn (Chalazion) sehr ähnlich und leicht mit diesem zu verwechseln. Es handelt sich dabei aber um eine chronische Entzündung der Meibom-Drüse, die nicht eitrig ist und nicht schmerzt. Ursache hierfür ist meist ein verstopfter Drüsen-Ausführungsgang.

So beugen Sie einem Gerstenkorn vor

Da ein Gerstenkorn ansteckend ist, sollten Sie auf eine angemessene Hand- und Augenhygiene achten. Die Erreger leben auf Haut und Schleimhäuten und gelangen leicht über die Hände ins Auge. Waschen Sie sich deshalb regelmäßig die Hände und fassen Sie sich nicht mit schmutzigen Händen ins Auge.

Als Kontaktlinsen-Träger müssen Sie sich besonders gründlich die Hände waschen, bevor Sie sich beim Einsetzen und Herausnehmen der Sehhilfe ins Auge fassen. Achten Sie auch darauf, dass Sie Ihre Kontaktlinsen immer sachgemäß aufbewahren und gründlich reinigen. Das beugt Infektionen am Auge wie einem Gerstenkorn vor.

Besteht bereits eine Infektion, sollten Sie das Gerstenkorn nicht berühren. Wenn Sie sich nämlich mit der betreffenden Hand anschließend unbewusst ans gesunde Auge greifen, kann sich dieses ebenfalls infizieren.

Was ist ein Gerstenkorn im Unterschied zum Hagelkorn?

Bei einem Gerstenkorn (Hordeolum) handelt es sich um eine eitrige Entzündung des Augenlides. "Verantwortlich ist meist eine Infektion durch Bakterien wie Staphylokokken. In seltenen Fällen sind auch Streptokokken und andere Keime die Ursache", erklärt Professor Dr. med. Carl-Ludwig Schönfeld, Facharzt für Augenheilkunde in München.

Ein Gerstenkorn entsteht, wenn Bakterien in die Lidranddrüse gelangen. Wer sich zum Beispiel die Augen mit ungewaschenen Händen reibt, riskiert leicht eine bakterielle Infektion. Bei einem Gerstenkorn entzünden sich sowohl Talg- als auch Schweißdrüsen des Augenlides. Es kommt zu einer Eiteransammlung. Diese hat die charakteristische Form eines gelben Knotens und wird deshalb bildlich Gerstenkorn genannt. Eine Entzündung kann an mehreren Stellen im Auge entstehen. Es werden zwei Arten unterschieden:

  • Inneres Gerstenkorn (Hordeolum Internum): Eine Entzündung der Lid-Innenseite liegenden Meibom-Drüsen (benannt nach dem Arzt Heinrich Meibom).
  • Äußeres Gerstenkorn (Hordeolum Externum): Hierbei entzünden sich die an der Außenseite des Lides liegenden Zeiss- oder Molldrüsen.

Bei einem Hagelkorn (Chalazion) dagegen handelt es sich um einen geröteten Knoten am Augenlid. Seine Ursache ist keine Infektion, sondern ein verstopfter Talgdrüsengang, in dem sich Sekret staut. Hagelkörner tun in der Regel nicht weh und verschwinden von allein wieder.

Wie verhindere ich ein Gerstenkorn?

Wichtig ist vor allem eine gute Augenhygiene, sprich: Hände waschen, bevor du dir ins Auge fasst! Halte dein Augenlid immer sauber und versuche, Verunreinigungen z. B. durch Schminke zu vermeiden. Besonders wichtig deshalb: abends abschminken!

Um dein Auge zu reinigen, empfiehlt Schönfeld, Babyshampoo auf die Wimpern aufzutragen. "Das Shampoo sollte 1-2 Minuten auf den Wimpern bleiben, dann das Auge mit warmem Wasser wieder ausspülen."

Falls du Kontaktlinsen trägst, solltest du diese immer gut säubern und hygienisch aufbewahren. Bei einem akuten Gerstenkorn ist es jedoch ratsam, auf Kontaktlinsen zu verzichten.

Wenn du zusätzlich allgemeine Hygieneregeln beachtest, sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Übrigens ist es ein Mythos, dass Gerstenkörner ansteckend sind! Das gilt eher für die bakterielle oder virale Bindehautentzündung.

Wie behandele ich ein Gerstenkorn?

Keine Sorge: "Meist heilt ein Gerstenkorn von selbst wieder ab. Das gelbe Knötchen platzt und der Eiter tritt aus", beruhigt der Experte. Wenn du gesund bist, wird dein Immunsystem von allein mit einem Gerstenkorn fertig. Je weniger du an deinem Auge herumdokterst, desto besser.

Reiben macht es nicht besser, im Gegenteil: Durch verschmutze Finger verschlimmerst du es möglicherweise noch. Manche Menschen sind besonders anfällig für die Entzündung im Augenlid. Dazu gehören Diabetiker:innen, Menschen mit einem schwachen Immunsystem sowie Patient:innen, die chemotherapiert werden.

4 Tipps für die Behandlung eines Gerstenkorns

  • Das betroffene Auge wärmen: Dr. Schönfeld empfiehlt, das Auge zu wärmen, da sich Gerstenkörner bei Wärme schneller öffnen und abheilen. "Man befeuchtet einen Waschlappen mit lauwarmem Wasser und lässt diesen 1-2 Minuten auf dem geschlossenen Auge." Auch gut: "Das Auge mit Rotlicht bestrahlen."
  • Medikamente: Augentropfen oder Augensalben, die dein:e Augenärzt:in verschreiben kann, sind Mittel, die bei einem Gerstenkorn hilfreich sind.
  • Auf Schminke verzichten: Bei einer akuten Entzündung solltest du unbedingt auf Mascara und Co. verzichten, da Schminke das Auge zusätzlich reizen kann.
  • Vorsicht bei Hausmitteln! Bei Hausmitteln wie zum Beispiel Kamille und Teebeuteln ist vorsichtig geboten. Dr. Schönfeld erklärt: "Hausmittel können kritisch sein, da die Möglichkeit besteht, dass allergische Reaktionen auftreten, die das Krankheitsbild verschlimmern."

Falls das Gerstenkorn nach etwa 3-4 Wochen nicht von selbst platzt, heißt es: Ab zum/zur Augenärzt:in! Denn: Die Entzündung kann sich auf das gesamte Auge sowie die Bindehaut übertragen. "Der Augenarzt kann Antibiotika verschreiben und in besonders schlimmen Fällen das Gerstenkorn operieren. Hierbei wird der Ausführungsgang der Lidranddrüse geöffnet und Eiter aus der Drüse hinaus massiert", so Dr. Schönfeld.

Wichtig: Auf keinen Fall selbst Hand anlegen und das Gerstenkorn ausdrücken!

Wenn außer dem Gerstenkorn andere Krankheitserscheinungen wie Kopfschmerzen oder Fieber auftreten, solltest du auch eine:n Ärzt:in aufsuchen. Dasselbe gilt, wenn du unter einem schwachen Immunsystem leidest.

Tabelle: Vergleich von Gerstenkorn und Hagelkorn

Merkmal Gerstenkorn (Hordeolum) Hagelkorn (Chalazion)
Ursache Bakterielle Infektion (meist Staphylokokken) Verstopfter Talgdrüsengang
Schmerz Schmerzhaft In der Regel schmerzlos
Entzündung Eitrige Entzündung Chronische Entzündung
Dauer Heilt relativ schnell (innerhalb weniger Tage) Kann mehrere Wochen dauern
Ansteckend Leicht ansteckend Nicht ansteckend

tags: #Gerstenkorn #durch #Wimperntusche #Ursachen

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