Soll ich mir den Sack rasieren oder besser nicht: Eine Betrachtung des Älterwerdens und der Schönheitsideale

Dieses ist zwar ein Spanien- Forum. Aber das Thema alte Menschen gehört ja auch dazu, zumal hier manche gar schon von "Kukidentküste" hämen. Ich erinnere mich heute oft an einen Ausspruch meiner Mutter: Alt wirst du nicht selber, alt machen dich die anderen. Damals habe ich das nicht verstanden. Heute verstehe ich besser, was sie damals meinte.

Jeder sträubt sich sein Leben lang gegen das Älterwerden, die Werbung verspricht, mit diesem und jenen ein paar Jahre jünger auszusehen, aber der Zug rollt weiter, ob es einem passt oder nicht. Mit vierzig jammern viele, daß sie nicht mehr dreißig sind, mit fünfzig, daß sie nicht mehr vierzig sind usw usw.usw. Und wie lächerlich es ist, sich vorher ein Urteil zu erlauben über eine Situation, die man nicht beurteilen kann.

Ich hätte früher nie erwartet, mich heute mit 68 kein bisschen anders zu fühlen als mit 58 oder 48. Nur wenn ich irgendwo mein Alter angeben muss, habe ich irgendwie das Gefühl, dass da was nicht stimmen kann. Und wenn ich beim Rasieren in den Spiegel schaue, guckt mich da ein alter Sack an, der mir irgendwie fremd ist. Also am besten garnicht mehr hingucken. Da kann man fast die jüngeren verstehen, die nur nach dem Äußeren gehen und lästern und möglichst Distanz halten von allem was "alt" ist.

Jeder kann sich in jüngere hineinversetzen, weil er ja selber mal in dem Alter war. Nur umgekehrt funktioniert das nicht. Als ich selber damals im "Midlife Crisis" - Alter war, hat mich ein hämisches Lied des Schlagersängers Reinhard Fendrich über die Torheiten von Männern solchen Alters sehr geärgert. Und die Jahre gingen dahin, und wer kam eines Tages mit einer viel zu jungen und eine albern sportlichen Auto daher? Ich wollte ihm da immer mal seine alte Platte schicken. Das nur als Beispiel. Das soll nun aber nicht heißen, daß es mit zunehmenden Alter dann nach und nach immer noch törichter zugeht.

Da bleibt nur eine gewisse Genugtuung: wart mal ab, auch du kommst da hin, schneller als du heute denkst. Jeder kommt mal dran, und keiner kann dafür.

Die Frage der Intimrasur: Ein gesellschaftliches Dilemma

Ein Thema, das in diesem Kontext oft diskutiert wird, ist die Intimrasur. Die Frage "Soll ich mir den Sack rasieren oder besser nicht?" hat offenbar noch immer eine gewisse Brisanz, vor allem, wenn Eure Mütter diese buchstäblich messerscharf zu Ende denken: "Und wenn ja, nimmst du dieselbe Klinge wie für dein Gesicht?" bringt den Saal vollends zum Überkochen.

Die regelmäßige Rasur "da unten" gehört einfach dazu. Mit jemandem zu schlafen, der einen Busch hat, ekelt sie an. Haare sind toll. Mit 15 tastete ich mich bei meiner damaligen Freundin zum ersten Mal nach unten. Langsam und mit klopfendem Herzen schob ich meine Hand in ihren Slip und spürte ihre behaarte Vulva. Ich war schockiert und angeekelt. Warum rasierte sie sich denn nicht?

Heute, zehn Jahre später und an Erfahrungen reicher, bin ich definitiv anderer Meinung. Haare sind toll. Ich liebe es, eine Frau zu lecken. Ich will sie riechen und schmecken.Ich möchte Haare spüren und das Gefühl haben, dass eine echte Vulva vor mir liegt. Auch in meiner Beziehung ist das ein ständiges Thema.

Als ich meiner Freundin erzählte, dass ich lieber mehr als weniger Haare toll finde, war sie verwirrt. Natürlich rasierte sie sich. Auch heute noch, aber nicht mehr allzu oft und nicht komplett blank. Wir haben mittlerweile einen Kompromiss gefunden. Sie stutzt und ich akzeptiere ihren Wunsch nach einer Rasur.

Die Risiken der Intimrasur

Dabei wäre es definitiv gesünder, sich nicht den Intimbereich zu rasieren. Eingewachsene Haare, gerötete Haut und Pickel sind noch das geringste Problem. Das Schlimmste sind doch die Schnittwunden. Ich will gar nicht wissen, wie viele Menschen sich in Deutschland alltäglich in ihre Geschlechtsteile schneiden. Eine Rasur am Hoden ist verdammt gefährlich und grenzt schon an Selbstverstümmelung. Tote Haut an meinem Penis? Niemals!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Pflaster halten da nicht. Und noch was: Wer kam auf die Idee, sich den Intimbereich zu epilieren? Eine Freundin meinte, dass nur das erste Mal wehtue, danach sterbe die Haut ja ab, sei quasi gefühlstot. Bitte? Tote Haut an meinem Penis? Niemals! Wer sich das freiwillig antut, der ist in meinen Augen bekloppt.

Dabei machen uns Haare doch erst individuell. Sie sind bei jedem unterschiedlich in Farbe, Form und Wuchs. Das gängige Schönheitsideal ist jedoch ein anderes. Wenig Schamhaare, wenig Fett, perfekt in Shape ist angesagt. Da stehen wir dann, glattrasiert, und sehen alle gleich aus. Wie eintönig! Haben wir dann auch alle denselben, eintönigen Sex, frage ich mich?

Es ist doch paradox. Dicker Bizeps, Knackarsch, laktosefrei und veganer Lifestyle - so leben derzeit viele Leute. Aber bitte ohne Haare. Penis, Hoden und Vulvaa, alles wird rasiert.

Intimrasur für Männer mit Gillette BODY & Gillette STYLER | Tutorial

Eure Mütter: Comedy mit Tiefgang

Die Stuttgarter Comedy-Gruppe "Eure Mütter" ist bekannt für ihren einzigartigen Humor, der kindliche Albernheit mit Kraftwortkomik verbindet. Obwohl das stimmt, kann man den Herren nun Müßiggang kaum vorwerfen: Für Feingeistiges fühlten sich die Interpreten von Songzeilen wie „Soll ich mir den Sack rasieren oder besser nicht?“ noch nie verantwortlich. Wer das aushält, kann sich am irisierenden Programm mit spartanisch-witziger Kostümierung durchaus erfreuen.

In ihren Liedern und Sketchen greifen sie Alltagssituationen auf und verarbeiten sie auf humorvolle Weise. So schrieben die drei etwa den Titel „Der Typ, der bei der GEMA die Titel eintippt, ist ein ganz blöder Penner“. Die Idee: Wenn der Titel „Der Typ, der bei der GEMA die Titel eintippt, ist ein ganz blöder Penner“ heißt, muss dort irgendwer sitzen, der diesen Titel eintippt.

Ebenso gut kam ein Titel an, den Eure Mütter mit einer Szene aus einer Arztpraxis angekündigt haben. Zwei Männer unterhalten sich, was denn die wirklich wichtigste und unbeantwortetste Frage des Lebens sei.

Zum Ende bedienten sich Eure Mütter in einem Sketch der Slapstick-Komik, als sie die „Weltmeisterschaft im Synchron-Haarewaschen“ darstellten. Das Shampoo spritzte in hohen Bögen erstaunlich symmetrisch.

Die Stuttgarter bewiesen, dass sie durchaus mehr können als nur auf alten Klischees herumzureiten - und mit dem Endausscheid der Weltmeisterschaft im Synchron-Haarewaschen erlebte die Show ihr lang erwartetes Highlight.

„Wir sind Eure Mütter“Im fast ausverkauften Schlachthof herrscht auch von Beginn an Euphorie, als Mutter Andi, Mutter Matze und Mutter Don mit einem lautlosen Überfall die Bühne stürmen. Dass die Spaßvögel große Fans von Piktogrammen sind, ist für eingefleischte Fans natürlich nichts Neues, ebenso wenig wie der frenetische Jubel, der unmittelbar ausbricht, sobald auf der Bühne der Satz „Wir sind Eure Mütter“ fällt. Eins wird schnell deutlich: Blutige Anfänger sind an diesem Abend in der Minderheit, das anwesende Publikum gibt sich textsicher.

Weil das erste Bühnenprogramm „Schieb, du Sau“ bereits kurz vor der Volljährigkeit steht und „die ganzen Requisiten für die alten Programme einfach nicht mehr in den Fiat passen“, wie Matze Weinmann launig erklärt, haben die Mütter die ersten vier Shows kurzerhand eingestampft. Dabei wurden die Fans im Vorfeld online zu ihren Favoriten befragt. Dort erzielten zwei Stücke eine identische Stimmenzahl, weswegen das Publikum per Applausvotum zwischen zwei Hits des Trios entscheiden darf.

Comedy-Trio Eure Mütter

Leider unterliegt dabei „Die Sonne von Sorrent“, die allein durch die gnadenlos grenzdebilen Gesichtsausdrücke der drei Komiker funktioniert, dem favorisierten „Auweia, Shania“. Das Stück erinnert an einen längst vergangenen Auftritt der Country-Sängerin Shania Twain beim „Domino Day“, bei dem der von ihr angestoßene erste Stein keinen langen Impuls auslöste.

Mit „(Was du sagst und) Was du denkst“ folgt ein launiger Streifzug durch die Gedankengänge von Alltagstücken gestresster Mitmenschen, die eindeutig besser ungesagt bleiben - was in der Schlusspointe freilich nicht gelingt. Der Sketch „Imi-Tieren“ offenbart Donato Svezias Talent für das Imitieren von Tierstimmen (Spoiler: nicht), dient eigentlich aber nur als Warmup für die richtig intimen Fragen, die heute die „Männschheit bewegen“.

Bevor es in die Pause geht, wird wie immer das Publikum mit einer Aufgabe bedacht. Diesmal gilt es, einen Unterschied zwischen oder eine Gemeinsamkeit von Jogi Löw und einer Bohrmaschine zu finden. Als der zweite Teil der Show mit der Verlesung der besten Einsendungen beginnt, fällt traurig auf, dass Vergleiche wie „Die Bohrmaschine hat kein Problem damit, linksrum gedreht zu sein“ auch 2019 noch für begeistertes Gejohle und einen knappen zweiten Platz reichen.

„Die Schlange vor dem Damenklo“ fasst dann treffend das Geschehen während der Pause zusammen, mit dem Tanzsong-Medley „Dance, Dance, Dance“, „Der Typ, der bei der Gema die Titel eintippt, ist ein ganz blöder Penner“ und „Deine Liebe ist“ wird klar, dass die Mütter durchaus mehr können, als nur auf alten Klischees herumzureiten.

Mit dem Endausscheid der Weltmeisterschaft im Synchron-Haarewaschen folgt das lang erwartete Highlight jeder Show, bevor die Mütter in knallbunten Kurzbademänteln und Schlappen nochmal zum „Gute Nacht“-Sagen anrücken. „Der heiße Scheiß aus den Jahren 1999 bis 2010“, den das Programm verspricht, hat mir als langjähriger Fan ein bisschen gefehlt.

Fazit

Die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden und den damit verbundenen Schönheitsidealen ist ein fortwährender Prozess. Die Frage, ob man sich den Intimbereich rasieren sollte, ist dabei nur ein kleiner, aber dennoch relevanter Aspekt. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was er für richtig hält und womit er sich wohlfühlt. Die Comedy-Gruppe "Eure Mütter" bietet mit ihrem humorvollen Blick auf diese Themen eine willkommene Abwechslung und regt zum Nachdenken an.

tags: #soll #ich #mir #den #sack #rasieren

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen