Cornrows sind eine traditionelle afrikanische Flechtfrisur, die seit Jahrhunderten von Frauen und Männern getragen wird. Die Flechttechnik ist sehr vielseitig und kann auf verschiedene Arten gestaltet werden. Coole Cornrows sind längst bei den Hollywoodstars und vielen anderen angekommen. Dieser Artikel gibt dir eine umfassende Anleitung, Tipps und Tricks rund um Cornrows.
Das Wort „Cornrows“ stammt von den englischen Vokabeln „Corn“ (Mais) und „Rows“ (Reihen) ab und lässt sich als „Maisreihen“ übersetzen. Durch die eng am Kopf anliegenden Zöpfe, die unter Kennern auch „Braids“ genannt werden, ähnelt die Frisur der Maserung eines Maiskolbens. Cornrows werden auch „Cornrolls“, „Canerows“ oder Flechtreihen genannt.
Cornrows sind ganz allgemein holländisch geflochtene Zöpfe, die vom Stirn- bzw. Schläfenansatz in geraden, parallelen Linien bis zum Nacken reichen, und ab dann als freie Zöpfe in demselben Holländermuster weitergeflochten werden, bevor sie am Ende mit Haargummis oder speziellen Clip-Perlen abgebunden werden.
Wie bei jeder Frisur gibt es auch bei den Cornrows nicht nur die klassische Variante der Straight Rows, bei der die einzelnen Braids strikt nach hinten geflochten werden, sondern auch zahlreiche kunstvolle Muster und Variationen, die verschiedene Namen tragen:
Um die Länge der Zöpfe etwas gleichmäßiger als bei der einheitlichen Scheitel-bis-Nacken-Methode zu gestalten, kann man am Oberkopf auch einen mehr oder weniger großzügigen Zickzackscheitel ziehen, um dann von jeder Zickzacklinie im rechten Winkel fort 1-3 Cornrows schräg/diagonal nach seitlich hinten zu flechten.
Um die Haarwurzeln zu schonen, kann man statt klassischer holländischer Cornrows auch Lace-Cornrows flechten, wo man jeweils nur von der Seite Haare zum Zopf dazu nimmt, die dem Mittelscheitel zugewandt ist. Auf diese Weise liegt der Zopf immer am äußeren/unteren Rand der jeweiligen Haarpartie und es wird vermieden, dass die untere Hälfte der Haare beim Flechten zum Scheitel hin nach oben gezogen werden.
Du möchtest Dir den Gang in den Afroshop lieber sparen und stehst auf Do-It-Youself-Hairstyles? Dann versuche Dich eben selbst an dem coolen Look. Am besten holst Du Dir für diese Aktion aber trotzdem eine Freundin mit ins Boot, schließlich ist noch kein Stylingprofi vom Himmel gefallen und niemand kann seine Arme stundenlang hoch halten.
Hier ist eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Bevor du dir Rastazöpfe flichtst, wasche deine Haare gründlich und nimm reichlich Conditioner, der deine Haare mit Feuchtigkeit versorgt. Kämme deine Haare mit einem grobzinkigen Kamm, um sie von Knötchen zu befreien.
Je nach Größe und Breite der Zöpfe musst Du als erstes die Haarsträhnen abteilen. Teile die Haare entlang des Mittelscheitels in zwei Hälften. Oder aber in zwei Haarsträhnen einen Knoten machen, um den Anfang des Zopfes zu akzentuieren, dann erst den Haarstrang in drei Teile aufteilen und mit dem Flechten beginnen. Ein kleiner Tipp am Rande: Befeuchte die Haarsträhnen leicht, dann klappt es besser mit dem Flechten.
Beginne nun die abgetrennten Partien in kleine Zöpfe zu flechten und wiederhole diesen Vorgang mit den restlichen Haaren deines unteren Haars. Solltest du mit Extensions arbeiten, flichtst du diese in deine natürlichen Haare ein. Nun beginnst Du mit dem normalen Flechtvorgang mit drei gleich großen Haarsträhnen. Beim Flechten nimmst Du immer wieder eine neue Haarsträhne dazu. Achte darauf, dass Du den Zopf zwischendurch immer schön festziehst, damit er am Ende auch nah am Kopf anliegt. Aber ziehe auch nicht zu fest, sonst bekommst Du Cornrows mit Kopfschmerzen!
Wenn Du dabei bist, einen Braid abzuschließen, flechte noch ein wenig ohne die Hinzunahme neuer Haarsträhnen weiter und fixiere jeden einzelnen Braid mit einem kleinen Haargummi in Deiner Haarfarbe.
Das ganze Prozedere wiederholst Du so oft, bis alle Haare wie gewünscht verarbeitet sind. Fertig sind die Cornrows!
Um zu verhindern, dass die Zöpfe am Hinterkopf zu dick werden, gibt es für längere Haare die Methode, die mittleren Cornrows noch einmal aufzuteilen. Dabei wird das Flechten der mittleren und am längsten über den Kopf verlaufenden Zöpfe so etwa am oberen Hinterkopfdrittel beendet und die betreffenden Zöpfe als freie Zöpfe zu Ende geflochten. Die Haarpartie darunter kann jetzt ebenso in einer daran anschließenden Cornrow weitergeflochten werden.
Man kann es bei dieser Methode auch so machen, dass man die Unterpartie des gesamten Hinterkopfes schon vorher abteilt und die Scheitel dann nicht von oben einfach fortsetzt, sondern zwischen je zwei oberen Scheiteln mittig versetzt neue anlegt. Das ist nicht nur haarschonender, da die Scheitel mehr über den Kopf verteilt werden, sondern sorgt auch dafür, dass die Zöpfe sich besser über den Hinterkopf verteilen.
Man kann die Cornrows auch nur am Vorderkopf machen und am Hinterkopf einfache Zöpfe, also Rastas/Open Braids flechten, wofür dann kleinere Flächen (Quadrate o.ä.) abgeteilt werden.
Um zu verhindern, dass sich im Nacken viele, dicke Zöpfe stauen und drängeln, sollten die Partien der Haarzunahme für die Seitenzöpfe über oder nahe den Ohren in dem Fall eher kürzer gehalten werden, damit mehr Nackenfläche für die mittleren, längeren und vor allem dickeren Zöpfe übrigbleibt.
Bei kürzeren Haaren können die im Zopf endenden kurzen Einzelhaare von der Haarzunahme weiter unten schnell wieder ausgeglichen werden, so dass die Zöpfe im Endeffekt eine kontinuierliche Breite aufweisen. Dies ändert sich jedoch, wenn die Haare länger sind!
Cornrows sind gut geeignet, um kürzere Haare in Zöpfen zu verbauen, die die Haare insgesamt länger erscheinen lassen. Sie sind dünner als Einzel- oder zwei Zöpfe und verteilen sich gleichmäßiger über den Kopf, so dass alle Haare, auch wenn sie noch ziemlich kurz sind, gut in ihnen Platz finden.
Du möchtest Dir Cornrows beim Profi flechten lassen? Dann ist ein Afroshop in Deiner Nähe die richtige Adresse für Dich. Achte bei der Auswahl unbedingt darauf, dass die Stylisten Erfahrung mit Cornrows haben. Eine ausgiebige Beratung, bei der auf Deine individuellen Wünsche eingegangen wird, ist Standard.
Beim Flechtprozedere werden Deine Haare dann in viele kleine Sektionen aufgeteilt, die miteinander verflochten werden, sodass die hübschen Braids entstehen, zwischen denen Deine Kopfhaut deutlich sichtbar wird. Hier gilt der Grundsatz: Je länger Deine Haare sind, desto feiner können die Zöpfe geflochten werden!
Beim Flechten der Cornrows wird immer wieder eine neue Haarsträhne aufgenommen und in den Zopf integriert. Dadurch liegen die Zöpfe direkt an der Kopfhaut an.
Für den Flechtprozess solltest Du viel Geduld mitbringen, denn die Dauer des aufwendigen Hairstylings kann - je nach Haarlänge, Anzahl der Reihen und Komplexität des Musters - zwischen dreißig Minuten und fünf Stunden betragen.
Je nach Extravaganz und Aufwand zahlst Du für professionelle Cornrows etwa zwischen 40 und 150 Euro.
Wenn Du Dir erst einmal Cornrows geflochten hast, müssen diese auch gepflegt werden, schließlich können auch komplizierte Flechtfrisuren ab und zu mal eine Abreibung vertragen.
Hier sind einige Tipps zur Pflege:
Afrohaare benötigen sehr viel Feuchtigkeit und Pflege. Mit Braids ist es einfacher, deine Haare zu schützen und zu pflegen, da du sie nur einmal pro Woche waschen musst. Verwende hierzu ein feuchtigkeitsspendendes und im besten Fall durchsichtiges Shampoo, um sichtbare Rückstände in deinen Braids zu vermeiden.
Deine Braids sollten auf jeden Fall mehrere Tage halten. Entscheidend ist, wie eng und präzise die Cornrows geflochten wurden. Je professioneller die Flechttechnik, desto länger hält der coole Style.
Wenn Du also Wert auf einen Sommer lang Ruhe in Sachen Hairstyle legst, solltest Du vielleicht doch einen Afroshop aufsuchen. Hier wird oftmals auch Kunsthaar in die Braids mit eingeflochten, sodass sich die Haltbarkeit der Cornrows um bis zu einige Wochen verlängert!
Egal ob man Cornrows flicht oder flechten lässt, um sich über längere Zeit Frisierzeit und -mühe zu ersparen, so empfehlen Experten, die Cornrows nach 2-8 Wochen zu lösen, da die Haare unterschiedlich schnell wachsen und die Belastung an den Scheiteln und Haarwurzeln doch stärker ist als bei anderen Frisuren.
Langeweile kommt bei Rastazöpfen garantiert nicht auf, denn der Flecht-Look ist so wandelbar wie kaum eine andere Frisur. Ponytail, Updo, lange Mähne, Dutt oder Half-up-Frisur sind in Nullkommanichts gestylt. Und das Beste: Die vielen geflochtenen Strähnen erzeugen eine Schwere, durch die die Stylings besonders gut halten.
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