Augenbrauen hochziehen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Das Hochziehen der Augenbrauen ist eine natürliche Mimik, die verschiedene Ursachen haben kann. Es kann Ausdruck von Emotionen wie Überraschung oder Neugier sein, aber auch unbewusst geschehen, beispielsweise beim Nachdenken oder bei Sehproblemen. In manchen Fällen ist das Hochziehen der Augenbrauen jedoch ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung.

Bell-Lähmung (Fazialisparese)

Eine mögliche Ursache für Schwierigkeiten beim Bewegen der Augenbrauen ist die Bell-Lähmung, auch Fazialisparese genannt. Dabei handelt es sich um eine einseitige Gesichtslähmung, bei der die Mimik-Muskeln im Gesicht nicht mehr richtig funktionieren. Betroffene können beispielsweise die Augenlider nicht mehr vollständig schließen oder die Stirn nicht mehr runzeln.

Die nach dem schottischen Chirurgen Sir Charles Bell benannte einseitige Gesichtslähmung beginnt innerhalb von Stunden mit vollständiger Symptomentwicklung über einen Zeitraum von circa 48 (24 - 72) Stunden, wobei ein Schmerz hinter dem Ohr oft ein Vorbote ist. Über Sensibilitätsstörungen wie Taubheitsgefühl in der Wange wird geklagt. Stirnrunzeln, Blinzeln oder Grimassen schneiden sind nur eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr möglich.

Weiter zeigen sich eine abgeflachte Nasolabialfalte, Asymmetrie des Mundes, Schmerzen im Bereich des Ohrs der betroffenen Seite, Hörstörung der betroffenen Seite (i. d. R. Hyperakusis) und Geschmacksveränderung der betroffenen Zungenseite sowie Störungen des Speichel- und Tränenflusses.

Als „Bell-Phänomen“ bezeichnet man die Beobachtung der normalen Aufwärtsbewegung des Augapfels beim Versuch Betroffener, die Augen zu schließen.

Ursachen der Bell-Lähmung

„Es gibt deutliche Hinweise auf eine Herpes-simplex Typ 1 Infektion des Nervs“, sagt Dr. med. Alexander Nave von der Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie der Charité Campus Mitte in Berlin. Durch die entzündlichen Prozesse kommt es bei der Bell-Parese zu einer Schwellung des Nervs im knöchernen Fazialiskanal. Durch die Kompression des Nervs im engen Kanal wird seine Funktion gestört und das obere und untere Gesicht beeinträchtigt.

In 25 Prozent der Fälle können weitere Ursachen einer Faszialisparese zugrunde liegen. So können etwa ein Schlaganfall oder Tumoren der Ohrspeicheldrüse zu einer zentralen Läsion des siebten Hirnnervs führen. Auch Herpesknötchen (Ramsay-Hunt-Syndrom durch eine Reaktivierung des Windpockenvirus im Rahmen eines Zoster oticus), Mittelohr- oder Mastoidinfektionen, Sarkoidose, Felsenbeinfrakturen, karzinomatöse oder leukämische Infiltration des Nervs, chronische Meningitis und Tumoren des Kleinhirnbrückenwinkels oder des Glomus jugulare können ursächlich sein.

Diagnostik

Zur Ausschlussdiagnostik kann ein MRT mit Kontrastmittel bei der Bell-Parese eine Anreicherung im siebten Hirnnerv zeigen, wohingegen die CT bei Verdacht auf eine Fraktur (Längs- und Querfrakturen des Felsenbeins) oder Insult ratsam wäre.

„Als Labordiagnostik wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, um eine diabetische Grunderkrankung auszuschließen sowie eine Liquoruntersuchung zum Ausschluss einer Borrelieninfektion, wenn sich die Patienten in einem Gebiet mit endemisch befallenen Zecken aufgehalten haben“, erläutert Dr. Weitere spezifische Diagnosemethoden gibt es nicht.

Ein Röntgen-Thorax und die Bestimmung des Serum-ACE sind zur Untersuchung auf eine Sarkoidose sinnvoll, da die Autoimmunkrankheit mit dem Heerfordt-Syndrom assoziiert ist und eine beidseitige wiederkehrende Gesichtslähmung hervorrufen kann.

Therapie

In der Regel bilde sich die Gesichtslähmung in 80 bis 90 Prozent der Fälle innerhalb von circa drei Wochen bis drei Monaten selbständig zurück, so Dr. Hierbei spielt das Ausmaß der Nervenschädigung eine wesentliche Rolle. Bei Erhalt einer Teilfunktion kommt es meist zu einer völligen Erholung innerhalb von einigen Monaten.

Das frühzeitige Einleiten der Therapie ist wichtig, da die Gesichtslähmung unbehandelt eher zu Defektheilungen mit Synkinesien führt. „Die Therapieziele sind die Rückgewinnung von mimischer Muskulatur durch Training mit Hilfe von Logopädie und selbstständigem Training durch Grimassieren“, erklärt Dr. Nave.

„Eine medikamentöse Therapie erfolgt - sofern der Therapiebeginn innerhalb von drei Tagen nach den ersten Symptomen liegt - mit Cortison und nachrangiger antiviraler Therapie (Acyclovir/Valacyclovir, Anm. d. Red.). „In seltenen Fällen sind bei Persistenz der Symptome eine operative Therapie wie die Tarsorrhaphie nötig, einem temporären Verschluss der Lidspalte“, so Dr. Nave.

Mögliche Folgen der Regeneration

Die Regeneration der Nervenfasern kann auch negative Folgen nach sich ziehen - wenn die Nerven in die falsche Richtung wachsen. In dem Fall kann es sein, dass die unteren Gesichtsmuskeln durch periokuläre Fasern innerviert werden und umgekehrt. Eine Kontraktion unerwarteter Muskeln während willkürlicher Gesichtsbewegungen (Synkinesien) oder „Krokodilstränen“ während des Speichelflusses wären die Folge.

Ticks

Ein weiterer Grund für das unwillkürliche Hochziehen der Augenbrauen können Ticks sein. Bei einem Tick handelt es sich um eine plötzliche, schnelle, komplexe motorische Kontraktion einzelner Muskeln oder Muskelgruppen. Beispielsweise kann sich dies durch ständiges Blinzeln, Stirnrunzeln oder Hochziehen der Augenbrauen äußern. Auch das Grimassieren oder Kopfwerfen können motorische Ticks sein.

Formen von Ticks

  • Komplexer motorischer Tick: Menschen, die an einem komplexen motorischen Tick leiden - dieser ist auch als Tourette bekannt - vollziehen ganze Bewegungsabläufe. Ein solcher manifestiert sich beispielsweise durch Wurfbewegungen, Hüpfen, Klatschen oder Springen bis hin zu selbstverletzendem Verhalten wie Schlagen oder Beißen.
  • Vokaler Tick: Ein vokaler Tick kennzeichnet sich durch eine Lautbildung. Beispielsweise räuspert sich der Betroffene oder pfeift. Vokale Ticks drücken sich auch insofern aus, dass der Erkrankte schnalzt oder gar grunzt.
  • Komplexe vokale Ticks: Leiden Betroffene unter einem komplexen vokalen Tick, äußert sich dies durch ganze Wörter oder Sätze. Hierbei kann es unter anderem zur Wiederholung fremder oder eigener Wörter oder Sätze kommen.

Entstehung von Ticks

Für die Festlegung der Ursache ist es zunächst notwendig, primäre Ticks von sekundären Ticks zu differenzieren. Tritt ein Tick ohne diagnostizierbare Ursache auf, handelt es sich um einen primären Tick. Ist jedoch eine bestimmte Erkrankung die Ursache eines Ticks, handelt es sich um einen sekundären Tick.

Allerdings geht man davon aus, dass die Störung bestimmter Botenstoffe im Gehirn eine Rolle spielt. Einigkeit besteht jedoch darüber, dass eine Beeinflussung der Transmittersysteme, etwa durch Medikamente oder Stress, eine negative Auswirkung auf die Ticks haben. Positive Auswirkungen haben hingegen Medikamente zur Behandlung von Psychosen (Neuroleptika), aber auch positive Emotionen können die Ticks verringern.

Auslöser eines sekundären Ticks können Erkrankungen wie eine Hirn- und Hirnhautentzündung, ein Schädel-Hirn-Trauma, Tumore oder Vergiftungen sein.

Behandlung von Ticks

Es gibt einige Ansätze, die in der Lage sind, das Leiden der Betroffenen zu lindern. Unter anderem können eine umfassende Aufklärung und Beratung der Menschen im Umfeld hilfreich sein. Auch Psychoedukation und verhaltenstherapeutisches Habit-Reversal-Training können helfen.

Auch eine Verbesserung der Selbstwahrnehmung, Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung können die Symptomatik lindern. Leiden Betroffene unter schweren, komplexen und chronischen Formen von Ticks wie unter dem Tourette-Syndrom, ist eine pharmakologische Therapie notwendig.

Tipps für den Alltag

  • Entspannung in den Alltag integrieren und die Übungen regelmäßig ausführen, z.B. Meditation oder Yoga
  • Die Umgebung über die Erkrankung aufklären, damit mehr Verständnis entgegengebracht werden kann
  • Bewusst die aufkommende Energie in bestimmte Bahnen lenken

Stirnfalten

Stirnfalten sind horizontale Falten auf der Stirn, die dem Gesicht meist einen sorgenvollen oder müden Ausdruck verleihen. Sie entstehen durch das Hochziehen der Augenbrauen. Viele Menschen ziehen ihre Augenbrauen unbewusst hoch, wenn sie nachdenken. Besonders Menschen mit Schlupflidern neigen zu Stirnfalten. Sie können besser sehen, wenn sie das Oberlid anheben.

Bereits ab 25 Jahren nimmt die körpereigene Produktion von Kollagen und Elastin ab. Bestimmte Faktoren im Lebenswandel eines Menschen können die Faltenbildung beschleunigen. Dazu gehören etwa Rauchen, viel Alkohol und wenig Schlaf.

4 - Eyebrowlift mit Botox | Dr. Günther

Behandlung von Stirnfalten

Es gibt verschiedene Methoden, um Stirnfalten zu behandeln:

  • Chemische Peelings und Dermabrasion: Chemische Peelings gelangen in die tieferen Hautschichten und können daher auch ausgeprägtere Stirnfalten wirksam glätten. Alternativ zum chemischen Peeling kann auch eine Dermabrasion durchgeführt werden.
  • Needling: Beim Needling rollt die Kosmetikerin mit einem mit feinen Nadeln besetzten Roller über die Haut. Je nach Faltentiefe kommen längere Nadeln zum Einsatz.
  • Falten lasern: Dabei werden auch tieferer Hautschichten mit Laserlicht abgetragen.
  • Stirnfalten unterspritzen: Dafür kommen etwa Hyaluronsäure oder Botox in Frage. Beide Stoffe wirken nur einige Monate, danach muss die Behandlung wiederholt werden. Stirnfalten lassen sich zudem mit Kollagen oder mit Eigenfett unterspritzen.
  • Stirnfalten straffen: Helfen alle anderen Methoden nicht mehr, können Betroffene ihre Stirnfalten vom Hautarzt liften lassen. Der Dermatologe entfernt bei dem Eingriff die überschüssige Haut.

Vorbeugung von Stirnfalten

Eine gute Hautpflege hilft, Stirnfalten zu reduzieren, bzw. ihr Entstehen lange hinauszuzögern. Unterstützend zur Hautpflege sollte auch auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Die Vitamine A, E und C sind besonders gut für die Haut. Zudem sollte dem Körper ausreichend Flüssigkeit zugeführt, Alkohol und Tabak hingegen vermieden werden. Wichtig ist es auch, genug zu schlafen und Stress möglichst zu vermeiden.

Eine regelmäßige und gründliche Hautreinigung ist Pflicht, um Stirnfalten vorzubeugen oder zu reduzieren. Am besten wird die Haut vorbeugend gepflegt, bereits bevor die ersten sichtbaren Stirnfalten auftauchen.

Triggerpunkte und Selbstmassage

Myogelosen und Triggerpunkte sind kleinste Knötchen in der Muskulatur, die unter anderem zu Schmerzen führen können. Fast jeder Mensch hat Triggerpunkte. Werden diese Beschwerden durch Triggerpunkte ausgelöst, dann kannst du sie mit einer Triggerpunkt-Selbstmassage lindern bis lösen.

Als Massagetechnik kannst du die Ischämische Kompression, die Präzisen Massagestriche oder die Druck-Bewegungstechnik anwenden.

Zusammenfassung der Ursachen und Behandlungen
Ursache Symptome Behandlungsmöglichkeiten Vorbeugung
Bell-Lähmung (Fazialisparese) Einseitige Gesichtslähmung, Schwierigkeiten beim Stirnrunzeln oder Augenschließen Cortison, antivirale Therapie, Logopädie, operative Therapie (Tarsorrhaphie) -
Ticks Unwillkürliche Muskelkontraktionen, Blinzeln, Stirnrunzeln, Lautbildungen Aufklärung, Verhaltenstherapie, Entspannungsverfahren, pharmakologische Therapie Stress vermeiden, Entspannungstechniken erlernen
Stirnfalten Horizontale Falten auf der Stirn Chemische Peelings, Dermabrasion, Needling, Falten lasern, Unterspritzung, Stirnstraffung Gute Hautpflege, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, Stress vermeiden, Sonnenschutz

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