Kopfkunst Bad Mergentheim: Preise, Ausbildung und Visionen in der Friseurbranche

Die Friseurbranche steht vor vielfältigen Herausforderungen, von Preisdumping bis hin zu Nachwuchsmangel. Jutta Gsell, Inhaberin von Salon Kopfkunst in Bad Mergentheim, äußert sich im Interview über ihre Erfahrungen und Visionen. Dabei geht sie auf die Bedeutung von Ausbildung, fairen Preisen und die Notwendigkeit ein, die Attraktivität des Friseurberufs zu steigern.

Jutta Gsell, Salon Kopfkunst Bad Mergentheim | Credit: Kevin Bailey

Die Bedeutung der Ausbildung in der Friseurbranche

Jutta Gsell bildet alle ihre Mitarbeiterinnen selbst aus und betont die Verantwortung der Branche, jungen Menschen eine Chance zu geben: Es ist feige, nicht auszubilden. Wir haben den jungen Leuten gegenüber Verantwortung und da gibt es keine Ausreden! Sie verdienen ihre Chance - alles andere wäre nicht fair. Chefs, die ausbilden, sollten sich wiederum mehr in die Ausbildung einbringen. Jeder macht irgendwie sein Ding, auch die Schulen.

Ihr Engagement in der Berufsschule resultiert aus dem Wunsch, die mangelnde Motivation seitens der Prüfer anzusprechen. Mir ist bei einer Prüfungsabnahme mal der „Kragen geplatzt“ und ich habe die mangelnde Motivation vonseiten der Prüfer angesprochen. Ich habe den Jugendlichen gesagt: „Ich opfere heute einen Tag und werde den nicht verplempern!“. Die Schüler sind sogar freiwillig länger geblieben.

Elterliche Hemmklötze und Nachwuchsmangel

Ein weiteres Problem sieht Gsell in den Eltern, die oft nicht an den Erfolg der Ausbildung glauben. Sie sind der Hemmklotz und glauben nicht an den Erfolg der Ausbildung. Sie kennen nicht die Möglichkeiten, weil wir die Vorzüge nicht in den Vordergrund stellen. WIR haben die! Der Friseurberuf kann nicht ersetzt werden!

Derzeit sitzen viele zuhause im Homeoffice oder arbeiten gar nicht und vermissen soziale Kontakte. Jeder Friseur kann sich in seiner Gegend als Friseurstar profilieren und im Kleinen seinen persönlichen „Fame“ abbekommen.

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Preisdumping und Wertschätzung der Friseurleistungen

Die Friseurbranche leidet unter Preisdumping, das von Billigfriseurketten verursacht wird. Vom Preisdumping erholt die Branche sich nicht so einfach, ist Jutta Gsell überzeugt. Unsere Branche wurde von den Billig-Friseurketten verramscht - und die nehme ich unserer Branche wirklich übel! Es tut mir leid für jeden Einzelnen, der davon betroffen ist, aber sich von diesem Preisdumping zu erholen, ist für die Branche nicht einfach. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt Geld für unsere Leistungen zu verlangen.

Die Rolle der Kunden

Gsell geht gerne mit Kunden in die Diskussion, um ihnen die vielfältigen Fähigkeiten und die kontinuierliche Weiterbildung einer Friseurin bewusst zu machen. Ich gehe gern mit Kunden in die Diskussion und rege an, zu bedenken, was eine Friseurin alles kann: Welche Ausbildung sie hat, was sie immer wieder dafür tun muss und dass Friseurin sein nicht nur aus einer Balayage besteht, sondern breitgefächert und hochwertig ist.

Reform des Ausbildungsmodells

Gsell plädiert für eine Überarbeitung des Ausbildungsmodells, um es attraktiver und praxisorientierter zu gestalten. Die Ausbildung muss überdacht werden. Hier sind die Handwerkskammern gefragt. Wir sollten uns immer wieder fragen, warum jemand Friseur lernt. Wir dürfen die Mädels nicht unterschätzen, die zuhaue ihre Freundinnen stylen oder sich selbst mit Glätteisen und Lockenstab. Die haben ein Grundverständnis für die Stylingtools.

Zuerst sollten wir zeigen, was alles möglich ist. Die Azubis sollen sich hinstellen und am Trainingskopf ein Styling umsetzen. Danach überlegen, wie es sich verbessern lässt - mit Farbe, Wellen oder einem Schnitt? Wir können zeigen, die Dauerwelle als Element zu sehen, als Kür und nicht als Pflicht und bei ihnen den Ehrgeiz wecken, das können zu wollen. Wir sollten aufhören, die Dauerwelle als Schrecken über Generationen zu verkaufen!

Entwicklung von Beautysense

Ein wichtiger Aspekt ist die Entwicklung von Beautysense bei den Auszubildenden. Ja, wir müssen lernen zu lehren, was schön ist. Die Mädels von heute haben ein anderes Gefühl dafür: zu viel Make-up, zu viel Augenbrauen, zu viel Wimpern. Sie müssen die breite Schönheit kennenlernen, die natürliche, die ältere! Sie müssen verstehen, dass ein „Muttchen“ auch gern ein Muttchen sein möchte, aber eben ein „flottes“! Das lernen sie nicht in der Schule, da sind wir Ausbilder gefragt, mit unser Erfahrung. Wir müssen ihre Sichtweisen verändern, dann einen Schritt zurücktreten und sie machen lassen.

Inspiration durch die Barber-Szene

Gsell lobt die Barber-Szene für ihr Image und die Gestaltung ihrer Salons. Chris Coenen meinte beim letzten Intercoiffure Business Kongress, dass es beim Gegenüber einen Unterschied macht, zu sagen, er ist Barber, statt er ist Friseur. Die Barber haben es vorgemacht, die haben an ihrem Inventar und an ihrem Image gearbeitet. Du schaust in deren Läden und denkst: WOW! Es reicht eben nicht mehr, ollen Kaffee aus einer ollen Kaffeemaschine anzubieten. Ich verkaufe das Gefühl „Schönheit“ doch schon an der Eingangstür!

Wünsche an die Kollegen

Abschließend wünscht sich Gsell eine Diskussionsplattform für erfahrene und junge Menschen, um gemeinsam die Zukunft des Friseurberufs zu gestalten. Eine Diskussionsplattform, einen runden Tisch mit erfahrenen Menschen, die im Leben stehen - das müssen nicht unbedingt nur Friseure sein - gemeinsam mit jungen Leuten und unseren Azubis! Die sollten wir ins Boot holen, denn die tragen den Beruf weiter.

Kopfkunst: Ihr Friseur in Bad Mergentheim

Dreißig Jahre Erfahrung und der immerwährende Drang nach den neuesten Trends und Techniken machen KOPF-KUNST so besonders. Die Haarspezialisten bieten im Herzen von Bad Mergentheim Platz für 14 Kunden. Als Wella-Artist gibt Jutta Gsell ihr Wissen auch in zahlreichen Shows und Seminaren an Kollegen und Fachpublikum weiter und ist immer am Puls der Zeit.

Termine und Wertschätzung

Liebe KOPF-KUNST-KUNDEN 🥰 falls Ihr in die Situation kommt und einen Termin nicht wahrnehmen könnt, gebt uns bitte rechtzeitig Gelegenheit, den Termin eine*r/m andere*n/m Kunde*in anzubieten. Bis zu 24 Stunden vor Beginn deines Termins stornieren wir die Buchung gerne kostenfrei. Bei Stornierungen unter 24 Stunden müssen wir leider aufgrund der Aufwendungen und der Personalkosten (deine Friseur*in💇🏼‍♀️) 80% der gebuchten Leistung berechnen.

Die KOPF-KÜNSTLER nehmen sich viel Zeit, um für Ihre Kunden*innen den perfekten neuen Look zu kreieren.

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