Eine Corona-Infektion kann vielfältige Auswirkungen auf den Körper haben, einschließlich der Organe, Gefäße und sogar der Haarwurzeln. Die American Academy of Dermatology Association (AAD) hat dies offiziell bestätigt, und auch Experten beobachten seit Beginn der Pandemie einen Anstieg von Patienten, die unter Haarausfall nach einer Corona-Infektion leiden.
Haarausfall wurde bei Corona-Infektionen häufig bemerkt, neben mitunter lebensgefährlichen Symptomen. In einigen Praxen wurde der Zusammenhang zwischen Corona und Haarausfall schon früh erkannt. Die Zahl der Patienten, die aufgrund einer Corona-Erkrankung oder Corona-Impfung unter Haarausfall litten, nahm stetig zu.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Fieber, Stress und die körperliche Belastung bei Erkrankung Haarausfall begünstigt. Jedoch steckt bei Corona mehr als das dahinter. Die Haarausfall-Muster bei COVID-19 Erkrankungen ähneln anderen Haarausfall-Mustern.
Die Virusinfektion bzw. die dadurch bedingten internistischen Erkrankungen wie eine Lungenentzündung stellen eine starke Belastung für den Körper da. Eine solche Belastung kann zur Entwicklung eines sogenannten Telogenen Effluviums führen.
Corona beschädigt Gefäße, aktuellen Erkenntnissen zufolge greifen Autoantikörper die innere Haut der Gefäße an (Endothel). Woraufhin die Versorgung von Zellen und Organen nicht mehr optimal funktioniert. Durch eine Unterversorgung der Haarfollikel mit Sauerstoff und Nährstoffen werden sie geschädigt und funktionieren nicht mehr richtig bzw. sterben ab. Das zeigt sich im anagenen Effluvium (Haarausfall in der Wachstumsphase der Haare mit unterschiedlichen Haarlängen).
Corona löst Autoimmunerkrankungen aus bzw. reaktiviert jene, die in Vergangenheit aufgetreten sind. Wir stellen immer wieder fest, dass Corona Autoimmunerkrankungen auslöst bzw. reaktiviert. Die Professorin und Leiterin der Immundefekt-Ambulanz, Carmen Scheibenbogen der Charité Universitätsklinik in Berlin stellte treffend fest: “Long-COVID hat alle Anzeichen einer Autoimmunkrankheit.”
Corona führt also zumindest bei manchen Erkrankten dazu, dass das Immunsystem fehlgesteuert reagiert. Dabei werden körpereigene Zellen und Organe als Fremdkörper bzw. Und dieses Muster sehen wir bei den Haarfollikeln ebenfalls, in Form von Alopecia Areata (kreisrundem Haarausfall). Diese Haarwurzeln werden also von den eigenen Abwehrkräften angegriffen.
Die Inkubationszeit beträgt bei nicht-vernarbenden Alopezien etwa 4 bis 6 Wochen, nach Ansteckung bzw. Impfung.
Corona führt zu unterschiedlichen Formen des Haarausfalls, häufig treten sie in Kombination auf:
Es wird zwischen der vernarbender und nicht-vernarbender Alopezie unterschieden. Bei der nicht vernarbenden Alopezie sterben die Haarwurzeln in aller Regel nicht ab. Sie gehen in einen Ruhezustand über. Bei der vernarbenden Form der Autoimmunerkrankung werden die Haarfollikel und teilweise auch das umgebende Bindegewebe (bspw. die Haut) zerstört. Dies äußert sich in einem Absterben und Vernarben der Haarwurzeln. Dazu gehört u.a. die Folliculitis Decalvans, dahinter steckt eine Entzündung der Kopfhaut und Haarwurzeln, die die Haarfollikel unwiederbringlich zerstört.
Inzwischen gibt es eine Reihe von Studien, die den Zusammenhang von Corona-Erkrankungen bzw. Long COVID und Haarausfall belegen.
Auch Haarausfall wird als Symptom von Long Covid gemeldet.
Damit der Haarausfall durch COVID-19 gestoppt werden kann, ist möglichst schnell eine gezielte Therapie zu beginnen.
Es sollte so beispielweise nach Mikornährstoffstörungen gescreent werden (z. B. Zink, Eisen, Vit D3 usw.) und ggf.
Bei fortbestehenden Entzündungsreaktionen der Kopfhaut (Rötungen, Schmerzen, Schwellungen) sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Weiterhin gilt die Faustregel, dass bei Ausfall von mehr als 100 Haaren pro Tag eine Abklärung erfolgen kann.
Wenn Sie unter Haarausfall nach einer Coronainfektion leiden, ist es ratsam, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufzusuchen. Eine gründliche Untersuchung und Bewertung kann helfen, die genaue Ursache des Haarausfalls zu ermitteln und entsprechende Behandlungsoptionen zu besprechen.
Informieren Sie sich bei Experten zum Thema Haarausfall nach Covid-19-Infektion!
Bei vermehrtem Haarausfall ist es grundsätzlich ratsam, Ihr Haar ausreichend zu pflegen und auf die Zufuhr wichtiger Nährstoffe zu achten. Verwenden Sie Haarpflegeprodukte, die speziell für empfindliches oder dünner werdendes Haar entwickelt wurden. Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr bestimmter Nährstoffe, z. B. Seien Sie geduldig und geben Sie Ihrem Haar Zeit, sich zu erholen.
In den meisten Fällen heilt der Haarausfall durch Corona von selbst. Es kann jedoch einige Monate dauern, bis sich das Haarwachstum wieder normalisiert und nicht bei allen Betroffenen erholen sich die Haarfollikel vollständig.
Dr. Thorben Royeck weiß zu berichten: „Bei einem Großteil der Fälle, die wir hier im Universitätsklinikum Bonn behandelt haben, ist das Haar wieder normal nachgewachsen. Da ist allerdings ein langer Atem gefragt!” So dauert es eben nicht nur bis zu sechs Monate, bis der Haarverlust nach einer Corona-Infektion eintritt. Auch das Wiedererlangen der gewohnten Dichte auf dem Kopf vollzieht sich ähnlich zögerlich - bis zu 18 Monate können da ins Land ziehen.
Unsere Experten haben drei Tipps, die gegen den Haarausfall nach der überstandenen Covid-Erkrankung helfen können und schnelle Besserung versprechen:
Der Geheimtipp von Friseur Josef Baranowski: “Was ich absolut empfehlen kann, ist ein Haarwasser wie z.B. Minoxicutan. Das ist ein Produkt, das den Haarausfall stoppt bzw. aufhält und die Durchblutung der Kopfhaut anregt. Dadurch werden die Haarwurzeln zum Wachsen motiviert. Mein Tipp bei Haarausfall und Haarbruch - jeden Morgen ein bis zwei Teelöffel Bio-Kurkuma-Konzentrat (Pulver) in einem Glas lauwarmem Wasser auflösen und trinken. Kurkuma ist ein altes Hausmittel und wirkt entzündungshemmend.”
“Diese Therapie ist eine der ältesten Haartherapien: Bei der Mesotherapie werden Vitamine und Proteine in die Kopfhaut injiziert, um die Haarwurzeln, die in dem Moment ein bisschen verkümmert sind, optimal zu ernähren und sie zu unterstützen, wieder ein vollwertiges Haar zu bilden. Die Mesotherapie macht man ungefähr in monatlichen Abständen”, so Dr. Merkel.
Dermatologe Dr. Merkel kennt noch eine zweite Therapie, die helfen kann - die sogenannte PRP. “Das ist eine Kurzform für Platelet-Rich Plasma, wobei man Blut abnimmt, zentrifugiert und aktiviert und daraus eigenes Blutplasma gewinnt. In diesem befinden sich die eigenen Wachstumsfaktoren und Stammzellen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Haarausfall nach einer Corona-Infektion ein bekanntes Phänomen ist, das jedoch in den meisten Fällen reversibel ist. Es ist wichtig, die Ursachen zu verstehen, sich professionelle Hilfe zu suchen und Geduld zu haben, da die Erholung des Haarwachstums einige Zeit dauern kann.
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