Der Mythos, dass Haare stärker und dichter nachwachsen, wenn sie regelmäßig geschnitten oder rasiert werden, hält sich hartnäckig. Doch es stimmt nicht.
Der Mensch besitzt rund 5 Millionen Haarfolikel, die auf dem ganzen Körper verteilt und schon bei der Geburt angelegt sind. Sie durchlaufen einen Zyklus aus Haarwachstum- und Haarausfall. Diese Phasen sind genetisch festgelegt und werden durch Faktoren wie Hormone, Immunreaktionen und Stoffe, die auf den lebendigen Teil des Haares einwirken, beeinflusst.
Das Haar an sich besteht aus abgestorbenen Zellen, ist also tote Materie. Wird es geschnitten, erfolgt darüber kein Informationsfluss hin zur Haarwurzel. Eine regelmäßige Rasur hat also keinen Einfluss auf das Haarwachstum. Die Gene und der Hormonhaushalt dagegen schon.
Die Haarfaser besteht hauptsächlich aus Keratin, einem Protein, das von Zellen in ständiger Erneuerung produziert wird: den Keratinozyten. Je aktiver diese Zellen sind, umso mehr wird das Haar genährt. Neben Keratin enthält das Haar weitere Bestandteile: Fettsäuren, Melanin, Zink, Eisen und verschiedene Vitamine.
Ein Haar wächst durchschnittlich 0,3 mm pro Tag. In einem Monat wird somit ein Wachstum von circa 1 cm erzielt.
Vitamine der Gruppe B sind sehr nützlich, um eine gute Keratinsynthese zu fördern. Bierhefe gehört zu den am häufigsten verwendeten Nahrungsergänzungsmitteln zur Optimierung der Haargesundheit.
Eine DIY-Haarmaske auf Basis von Bierhefe ist leicht realisiert:
Pflanzenöle sind sehr bekannt für ihre dermatologischen Vorteile. Die Haargesundheit profitiert ebenfalls von den Vorzügen bestimmter Fettsubstanzen wie Rizinusöl.
Obwohl der Geruch besonders störend sein kann, ist es interessant zu wissen, dass Zwiebelsaft über besonders viel Schwefel verfügt, ein Bestandteil, der eine Schlüsselrolle bei der Keratinsynthese spielt. Um von seinen Vorteilen zu profitieren und die Haare wachsen zu lassen, bereitet man am besten einen Zwiebelsaft zu: mixen Sie die Zwiebel und filtern Sie den Saft mit einem Spitzsieb. Anschließend verteilen Sie den Saft einfach direkt an der Haarwurzel und massieren dabei die Kopfhaut.
Man hört oft, dass regelmäßige Haarschnitte das Wachstum fördern. Tatsächlich ist dies nicht ganz richtig, denn beim Haarwuchs findet der gesamte Prozess auf Wurzelebene statt. Warum heißt es also, dass schöne lange Haare das Resultat regelmäßiger Friseurbesuche sind?
Haare waschen kann ein wahrer Albtraum für die Haarfaser sein, wenn man dabei zu aggressiv vorgeht. Das Haar ist empfindlich, zu starkes Frottieren kann zu Brüchigkeit führen. Um die Erneuerung der Hautzellen zu optimieren und sie besser atmen zu lassen, wird ein regelmäßiges Peeling empfohlen. Die Kopfhaut macht hier keine Ausnahme. In der Tat wird die Kopfhaut aufgrund von Verschmutzung, überschüssigem Talg und ungenügendem Ausspülen häufig schlecht behandelt.
Nährstoffe sind für die Keratinsynthese essentiell. Das Alter und die Herkunft einer Person sowie ihr Haartyp wirken sich direkt auf die Fähigkeit der Haare aus, gut zu wachsen. Um das Haarwachstum zu optimieren und keine Möglichkeit auszulassen, schöne Haare in bester Gesundheit zu haben, müssen Sie sie nur verwöhnen. Das Haar besteht hauptsächlich aus Keratin.
Jedes einzelne Haar am Körper durchlebt einen Zyklus: Zunächst sprießt es schnell, aber allmählich kommt das Wachstum zum Stillstand. Nach einer Ruhephase fällt das Haar aus, und ein neues wächst nach. Ob es zwischendurch geschnitten wird, ist dabei völlig egal - die Wurzel "weiß" nicht, was mit dem Haar draußen passiert.
Der Haarzyklus setzt sich aus drei Phasen zusammen, die jedes Haar unabhängig von seinen Nachbarhaaren durchläuft. Die Phase, in der ein Haar wächst, nennt man Anagenphase. Im Durchschnitt dauert diese Phase zwei bis sechs Jahre. Haare in dieser Phase heißen Papillarhaare.
An die Wachstumsphase schließt sich die Übergangsphase, die Katagenphase an. Die Papille stellt die Nährstoffversorgung der Matrix allmählich ein, woraufhin sich die Zellteilung verlangsamt und schließlich ganz endet. Die Matrixzellen lösen sich von der Papille und wandern mit den Zellen der inneren Wurzelscheide in Richtung Hautoberfläche. Der Haarfollikel schrumpft auf circa ein Drittel seiner ehemaligen Länge Die Katagenphase dauert etwa zwei bis drei Wochen.
Danach folgt die Ruhephase, die Telogenphase, an deren Ende das Haar ausfällt. Die Haarzwiebel ist jetzt verdickt, weshalb man vom Kolbenhaar spricht. Sie befindet sich im sogenannten Kolbenlager, kurz unterhalb der Talgdrüsen. Die Telogenphase hat eine Dauer von zwei bis vier Monaten. Gleichzeitig erhält die Haarpapille wieder ihre ursprüngliche Form und Größe und nimmt ihre Funktion wieder auf. Ein neuer Haarkeim entsteht. Haare, die nicht durch mechanische Beanspruchung, wie Waschen oder Frisieren ausfallen, werden von dem wachsenden neuen Haar herausgeschoben. Das neue Haar durchläuft nun auch wieder die drei Phasen des Haarzyklus.
Beim Menschen findet das ganze Jahr über ein weitgehend gleichmäßiger Haarwechsel statt, der hormonell und genetisch gesteuert wird. Bei den meisten Tieren befinden sich alle Haare zeitlich in der gleichen Phase. Fallen die alten Haare aus, spricht man vom Fellwechsel oder bei Vögeln von der Mauser.
Neben den Keratinozyten findet man in der Matrix einen weiteren Zelltyp, die Melanozyten. Sie bilden den farbgebenden Stoff, das Melanin. Die Melanozyten lagern chemische Vorstufen des Melanins, die Prämelanine, an die Keratinzellen an. Während des Verhornungsprozesses bilden sich daraus Pigmentkörnchen. Das Melanin wächst mit der übrigen Haarsubstanz an die Oberfläche.
Wie in der Haut auch unterscheidet man zwischen Eumelaninen, den dunklen, braunschwarzen Pigmenten, und Phäomelaninen, die heller sind und gelbrötlich erscheinen.
Die Haarfarbe ist zum einen von der Gesamtmenge an Melanin, zum anderen vom Mischungsverhältnis von Eu- und Phäomelanin abhängig. Mit zunehmendem Alter des Menschen nimmt die Bildung des Melanins ab. Die Melanozyten bilden keine vollständigen Pigmentkörnchen mehr und verkümmern schließlich ganz. Anstelle der Melanozyten findet man bei älteren Menschen in der Matrix Hohlräume. Haare, die in Ermangelung von Melanozyten kein Melanin mehr bilden können, sind farblos und erscheinen dem Betrachter weiß.
„Graue Haare“ gibt es eigentlich nicht. Die Haare erscheinen grau oder grau meliert, wenn neben den pigmentierten auch farblose Haare vorhanden sind. Der sogenannte Ergrauungsprozess beginnt durchschnittlich mit dreißig Jahren, kann aber auch früher oder später einsetzen. Wie lange die Melanozyten intakt bleiben und Melanin produzieren, ist genetisch festgelegt und wird durch Hormone beeinflusst.
Der Haarschaft selbst ist totes Material und kann in seiner Farbe vom Körper nicht verändert werden.
Durchschnittlich haben wir etwa 100 000 Haare auf dem Kopf. Die Anzahl ist je nach Haarfarbe unterschiedlich. Rothaarige haben im Schnitt 85 000, Brünette etwa 100 000 und Blonde am meisten, nämlich bis zu 140 000 Haare. Dies liegt vermutlich daran, dass sie mehr Haare benötigen, um die UVStrahlung vom empfindlichen Kopf fernzuhalten.
Wenn man von 100 000 Kopfhaaren ausgeht, die täglich um circa 0,2 Millimeter wachsen, produziert unsere Kopfhaut am Tag ungefähr 20 Meter Haar.
Etwa 80 bis 90 Prozent der Männer und 60 bis 70 Prozent der Frauen leiden mit fortschreitendem Alter unter Haarverlust. Für Frauen ist es besonders schlimm, sie verlieren häufig auch das Gefühl attraktiv zu sein. Aber auch so mancher Mann leidet sehr darunter, denn volles Haar steht auch bei vielen Männern für Vitalität, Gesundheit und sexuelle Anziehungskraft.
Andere kommen dagegen sehr gut mit einer Glatze zurecht und rasieren auch die verbliebene Kopfbehaarung ab.
Gerade bei Frauen ist es nicht immer Haarausfall, wenn die Haare dünner werden. Manchmal gehen die Haare gar nicht mit dem ganzen Haarschaft aus, sondern brechen nur ab. Das kann dann passieren, wenn häufig, unsachgemäß und mit aggressiven Maßnahmen das Haar gestylt wird. Manchmal machen sich die Haare auch nur vorübergehend dünn, zum Beispiel nach einer Schwangerschaft.
Erst, wenn über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare pro Tag ausfallen, spricht man von permanentem Haarausfall oder Effluvium. Wenn es dabei zu einer sichtbaren Lichtung des Haares, zu Kahlstellen oder völliger Haarlosigkeit kommt, handelt es sich um eine Alopezie.
Im Normalfall verliert der Mensch täglich Haare, ohne dass die Haare insgesamt weniger werden. Es sind die Haare, deren Wachstum abgeschlossen ist und die sich in der Telogenphase befinden. Sie werden vom unteren Teil des jeweiligen Follikels durch neugebildete Haare ersetzt. Insgesamt können 10- bis 12-mal neue Haare aus einem Follikel nachwachsen. Als normale Ausfallmenge pro Tag gelten im Alter von 20 bis 30 Jahren maximal 50 Haare, bis zum 40. Lebensjahr höchstens 60 Haare und bis zum 50. Lebensjahr maximal 100 Haare.
In der Schwangerschaft wird durch die hormonellen Einflüsse die Telogenphase verlängert und es fallen weniger Haare aus. Etwa drei bis fünf Monate nach der Entbindung, wenn sich die Hormonsituation wieder normalisiert hat, kommt es zum Effluvium. In der Regel hört dies nach wenigen Wochen wieder auf und es bleiben keine schütteren oder gar kahlen Stellen zurück.
Man unterscheidet zwischen permanenten und reversiblen Formen der Alopezie. Den androgenetischen Haarausfall (Alopezia androgenetica) kennt man vorwiegend vom Mann, er kann aber auch bei der Frau auftreten. Es beginnt frühestens mit Eintreten der Geschlechtsreife und ist mit 95 Prozent die am weitesten verbreitete Form des Haarausfalls, und das nicht nur beim männlichen, sondern auch beim weiblichen Haarausfall.
Ursache bei Mann und Frau ist eine ererbte Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Androgenen, genauer gesagt gegenüber Dihydrotestosteron (DHT). Das Hormon wird durch das Enzym 5-alpha- Reduktase aus Testosteron gebildet. Der Testosteronspiegel liegt dabei im Normbereich. Durch die Überreaktion der Haarfollikel werden die Haarzellen nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und es kommt zu einem Nährstoffmangel.
Der Haarzyklus, insbesondere die Anagenphase, ist dadurch verkürzt, die Latenzzeit zwischen Haarausfall und Bildung eines neuen Haares ist dagegen verlängert.
Es treten mehr Haare in die Telogenphase ein. Die nachwachsenden Haare sind dünner und erreichen nicht mehr die Länge der vorangegangenen Haare. Die Haarwurzel schrumpft allmählich ein, was man als Miniaturisierung bezeichnet. Anstelle eines normalen Haares entsteht ein weiches, farbloses Flaumhaar. Später fällt es ganz aus und es bleibt eine kahle Stelle.
Beim Mann tritt diese Form der Glatzenbildung in bestimmten Mustern auf, zum Beispiel mit dem Zurücktreten der Stirn- Haar-Grenze, zunächst in Form von Geheimratsecken, oder mit der Tonsur auf dem Oberkopf.
Dies kann schon im Jugendlichenalter beginnen. Wegen des erblichen Hintergrunds tritt der androgenetische Haarausfall innerhalb einer Familie meist entweder gehäuft oder selten auf.
Bei der Frau kommt es eher zu diffusen Lichtungen, besonders im Scheitelbereich. Frauen sind üblicherweise erst nach den Wechseljahren betroffen. Die nachlassende Estrogenproduktion führt zu einer relativen Zunahme von Androgenen. Ohne eine Therapie gehen jedes Jahr etwa fünf bis sechs Prozent der Haare verloren. Die androgenetische Alopezie der Frau kann aber auch Symptom einer endokrinen Störung sein.
Bei der Frau kann man die Erkrankung durch Medikamente mit antiandrogener Wirkung behandeln, beim Mann würde man unerwünschte Nebenwirkungen riskieren. Dieser anlagebedingte Haarausfall tritt bei der Frau nicht häufiger auf als früher, es kommt heute jedoch oftmals zu einer früheren Manifestation. Das kann daran liegen, dass Frauen durch die inzwischen übliche Doppelbelastung durch Beruf, Haushalt und Kinder mehr Stresshormone ausschütten, die das hormonelle Geschehen beeinflussen.
Ein Grund können auch hormonelle Kontrazeptive mit partieller Androgenwirkung sein, die den androgenetischen Haarausfall schon früher sichtbar machen.
Beim diffusen Haarausfall (Alopezia diffusa) kommt es vor allem am Oberkopf, im Wirbelbereich und an den „Geheimratsecken“ zu diffusen Lichtungen. Ursache können endogene und exogene Schädigungen der Haarfollikel während der Anagenphase sein, sodass die betroffenen Haare früher in die Telogenphase eintreten. Nach circa drei bis vier Monaten beginnt der Haarausfall.
Eine besondere Therapie ist nicht nötig, da die Haarfollikel funktionstüchtig bleiben und nach Beseitigung der Ursache ihr Wachstum wiederaufnehmen. Nach den Ursachen muss natürlich geforscht werden, um sie auszuschalten. Es können hormonelle Veränderungen, beispielsweise durch Einnahme der Pille oder nach Entbindungen, aber auch bei Eintritt in die Wechseljahre dahinterstecken; des weiteren Infektionen wie Grippe oder Typhus, Vergiftungen, beispielsweise durch Schwermetalle, Bestrahlungen in der Krebstherapie, die Einnahme von Medikamenten wie Zytostatika, Antikonvulsiva und Antikoagulanzien.
Auch Stoffwechselstörungen, Eisenmangel, und ein Nährstoffmangel nach einseitigen Crash-Diäten oder Fastenkuren können schuld sein. Es kommt also eine ganze Palette von Faktoren als Ursache für den diffusen Haarverlust in Frage.
Eine Schilddrüsenüberfunktion führt zur Vermehrung weicher, dünner Haare, während eine Schilddrüsenunterfunktion die Haare trocken und brüchig werden lässt. Letztlich kann jede körperliche, aber auch seelische Krise dem Organismus so viel Kraft rauben, dass kaum Energie bleibt für die Kopfhaut und damit für das Haarwachstum.
Beim kreisrunden Haarausfall (Alopezia areata) bilden sich kreisrunde oder ovale, auf jeden Fall scharf begrenzte Kahlstellen, meist in der Kopfaber auch in der Körperbehaarung, die einzeln oder mehrfach auftreten. Bei meliertem Haar fallen vor allem die noch pigmentierten Haare aus, sodass es in kurzer Zeit zu deutlichen Farbveränderungen kommen kann.
Männer mit langsamem oder unregelmäßigem Bartwuchs hören oft den Ratschlag, sie sollten sich häufiger rasieren, das würde den Bartwuchs beschleunigen. Aber bekommt man durch Rasieren wirklich mehr Bart? Und wachsen die Haare schneller?
Die knappe Antwort lautet: Nein, der Bart wächst nicht schneller durch häufiges Rasieren und man(n) hat auch nicht plötzlich mehr Bartwuchs. Durch häufiges Rasieren fühlen sich die Haarstoppeln lediglich rauer an. Das liegt daran, dass die sich nach oben verjüngenden Haarspitzen abgetrennt werden. Da die Haarwurzel bei der Rasur jedoch nicht beeinflusst wird, verändert sich weder die Bartdichte noch die Geschwindigkeit, mit der die Barthaare wachsen.
Soll dein Bart schneller wachsen, ist Rasieren also nicht die Lösung. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf den Bartwuchs aus. Gesichtsmassagen fördern die Durchblutung und können so ebenfalls das Wachstum der Barthaare anregen. Wasche dazu regelmäßig das Gesicht mit warmem Wasser, um die Poren zu öffnen, und massiere anschließend mit den Fingerspitzen etwas Bartöl ein. Netter Nebeneffekt: Gesichtshaut und Barthaare werden gepflegt.
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