Flöhe: Unterschiede zwischen Menschen-, Hunde- und Katzenflöhen erkennen und loswerden

Flöhe sind lästige Parasiten, die sowohl Tiere als auch Menschen befallen können. Sie verursachen juckende Stiche und können sich schnell in Wohnungen ausbreiten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Flöhe erkennen, welche Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten bestehen und wie Sie sie effektiv bekämpfen können.

Woran erkenne ich einen Floh?

Flöhe gehören zu den flügellosen Insekten. Ihr Körper misst gerade einmal zwei bis vier Millimeter und weist bei den meisten Arten eine braune bis schwarze Färbung auf. Typisch ist der feste Chitinpanzer und der seitlich abgeflachte Körper, mit dem sie sich auch durch dichtes Fell bei Tieren bewegen können.

An zwei Besonderheiten erkennt man Flöhe:

  • Zum einen sind sie seitlich abgeflacht.
  • Zum anderen ist das hinterste Beinpaar kräftig ausgebildet und ermöglicht es den Tieren, sehr weit zu springen. Mit ihren kräftigen Hinterbeinen können Flöhe bis zu einen halben Meter weit springen.

Dabei bieten ihnen die winzigen, nach hinten gerichteten Borsten an Körper und Beinen zusätzlichen Halt. Außerdem sind Flöhe mit einem scharfen Mundwerkzeug ausgestattet, einer Kombination aus Stech- und Saugrüssel, das es ihnen ermöglicht, die Haut zu durchdringen und Blut zu saugen.

Welche Floharten gibt es?

Es gibt über 2000 verschiedene Arten von Flöhen, von denen einige der bekanntesten sind:

  • Katzenfloh (Ctenocephalides felis)
  • Hundefloh (Ctenocephalides canis)
  • Menschenfloh (Pulex irritans)

Die meisten Flöhe haben sich im Laufe ihrer Entwicklung auf eine bestimmte Wirtsart spezialisiert und wurden entsprechend benannt.

Der Menschenfloh (Pulex irritans)

Der ursprünglich als "Menschenfloh" bekannte Vertreter ist heute weitgehend aus den Wohnungen verschwunden. Der Menschenfloh ist weltweit verbreitet, gilt allerdings in Mitteleuropa als nahezu ausgestorben. Was nicht bedeutet, dass Sie sich den unliebsamen Gast nicht aus dem Urlaub mitbringen können.

Dieser Floh wird Pulex Irritans genannt und kann nur im Haar von Menschen leben.

Katzenfloh (Ctenocephalides felis) und Hundefloh (Ctenocephalides canis)

Wenn Menschen heutzutage bei sich Flöhe finden, handelt es sich meist um den Katzenfloh (Ctenocephalides felis), seltener den Hundefloh (C. canis). Beide finden den Weg eher zufällig auf den Menschen, weil diese heutzutage sehr eng mit ihren Haustieren zusammenleben.

Katzenflöhe sind die häufigste Flohart, die auch über Hunde auf Katzen oder den Menschen übertragen werden kann. Hundeflöhe sind die am wenigsten verbreitete Flohart und meist nur in ländlichen Gebieten anzutreffen.

Der Floh selbst ist nicht sehr wählerisch - wo er seine Blutmahlzeit herbekommt, ist ihm egal. Auch wenn sie bevorzugt auf "ihrem" Hund oder "ihrer" Katze verweilen, so sind Flöhe nicht wählerisch, wenn es um den Wirt geht.

Wo lebt ein Floh?

Menschenflöhe zählen zu den Nestflöhen und leben gerne in den abgedunkelten, trockenen und ruhigen Bereichen des Hauses. Sie halten sich vorzugsweise in der Nähe der Matratze, in Teppichen sowie in Polstermöbeln auf. Außerdem fühlen sich Flöhe im Bett wohl, da sie dort ihrem Wirt nah sind.

Die Parasiten verursachen juckende Flohstiche (auch Flohbisse genannt), die auf der Haut und seltener auch auf dem Kopf und in den Haaren auftreten können.

Wie sehen Flohstiche aus?

Flohstiche beim Menschen äußern sich in der Regel durch gerötete, stark juckende Quaddeln. Flohstiche jucken stark, oft tagelang. Wer Flohstiche zu sehr kratzt, riskiert, dass sie sich mit Bakterien infizieren und entzünden. Außerdem können Flöhe Allergien auslösen.

Häufig treten mehrere Flohstiche in einer Reihe (Flohleiter) auf, da der Floh die Hautoberfläche zunächst erforscht und dabei mehrmals in die Haut sticht, bevor er eine geeignete Stelle findet und anfängt zu saugen. Erkennbar wird das oft an der charakteristischen "Flohstraße": Die Parasiten stechen auf der Suche nach einem Blutgefäß an mehreren Stellen hintereinander, sodass sich mehrere Stiche aneinanderreihen.

Es ist wichtig, Flohbisse nicht aufzukratzen, da dies zu Hautinfektionen führen kann. Um den Juckreiz zu lindern, können Betroffene die Stelle kühlen oder mit juckreizlindernden Cremes aus der Apotheke behandeln. Bei einem Flohbiss können außerdem verschiedene Hausmittel wie eine aufgeschnittene Zwiebel, Spitzwegerich oder kühlendes Aloe Vera Gel Linderung verschaffen.

Bei einem Flohbiss gelangt Speichelsekret des Flohs, das die Blutgerinnung hemmt, in die Haut. Infolge der Abwehrreaktion des Körpers schwillt die Hautstelle um den Stich an, rötet sich und beginnt zu jucken.

Einzelne Flohstiche erkennt man an kleinen, punktförmigen Blutungen. Später kommt es durch die Abwehrreaktion zu Quaddeln und stark juckenden roten Papeln, die tagelang bestehen bleiben. Die Stiche sind meist in Dreiergruppen angeordnet, da der Floh gerne Probestiche vor dem Hauptstich durchführt.

Die Gruppierung der Stiche ist wegweisend, oft haben die Betroffenen auch Katzen und Hunde als Haustiere.

Können Flöhe Krankheiten verursachen?

Flöhe in der Wohnung bekämpfen - Das funktioniert immer!

Zur Übertragung von Krankheitserregern durch Flöhe kommt es in Europa aufgrund der guten hygienischen Bedingungen eher selten. Berühmtheit erreichte der Floh als Überträger der pestauslösenden Bakterien (Yersinia pestis). Die hochansteckende Pest trat in der Vergangenheit wiederholt in großen Pandemien auf und verursachte dabei den Tod von Millionen Menschenleben.

Als schwerste durch Flöhe (Rattenfloh) verbreitete Infektion gilt die Pest, die durch das Bakterium (Yersinia pestis) verursacht wird, in Europa aber nahezu ausgerottet ist. Ausbrüche beschränken sich auf Gegenden der Tropen und Subtropen.

Heutzutage kann die Pest mit Antibiotika gut behandelt werden und kommt in unseren Breitengraden praktisch nicht mehr vor. In Ländern wie Peru, Kongo oder auch China dagegen werden immer mal wieder lokale Ausbrüche gemeldet.

In tropischen Ländern oder in Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen übertragen Flöhe häufiger Krankheiten. Dazu gehören zum Beispiel schwere bakterielle Infektionen wie Murines Fleckfieber oder Muriner Thyphus. Manche Hunde und Katzen reagieren zudem allergisch auf Flohstiche.

Katzenflöhe können Bakterien der Gattung Bartonella henselae übertagen und die so genannte Katzenkratzkrankheit beim Menschen verursachen. Dabei bildet sich an der Flohstichstelle häufig eine rot-braune Papel, die eine Schwellung der Lymphknoten nach sich zieht. Die Infektion klingt meist folgenlos wieder ab.

Flöhe können Menschen mit dem Gurkenkernbandwurm (Dipylidium canium) infizieren und in seltenen Fällen eine Dipylidiasis auslösen. Das Besondere ist dabei, dass der Gurkenkernbandwurm nicht über den Flohstich übertragen wird, sondern durch eine versehentliche orale Aufnahme von Flöhen, die infektiöse Wurmstadien beherbergen.

Wie bekämpfe ich Flöhe richtig?

In den meisten Fällen verirren sich vor allem einzelne Flöhe von anderen Säugetieren auf den Menschen. Wenn es wiederholt an einer Stelle leicht kitzelt, sollten Sie vorsichtig die Kleidung lüften und sich auf die Suche nach den kleinen Insekten begeben.

Ist der Übeltäter gefunden, pressen Sie ihn am besten in einen Klebestreifen - das ist die zuverlässigste Methode, ihn unschädlich zu machen. Denn durch seine flache Körperform lässt er sich nur schwer zerquetschen, und dank seiner starken Sprungbeine kann er rasch entkommen.

Sie haben den Floh nicht erwischt oder es kitzelt Sie wiederholt, ohne dass Sie den Parasiten entdecken? Dann empfiehlt es sich, die getragene Kleidung komplett in die Waschmaschine zu stecken und sich selbst eine Dusche zu gönnen.

Um Flöhen erfolgreich zu bekämpfen, muss man jeden Winkel gründlich reinigen. Folgende Maßnahmen können helfen:

  • Reinigung von Kleidung und Bettwäsche: Waschen Sie Bettwäsche und getragene Kleidung bei 60 Grad Celsius, besser noch bei 90 Grad.
  • Behandlung von Haustieren: Lassen Sie Ihr Haustier tierärztlich untersuchen und behandeln. Der Tierarzt oder die Tierärztin wird Ihnen ein Antiparasitikum (Mittel gegen Parasiten) oder ein Flohhalsband verkaufen beziehungsweise empfehlen.
  • Reinigung der Umgebung: Reinigen und saugen Sie Ihre Wohnräume wiederholt gründlich ab, insbesondere den eigenen Schlafplatz und den Ihres Tieres.
  • Kälte- oder Hitzebehandlung: Stofftiere und Spielzeuge von Tieren können Sie auch für einige Stunden einfrieren und diese dann später draußen ausschütteln.

Es gibt außerdem verschiedene Flohbekämpfungsmittel mit Insektiziden und repellenten (vergrämenden), also flohabweisenden Wirkstoffen, die allerdings schädlich für Mensch und Tier sein können.

Wie kann ich Flöhen vorbeugen?

Um einen Befall zu verhindern, sollten Sie Ihre Haustiere regelmäßig mit einem Flohkamm auf Flöhe untersuchen und gegebenenfalls behandeln. Dafür stehen einige im Handel erhältliche Flohmittel zur Verfügung.

Bei Flohbefall sollten Sie außerdem die Schlafplätze Ihrer haarigen Lieblinge und deren Umgebung reinigen sowie Teppiche und Fußböden kräftig saugen. Waschbares (z.B. Decken) sollten Sie bei 60 Grad waschen.

Vorsicht ist übrigens auch bei der Reinigung von alten Vogelnistkästen geboten - hier lauern oft regelrechte Flohkolonien, die hungrig auf einen neuen Wirt warten.

Hausmittel gegen Flohbisse

Zur Juckreizstillung nach Flohstichen eignen sich Antihistaminika, Zink-Schüttelmixturen mit Gerbstoff (Tannosynt) sowie Mentholspiritus.

Verschiedene Hausmittel sollen darüber hinaus dabei helfen, sich die lästigen Flöhe vom Leib zu halten. Dazu zählen Mischungen aus Essig, Wasser und Zitronensaft sowie Sprays mit ätherischen Ölen, wie Teebaumöl oder Eukalyptusöl. Diese Mischungen sollten Sie aber nicht bei Haustieren anwenden, da die starken Gerüche von diesen als extrem unangenehm empfunden werden und einige ätherische Öle für Haustiere giftig sind.

Unterschiede zwischen Flöhen und Läusen

Ein Floh ist 1-6 mm groß und hat lange und kräftige Hinterbeine. Er kann rund 20-30 cm weit und hochspringen und unterscheidet sich somit deutlich von Kopfläusen. Einige Parasiten fühlen sich besonders auf der Kopfhaut wohl. Grundsätzlich können auch Flöhe auf Haaren oder Kopfhaut auftreten.

Juckt es stark auf der Kopfhaut und sieht man gegebenenfalls sogar kleine Insekten im Haar, sollte man jedoch zuerst an Läuse denken.

An folgenden Merkmalen kann man Flöhe und Läuse unterscheiden:

  • Flöhe sind braun, während Läuse durchsichtig bis leicht hellgrau sind. Erst nachdem sie Blut gesaugt haben, färben sie sich rötlich-braun.
  • Flöhe bewegen sich springend fort, während Läuse krabbeln.
  • Flöhe sind deutlich aktiver als Läuse und bewegen sich mehr.
  • Kopfläuse beschränken sich auf die Kopfhaut, während Flohbisse am ganzen Körper auftreten können.
  • Läuse legen ihre Eier, auch als Nissen bezeichnet, in die Haare. Diese weißlichen Punkte kleben zwischen den Haaren, nahe der Kopfhaut.

Zusammenfassung

Flöhe sind lästige Parasiten, die sowohl Menschen als auch Tiere befallen können. Es gibt verschiedene Arten von Flöhen, wobei der Katzenfloh am häufigsten vorkommt. Flohbisse verursachen Juckreiz und können allergische Reaktionen auslösen. Um Flöhe effektiv zu bekämpfen, ist es wichtig, sowohl die Haustiere als auch die Umgebung gründlich zu reinigen und zu behandeln. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Flöhe loswerden und einem erneuten Befall vorbeugen.

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