Viele Symptome, die mit einer Störung der Schilddrüsenfunktion einhergehen, können bei Jugendlichen auch Ausdruck der Pubertät sein: Müdigkeit, fettige Haare und depressive Stimmung.
»In diesem Alter kann es leicht passieren, dass eine Fehlfunktion der Schilddrüse falsch interpretiert und auf die Pubertät geschoben wird«, sagt Dr. Gesche Wieser vom Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V.
Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Störung der Schilddrüsenfunktion in der Adoleszenz auslösen können.
Insgesamt entwickeln etwa 2 Prozent der Schulkinder die Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das eigene Schilddrüsengewebe attackiert. Hashimoto kann sich zunächst als Schilddrüsenüberfunktion äußern, um dann in eine Unterfunktion überzugehen.
Viele Symptome von Schilddrüsenproblemen ähneln einer unausgewogenen Versorgung mit Geschlechtshormonen (Testosteron, Progesteron, Estriol, Estradiol, DHEA etc.). Es ist selten auf den ersten Blick erkennbar, welche Hormongruppe zuerst aus dem Lot geriet.
Sicher ist aber, dass beide Hormongruppen (Schilddrüsenhormone und Geschlechtshormone - zusammen mit den Stresshormonen wie Cortisol) wie Zahnräder ineinandergreifen. Ein Chaos im Geschlechtshormonbereich bedeutet fast immer eine überforderte Schilddrüse. Selten handelt es sich nur um eine reine Unterfunktion oder Überfunktion. Das häufigste Szenario zeigt heftige Schwankungen von beiden Extremen. Das ist eine Herausforderung an die Diagnostik. Besonders schwierig wird das Diagnostizieren, wenn Autoimmunstörungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow die Schilddrüse eskalieren lassen.
»Eine Überfunktion zeigt sich unter anderem durch Herzrasen, Haarausfall, Ängste, Nervosität, Konzentrationsstörungen, Gewichtsverlust und starke Regelblutungen«, zählt die BDN-Expertin auf.
Symptome die auftreten können, sind:
Viele Patienten kennen ein Abwechseln von Symptomen der Unter- und der Überfunktion - manchmal innerhalb von Stunden oder eines Tages. Das gilt besonders für die Autoimmunkrankheiten Morbus Hashimoto und Morbus Basedow.
Eine Unterfunktion dagegen macht sich durch Gewichtszunahme, Müdigkeit, depressive Stimmungslage, häufiges Frieren, ausbleibende Regel, fettige Haare und unreine Haut bemerkbar.
Von einer Unterfunktion (Hypothyreose) spricht man, wenn zu wenige Schilddrüsenhormone gebildet werden. Diese kann zu folgenden Symptomen führen:
Eine erhöhte Wachsamkeit sei geboten, wenn Schilddrüsenerkrankungen in der Familie bekannt seien und folgende Symptome beobachtet würden: starke Gewichtszunahme, obwohl ein Kind gesunde Kost in überschaubaren Portionen zu sich nimmt, unregelmäßige Monatsblutungen und psychische Auffälligkeiten oder Wesensveränderungen.
Viele Faktoren können die Funktion der Schilddrüse stören. Das kann sich mit heftigen Schwankungen der Schilddrüsenfunktion bemerkbar machen. Selten haben Menschen eine permanente Schilddrüsenunterfunktion oder eine dauerhafte Schilddrüsenüberfunktion. Beides vermeidet unser Körper weitgehend mit verschiedenen Gegenregulierungsmaßnahmen.
Die sinnvollste therapeutische Reaktion bei Schilddrüsenstörungen wäre zunächst mögliche Störfaktoren zu vermeiden, wie z. B.:
Störungen der Schilddrüsenfunktion treten oft in speziellen Lebensphasen auf, wie z. B. in Schwangerschaft, Pubertät oder Wechseljahren. Dies bestätigt, dass Veränderungen im Bereich der Geschlechtshormone auch einen großen Einfluss auf die Schilddrüse haben.
Diese verschiedenen Formen einer Schilddrüsenerkrankung werden durch eine Störung des Immunsystems verursacht.
Es ist möglich von mehreren Autoimmunerkrankungen gleichzeitig betroffen zu sein.
Eine chronische Entzündung der Schilddrüse ist leider keine Seltenheit. Diese wird oft erst nach Jahren erkannt. Dafür typisch wäre eine zunehmend schwächere Schilddrüsenfunktion mit heftigen Schwankungen einer Über- und Unterfunktion.
Eine Schilddrüsenentzündung ist oft mit einer Autoimmunstörung verknüpft - aber nicht immer. Umgekehrt gilt auch: Bei einer Schilddrüsenentzündung sind nicht immer Antikörper nachweisbar. Wenn die Schilddrüse durch äußere oder innere Faktoren zu sehr gereizt wird (Röntgen, Infektionen, viele Impfungen usw.), kann sich bei einer Immunschwäche die sensible Schilddrüse entzünden.
Sollten der Verdacht bestehen, empfiehlt es sich den Arzt um eine Testung der drei Schilddrüsenantikörper-Messungen TPO, TRAK, TG-AK zu bitten.
Da die Schilddrüse mit ihren Hormonen das Haarwachstum beeinflusst, gehören auch Schilddrüsenfunktionsstörungen zu den möglichen Auslösern für Haarausfall.
In den menschlichen Haarfollikelzellen wird das Haar gebildet und dort ist auch die Haarwurzel verankert. Diese Zellen besitzen Rezeptoren, an die die Schilddrüsenhormone binden können. Die dadurch ausgelösten Signale und Prozesse wirken sich direkt auf das natürliche Haarwachstum aus. Ebenso beeinflussen die Regelhormone der Schilddrüse - genauer das Thyreotropin-Releasing Hormon (TRH) und Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) - wichtige Prozesse im Haarwachstumszyklus.
Gerät die Schilddrüse aus dem Takt, sind die Schilddrüsenhormone in der Folge meist übermäßig viel oder zu gering im Blut vorhanden.
Starke Schilddrüsenüberfunktionen treten meist bei einem Morbus Basedow auf. Bei dieser Autoimmunerkrankung führen spezifische Antikörper gegen den TSH-Rezeptor zu einer vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen.
Auch bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis kann es zu Beginn zu einer Überfunktion kommen. Langfristig entwickeln aber viele der Patientinnen und Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis nach einer etwa sechswöchigen Überfunktionsphase eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenunterfunktion.
Eine solche Störung betrifft auch rund fünf bis sieben Prozent aller Frauen nach der Geburt - die sogenannte Postpartum-Thyreoiditis. Ohnehin kommt es nach einer Geburt durch den Abfall der schwangerschaftsbedingt hohen Östrogenwerte oftmals zu einem gewissen Haarausfall. Eine Postpartum-Thyreoiditis kann diesen noch deutlich verstärken.
Darüber hinaus können „heiße“ Schilddrüsenknoten (Autonome Adenome) ebenfalls eine Überfunktion und damit einen verstärkten Haarausfall verursachen.
Die gute Nachricht: Schilddrüsenfunktionsstörungen sorgen in der Regel für keinen dauerhaften Haarverlust. Nach erfolgreicher Behandlung der ursächlichen Schilddrüsenerkrankung und der Normalisierung der Schilddrüsenwerte wachsen die ausgefallenen Haare meist wieder nach - auch nach länger anhaltenden Funktionsstörungen.
Generell gilt: Je früher gehandelt wird, desto schneller lässt sich weiterem Haarausfall vorbeugen. Denn es kann mitunter Jahre dauern, bis die Haare in Länge und Volumen wieder nachgewachsen sind.
Zunächst muss man wissen, dass die Kombination beider Stoffwechselerkrankungen nicht selten ist. Patienten mit einem Typ-1-Diabetes leiden überproportional häufig auch an einem M. Basedow (Autoimmunhyperthyreose) und Patienten mit einem Typ-2-Diabetes häufiger an einer zusätzlichen Schilddrüsenautonomie (gutartige Drüsenwucherungen mit möglicher Schilddrüsenüberfunktion).
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt es bei bis zu 2⁄3 der Betroffenen auch zu Verschlechterungen des Zuckerstoffwechsels und zu einer verminderten Insulinwirksamkeit (Insulinresistenz). Zudem sind die Symptome einer Hyperthyreose und eines entgleisten Diabetes zum Teil sehr ähnlich, sodass bei Patienten mit einer unbekannten Hyperthyreose häufig nicht an einen zusätzlichen Diabetes gedacht wird und umgekehrt.
Dabei profitieren beide Erkrankungen von einer guten Einstellung der jeweils anderen Hormonerkrankung.
Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) neigen häufig zu auffällig niedrigen Blutzuckerwerte. Das ist bei ansonsten gesunden Menschen in aller Regel nicht schlimm, bei medikamentös behandelten Diabetikern birgt das jedoch das Risiko für unerwünschte Unterzuckerungen (Hypoglykämien) mit zum Teil gefährlichen Folgen.
Deshalb ist es für Diabetiker wichtig, dass auch die Schilddrüsenfunktion überprüft und bei Bedarf gut eingestellt wird, denn beide Erkrankungen profitieren von der guten Einstellung der jeweiligen anderen. Das gilt insbesondere für schwangere Diabetikerinnen sowie für Diabetikerinnen in bzw.
Das ist möglich, denn die Schilddrüse steuert auch den menschlichen Stoffwechsel und kann dadurch auch die Cholesterinwerte im Blut beeinflussen.
So kann es bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) durch den verlangsamten Stoffwechsel und den geringeren Energieverbrauch zu einem Anstieg des gesamten Cholesterinspiegels und insbesondere auch des „bösen“ LDL-Cholesterins im Blut kommen. Das wiederum fördert u. a. die Verkalkung der Blutgefäße.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist das Gegenteil der Fall und es kann umgekehrt zu einem Abfall der Cholesterinwerte im Blut kommen.
Das kann sein, denn die Schilddrüse und ihre Hormone beeinflussen auch den Stoffwechsel und das Körpergewicht.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt es zu einer Verlangsamung vieler körperlicher und seelischer Prozesse, zu einem verminderten Kalorienverbrauch, zu Antriebslosigkeit und Bewegungsmangel und dadurch in der Summe trotz unverändertem Trink- und Essverhalten häufig auch zu einer ungewollten Gewichtszunahme.
Das ist grundsätzlich möglich, denn Schilddrüsenhormone kurbeln u. a. auch den Stoffwechsel und den Kalorienverbrauch an, was zur Gewichtsreduktion führen kann. Daher sind künstliche Schilddrüsenhormone häufig auch in illegalen „Abnehmpillen“ enthalten.
Ein relevanter Gewichtsverlust stellt sich allerdings erst bei einer medikamentös ausgelösten Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ein. Eine Hyperthyreose hat aber auch viele nachteilige und zum Teil sehr gefährliche Effekte auf zahlreiche andere Körperfunktionen, insbesondere auf das Herz-Kreislaufsystem oder die Psyche.
Grundsätzlich geht das, aber man muss einige Dinge beachten: Wenn man keine Schilddrüse hat, also entweder angeboren, operativ entfernt, durch eine Radiojodtherapie oder eine Entzündung (z. B. Hashimoto) zerstört, muss man die fehlende Schilddrüsenhormonproduktion durch Medikamente ersetzen.
Sind diese zu niedrig dosiert, kann es zur ungewollten Gewichtszunahme kommen, sodass ein gewolltes Abnehmen schwierig bis fast unmöglich ist. Wichtig ist also zunächst einmal eine optimale Einstellung der Schilddrüsenhormone, die allerdings auch nicht zu hoch dosiert sein dürfen, da es sonst zu schädlichen Nebenwirkungen z. B. seitens des Herz-Kreislauf-Systems kommen kann.
Das ist möglich, denn Schilddrüsenhormone beeinflussen auch den Knochenstoffwechsel.
Bei einem Zuviel an Schilddrüsenhormonen (Hyperthyreose) kommt es zu einem beschleunigten Knochenstoffwechsel und zu einem vermehrten Knochenabbau.
Bei einer manifesten Überfunktion (Schilddrüsenhormonwerte im Blut erhöht) steigt das Risiko für Hüft- oder Wirbelkörperbrüche etwa um den Faktor 3 - 4 an, und auch schon bei der schleichenden Überfunktion (nur TSH-Wert im Blut erniedrigt, Schilddrüsenhormon im Blut noch normal) etwa um den Faktor 2,5 - 3.
Das ist insbesondere auch wichtig für die medikamentöse Behandlung mit Schilddrüsenhormonen, denn eine langfristige zu hohe Thyroxin-Dosierung steht seit Längerem in Verdacht, Knochenverlust und die Entstehung einer Osteoporose zu begünstigen. Deshalb sind unter einer Thyroxin-Therapie regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenwerte sinnvoll.
Dies auch vor dem Hintergrund, dass sich der Thyroxin-Abbau mit zunehmendem Alter verlangsamt und dann eine Absenkung der täglichen Thyroxin-Dosis erforderlich wird.
Schilddrüsenhormone beeinflussen auch den Stoffwechsel der Gehirn- und Nervenzellen und haben damit Auswirkungen auf fast alle geistigen, nervlichen und auch psychischen Funktionen.
Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führt zur Verlangsamung und Drosselung diverser Hirnfunktionen. Besonders fatale Folgen hat eine Hypothyreose auf die embryonale und frühkindliche Hirnreifung, sodass es zu schwerwiegenden und bleibenden Schäden kommen kann (z. B. Kretinismus).
Am ausgewachsenen Gehirn kann eine Hypothyreose zu verschiedenen psychischen und kognitiven Symptomen führen. Bei etwa 50 - 90 % der Hypothyreose Patienten können geistige Funktionseinschränkungen wie Aufmerksamkeits-, Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen, verlangsamte Gedankengänge, Initiativlosigkeit, Stumpfheit oder Lethargie festgestellt werden.
Zudem treten bei etwa 40 - 50 % der Hypothyreose Patienten depressive Zustände in unterschiedlichen Ausprägungen auf. Auch scheint eine Hypothyreose das Risiko für die Entwicklung einer Demenz zu erhöhen.
Das ist sehr gut möglich, denn Schilddrüsenhormone wirken im Prinzip wie Energielieferanten für viele Organe und Körperfunktionen. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) kommt es daher zu einer Drosselung und Verlangsamung verschiedener körperlicher und seelischer Prozesse.
Typische Folgen einer Unterfunktion sind eine ausgeprägte Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit oder eine depressive Verstimmung. Bei derartigen Symptomen sollte daher immer auch an die Schilddrüse gedacht und die Schilddrüsenfunktion abgeklärt werden.
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