Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das das Selbstwertgefühl und das persönliche Wohlbefinden stark beeinträchtigen kann. Eine oft unterschätzte, aber bedeutende Ursache für diffusen Haarausfall ist Eisenmangel. Besonders Frauen sind häufig betroffen. In diesem Artikel beleuchten wir die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Haarausfall durch Eisenmangel.
Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das für viele Körperfunktionen unerlässlich ist. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Sauerstoffaufnahme und -speicherung sowie der Blutbildung. Eisen ist notwendig für die Bildung von Hämoglobin - einem Bestandteil der roten Blutkörperchen, der den Sauerstofftransport im Blut ermöglicht. Ohne ausreichend Eisen werden die Haarwurzeln nicht optimal mit Sauerstoff versorgt, was zu einem gestörten Haarwachstum führt.
Unser Körper besitzt etwa zwei bis vier Gramm Eisen, das in Knochenmark, Leber, Milz und Muskulatur in Form der Eiweiße Ferritin und Hämosiderin gespeichert wird. Wenn der Körper nicht ausreichend Eisen zur Verfügung hat, sinkt der Hämoglobinwert, was die Sauerstoffversorgung der Haarwurzeln beeinträchtigt. Das in den Haarfollikeln gespeicherte Ferritin, das für den Haaraufbau zuständig ist, fehlt in diesem Fall.
Haarfollikelzellen, die Zellen, die die Haare an der Wurzel bilden, gehören zu den Zellen des Körpers, die sich am schnellsten vermehren, wodurch die Haare wachsen. Entsprechend wichtig sind Prozesse wie z.B. die DNA-Synthese in diesen Zellen. Für die DNA-Synthese werden verschiedene Enzyme benötigt. Eines von diesen Enzymen ist die Ribonucleotid-Reduktase, die für ihre Funktion Eisen benötigt.
Die genauen Mechanismen, die dazu führen, dass ein Eisenmangel Haarausfall verursacht, sind noch nicht geklärt. Es werden aber verschiedene Theorien diskutiert.
Haarausfall bei Eisenmangel ist eine spezielle Form des Haarausfalls, die unter dem Begriff telogenes Effluvium bekannt ist. Dabei wechseln viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase und fallen schließlich vermehrt aus.
Eisenmangel kann sehr vielfältige Ursachen haben. Grundsätzlich kann das Problem an drei Stellen liegen: Entweder es wird zu wenig Eisen zugeführt, das zugeführte Eisen wird vom Körper nicht adäquat aufgenommen oder der Körper verliert zu viel Eisen.
Mögliche Ursachen sind:
Stress kann trotz Eisenaufnahme durch Lebensmittel zu Eisenmangel beitragen und zu Haarausfall führen.
Ein Eisenmangel kann sich schleichend entwickeln und bleibt oft lange unentdeckt. Ein Mangel kann sich über Monate oder Jahre entwickeln. Haarausfall ist nur eines von vielen möglichen Symptomen. Typische Symptome eines Eisenmangels sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit und verminderte Belastbarkeit. Die Anämie, die der Eisenmangel verursacht, kann in schwereren Fällen zu Blässe der Haut und der Bindehäute am Auge, Herzrasen (Tachykardie) und zu niedrigem Blutdruck führen. Weitere dermatologische Symptome sind neben dem Haarausfall dünne Fingernägel und eingerissene Mundwinkel.
Weitere Symptome:
Charakteristisch für Haarausfall durch Eisenmangel ist, dass das Haar diffus und gleichmäßig dünner wird. Es treten keine kahlen Stellen auf, sondern das gesamte Haarbild wirkt lichter. Besonders beim Bürsten oder Duschen fällt vermehrt Haar auf.
Wenn du Haarausfall durch Eisenmangel vermutest, ist ein Bluttest zur Bestimmung des Ferritinwertes sinnvoll. Die Diagnose eines Eisenmangels erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Ferritin ist bei der Diagnostik der wichtigste Wert, wenn es um den Haarausfall durch Eisenmangel geht: Er gibt an, wie gut der Körper mit Eisen versorgt ist. Eine ganzheitliche Diagnose berücksichtigt auch die Ernährung, Lebensgewohnheiten und Begleiterkrankungen.
Wichtige Blutwerte zur Diagnose:
Normale Eisenwerte beim Mann liegen bei 50 bis 160 Mikrogramm pro Deziliter Blut. Bei Frauen liegen gesunde Werte zwischen 50 und 150 Mikrogramm pro Deziliter Blut. Liegen die Werte darunter, spricht man von einem Eisenmangel. Nur dieser Wert kann auch einen schleichenden, also versteckten Eisenmangel aufdecken, während die anderen Eisenwerte in diesem Fall oft noch unauffällig sind. In manchen Fällen kann es auch sinnvoll sein, zusätzlich den Transferrin-Wert und die Transferrin-Sättigung mitzubestimmen. Transferrin ist die Transportform des Eisens.
Die Therapie eines Eisenmangels hängt entscheidend von seiner Ursache ab. Entsprechend liegt der Schlüssel zur Therapie auch meist in der Ursachenbeseitigung. Die gute Nachricht: Haarausfall durch Eisenmangel ist in den meisten Fällen nicht dauerhaft. Allerdings ist Geduld gefragt. Der Körper benötigt zunächst ausreichend Eisen und andere Nährstoffe, um die Haarfollikel zu regenerieren. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, doch in den meisten Fällen lässt der Haarverlust nach 8-12 Wochen gezielter Therapie deutlich nach.
Es gibt verschiedene Behandlungsansätze:
Die effektivste Methode zur Behandlung eines Eisenmangels ist die Einnahme von Eisenpräparaten - meist in Tabletten- oder Tropfenform. Bei schwerem Mangel oder schlechter Verträglichkeit kann auch eine intravenöse Therapie notwendig sein. Wichtig: Die Einnahme sollte immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen, da eine Überdosierung Nebenwirkungen verursachen kann. Typische Dosierungen liegen hier bei 30-60 mg elementarem Eisen, also tatsächlich im Präparat verfügbares Eisen pro Tag. Im Alltag, bei leichtem Mangel, reichen meist schon niedrigere Dosierungen aus, um einen guten Eisenspiegel zu erreichen oder zu halten. Achte also immer auch präventiv auf deine Eisenzufuhr.
Ein ausgewogener Speiseplan mit einem hohen Eisengehalt ist entscheidend für gesunde, kräftige Haare. Besonders bei Haarausfall durch Eisenmangel. Eine eisenreiche Ernährung ist essenziell. Besonders empfehlenswert sind rotes Fleisch, Leber, Linsen, Kichererbsen, Kürbiskerne, Hirse und grünes Blattgemüse.
Eisen bei Haarausfall ist essentiell, doch nicht jede Eisenquelle wirkt gleich stark. Tierische Produkte enthalten Hämeisen, das der Körper besser aufnimmt. Pflanzliches Eisen benötigt zur besseren Verwertung Vitamin C. Daher ist die Kombination z. B. mit Vitamin C reichen Lebensmitteln (z.B. Paprika, Zitrusfrüchte, Tomaten) wichtig.
Eisenhaltige Lebensmittel:
Eisenmenge in Lebensmitteln (ungefähre Angaben):
| Lebensmittel | Eisen pro 100g |
|---|---|
| Spinat | 4 mg |
| Linsen | 8 mg |
| Rindfleisch | 3 mg |
| Tofu | 3 mg |
| Brokkoli | 1 mg |
Die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C (z. B. durch Zitrusfrüchte oder Paprika) fördert die Eisenresorption. Hingegen hemmen koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder schwarzer Tee die Eisenaufnahme im Dünndarm. Auch große Mengen an Kalzium (z. B. in Milchprodukten) können die Eisenaufnahme hemmen. Deshalb sollten eisenreiche Mahlzeiten möglichst getrennt von diesen Lebensmitteln eingenommen werden. Achte hier auf einen ausreichenden Abstand (ca. 1-2 Stunden).
Bevor Du versuchst, selbst gestellte Diagnosen mit Medikamenten aus Apotheke oder Drogerie zu bekämpfen, solltest Du immer der Ursache auf den Grund gehen! Haarausfall kann verschiedene Gründe haben. Konsultiere einen Arzt oder Heilpraktiker, um Deine Eisen-Blutwerte bestimmen zu lassen. Nur so kann festgestellt werden, ob ein Eisenmangel vorliegt und eine gezielte Behandlung eingeleitet werden kann.
Fazit: Hilft Eisen bei Haarausfall? Ja, wenn Eisenmangel die Ursache ist. In diesem Fall sind gezielte Maßnahmen wie Ernährung und ggf. Eisenpräparate notwendig, um den Eisenspiegel zu normalisieren und das Haarwachstum wieder anzuregen.
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