Eisenmangel als Ursache für Haarausfall: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Männer und Frauen gleichermaßen betrifft. Eine der möglichen Ursachen von Haarausfall könnte ein Eisenmangel sein, wie Untersuchungen zeigen. Viele Menschen fühlen sich oft müde, abgeschlagen oder leiden unter Konzentrationsproblemen. Aber ist dies immer ein Zeichen von Eisenmangel oder können auch andere Faktoren schuld sein?

Oftmals steckt hinter Müdigkeit, Blässe und einem allgemeinen Schwächegefühl ein Eisenmangel und in der Folge eine Eisenmangelanämie. Bei dieser Form der Blutarmut kann der Körper nicht genügend rote Blutkörperchen bilden.

Was ist eine Eisenmangelanämie?

Bei einer Eisenmangelanämie ist der Eisengehalt im Körper vermindert. Eisen ist wichtig für die Bildung von Hämoglobin. Hämoglobin ist ein eisenhaltiger Proteinkomplex in den roten Blutkörperchen.

Seine Aufgabe ist es, Sauerstoff über die Blutbahn zu den Zellen und Organen zu transportieren. Ist zu wenig Eisen für den Körper vorhanden, kann die Hämoglobinkonzentration im Blut sinken. Dadurch ist der Sauerstofftransport zu den Körperzellen beeinträchtigt. Dann kann es zu einer Unterversorgung kommen.

Die Eisenmangelanämie ist mit achtzig Prozent die häufigste Form der Blutarmut. In Europa sind zwischen fünf und zehn Prozent aller Menschen betroffen, die Mehrheit davon Frauen.

Ursachen einer Eisenmangelanämie

Einer der häufigsten Gründe für eine Eisenmangelanämie ist chronischer Blutverlust. Dieser kann verschiedene Ursachen haben:

  • Blutung im Magen-Darm-Trakt
  • Blutung aus Harnwegen oder Geschlechtsorganen
  • Blutverlust nach Operationen oder Blutspenden
  • chronisches Zahnfleisch- oder Nasenbluten
  • Menstruation: Der Verlust von Eisen mit der Regelblutung (Menstruation) ist die häufigste Ursache für einen Eisenmangel bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Häufig kann Eisenmangel auch dann entstehen, wenn Sie zu wenig Eisen aufnehmen. Besonders betroffen sind Kinder, Vegetarier:innen, Menschen mit Essstörungen oder alkoholkranke Menschen.

In der Schwangerschaft, in der Wachstumsphase oder bei schweren Erkrankungen benötigt der Körper mehr Eisen. Wird die Ernährung diesem Bedarf nicht entsprechend angepasst, kann es unter solchen Umständen zu Eisenmangelzuständen kommen.

Manchmal kann der Körper das Eisen, das durch die Nahrung in den Körper gelangt, nicht aufnehmen. Gründe dafür können sein:

  • eine chronisch-entzündliche Erkrankung, zum Beispiel rheumatoide Arthritis oder chronisch-entzündliche Darmerkrankung
  • verminderte Aufnahmefähigkeit des Darms, etwa bei Zöliakie
  • eine teilweise Entfernung des Magens (Magenteilresektion)
  • lange Einnahme von Medikamenten gegen übermäßige Magensäureproduktion
  • starker Konsum von Schwarztee oder Kaffee

5 typische Eisenmangel Anzeichen: von Blässe, trockene Haut & Haarausfall bis Müdigkeit & Blutarmut

Symptome bei Eisenmangelanämie

Zu den typischen Symptomen einer Blutarmut und einer Eisenmangelanämie im Besonderen zählen die folgenden Beschwerden:

  • Blässe
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • allgemeines Schwächegefühl
  • Abgeschlagenheit und Leistungsrückgang
  • Herzklopfen
  • Kurzatmigkeit, besonders unter Belastung

Weitere Folgebeschwerden können sein:

  • rissige Mundwinkel
  • rissige, raue Haut
  • brüchige Nägel oder Nägel, die sich nach innen biegen
  • Haarausfall
  • ungewöhnliche Essgelüste, zum Beispiel Appetit auf Kalk oder Erde

Diese Symptome können auf unterschiedlichste Erkrankungen zurückzuführen sein. Ein Besuch in Ihrer hausärztlichen Praxis verschafft Ihnen daher mehr Klarheit.

Während sich ein Eisenmangel oft an Haut und Haaren bemerkbar macht, betreffen weitere Symptome bei einem Vitamin-B12-Mangel eher das Nervensystem.

Der Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Haarausfall

Wenn im Körper ein Eisenmangel herrscht, wird das Eisen zuerst den "unwichtigen" Körperteilen wie Haaren und Nägeln vorenthalten - zugunsten lebenswichtiger Organe und Organfunktionen. Unsere Haarfollikel sind jedoch sehr aktive Zellen, die eine hohe Stoffwechselaktivität aufweisen.

Unser Haar wächst ständig - und dafür sind ausreichend Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente notwendig. Diese werden für viele verschiedene Enzyme der DNA-Synthese benötigt. Eines davon ist zum Beispiel die Ribonucleotid-Reduktase, die für ihre Funktion genügend Eisen benötigt. Sind die Haarfollikel nicht ausreichend mit Eisen versorgt, können sie sich nicht vermehren und sterben ab.

Studien zufolge kann Eisenmangel unterschiedliche Formen des Haarausfalls begünstigen: Anlagebedingten Haarausfall, kreisrunden Haarausfall, diffusen Haarausfall oder telogenes Effluvium (zu frühes Eintreten der Ruhephase). Denn Haarzellen benötigen das Eisen für die DNA-Synthese und für ein ungestörtes Haarwachstum.

Haarausfall durch Eisenmangel bezeichnet einen Zustand, in dem der Körper nicht genügend Eisen zur Verfügung hat, um die für das Haarwachstum notwendigen Prozesse aufrechtzuerhalten. Wenn dem Körper Eisen fehlt, werden auch die Haarwurzeln nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Haarwachstumszyklus

Die erste Phase ist die Wachstumsphase, bei der die Haare im Haarfollikel gebildet werden und dann länger und dicker werden. Es folgt die Übergangsphase. In der Haarwurzel findet keine Zellteilung mehr statt, sie wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und das Haarwachstum endet. Dann beginnt der Haarzyklus von neuem und lässt ein neues Haar aus dem Follikel wachsen.

Ist der Haarzyklus gestört, zum Beispiel durch eine verkürzte Wachstumsphase, kann es zu Haarausfall kommen. Normalerweise fallen jeden Tag bis zu 100 Haare aus.

Trichogramm

Hat man den Eindruck, ungewöhnlich viele Haare zu verlieren, kann ein Trichogramm Aufschluss geben. Dazu werden 50 bis 100 Haare aus dem vorderen (frontalen) und hinteren (okzipitalen) Bereich des Kopfs entfernt und untersucht.

Man kann damit Aussagen über das Wachstumsverhalten der Haare treffen und über die Intensität des Haarausfalls, aber nicht über seine Ursachen.

Diagnose einer Eisenmangelanämie

Bei Verdacht auf eine Eisenmangelanämie befragt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie in der Regel zunächst zu Ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Zur sicheren Diagnosestellung erfolgt eine Blutabnahme, um Ihr Blutbild zu analysieren.

Um einen Eisenmangel festzustellen, reicht eine Blutabnahme aus. Darin werden verschiedene Parameter bestimmt, die ein Abbild des Eisenhaushalts geben. Man bestimmt die Anzahl und Größe der roten Blutkörperchen und deren Gehalt am Blutfarbstoff Hämoglobin.

Zusätzlich kann man schauen, ob die Bildung der Blutkörperchen funktioniert und die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, die Retikulozyten, ausreichend gebildet werden. Ein Abbild über das Speichereisen gibt das Ferritin - es kann jedoch zum Beispiel bei chronischen Krankheiten oder akuten Infekten trotz Eisenmangel erhöht sein.

Über das Transferrin und die Transferrinsättigung lässt sich ablesen, ob der Körper seine Rezeptoren zur Eisenaufnahme hochgefahren hat.

Bei Verdacht auf Eisenmangel wird die Hausärztin oder der Hausarzt eine Klärung der Ursachen einleiten. Wichtig ist vor allem die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) mit Dokumentation der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme.

Bei jungen Frauen sollte die Häufigkeit, Dauer und Schwere der Regelblutung dokumentiert und bei älteren Menschen nach Blutungen aus Magen-Darm-Trakt oder Harn- und Geschlechtsorganen gefragt werden.

Wichtige Blutwerte bei Verdacht auf Eisenmangel

  • Ferritin: Zeigt den Eisenspeicher im Körper an. Experten empfehlen, dass der Ferritinwert bei mindestens 100 ng/ml liegen sollte, um das Haar optimal zu versorgen. Eine ganzheitliche Diagnose berücksichtigt auch die Ernährung, Lebensgewohnheiten und Begleiterkrankungen.
  • Hämoglobin: Ein erniedrigter Hämoglobinspiegel bedeutet, dass weniger Sauerstoff transportiert wird, was zu einer schlechteren Versorgung der Haarwurzeln führen kann.
  • Transferrinsättigung: Zeigt die Verfügbarkeit von Eisen für den Stoffwechsel an. Liegt eine niedrige Sättigung vor, ist nicht genügend Eisen für die Zellteilung und Energieproduktion verfügbar.

Therapie: Eisenmangel behandeln

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird zunächst die Ursache der Eisenmangelanämie therapieren. Basiert Ihre Anämie auf einer Fehlernährung, kann Ihnen eine Ernährungsberatung weiterhelfen.

Reicht eine alleinige Ernährungsumstellung nicht aus, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen eisenhaltige Präparate in Form von Eisendragees oder Eisentabletten verordnen.

Bei chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen oder einer schlechten Aufnahmefähigkeit von Eisen können Präparate auch über die Venen verabreicht werden.

Es ist empfehlenswert, wenn Sie regelmäßige Blutbildkontrollen in der ärztlichen Praxis wahrnehmen. Damit kann der Erfolg einer Therapie überprüft werden, und Sie können auch besprechen, ob Sie unterstützend Nahrungsergänzungsmittel einnehmen können.

Liegt eine körperliche Erkrankung zugrunde, steht deren Behandlung im Vordergrund. Wenn zum Beispiel durch einen Tumor oder eine Darmerkrankung die Aufnahme von Eisen in den Körper gestört ist, bringt auch eine erhöhte Zufuhr über die Nahrung nichts. Erst durch eine Behandlung der Grunderkrankung ist eine Besserung zu erwarten.

Ernährungsumstellung

Liegt der Eisenmangel an der Ernährung, kann eine Ernährungsumstellung helfen. Insbesondere Fleisch enthält viel Eisen, vor allem Hirsch, Rind oder Schwein. Ganz oben auf der Liste stehen aber tierische Innereien: In 100 Gramm Entenleber sind 30 Milligramm Eisen enthalten!

Für wen Fleisch oder Innereien keine Option sind, der kann sich zum Beispiel an Haferflocken oder Weizenkleie halten. Zum Mittagessen kommen Sojabohnen oder Quinoa als Eisenlieferanten infrage.

Da der menschliche Körper Eisen aus pflanzlichen Quellen schlechter verwerten kann als aus tierischen Quellen, muss eine entsprechend höhere Menge davon gegessen werden.

Das im Fleisch enthaltene Häm-Eisen kann der Körper dabei besser aufnehmen als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Gemüse, Kräuter und Obst enthalten insgesamt weniger Eisen.

Es gibt Inhaltsstoffe, die die Eisenaufnahme fördern, und andere, die sie erschweren. Phytinsäure, die beispielsweise in den Randschichten von rohem Getreide oder in unverarbeiteten Sojabohnen vorkommt, und Oxalsäure (etwa in Rhabarber, aber auch in vielen eisenreichen Lebensmitteln wie Mangold, Mandeln, Spinat, Weizenkleie) können das Eisen so stark binden, dass es kaum vom Körper aufgenommen werden kann.

Vitamin C hingegen verbessert die Aufnahme von Eisen.

Achte hier auf einen ausreichenden Abstand (ca. Zusätzlich sollten bestimmte Lebensmittel in Kombination mit eisenreichen Lebensmitteln vermieden werden, da bestimmte Stoffe die Eisenaufnahme hemmen. Dazu gehören z.B. Kaffee und calciumreiche Lebensmittel wie Milchprodukte.

Wer seinen Eisenbedarf nicht alleine über die Ernährung decken kann, für den kommen Eisentabletten infrage. Diese sind zwar frei verkäuflich, sollten aber trotzdem nur in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Und sie werden leider nicht selten schlecht vertragen: Sie können zu Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall führen.

Eisenpräparate

Reicht eine Umstellung der Ernährung nicht aus und liegt bereits eine Anämie vor, muss eine Behandlung mit Eisendragees oder Eisentabletten erfolgen. Eisenpräparate sind frei verkäuflich. Trotzdem sollten größere Mengen Eisen auf keinen Fall in Eigenregie ohne Abklärung und ärztlichen Rat eingenommen werden, denn der Körper kann überschüssiges Eisen nicht ausscheiden und speichert es in den Organen.

Nebenwirkungen der Eisenpräparate können vor allem Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfälle und auch eine Schwarzfärbung des Stuhls sein.

Bei schweren Nebenwirkungen oder einer Unverträglichkeit gegenüber oralen Eisenpräparaten kann Eisen auch über die Vene (intravenös) verabreicht werden.

PRP-Behandlung

Wenn der Eisenmangel behoben ist (je nach Ursache durch eine Ernährungsumstellung, Medikamente etc.) kann den Haarwurzeln noch direkt geholfen werden: Durch eine begleitende PRP Behandlung.

Bei einer PRP Behandlung wird Blut des Patienten entnommen und in die einzelnen Bestandteile zerlegt: Erythrozyten, Thrombozytenarmes Plasma, Thrombozytenreiches Plasma sowie PRP (Platelet Rich Plasma). In PRP sind besonders viele Blutplättchen und Nährstoffe enthalten.

Die Verabreichung von PRP erfolgt in das subkutane Hautgewebe der betroffenen Bereiche und wird mithilfe einer kleinen Injektionsnadel oder durch eine Mesopistole injiziert.

Haartransplantation

Der Eisenmangel kann jedoch auch einen irreparablen Schaden auf Haarwurzeln haben. Sollte der Eisenmangel lange anhalten und schwerwiegend sein, können sich oft nicht mehr alle Haarwurzeln erholen.

Wenn sich das Haarwachstum nicht mehr einsetzen sollte, können diese Bereiche mit einer Haartransplantation wieder aufgefüllt werden. Hierbei werden einzelne Haarfollikel aus einem geeigneten Spenderareal entnommen und in den betroffenen Regionen wieder eingesetzt.

So können Sie Eisenmangel vorbeugen

Sie können sich Ihre eigene Gesundheit wie einen Garten vorstellen: Sie können selbst dafür sorgen, dass er gut gepflegt wird, indem Sie auf eine eisenreiche Ernährung achten. Mit diesen Tipps können Sie einem Eisenmangel und damit einer Anämie selbst vorbeugen:

  • Fleisch und Vitamin-C-haltige Nahrungsmittel wie Tomaten oder Petersilie fördern die Aufnahme des mit der Nahrung zugeführten Eisens.
  • Fisch, Nüsse und grüne Gemüsesorten enthalten viel Eisen.
  • Ernähren Sie sich ausschließlich auf pflanzlicher Basis, sind eisenhaltige Lebensmittel wie beispielsweise Sojabohnen, Rote Bete und Hülsenfrüchte wichtig. Fügen Sie Ihrem Essen beispielsweise etwas Zitronensaft hinzu, damit pflanzliches Eisen besser aufgenommen werden kann.
  • Milchprodukte, schwarzer Tee und Kaffee, Cola und auch Kalzium- und Magnesiumpräparate behindern die Eisenaufnahme.

Eisenhaltige Lebensmittel

Eine ausgewogene Ernährung enthält meistens ausreichend Eisen, um den Tagesbedarf von 10 bis 15 Milligramm zu decken. Hier eine Übersicht über eisenreiche Lebensmittel:

Lebensmittel Eisengehalt pro 100g (ungefähre Werte)
Entenleber 30 mg
Hirschfleisch 3-4 mg
Rindfleisch 2-3 mg
Schweinefleisch 1-2 mg
Haferflocken 4-5 mg
Weizenkleie 10-15 mg
Sojabohnen 8-10 mg
Quinoa 1-2 mg
Spinat 3-4 mg
Linsen 7-8 mg
Kichererbsen 6-7 mg
Kürbiskerne 11 mg

Der menschliche Magen-Darm-Trakt kann das Eisen daraus jedoch schlechter aufnehmen als aus tierischen Nahrungsmitteln.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Falls Sie Eisenmangelsymptome bei sich bemerken, scheuen Sie sich nicht, einen Arzt aufzusuchen. Schon ein einfaches Blutbild kann Aufschluss geben und ermöglicht Ihnen, den Symptomen entgegenzuwirken. Eisenmangel ist leicht behandelbar - so können Sie sich schnell wieder wohl und schön fühlen.

Wenn Du häufig unter anhaltender Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, blasser Haut oder Kurzatmigkeit leidest, ist es ratsam, Deinen Eisenstatus überprüfen zu lassen. Ein Arzt kann durch einen einfachen Bluttest feststellen, ob Dein Ferritin-Wert im Normbereich liegt oder ob ein Eisenmangel vorliegt.

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