Wenn die Haare immer lichter werden und den Blick auf die Kopfhaut freigeben, ist das für Männer oft sehr belastend. Bis zu acht von zehn Männern sind von Haarausfall betroffen. Was mit Geheimratsecken beginnt, kann bis zur Glatzenbildung führen.
Im Folgenden werden die vielfältigen Ursachen für Haarausfall bei Männern sowie die Behandlungsmöglichkeiten umfassend erörtert.
Viele Männer bemerken mit zunehmendem Lebensalter, dass ihr Haar dünner ist und langsamer nachwächst. Dahinter steckt ein natürlicher Prozess, bei dem sich die Wachstumsphasen der Haarfollikel verkürzen. Nicht bei jedem Mann sind die Veränderungen auf dem Kopf gleichermaßen sichtbar - lichtes Haar gehört also nicht zwangsweise zum Alterungsprozess dazu.
Ein Anzeichen dafür, dass der Haarausfall die gewöhnliche Grenze überschreitet, ist der Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag - das gilt nur für Kopfhaare, der Haarausfall an den Beinen oder anderen Körperstellen beim Mann ist dafür zunächst unerheblich. Männer entdecken dann häufig ungewöhnlich viele Haare auf dem Kopfkissen, in der Bürste oder im Abfluss der Dusche beziehungsweise der Badewanne.
Der Begriff Haarausfall, auch Alopezie genannt, ist übrigens recht weit gefasst. Mediziner und Medizinerinnen ordnen ihm bestimmte Formen von Haarausfall wie den anlagebedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie), kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) oder vernarbenden Haarausfall zu.
Verlieren Männer übermäßig viele Kopfhaare, liegt besonders häufig ein anlagebedingter Haarausfall vor. Klassischerweise kommt es dabei zur Bildung von „Geheimratsecken“ oder dem Verlust von Haaren im Oberkopfbereich bis hin zu einer Halbglatze. Der anlagebedingte Haarausfall heißt deshalb so, weil bereits bei der Geburt genetisch festgelegt ist, wann die Haare ausfallen - das kann mit 20 Jahren oder erst mit 70 Jahren passieren.
Fest steht jedoch, dass das Haar dabei im Laufe des Lebens plötzlich sehr sensibel auf Testosteron und das zugehörige Stoffwechselprodukt 5alpha-Dihydrotestosteron (DHT) reagiert. Dihydrotestosteron verkürzt den Lebenszyklus des Haares, es fällt eher aus und wächst dünner nach. Im weiteren Verlauf verkümmert die Haarwurzel - sie ist dann nicht mehr in der Lage, ein neues Haar zu bilden.
Neben dem anlagebedingten Haarausfall beim Mann gibt es auch andere Ursachen für einen Haarverlust. Bilden sich kreisrunde haarfreie Stellen auf dem Kopf, kann es sich um kreisrunden Haarausfall handeln. Die lichten Areale entstehen dadurch, dass sich das Immunsystem gegen die Haarfollikel richtet. Kreisrunder Haarausfall kann bei einer besonders starken Ausprägung auch zu einem vollkommenen Haarverlust führen.
Die Erkrankung tritt vornehmlich bei jüngeren Menschen auf. Liegt ein Haarausfall bei einem Mann mit 20 Jahren vor, ist es also durchaus sinnvoll, in diese Richtung zu denken. Im Gegensatz zum anlagebedingten Haarausfall kann der kreisrunde Haarverlust auch die Körperbehaarung betreffen - bilden sich vereinzelt kahle Stellen, beispielsweise im Bart, suchen Männer am besten einen Dermatologen oder eine Dermatologin auf.
Kreisrunde haarfreie Stellen können ebenfalls auf eine Pilzinfektion der Kopfhaut hindeuten, die sogenannte Tinea capitis. Auch ein vernarbender Haarausfall kann eine mögliche Ursache sein. Der Haarverlust tritt hier aber nicht plötzlich auf, denn meistens gehen entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut voraus. Männer können ihre Haare ebenfalls durch Infektionen wie COVID-19 verlieren. Dabei liegt ein diffuser Haarausfall beim Mann vor - die Haare fallen also nicht in einem Muster aus.
Vitaminmangel spielt weniger eine Rolle, denn hierzulande sind Menschen mit Nährstoffen in der Regel ausreichend versorgt. Eine Ausnahme können allerdings Männer mit Essstörungen sein. Es gibt also vieles, was die Wachstumsphase der Haare stören oder vorzeitig beenden kann.
Haarausfall kann grundsätzlich verschiedene Ursachen haben, sodass es unterschiedliche Formen von Haarausfall gibt. Folgende Faktoren können eine Rolle spielen:
Ebenso vielfältig wie die Ursachen sind auch die Behandlungsmöglichkeiten gegen Haarausfall.
Minoxidil ist als rezeptfreies topisches Mittel erhältlich. Es wird auf die Kopfhaut aufgetragen und kann sowohl das Haarwachstum fördern als auch bestehendes Haar verdicken. Für eine anhaltende Wirkung muss es kontinuierlich angewendet werden.
Finasterid ist verschreibungspflichtig und wirkt, indem es die Umwandlung von Testosteron in DHT hemmt. Es kann das Voranschreiten des Haarverlustes verlangsamen und manchmal auch das Haarwachstum fördern.
Zu den dauerhaften Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall zählt die Haartransplantation. Die sogenannte FUE-Methode zählt stellt die modernste Form dar. Bei dieser minimal-invasiven Behandlung werden einzelne Haarfollikel aus dem Spenderbereich der Kopfhaut entnommen und in die kahlen Bereiche eingepflanzt.
Eine Lasertherapie kann die Durchblutung und Zellaktivität der Kopfhaut stimulieren. Dadurch lässt sich die Gesundheit der Haarfollikel verbessern und der Haarausfall kann verlangsamt werden.
Bei der Eigenblutbehandlung, auch PRP-Behandlung genannt, erfolgt eine Blutabnahme und die anschließende Injektion des plättchenreichen Plasmas in die Kopfhaut. Durch die darin enthaltenen Wachstumsfaktoren können die Haarfollikel stimuliert werden.
Bei der Mesotherapie wird auch mit Injektionen gearbeitet. Hier wird aber eine Wirkstoffkombination aus hochwirksamen Vitaminen, Proteinen und Wachstumsfaktoren in die Kopfhaut injiziert, um so die Regeneration der Haarfollikel anzukurbeln.
Viele Männer suchen auch nach natürlichen Wegen zur Bekämpfung von Haarausfall. Es gibt zumindest einiges, was Sie tun können, um die Haargesundheit zu unterstützen.
Setzen Sie auf eine Ernährung, die reich an Vitaminen und Nährstoffen wie Biotin, Zink, Eisen und Omega-3-Fettsäuren ist. Dadurch können Sie dazu beitragen, Ihre Haargesundheit zu verbessern. Möglich ist auch die zusätzliche Unterstützung durch Nahrungsergänzungsmittel, jedoch sollten Sie einen eventuellen Mangel ärztlich abklären lassen.
Zu den natürlichen Mitteln, denen eine Wirkung gegen Haarausfall nachgesagt wird, zählt Rosmarin. Als ätherisches Öl auf die Kopfhaut aufgetragen, soll es die Durchblutung verbessern und das Haarwachstum fördern können.
Sie haben bestimmt auch schon von verschiedenen Mythen rund um das Thema Haarausfall gehört. Im Folgenden möchte ich mit einigen dieser Irrtümer aufräumen:
Die Vorbeugung von Haarausfall kann verschiedene Aspekte umfassen. Wichtig ist, die Ursachen zu verstehen, um richtig handeln zu können. Zu den entscheidenden Faktoren zählen beispielsweise:
Es ist völlig normal, dass sich die Haarstruktur und die Haardichte im Alter verändern. Der anlagebedingte Haarverlust ist auch in jungen Jahren nicht selten und stellt keine Erkrankung dar. Männer müssen also nicht automatisch zum Arzt oder zur Ärztin, wenn der Haaransatz weiter nach hinten wandert oder sich lichte Stellen bilden.
Rötungen, Juckreiz, andere Veränderungen an der Kopfhaut oder fleckenartige Haaraussparungen lassen Betroffene aber am besten von einem Dermatologen oder einer Dermatologin abklären.
Kommt es bei Ihnen zu übermäßigem Haarverlust, kann der Wachstumszyklus an verschiedenen Stellen gestört sein. Haare wachsen in drei Phasen:
Haarausfall wird sichtbar, wenn mehr Haare ausfallen als nachwachsen.
Die schlechte Nachricht vorneweg: Erblich bedingter Haarausfall ist bei Männern weder heilbar noch umkehrbar. Die gute Nachricht ist aber: Männer, die frühzeitig mit einer Behandlung der restlichen Haare beginnen, können den Haarausfall stoppen oder zumindest verlangsamen und für mehr Volumen beim verbleibenden Haar sorgen.
Um den Haarausfall aufzuhalten, müssen Sie Ihre Haare sehr sorgfältig behandeln:
Wenn der Haarausfall trotz der genannten Gegenmaßnahmen weiter fortschreitet, besprechen Sie mit Ihrem Arzt rezeptfreie und verschreibungspflichtige Medikamente.
Bei fortgeschrittenem Haarausfall kann eine Haartransplantation für viele Männer eine dauerhafte Lösung bieten. Hierbei werden gesunde Haarfollikel in kahlen Bereiche verpflanzt.
Viele Männer wissen nicht, dass eine Kombination aus verschiedenen Wirkstoffen und einer gesunden Lebensweise den Haarausfall deutlich verlangsamen kann. Insbesondere die Anwendung von Minoxidil und die Einnahme von Biotin haben in klinischen Studien positive Ergebnisse gezeigt.
Hier sind einige der bekanntesten Wirkstoffe, die Männern bei der Behandlung von Haarausfall helfen können:
Es gibt kein universelles „bestes Mittel“ gegen Haarausfall, da die Effektivität stark von der Ursache des Haarausfalls abhängt. Medikamente wie Finasterid und Minoxidil sind weit verbreitet und können Männern bei erblich bedingtem Haarausfall helfen, indem sie den Haarwachstumszyklus beeinflussen und die Haarausfallrate reduzieren.
Eine ausgewogene Ernährung und spezielle Nahrungsergänzungsmittel, die Vitamine und Mineralstoffe enthalten, können ebenfalls zur Verbesserung der Haargesundheit beitragen.
Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können.
Diese Form von starkem Haarausfall ist die häufigste Art von Haarausfall bei Männern, die aber auch bei Frauen, wenn auch deutlich seltener, vorkommt. Diese Form von Haarausfall lässt sich, wenn auch nicht immer, behandeln. Die Ursache für den androgenetischen Haarausfall ist eine erblich bedingte Überempfindlichkeit an den Haarwurzeln gegenüber dem körpereigenen Hormon Dihydrotestosteron (DHT). DHT beeinträchtigt die Funktion der für die Nährstoffversorgung zuständigen Rezeptoren an den Haarwurzeln.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist eine eher seltenere Form des Haarverlusts, bei dem auf dem Kopf (seltener auch im Bartbereich oder anderen Stellen des Körpers) kleinere, anfangs nur münzgroße runde kahle Stellen entstehen. Die Haut zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Elfenbeinfarbe aus.
Im Ergebnis schimmert immer mehr Kopfhaut zwischen den weniger gewordenen Haaren hindurch. Etliche Faktoren könnten für diffusen Haarausfall verantwortlich gemacht werden. Einige dieser Auslöser kann man selbst kontrollieren und feststellen, ob das Haarwachstum wieder einsetzt, wenn man die Ursache, etwa Stress, reduziert oder eine Mangelernährung behoben hat.
Die vernarbende Alopezie ist selten und für Laien relativ schwer eindeutig zu erkennen. Es handelt sich hierbei um einen meistens langsam voranschreitenden Haarausfall, der zu asymmetrischen kahlen Stellen am Kopf führt. Neben dem Haarausfall kommt es zu Entzündungen und einer verstärkten Narbenbildung an den betroffenen Hautstellen.
Dieser Artikel enthält allgemeingültige Informationen.
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