Sind Sie auch dem Trend „weg mit sämtlicher Körperbehaarung“ erlegen? Wenn ja, dann rasieren, zupfen und epilieren Sie sicherlich regelmäßig. Durch diese Mode sind auch Furunkel wieder auf dem Vormarsch - eine lästige, schmerzhafte und nicht ganz ungefährliche Nebenerscheinung.
Eine entzündete Haarwurzel kann unangenehm und schmerzhaft sein. Sie tritt häufig in Form von Rötungen, Schwellungen oder sogar kleinen Eiterpickeln auf und kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Doch kann das Problem auch zu Haarausfall führen? Was hilft effektiv dagegen?
Anfangs sehen Furunkel wie entzündete Pickel aus. Allerdings handelt es sich hierbei - im Gegensatz zu Pickeln - um eine Entzündung der Haarwurzel. Eine entzündete Haarwurzel, auch Folliculitis genannt, ist eine Entzündung des Haarfollikels, aus dem das Haar wächst. Diese Entzündung kann durch Bakterien, Pilze, Reibung oder irritierende Produkte verursacht werden.
Überall dort, wo Haare sitzen, können sich auch deren Haarbälge entzünden. Breitet sich die Haarbalgentzündung auf das umliegende Gewebe aus, entsteht ein Furunkel. Beim Zusammenschmelzen mehrerer Furunkel entsteht ein großflächiger, sehr schmerzhafter Karbunkel, gekennzeichnet durch brettharte Schwellungen mit Eiterdurchbrüchen.
Ein deutliches Zeichen für eine Haarwurzelentzündung am Kopf sind eitrige Bläschen oder Knötchen. Dabei können die an Pickel erinnernden Erhebungen sowohl an einigen Stellen, aber auch auf der gesamten Kopfhaut verteilt auftreten. Dass es sich um eine Erkrankung handelt, wird deutlich, wenn aus der eitrigen Erhebung ein Haar sprießt und augenscheinlich aus der entzündeten Pore wächst. Die Entzündung selbst geschieht nicht wie vermutet auf der Kopfhaut, sondern beginnt bereits dort, wo die Haarwurzel sitzt und für das Wachstum verantwortlich ist. Stumpfes Haar und Haarschwund begleiten die Entzündung und verstärken sich mit fortschreitender Entzündungsausprägung.
Eine Haarwurzelentzündung, auch bekannt als Follikulitis, ist eine Entzündung der Haarfollikel, die durch eine Infektion verursacht wird. Die Infektion kann durch Bakterien, Pilze oder Viren verursacht werden und tritt oft auf, wenn die Haut um den Follikel herum verletzt oder gereizt wird. Eine Haarwurzelentzündung kann schmerzhaft und unangenehm sein und sollte schnell behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden.
Fakt ist, dass Haarschwund bei entzündeten Haarwurzeln keine Seltenheit, sondern eine häufig auftretende Begleiterscheinung ist. Durch die Entzündung der Poren, in denen die Wurzel sitzt und das Wachstum des Haares steuert, werden sowohl die Nährstoff- wie auch die Sauerstoffzufuhr gemindert.
Durch kleinste Verletzungen der Haut, wie sie beim Rasieren oder Epilieren passieren, können Erreger - meist sind es Bakterien - über die Härchen in die Haut eindringen und eine Entzündung der Haarwurzel auslösen. Breitet sich diese Entzündung aus, kommt es zu einem schmerzhaften, mit Eiter gefüllten Knötchen, zu einem Furunkel. Mehrere Furunkel können zu einem großflächigen, sehr schmerzhaften Karbunkel zusammenschmelzen.
Haarbalgentzündungen sind meist infektiös verursacht, entweder spontan (meistens) oder im Rahmen einer eitrigen Entzündung in einem anderen Organ (selten). Erreger sind in erster Linie Bakterien (vor allem Staphylokokkus aureus, seltener Klebsiellen, Enterobakterien), aber auch Pilze (Malassezien) und Parasiten (z. B. Demodex) können einen Haarbalg infizieren.
Als Auslöser bzw. Risikofaktoren gelten:
Daneben führen krankheitsbedingte Haarwachstumsstörungen oder Verhornungsstörungen der Haut zu Haarbalgentzündungen, in manchen Fällen entwickeln sie sich auch ohne jeden erkennbaren Grund, d. h.
Neben dem oben genannten Bakterium können auch andere Erreger zu einer Entzündung führen. Auch starke Schweißbildung mit einhergehender Überhandnahme von Kopfhautpilzen fördert Haarschwund. Lassen Sie die Ursache diagnostizieren, da nur so eine Behandlung erfolgreich sein kann.
Hat die Entzündung bereits die Haarwurzeln und das umliegende Gewebe erreicht, kann sie sich dort festsetzen und chronisch werden. Man spricht dann von einer Chronifizierung der Entzündung. Unsere Patienten berichten oft von einem "Kribbeln" auf der Kopfhaut, als würden Ameisen darüber laufen. Dies ist die Folge einer Entzündungsreaktion des Gewebes und einer Nervenreaktion auf die Entzündung.
Anfangs erscheint ein kleines, rotes, entzündetes Knötchen, das tief in der Haut sitzt und bei Druck sehr schmerzhaft ist. Das Knötchen reift ein paar Tage, es wird dicker und es bildet sich vermehrt Eiter, der sich in den meisten Fällen von allein entleert. Nach vollständiger Abheilung kann eine kleine Narbe bestehen bleiben.
Typische Bereiche, in denen Furunkel gerne auftreten sind:
Vorsicht! Befindet sich ein Furunkel im Gesicht oder an der Nase, suchen Sie bitte sofort Ihren Arzt auf. Hier verlaufen Blutgefäße, die eine direkte Verbindung zum Gehirn haben. Durch das Manipulieren besteht die Gefahr, dass es zu einer bakteriellen Verschleppung kommen kann.
Nicht in jedem Fall ist die Entzündungsreaktion anhand ihrer typischen Symptome erkennbar. Kommt es zu einem Haarausfall oder anderen Beschwerden an der Kopfhaut, ist daher zunächst eine sorgfältige Diagnostik erforderlich. Beobachten Sie: Wie viele Haare fallen aus (beim Duschen, Haare auf Kissen)? Gibt es Veränderungen auf Ihrer Kopfhaut? (Schuppen, Jucken der Kopfhaut, Kribbeln, fettiges Haar).
Egal aus welchem Grund - im Rahmen der Immunreaktion wandern verschiedene Immunzellen aus dem Blut und den umliegenden Geweben ein. So wird eine ganze Kaskade an Ereignissen angestoßen, an der letztlich eine ganze Reihe von Immunzellen und Stoffen beteiligt sind. Die Funktion des betroffenen Gewebes kann aber bereits bei schwächeren Reaktionen beeinträchtigt sein, etwa bei chronischen Entzündungen. Die Reaktion lässt sich dann oft nur histologisch unter dem Mikroskop, durch die Anwesenheit von Entzündungszellen im Gewebe, nachweisen. Dennoch kann auch in diesen Fällen die gesamte Versorgung des Follikels gestört sein (Nährstoff, Sauerstoff).
Betrachten wir den Haarfollikel, kann es zunächst zu vorübergehenden Störungen kommen: Das Haar fällt aus, weil es nicht mehr ausreichend versorgt wird und die Haarbildung des Haarfollikels ist gestört. Eine anhaltende Entzündungsreaktion behindert das Haarwachstum, stört den Wachstumszyklus und zerstört langfristig den Haarfollikel. Die Kopfhaut kann gerötet sein und jucken. Dabei kann sie entweder besonders trocken oder fettig sein - oder auch das Haar. Schuppen können fest haften oder locker aus dem Haar fallen. Bei den Haaren fällt auf, dass sie ausdünnen, nicht mehr glänzen und sich schwieriger frisieren lassen. Sie können trocken und brüchig werden. Ein solches "miniaturisiertes" Haar erreicht in der Konsequenz nicht mehr die Länge eines normalen Haares und betroffene Follikel treten früher in die Ruhephase ein.
Bei einer einfachen, lokalen Entzündung wird sich der Eiter nach außen entleeren und der Furunkel heilt von selbst ab. Komplikationen wie starke Schmerzen, Fieber, mehrere Furunkel gleichzeitig oder immer wieder auftretende Furunkel oder Karbunkel lassen Sie bitte von einem Arzt behandeln. Dieser kann Ihnen Antibiotika verschrieben oder den Furunkel unter sterilen Bedingungen mit einem Skalpell öffnen, so dass sich der Eiter vollständig nach außen entleeren kann.
Drücken und quetschen Sie keinesfalls an dem Furunkel herum. Wenn Sie viel schwitzen, duschen und trocknen Sie sich danach bitte gründlich ab. Vermeiden Sie zu eng anliegende und dadurch scheuernde Kleidung.
Infektiöse Haarbalgentzündungen und ihre Folgen (Furunkel, Karbunkel) werden je nach Ausmaß mit lokaler Desinfektion und/oder Antibiotika behandelt. Grunderkrankungen vorliegen, bei denen die allgemeine Abwehr geschwächt ist z. B.
In leichten Fällen ist oft keine Behandlung erforderlich. Nur bei ausgeprägten Formen desinfiziert der Arzt den betroffenen Bereich (z. B. mit Dermowas® Lösung) und öffnet eventuell die Pusteln. Danach verordnet er feuchte antiseptische Umschläge bzw. desinfizierende Cremes oder Lotionen, manchmal auch antibiotische Cremes, z. B. mit Fusidinsäure. Bei ausgedehnten Infektionen ist es erforderlich, interne Antibiotika anzuwenden. Diese verabreicht der Arzt in den ersten Tagen der Behandlung oft intravenös, später wird dann auf Tabletten umgestiegen.
Ist der Bartbereich betroffen, empfiehlt der Arzt, zunächst auf das Rasieren zu verzichten und die Haut mit antibakteriellen Reinigungslösungen zu behandeln. Außerdem sollte der Rasierer mit 70%igem Isopropanol gereinigt werden. Leichte Formen heilen mit dieser Behandlung häufig aus. Bei einer chronischen Follikulitis im Bartbereich verordnet der Arzt oft eine niedrig dosierte Kortison-Creme für 2-3 Tage. Bleibt die Therapie erfolglos, kommen interne Antibiotika für bis zu 3 Wochen zum Einsatz, in weiterhin hartnäckigen Fällen auch Isotretinoin (z. B.
Ein reifes Furunkel oder einen Karbunkel öffnet der Arzt mit einem Skalpell und legt anschließend mit antibakterieller Lösung getränkte Mullstreifen ein. Diese wirken keimtötend und verhindern einen vorzeitigen Wundverschluss. Sie müssen, wie auch der darüberliegende Verband, täglich gewechselt werden. Bei Fieber, Entzündungszeichen im Blut (Leukozytose), großen Gesichtsfurunkeln und geschwächter Immunabwehr ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.
Bei nicht-infektiösen Haarbalgentzündungen behandelt der Arzt in aller Regel zunächst die Ursache, z. B. die zugrundeliegende Hauterkrankung, oder er versucht, die Auslöser (Medikamente, falsche Hautpflege) zu eliminieren. Eine antibiotische Therapie ist häufig wenig erfolgversprechend. Um die Hautentzündung zum Abklingen zu bringen, verordnet der Arzt evtl.
Bei einem noch unreifen Furunkel lässt sich der Austritt des eitrigen Inhalts durch feuchtwarme Kompressen sowie Zugsalbe fördern (z. B. Ichtholan® Salbe mit Ammoniumbituminosulfonat). Danach klingt die Entzündung meist rasch ab - allerdings besteht die Gefahr, dass sich die mit dem Eiter austretenden Bakterien ausbreiten.
Weitere Therapieansätze:
Bei einer Haarwurzelentzündung auf der Kopfhaut ist eine Therapie mit Hausmitteln einen Versuch wert. Greifen Sie zu lokalen Lösungen und Tinkturen, die die betroffenen Stellen desinfizieren. Benutzen Sie dabei ein Wattestäbchen, um nicht Bakterien von den Händen auf die Wunden zu übertragen. Weiters können Sie Wärmewickel aus Kamillentee auflegen, um die Haarwurzelentzündung zu lindern. Auch Heilerde hat sich als sehr wirksam erwiesen. Rühren Sie die Erde mit abgekochtem Wasser zu einem dicklichen Brei, tragen Sie die Masse auf die betroffenen Stellen auf und lassen Sie sie 30 Minuten einwirken. Waschen Sie den Kopf danach mit lauwarmen Wasser ab. Auch kann eine Haarwurzelentzündung Salbe Abhilfe schaffen. Hierbei sollten Sie sich aber auf jeden Fall von einem Spezialisten beraten lassen.
Kommen wir zu der für Betroffene spannendsten Frage: Was kann man gegen Entzündungen der Kopfhaut, vor allem gegen die Entzündung der Haarfollikel und damit gegen drohenden Haarausfall tun? Tatsächlich sind wir dagegen nicht machtlos.
Ansprechpartner können im ersten Schritt Hausärzte oder Dermatologen sein. Jedoch sind diese nicht voll auf Haarausfall spezialisiert, daher kann nicht immer eine optimale Beratung gewährleistet werden. Wir sind seit über 18 Jahren auf die Diagnose, Therapie und Behandlung von Haarausfall spezialisiert. Sollten Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Nach einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden werden die entsprechenden Untersuchungen eingeleitet. Die Ärzte bemühen sich, alle möglichen Faktoren zu erfassen, die an dem Befund von Kopfhaut und Haaren beteiligt sein können. Für manche Haarerkrankungen existieren Medikamente, die den Ursachen entgegenwirken, zum Beispiel bei erblichem Haarausfall.
Für jeden Menschen ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen wichtig. Ist bereits eine Entzündung entstanden, gehören entzündungshemmende Wirkstoffe zu den Behandlungsmöglichkeiten. Sie können Bestandteil spezieller Shampoos und Lotionen sein oder in selteneren Fällen auch eingenommen werden. Konnte ein Krankheitserreger identifiziert worden, können antibiotische Zusätze sinnvoll sein.
Eine Apherese (Blutwäsche) kann helfen, die Entzündung einzudämmen, indem entzündungsfördernde Faktoren entfernt werden. Dabei werden Entzündungsstoffe, Umweltgifte, körpereigene Toxine, fehlgeleitete Antikörper und andere Bestandteile aus dem Blut gefiltert.
Regenerative Therapien können zur Revitalisierung und Regeneration der Haarwurzeln eingesetzt werden.: Mit Wachstumsfaktoren, Nährstoffen und individuellen Zusatzstoffen. Hier kommen verschiedene Therapieansätze in Frage, z.B. die PRP-Therapie, die LLL-Therapie oder die Mesotherapie.
Wer zu Furunkeln neigt, trägt am besten luftige, locker sitzende Kleidung, da sowohl starkes Schwitzen als auch ständiges Scheuern die Furunkelbildung begünstigen. Bei wiederholten Furunkeln hilft eventuell eine Autovakzination. Dieses individuelle schulmedizinische Verfahren verwendet Krankheitserreger aus dem Eiter des Patienten. Abgetötet werden aus ihnen "maßgeschneiderte" Impfstoffe hergestellt und dem Patienten in steigender Dosis unter die Haut gespritzt.
Was tun bei Haarwurzelentzündung am Kopf? Die beste Maßnahme gegen eine Follikulitis ist die Prävention. Ernähren Sie sich hauptsächlich basisch und hören Sie immer auf die Signale Ihres Körpers. Es gibt Ursachen, die Sie nicht durch Prävention ausschließen können.
Ernähren Sie sich vitaminreich und führen Ihrem Körper alle essenziellen Nährstoffe, Spurenelemente und haarwuchsfördernden Mineralien zu. Pflegen Sie Ihr Haar mit milden Produkten und beugen dem Eindringen von Bakterien und Keimen in kleine Wunden vor.
Halte deine Haut sauber und trocken, besonders nach dem Sport oder Schwimmen. Für eine Haarentfernung bieten sich eher Wachsen oder Lasern an, weil sie im Allgemeinen schonender für Haut und Haar sind als das klassische Rasieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Mit der richtigen Pflege und Prävention kannst du das Risiko von Entzündungen minimieren und deine Haut gesund halten.
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