Kamm gegen Spliss Test: So finden Sie die beste Haarbürste für gesundes Haar

100 Bürstenstriche am Tag zaubern schönes, gesundes Haar, so heißt es. Tatsächlich soll dieser Beauty-Tipp von Kaiserin Sissi stammen. Und die musste es doch eigentlich wissen, immerhin gilt sie noch heute als schönste Herrscherin, die Europa je hatte. Doch mit welcher Haarbürste kämmte sich die Adelige wohl einst? Sicher ist zumindest, dass es damals zu ihrer Zeit (Mitte 19. Jahrhundert) keine so große Auswahl an Haarbürsten wie heute gegeben hat. Wir haben deshalb 29 Haarbürsten getestet, um die beste zu finden.

Die gute Nachricht vorweg: So richtig enttäuscht waren wir (fast) gar nicht. Die meisten Haarbürsten sind gut, viele sehr gut. Allerdings gilt es zu unterscheiden, für welchen Haartyp und für welchen Zweck eine Haarbürste überhaupt gebraucht wird. Haar ist nicht gleich Haar und Bürste ist nicht gleich Bürste. Deshalb sollten Sie beim Kauf einer Bürste zunächst auf die Struktur Ihrer Haare schauen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die richtige Haarbürste für Ihren Haartyp auswählen, um Spliss zu vermeiden und Ihr Haar gesund und glänzend zu halten. Wir stellen Ihnen verschiedene Haarbürsten vor und geben Ihnen Tipps zur richtigen Haarpflege.

Haarbürsten aus der Drogerie, meine Empfehlungen

Welche Haarbürsten gibt es?

Um herauszufinden, welche Bürste die richtige für deinen Haartypen ist, hilft ein Überblick über die verschiedenen Haarbürstentypen. Denn die Auswahl ist riesig! Neben deinem Haartypen, ist auch entscheidend, für welchen Zweck du die Bürste benutzen möchtest.

Möchtest du deinem Haar mit ihr Föhnen und Volumen verleihen? Oder doch lieber glätten? Oder bist du auf der Suche nach einer Haarbürste, mit der du dein Haar täglich kämmen kannst? Genau diese haben wir für dich herausgesucht. Und du wirst schnell merken, dass eine Art von Haarbürste bei unseren Empfehlungen fehlen wird: die Rundbürste. Und das hat einen ganz einfachen Grund, denn dieser Bürstentyp ist zum Föhnen und nicht zum Bürsten deiner Haare geeignet!

Arten von Haarbürsten:
  • Allzweckbürste
  • Rundbürsten
  • Skelettbürsten
  • Paddle-Bürsten
  • Naturhaar- und Kunsthaarborstenbürsten
  • Detangler-Bürste
  • Massage-Haarbürsten

Neben den verschiedenen Arten von Haarbürsten gibt es auch unterschiedliche Borsten-Varianten. Die wohl gängigsten Borsten-Varianten bei Haarbürsten sind Kunststoff und Wildschweinborsten. Wie so oft bringt auch hier jede Variante unterschiedliche Vorteile und Nachteile mit sich. Generell lässt sich sagen, dass Kunststoffborsten effektiver entwirren und die Kopfhaut angenehm massieren, während Naturborsten die Haare durch die Verteilung von Talg und Co. besser ins Gleichgewicht bringen.

Welche Bürste für welchen Haartyp?

Nicht ohne Grund gibt es viele verschiedene Bürsten: Damit du deinen Haaren das passende Beauty-Treatment verpassen kannst, solltest du wissen, welche Bürsten für deine Mähne geeignet ist - und welche ihr mehr schadet als sie zu pflegen!

Egal, für welche Bürsten du dich entscheidest, es gibt eine goldene Regel, die du immer beachten solltest: Gute Haarbürsten haben immer Naturhaar- oder Kunsthaarborsten. Also Finger weg von Metall- und Plastikborsten, sie rauen die Haare auf, brechen sie ab und sorgen für Spliss. Zusätzlich laden sie deine Haare elektrisch auf, sodass sie dir buchstäblich zu Berge stehen. Auch für deine Kopfhaut sind Metall- und Plastikborsten nicht sonderlich angenehm. Am besten sind Bürsten mit Wildschweinborsten oder Holzborsten.

Wildschweinborsten sind der Struktur von Menschenhaar sehr ähnlich, besonders lang und machen die tägliche Pflegeroutine lange mit. Die Borstenbüschel sollten dabei möglichst aus unterschiedlich langen Borsten bestehen, damit sie das Haar beim Bürsten besser durchdringen können. Als Veganerin solltest du eher zu abgerundeten Holzborsten greifen. Diese massieren deine Kopfhaut und sorgen so für eine gute Durchblutung. Das wirkt entspannend, fördert die Konzentration und fühlt sich darüber hinaus noch fabelhaft an.

Empfohlene Bürsten nach Haartyp:

  • Feine Haare: Weiche und flexible Borsten, die möglichst weit auseinanderliegen. Haarbürsten mit natürlichen, beispielsweise Wildschweinborsten.
  • Dünnes Haar: Haarbürsten mit dicht aneinander stehenden Borsten sind ebenso geeignet wie Kämme.
  • Dicke Haare: Stabile Kunststoffborsten, die sich möglichst nicht biegen.
  • Trockene Haare: Naturborsten, die Glanz schenken und das Sebum in den Längen des Haares verteilen.
  • Normales Haar: Flexible oder feste Borsten, die die Kopfhaut schön massieren.
  • Lockige Haare: Skelettbürste mit starren Borsten oder ein Kamm mit weit auseinanderliegenden Zinken. Locken sollten Sie übrigens stets nur im nassen Zustand kämmen.

Kamm oder Bürste?

Es ist die Frage aller Fragen in Sachen Haarpflege: Ist es besser und gesünder für die Haare, wenn man sie kämmt oder bürstet? Grundsätzlich kannst du dein Haar natürlich mit beidem kämmen oder bürsten, denn wie bei so vielen Dingen handelt es sich auch bei der Beantwortung dieser Frage um deinen persönlichen Geschmack und auch Gewohnheit.

Grundsätzlich kannst du dich aber an zwei Grundregel halten, dass kurzes Haar mit einem Kamm und langes Haar mit einer Bürste gekämmt werden sollte. Oder aber auch jene, dass trockenes Haar mit einer Bürste und feuchtes Haar mit einem Kamm gepflegt wird. Neigt dein langes Haar aber dazu, nach dem Waschen leicht zu verknoten, wird jedoch empfohlen, das Haar mit einem Kamm zu entwirren.

Wichtig bei der Kammwahl: Greif bitte zu einem grobzackigen Kamm, denn deine Haare sind im feuchten Zustand besonders dehnbar und können so besonders lang gezogen werden oder im schlimmsten Fall schneller abbrechen. Wer keine Kämme mag, kann auch eine Naturhaarborstenbürste verwenden, denn auch diese kann dein Haar sanft entknoten.

Haarbürsten im Test

Wir haben einige Haarbürsten getestet und möchten Ihnen unsere Ergebnisse vorstellen:

Ninabella Bio Haarbürste

Zunächst ist es natürlich die Bürstenform, die bei der Ninabella Bio Haarbürste ins Auge springt. Der Bürstenkopf ist beweglich und spiralförmig angelegt. Sieht abgefahren aus, fühlt sich wunderbar an. Insbesondere auf der Kopfhaut erzeugt die ergonomische Form ein herrlich wunderbares Gefühl. Aber auch beim Entwirren enttäuscht die Allzweckbürste nicht.

Schnell, einwandfrei und ohne Ziepen werden Kletten und Co. aufgelöst. Dabei ist besonders schön, dass sich die schmalen, recht langen und doch weit auseinanderliegenden Borsten für alle Haartypen und alle Einsatzsituationen eignen, wie etwa zum Entwirren, Stylen und beim Föhnen. Die Bürste aus Bio-Kunststoff (29 % aus Stroh) ist superleicht, robust und unempfindlich, wodurch sich die Haarbürste simpel reinigen lässt.

Ebelin Pflege und Glanz Haarbürste

Die Ebelin Pflege und Glanz Haarbürste überzeugt mit flexiblen Kunststoff- und Wildschweinborsten sowie einem angenehm massierenden Effekt auf der Kopfhaut. Im trockenen Haar gleitet sie mühelos und sorgt für ein glattes, glänzendes Finish. Im nassen Haar braucht es dagegen etwas mehr Geduld. Zwischen den Wildschweinborsten sitzen sehr flexible Kunststoffborsten, die beim Durchziehen gut nachgeben. Hier ziept demnach gar nichts und dennoch wird zuverlässig entwirrt.

Tangle Teezer Original

Die kleine Tangle Teezer hat es echt drauf: Die unterschiedlich hohen Borsten entwirren Haare problem- und schmerzlos. Der Tangle Teezer Original überzeugt mit einem guten Entwirrungsergebnis und seinem breiten Einsatzfeld. Die Borsten der Tangle Teezer Original sind leicht flexibel und unterschiedlich lang - so kommen sie problem- und tatsächlich auch schmerzlos durch nasse und trockene Haare verschiedener Haartypen.

Beurer HT 10 Ionen Entwirrbürste

Das Besondere an der Beurer HT 10 ist ganz klar die Ionen-Funktion. Schöne, glänzende Haare wünschen wir uns doch alle. Doch oft ist die Mähne schlicht stumpf. Die HT 10 von Beurer soll das ändern. Dazu müssen Sie einfach auf einen Knopf drücken und die Ionen freilassen. Die Beurer HT 10 entwirrt schnell, gut und ohne zu ziepen. Von der Optik erinnert die Ionen-Bürste irgendwie an die Original Tangle Teezer: Sie hat keinen Griff, eine leicht ovale Form und unterschiedlich lange Kunststoffborsten.

Olivia Garden Ceramic + Ion Rundbürste

Aus Keramik und mit Ionen-Funktion: Diese Rundbürste bringt ein innovatives Design mit sich. In der Olivia Garden Ceramic + Ion steckt mehr drin, als man auf den ersten Blick vielleicht denkt. Zunächst ist da der Keramikkörper der Stylingbürste: Das Material ist sehr leicht und sorgt außerdem dafür, dass sich die Wärme stabil und schnell über den gesamten Bürstenkörper verteilt. Und dann sind da die Borsten aus ionisiertem Nylon. Sie verhindern fliegende Haare und sorgen für eine glänzende Mähne.

Haarbürsten-Pflege: So bleibt Ihre Bürste sauber

Wie bereits erwähnt, nimmt eine Haarbürste einiges an Schmutz aus Ihren Haaren mit. Ob das Reste von Haarspray, Haargel und Co. sind oder einfach die körpereigenen Fette oder auch Schuppen - schnell sieht eine Haarbürste schmutzig aus. Deshalb ist eine regelmäßige Reinigung wichtig.

Legen Sie Ihre Haarbürste oder den Kamm einfach mit ein wenig Shampoo in ein warmes Wasserbad. Wer es noch gründlicher haben möchte, fährt mit den Fingern und einer Portion Shampoo zwischen den Borsten entlang. Weichen Sie die Beauty-Tools für ca. zwei Stunden ein (Borsten zeigen dabei nach unten) und spülen Sie sie anschließend gründlich ab.

Auch in unserem Test haben wir bewertet, wie gut und unkompliziert sich eine Haarbürste reinigen lässt. Unser Testsieger, die Ninabella Bio Haarbürste, konnte in diesem Punkt sehr gut abschneiden.

Haare richtig bürsten

In allererster Linie soll eine Haarbürste natürlich die Haare entwirren und von allen Kletten befreien. Tatsächlich kann eine Haarbürste aber noch mehr. Zum einen massiert sie die Kopfhaut, zum anderen wird die Durchblutung angeregt und die Haarstruktur mit wertvollen Nährstoffen versorgt. Aber auch als Frizz-Gegner oder als Styling-Tool kann die Haarbürste zum Einsatz kommen.

Für Letzteres eignet sich besonders gut eine Rundbürste, mit der Sie sich direkt beim Föhnen eine Frisur stylen können. Durch das Durchkämmen wird außerdem der Talg von der Kopfhaut in die Länge der Haare verteilt. Verfügt die Haarbürste über Naturborsten wie Wildschweinborsten, erfüllt sie noch einen weiteren Zweck: Sie befreit die Haare von Schmutz und Styling-Rückständen.

Auch wenn Kaiserin Sissi davon überzeugt war, sind 100 Bürstenstriche nicht unbedingt immer das Beste. Besonders lockige Haare profitieren von einer Behandlung in Maßen. Generell empfiehlt es sich, seine Haare morgens und abends durchzubürsten. Jedoch: Vermeiden Sie es, wenn möglich, Ihre Haare direkt nach dem Waschen zu kämmen. Shampoo, die Hitze des Wassers und Co. öffnen die Schuppenschicht der Haare, wodurch diese besonders empfindlich werden.

In der Ruhe liegt die Kraft gesunder Haare! Wenn Sie zu hektisch oder grob durch Ihre Haare gehen, reißen Sie erstens welche aus und zweitens könnten die Haare von der ruppigen Behandlung abbrechen. Und ebenso wichtig: Vermeiden Sie es, immer direkt vom Ansatz bis in die Spitzen zu kämmen. Besser ist es, in den Spitzen zu beginnen. Die Haare oben am Ansatz mit einer Hand stabilisieren und dann langsam von unten nach oben vorarbeiten.

Vielleicht kennen Sie den Trick, die Haare über Kopf zu bürsten? Tatsächlich ist das eine gute Variante, um einerseits den Haaren - wenigstens für einen kurzen Moment - mehr Volumen zu schenken. Aber auch die Durchblutung der Kopfhaut wird so andererseits intensiver angeregt, ebenso die Lymphen.

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