Endlich zum Friseur: Tipps für den perfekten Haarschnitt

Ein gelungener Haarschnitt betont die individuelle Schönheit, hebt hervor, was einzigartig ist, und lässt jeden Tag wie ein Good-Hair-Day erscheinen. Aber wie findet man solch eine Frisur (auch Signature-Look genannt) eigentlich? Wir haben die fünf wichtigsten Tipps gesammelt und erklären, wie man endlich den Look auserwählt, der wirklich zu einem passt.

Das erleichtert nämlich nicht nur den Alltag, sondern hilft auch, den persönlichen Stil zu unterstreichen und sich noch ein klein wenig selbstbewusster zu fühlen. Mit diesen 5 Tipps finden Sie endlich den Haarschnitt, der am besten zu Ihnen passt.

1. Tipp: Gesichtsform analysieren

Oval, länglich, herzförmig, eckig oder rund: Wer einen Haarschnitt sucht, der wirklich passt, der sollte im ersten Schritt immer die persönliche Gesichtsform analysieren. Diese gibt nämlich die Grundlage, um das perfekte Frisuren-Match zu finden. Weil jedes Gesicht einzigartig ist, passt dieses manchmal auch zu mehreren Formen - dennoch eine kleine Hilfestellung, um einen Haarschnitt auszusuchen, der die Vorzüge jeweils betont oder mehr Kontur verleiht.

Bei einer hohen Stirn wirken Pony-Frisuren etwa besonders harmonisch, bei runden Gesichtsformen passen lange Stufen-Haarschnitte besser und ovale Gesichter kommen mit einem gerade Long Bob am besten zur Geltung.

Hier eine kleine Tabelle, die Ihnen bei der Wahl des richtigen Haarschnitts helfen kann:

Gesichtsform Empfohlene Haarschnitte
Oval Gerade Long Bob
Rund Lange Stufen-Haarschnitte
Herzförmig Pony-Frisuren

2. Tipp: Persönliche Haarstruktur definieren

Außerdem im Fokus bei der Suche nach dem perfekten Frisuren-Match? Die Haarstruktur. Denn ob glatt, kraus, gewellt oder lockig - jede Haarstruktur ist einzigartig und fällt anders. So kann ein Haarschnitt für glattes Haar perfekt funktionieren, mit Locken aber überhaupt nicht. Auch die Dichte und die Haargesundheit spielt hier mit ein, denn während manche Frisuren Volumen geben, nehmen andere (wie Stufenschnitte) dickem Haar an Schwere.

Hier sollte man abwägen und sich für den Haarschnitt entscheiden, der am besten mit den persönlichen Voraussetzungen übereinstimmt - um täglichem Styling-Stress und Frustration vorzubeugen.

SHAMPOOS für VERSCHIEDENE HAARTYPEN - SINNVOLL oder ÜBERFLÜSSIG? #Friseurwissen

3. Tipp: Rat von Expert*innen einholen

Ganz wichtig außerdem: Vertrauen Sie auf das Know-how der Expert*innen. Fragen Sie im Salon bewusst nach einer Beratung und bleiben Sie offen, falls ein*e Friseur*in von dem Haarschnitt abrät, den Sie eigentlich ausgesucht haben. Im Zweifel kann man sich auch eine zweite Meinung einholen.

4. Tipp: Frisur passend zum eigenen Stil auswählen

Während die Experten-Meinung eine Idee davon gibt, welcher Haarschnitt funktioniert und welcher nicht, sollte man natürlich seine persönliche Meinung nicht ganz vergessen. Immerhin sollte man sich wohl mit der Frisur fühlen und damit - im besten Fall - auch den persönlichen Stil zum Ausdruck bringen.

Wer einen edgy Look liebt, kann diesen etwa mit Micro-Bangs oder einem Shag unterstreichen; wer es klassisch-elegant mag, fühlt sich wahrscheinlich eher mit einem Bob authentisch. Schließen Sie hier einen Kompromiss und versuchen Sie gemeinsam mit dem oder der Expert*in den richtigen Look zu wählen.

5. Tipp: Den Alltags-Check machen

Ein Haarschnitt, der von Expert*innen gestylt wurde, sitzt perfekt und wirkt nach jeder Menge Glamour. Nach dem ersten Styling zu Hause sieht die Frisur dann aber oft ganz anders aus - und das sollte man bei der Wahl des jeweiligen Haarschnitts mit einberechnen.

Wer kein Händchen für das Haarstyling hat, keine Minute zu lange vor dem Spiegel verweilen möchte und Unkompliziertheit schätzt, sollte sich deshalb für eine Frisur entscheiden, die auch ohne aufwendiges Styling immer schön fällt - Stufen-Haarschnitte oder Bobs sind so ein Beispiel. Wer kein Problem hat, sich etwas länger mit Glätteisen, Rundbürste und Co. zu beschäftigen, kann natürlich auch aufwendigere Frisuren wählen.

Einen guten Friseur finden: Zusätzliche Tipps

Einen guten Friseur zu finden ist gar nicht so einfach. Unsere Tipps helfen Dir bei der Suche.

#1 Gesegnet sei das World Wide Web

Du bist in eine andere Stadt gezogen, Dein Lieblingsfriseur hat plötzlich umgeschult oder Du möchtest einfach einen neuen Friseur ausprobieren, weil Du Dich von Deinem alten nicht mehr richtig verstanden fühlst? Zum Glück leben wir in einer Zeit, in der jeder Pieps im Internet bewertet wird. Das heißt, wenn Du Dich über das Internet auf die Suche nach Deinem neuen Friseur machst, solltest Du ruhig mal auf ein paar Bewertungsportalen umsehen und schauen, was andere Kunden so über Deinen potenziellen Friseur sagen.

Hat der Friseur besonders viele gute Bewertungen oder ist er vielleicht auf eine ganze Weile ausgebucht? Das ist ein gutes Zeichen! Dann hat der Friseur wohl einen großen (und zufriedenen) Kundenstamm. Da wird sich das Warten auf einen Termin wohl lohnen.

#2 Tipps von Freunden und Verwandten

Du kannst natürlich auch Freunde und Verwandte nach Empfehlungen fragen. Hier gilt aber ebenso wie für die Bewertungen im Internet, dass jeder einen eigenen Geschmack und eine eigene Wahrnehmung hat. Was für den Einen ein super Friseur ist, kann von jemand anderem als Katastrophe empfunden werden.

#3 Friseur finden: Auf das richtige Feeling kommt es an

Wenn Du etwas Zeit hast und es nicht so eilig hast einen Termin zu bekommen, kannst Du vielleicht mal im Friseursalon vorbeischauen und etwas von der Atmosphäre dort einfangen. Hast Du Dich dort wohlgefühlt und wie hat man Dich empfangen? Das persönliche Empfinden spielt eine große Rolle beim Friseurbesuch.

Um Dir vorher einen Eindruck zu verschaffen, kannst Du mal im Friseursalon vorbeischauen.

#4 Keine Kurzschlussreaktion vor wichtigen Events

Generell solltest Du Dir auf keinen Fall einen neuen Friseur suchen, wenn Du kurzfristig zu einer Veranstaltung, einer Feier oder Ähnlichem musst. Das geht meist in die Hose, weil der Friseur einen noch nicht so gut kennt und man ja gerade an besonderen Tagen auf jeden Fall gut aussehen möchte.

#5 Die Vorbereitung: Stöbere in Frisurenkatalogen

Bevor Du Dich auf die Suche nach einem neuen Friseur machst, solltest Du Dir schon mal überlegen, was Du beim Friseur machen lassen möchtest. Nur die Spitzen schneiden? Ein komplett neuer Haarschnitt? Eine Färbung? Du kannst zum Beispiel in unserem Frisurenkatalog nach einem neuen Schnitt oder einer neuen Farbe für Dich suchen und das Bild Deinem Friseur zeigen. Er kann Dich dann beraten, ob die Frisur auch wirklich zu Dir passt.

Wenn Du zum Beispiel darüber nachdenkst, Dir Deine Haare wirklich um einiges kürzer schneiden zu lassen, solltest Du mal ausprobieren, Deine Haare ein paar Tage lang als Pferdeschwanz oder Messy Bun zu tragen. Damit kannst Du schon ein Gefühl dafür entwickeln, wie Du Dich selbst ohne Deine langen Haare fühlst.

#6 Haarverlängerung oder Pony? Frag nach Haarteilen!

Wenn Du Dir lange Haare wünschst oder Dir vielleicht einen Pony schneiden lassen möchtest, kannst Du den Friseur vielleicht fragen, ob sie ein paar Haarteile oder Clips haben, mit denen Du Dir einen Eindruck von Deiner neuen Friseur verschaffen könntest. Eine Frisur auf einem Bild zu sehen ist immer noch etwas anderes, als sie tatsächlich auf dem Kopf zu tragen.

#7 Friseur finden: Zeit für persönliche Beratung

Für eine Typberatung sollte sich der Friseur etwas Zeit nehmen.

Ein guter Friseur sollte sich ausreichend Zeit für eine persönliche Beratung nehmen. Damit er das aber kann, solltest Du vielleicht schon bei der Terminvereinbarung angeben, dass Du Dir eine Typveränderung wünschst.

#8 Schlechtes Gefühl? Dann verlass den Salon!

Ein guter Friseur wird sich auch danach erkundigen, wie viel Zeit Du denn zum Beispiel jeden Tag zum Stylen hast. Wenn Du morgens nur 5 Minuten dafür einplanst, er Dir aber eine aufwendige Frisur verpassen will, macht das ganze wenig Sinn.

Auch die Haarstruktur, Deine Gesichtsform und der professionelle Blick darauf, ob Du vielleicht Wirbel hast, lässt Dich erkennen, ob Du bei einem guten Friseur sitzt. Wenn Du wirklich ein schlechtes Gefühl haben solltest, kannst Du bei vielen Friseursalons auch noch auf dem Frisierstuhl von dem Besuch Abstand nehmen.

Eine Sprache sprechen - und Pannen beim Friseur vermeiden

Viele Frauen gehen mit weichen Knie zum Friseur, denn oft ist das Ergebnis leider nicht so wie gewünscht. Wenn die Haare verschnitten oder verfärbt sind, können sich wahre Dramen abspielen - und wenn man Pech hat, zahlt man dafür auch noch viel Geld.

Aber warum gibt es beim Haareschneiden und Co. so viele Missverständnisse? Mache Frauen suchen ihr halbes Leben nach dem EINEN Friseur, der sie versteht und der es kann! Zum Teil liegt es wirklich an der Kommunikation - was Sie meinen und was der Friseur versteht - und umgekehrt - können manchmal zwei verschiedene Sachen sein.

Wir haben daher unsere Experten um einen kleinen Sprachkurs in Sachen friseurisch gebeten:

Das meint die Kundin

  1. Länge behalten
    • Die Kundin sagt: „Einmal Spitzen schneiden.“
    • Der Friseur versteht: „Beim Spitzenschneiden geht es in erster Linie darum, trockene, poröse Enden zu entfernen, damit das Haar wieder gesund aussieht. Das können je nach Haarlänge gern einmal bis zu zehn Zentimeter sein.“
    • Das sollten Sie sagen: „Ich möchte die Länge beibehalten, bitte nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich kürzen.“
  2. Mehr Fülle
    • Die Kundin sagt: „Bitte einmal durchstufen.“
    • Der Friseur versteht: „Stufen bedeuten nicht gleich mehr Volumen. Es kommt darauf an, wie man die Stufen in welchem Bereich setzt. Vorsicht: Mehr Stufen heißen manchmal sogar auch weniger Volumen, weil die Längen dadurch ausgedünnt werden könnten.“
    • Das sollten Sie sagen: „Ich möchte mehr Volumen und Bewegung im Haar, gern durch ein paar Stufen.“
  3. Softe Highlights
    • Die Kundin sagt: „Bitte einmal blond strähnen.“
    • Der Friseur versteht: „Die Kundin wünscht sich die klassische Folientechnik.“
    • Das sollten Sie sagen: „Wie von der Sonne geküsst mit einem weichen Farbverlauf. Der Ansatz sollte dunkler als die Spitzen sein.“ Dann weiß der Friseur, dass die Balayage-Technik gemeint ist.
  4. Moderner Clavi-Cut
    • Die Kundin sagt: „Ich möchte einen Bob.“
    • Der Friseur versteht: „Das Haar auf Kinnlänge kürzen und klassisch über eine Rundbürste föhnen.“
    • Das sollten Sie sagen: „Die Haare bis zum Schlüsselbein schneiden und nach vorn länger auslaufen lassen. Die Kontur darf etwas fransig sein.“ Tipp: Bei besonderen Schnitten oder Färbungen besser als Beispiel ein Foto mitbringen, so sind Sie auf der sicheren Seite.
  5. Mal was Neues
    • Die Kundin sagt: „Ich habe Lust auf eine große Veränderung.“
    • Der Friseur versteht: „Klasse, jetzt habe ich freie Hand und kann endlich mal eine Kurzhaarfrisur umsetzen ...“
    • Das sollten Sie sagen: „Ich möchte meinen Typ mehr betonen, was könnte mir stehen?“ Danach Vorschläge gemeinsam erarbeiten und dann zusammen entscheiden, was für ein Umstyling möglich ist.

Das meint der Friseur

  1. Mehr Pflege
    • Der Friseur sagt: „Ihr Haar ist ganz schön angegriffen, darf es nach dem Waschen noch etwas Pflege sein?“
    • Das bedeutet es: Die Intensivkur, die der Friseur vorschlägt, kostet sicher extra. Fragen Sie deswegen direkt nach, auf wie viel sich die Pflege beläuft. Das könnten je nach Salon nämlich schon mal bis zu 20 Euro sein.
  2. Kritik äußern
    • Der Friseur sagt: „Ich zeige Ihnen die Frisur gern noch mal im Spiegel von hinten. Sind Sie zufrieden?“
    • Das bedeutet es: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um anzumerken, ob es wie gewünscht geworden ist. Wenn nicht, bitte kommunizieren. So hat der Stylist die Chance, es sofort zu korrigieren.
  3. Stylen
    • Der Friseur sagt: „Haben Sie heute Abend noch etwas vor? Soll ich beim Styling darauf eingehen?“
    • Das bedeutet es: Achtung, jetzt könnte er beim Frisieren in die Vollen gehen - etwa viel Produkt, wilde Locken, extrem geglättet oder auf Volumen geföhnt. Wenn Sie es lieber natürlich wünschen, jetzt äußern.
  4. Neue Technik
    • Der Friseur sagt: „XXL-Bangs würden bei Ihrem Gesicht toll aussehen!“
    • Das bedeutet es: Auch wenn Sie vielleicht verstanden haben, dass der Stylist einen extralangen Pony meint - bitten Sie ihn, den Begriff genau zu erklären, um Missverständnisse auszuschließen.
  5. Farbe richtig benennen
    • Der Friseur fragt: „Was ist Ihr eigentlicher Naturton?“
    • Das bedeutet es: Der Coiffeur versucht, Ihre urspüngliche Haarfarbe zu ermitteln - nur so kann er abschätzen, wie Ihre Haare eine neue Coloration aufnehmen. Egal ob Rot, Aschblond oder Grau: Beschreiben Sie Ihre Haarfarbe präzise. Tipp: Wenn Ihre natürliche Haarfarbe so gut wie gar nich mehr zu erkennen ist, dann bringen Sie ein Foto mit.

Was tun, wenn etwas schiefgeht? Rechte und Pflichten beim Friseur

Endlich wieder ein neuer Haarschnitt plus flotter Farbe. Was aber ist, wenn der Friseur die Haare verfärbt, die Strähne einfach abschneidet oder einen höheren Preis als erwartet verlangt? Damit das Ganze nicht zum Streit führt, gibt es einiges zu beachten.

Preisliste muss gut sichtbar sein

Das Wichtigste für die Verbraucher beim Friseur ist eine gut sichtbare Preisliste für wesentliche Leistungen. Preisspannen für eine Leistung sind laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nicht zulässig. Beim ausgeschilderten Trocken-Haarschnitt für 26 Euro bleibt es aber meistens nicht. Oft werden zusätzliche Leistungen wie die Verwendung einer aufbauenden Spülung beim Waschen, eine spezielle Packung für die Haare oder Gel und Wachs zum abschließenden Styling.

Diese Leistungen kann der Haarsalon zusätzlich in Rechnung stellen, muss jedoch vorher nachfragen, ob sie auch gewünscht sind. „Fragen Sie direkt nach, ob - und gegebenenfalls wie viel - die zusätzlichen Leistungen kosten“, so die Verbraucherzentrale.

Rechte und Pflichten beim Preis

Nach der Preisangabenverordnung (PAngV § 12 Preisangaben Leistungen) müssen Friseurgeschäfte die Preise ihrer wesentlichen Leistungen durch einen Aushang der Preisliste transparent machen und sich bei der Abrechnung daran halten. Wird an der Kasse ein höherer Preis für eine Leistung verlangt als auf der Preisliste steht, müssen Sie den höheren Betrag nicht bezahlen, sondern nur den ausgewiesenen Preis.

Meldung an das Landratsamt

Verstoßen Friseurgeschäfte gegen die Preisangabenverordnung, indem es keinen Preisaushang gibt oder falsche Preise angegeben sind, dann ist das eine Ordnungswidrigkeit und kann von den Behörden geahndet werden. Wenn Sie der Meinung sind, dass ein Anbieter gegen die Preisangabenverordnung verstößt, können Sie sich an das Landratsamt oder den Stadtkreis wenden, in dessen Bezirk sich das Geschäft befindet.

Mangelhafte Leistung?

Die neue Farbe ist nicht wie erwartet und die gewünschte Kurzhaarfrisur viel kürzer als besprochen? Allein die Unzufriedenheit mit der neuen Frisur oder der neuen Farbe stellt noch keinen Grund für einen Mangel dar. Wurde der Wunsch einer Kundin „falsch verstanden“, das Ergebnis ist aber handwerklich in Ordnung, ist es schwer festzustellen, bei wem die Schuld liegt.

Ein Mangel ist allerdings dann gegeben, wenn sich Friseure nicht an getroffene Absprachen halten, zum Beispiel die Haare viel kürzer schneiden als besprochen oder eine falsche Farbe verwenden. Weisen Friseure vor dem Färben der Haare nicht darauf hin, dass es durch die Naturfarbe oder Struktur der Haare zu Abweichungen der gewünschten Farbe kommen kann, stellt das einen Mangel dar.

Wer einen Mangel feststellt, sollte den Friseur so schnell wie möglich informieren - am besten gleich im Salon reklamieren. Kommt es etwa zu Verätzungen der Kopfhaut, oder schneidet der Friseur dem Kunden ins Ohr, kann die Zahlung von Schmerzensgeld in Betracht kommen, heißt es bei der ERGO-Direkt. Ein Schmerzensgeld kann zum Beispiel nicht schon dann verlangt werden, wenn die Kundin über die kurzen Haare traurig ist.

Vorgehen bei der Reklamation

Sprechen Sie am besten noch vor dem Bezahlen an, dass das Ergebnis nicht wie besprochen ist. Wenn die Arbeit mangelhaft ist, muss das Friseurgeschäft eine Nachbesserung anbieten, zum Beispiel die Haare nochmal färben. Führt eine Nachbesserung nicht zum gewünschten Ergebnis, können Sie Schadenersatz verlangen. Die Höhe einer Entschädigung hängt vom entstandenen Schaden und dem Ausmaß der mangelhaften Leistung ab.

Verbraucherzentrale: „Wenn Friseure nicht einsehen wollen, dass die eigenen Leistungen mangelhaft sind, müssen Sie Ihren Anspruch auf Nachbesserung oder Schadenersatz mit einem Anwalt durchsetzen. Wenn Sie eine Rechtschutzversicherung haben, erkundigen Sie sich dort, ob die Kosten bei einem Rechtsstreit übernommen werden.“

Ein Gutachten kann teuer werden

Um eine mangelhafte Leistung nachzuweisen, müssen Sie darlegen können, was genau im Vorfeld besprochen wurde und wie ausführlich Sie als Kunde informiert oder eben nicht informiert wurden. Hilfreich sind hier Zeugen, die Ihre Aussage bestätigen können. Wenn die Haare durch Waschen oder Färbemittel in ihrer Struktur geschädigt wurden, können Sie ein Gutachten erstellen lassen, das diesen Schaden bestätigt. Sowohl die Vertretung durch einen Anwalt als auch die Erstellung eines Gutachtens können sehr teuer sein. Informieren Sie sich vorab über entstehende Kosten.

Wichtiges:

  • Werden während des Haarschnitts oder danach zusätzliche Leistungen angeboten, fragen Sie nach ob und wie viel diese zusätzlich kosten.
  • Bei besonderen Leistungen wie Hochzeitsfrisuren oder speziellen Färbungen sprechen Sie den Preis vorher hab und lassen sich den Endpreis am besten schriftlich bestätigen.
  • Bei mangelhafter Leistung haben Sie Anspruch auf Nachbesserung oder Schadensersatz.

Ein ausgiebiges, intensives und vor allem ehrliches Beratungsgespräch beim Friseur ist wichtig und kann am Ende viel Ärger und manche Träne ersparen. Viele Friseure sind offen für Fotos von der Traumfrisur.

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