Nach einer mehrwöchigen Zwangspause in der Corona-Krise dürfen Friseursalons in Deutschland seit dem 4. Mai wieder öffnen. Allerdings gelten strenge Auflagen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Der Besuch beim Friseur hat sich dadurch stark verändert.
Mit Mundschutz schneidet Friseur Florian Markus in seinem Schwaiger Salon einer Kundin die Haare.
Um die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern zu gewährleisten, müssen Friseure zahlreiche Hygienevorgaben einhalten. Dazu gehören:
Aufgrund der Hygienebestimmungen gibt es Einschränkungen bei den angebotenen Dienstleistungen:
Je nach Bundesland werden die Hygienebestimmungen unterschiedlich interpretiert, was zu einem gewissen Chaos führt. So ist beispielsweise in Hessen Bartpflege nur aus hygienischen Gründen erlaubt, während Bremen Rasuren gestattet, aber Augenbrauen- und Wimpernpflege verbietet.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Regelungen in den einzelnen Bundesländern bezüglich gesichtsnaher Behandlungen:
| Bundesland | Gesichtsnahe Behandlungen |
|---|---|
| Baden-Württemberg | Untersagt |
| Bayern | Erlaubt |
| Berlin | Erlaubt |
| Brandenburg | Erlaubt |
| Bremen | Rasur erlaubt, Augenbrauen- und Wimpernpflege untersagt |
| Hamburg | Erlaubt (Make-up untersagt) |
| Hessen | Untersagt (Bartpflege nur aus hygienischen Gründen) |
| Mecklenburg-Vorpommern | Erlaubt |
| Niedersachsen | Verboten |
| Nordrhein-Westfalen | Keine Festlegung |
| Rheinland-Pfalz | Untersagt |
| Sachsen | Erlaubt |
| Sachsen-Anhalt | Erlaubt (Make-up untersagt) |
| Saarland | Untersagt |
| Schleswig-Holstein | Bartpflege erlaubt, Augenbrauen- und Wimpernservice untersagt |
| Thüringen | Untersagt |
Die Umsetzung der Hygienevorschriften ist für die Friseure mit erhöhten Kosten verbunden. Deswegen sehen sich die meisten gezwungen, ihre Preise anzupassen. Dieser „Corona-Schließungsbeitrag“ stößt auf viel Verständnis bei den Kunden.
Einige Kunden sind jedoch unzufrieden mit der Umsetzung der Hygienestandards. Es gibt Berichte darüber, dass nicht ausreichend desinfiziert wird, keine Kundenlisten geführt werden oder die Haare nicht mehr vor dem Schneiden gewaschen werden.
In den letzten Jahren hat sich ein unangenehmer Hautpilz ausgebreitet, Trichophyton tonsurans. Fachleute machen für die Zunahme der Infektionen auch mangelnde Hygiene in Barbershops verantwortlich - und die wiederum könnte eine direkte Folge von fehlender Ausbildung sein.
In der Ausbildung lernen Friseure grundlegende Hygieneregeln. Wie erkenne ich Hautkrankheiten? Wie gehe ich mit Verletzungen beim Kunden um? Und wie reinige ich meine Geräte? Friseurmeister Michael Toman desinfiziert alles, vom Kamm bis zum Rasierer, nach jedem Kunden.
Die Handwerkskammer München und Oberbayern kontrolliert, ob bei all den Barbershops und Friseuren, die einen Meister haben müssen, auch einer arbeitet. Der Verdacht: Viele Barbershops halten sich nicht an die Regeln und bieten ohne Erlaubnis auch Friseurdienstleistungen an.
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