Warum nehmen Haare die Farbe nicht an: Ursachen und Lösungen

Viele Frauen kennen das Problem: Nach dem Färben der Haare hält die neue Farbe nicht, besonders am Ansatz. Graue Haare können beim Haarefärben schnell zur Herausforderung werden, da sie die Farbe oft schlechter annehmen. Doch es gibt Lösungen, um dieses Problem zu beheben und ein gleichmäßiges, deckendes Ergebnis zu erzielen. In diesem Artikel werden die Ursachen dafür beleuchtet und Tipps gegeben, wie die Haarfarbe besser hält.

Warum werden Haare grau?

Haare werden grau, wenn die Haarfollikel weniger Melanin produzieren, das Pigment, das den Haaren ihre natürliche Farbe verleiht. Melanin wird von Zellen in den Haarfollikeln hergestellt. Mit zunehmendem Alter produzieren diese Zellen weniger Melanin, was dazu führt, dass die Haare allmählich ihre Farbe verlieren und grau erscheinen. Ab wann das passiert, ist genetisch bedingt und je nach Lebensweise unterschiedlich. Auch die ethnische Herkunft spielt eine Rolle.

Der Zeitpunkt, an dem die ersten grauen Haare auftreten, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Während bei manchen Menschen schon Mitte zwanzig erste graue Strähnen sichtbar sind, zeigen sie sich bei den meisten ab dem 40. Lebensjahr. Ähnlich wie Haut- und Augenfarbe wird auch die Haarfarbe durch Melanin bestimmt. Diese Farbpigmente entstehen aus der Aminosäure Tyrosin. Die individuelle Haarfarbe ergibt sich aus der Kombination und dem jeweiligen Anteil dieser Pigmente. Mit zunehmendem Alter bilden die Melanozyten - das sind die Pigmentzellen in den Haarwurzeln - immer weniger Melanin. Dadurch entstehen kleine Hohlräume im Haar, die mit farblosen Luftbläschen gefüllt sind. Einzelne Haare erscheinen dadurch weiß. In Kombination mit noch pigmentierten Haaren ergibt sich der typische Eindruck von grauem Haar.

Der Anteil an Keratin, einem wichtigen Strukturprotein des Haares, verringert sich. Die häufigste Ursache ist das ganz normale Altern. Mit zunehmendem Lebensalter produzieren die Melanozyten in den Haarwurzeln weniger Farbpigmente (Melanin). Infolgedessen entstehen farblose Stellen, die weiß erscheinen. Ob jemand früher oder später ergraut, hängt stark von den Genen ab. Während die einen schon in den Dreißigern erste graue Haare entdecken, behalten andere ihre natürliche Haarfarbe bis weit ins höhere Alter. Langanhaltender Stress kann körperliche Prozesse durcheinanderbringen und die Melaninproduktion in den Haarwurzeln beeinträchtigen. Dadurch wird das Risiko erhöht, schon in jüngeren Jahren graue Haare zu bekommen. Doch die gute Nachricht: Bekämpft man den Auslöser für die stressige Phase, können die Haare wieder farbig nachwachsen. Auch gesundheitliche Faktoren spielen eine Rolle. Bestimmte Krankheiten oder ein Mangel an Vitamin B12, Eisen oder Kupfer können die Pigmentbildung stören.

Graue Haare sind von Natur aus trockener, weniger elastisch und dadurch anfälliger für Haarbruch und Spliss. Wird das Haar zusätzlich durch häufiges Färben, Blondierungen, intensives Hitzestyling oder sehr häufiges Waschen belastet, leidet die Struktur noch mehr. Ist die Haarstruktur stark geschädigt, kann die Farbe nicht mehr zuverlässig aufgenommen werden.

Grauhaarabdeckung - Wie funktioniert es richtig?

Mögliche Ursachen, warum Haare die Farbe nicht annehmen

Es gibt verschiedene Gründe, warum Haare, insbesondere graue Haare, die Farbe nicht richtig annehmen:

  • Geschädigte Haarstruktur: Wenn die Haarfarbe nicht hält, kann der Grund dafür sein, dass die Struktur der Haare geschädigt ist. Durch häufiges Haarefärben oder Behandlung mit Hitze wie Glätten kann die Haarstruktur strapaziert werden. Sind die Haare stark geschädigt, nehmen sie die Pigmente kaum noch auf.
  • Silikon-Build-up: Viele Shampoos, Conditioner, Leave-in-Produkte oder Hitzeschutzsprays enthalten Silikone. Diese legen sich wie ein Schutzfilm um das Haar und machen es weich und glatt. Problematisch wird es, wenn es sich um schwer auswaschbare Silikone handelt. Sie verhindern nicht nur, dass pflegende Inhaltsstoffe ins Haar gelangen, sondern blockieren auch das Eindringen der Farbpigmente.
  • Hormonelle Schwankungen: Vielfach hält sich das Gerücht, dass Schwankungen im Hormonhaushalt - zum Beispiel während einer Schwangerschaft oder der Periode - verhindern, dass die Haarfarbe am Ansatz hält. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftliche Beweise. Klar ist aber, dass die Talgproduktion während der Periode zunehmen kann - dadurch wird der Ansatz fettiger. Hormonveränderungen können aber auch langfristig die Struktur der Haare ändern und treffen irgendwann jeden Menschen - nämlich dann, wenn erste graue Haare auftreten. Mit zunehmendem Alter sorgen die hormonellen Veränderungen dafür, dass die Haare gröber und feuchtigkeitsärmer werden. Das kann wiederum der Grund dafür sein, dass die Haarfarbe nicht am Ansatz hält.
  • Falsche Produkte: Wenn die Haarfarbe am Ansatz nicht hält, kann das auch daran liegen, dass die Coloration eine zu geringe Farbintensität aufweist.
  • Veränderte Haarstruktur: Mit zunehmendem Alter verändert sich die Haarstruktur: Graue Haare enthalten weniger Keratin, verlieren Feuchtigkeit und fühlen sich grober oder drahtiger an. Manche entwickeln sogar eine andere Form, etwa leichte Locken, obwohl sie früher glattes Haar hatten. Diese Veränderungen machen es schwieriger, gleichmäßig zu färben.

Tipps und Tricks für eine bessere Grauhaarabdeckung

Auch wenn graues Haar beim Färben anspruchsvoller ist, gibt es viele Wege, für ein schönes und langanhaltendes Ergebnis zu sorgen. Mit der richtigen Technik, passenden Produkten und einer guten Vor- sowie Nachbehandlung lässt sich die Deckkraft deutlich verbessern. Ob man die grauen Haare vollständig abdecken, sanft kaschieren oder bewusst betonen möchte - wichtig ist, die Struktur des Haares zu berücksichtigen.

  • Haarstruktur verbessern: Vor dem Haarefärben sollten Sie daher die Spitzen schneiden lassen und die Haare mit einer Haarkur pflegen. So sorgen Sie dafür, dass das Haar gesund ist und die Farbe dadurch besser aufnehmen kann. Eine Haarkur schützt die Haare zudem vor den Strapazen des Haarefärbens.
  • Silikon-Build-up entfernen: Wenn die Haarfarbe nicht haftet, kann ein sogenannter Silikon-Build-up der Grund sein. Um diese Rückstände zu entfernen, helfen ein bis zwei Haarwäschen mit einem tiefenreinigenden Shampoo. Verwende für zwei Haarwäschen ein Peelingshampoo oder ein tiefenreinigendes Shampoo und steige danach auf ein silikonfreies Shampoo um. Danach kannst du einen weiteren Versuch wagen, deine Haare zu färben.
  • Geeignete Produkte verwenden: Für eine gleichmäßige Grauabdeckung reicht eine Tönung in der Regel nicht aus. Auch Intensiv-Tönungen bieten oft keine ausreichende Deckkraft. Für eine zuverlässige Grauabdeckung reicht eine Tönung in der Regel nicht aus. Auch Intensiv-Tönungen bieten nur begrenzte Deckkraft und waschen sich mit der Zeit aus.
  • Professionelle Hilfe suchen: Manchmal lassen sich graue Haare trotz aller Bemühungen nur schwer färben. Hier kann ein Friseurbesuch den größten Unterschied machen. Profis passen das Mischungsverhältnis von Farbe und Wasserstoffperoxid individuell an oder arbeiten mit Farben, die einen höheren Pigmentanteil enthalten.
  • Vorbehandlung durchführen: Besonders bei einem höheren Grauanteil sind spezielle Produkte für graues Haar geeignet, die eine intensivere Deckkraft bieten. Hilfreich kann außerdem eine Vorbehandlung sein. Beim sogenannten Pre-Pigmentieren wird das Haar zunächst mit einer vorbereitenden Tönung behandelt, sodass die anschließende Haarfarbe besser haftet. Auch spezielle Produkte, die die Haarstruktur leicht öffnen, können das Eindringen der Farbpigmente erleichtern.

Die richtige Farbwahl

Die richtige Haarfarbe kann graues Haar entweder unauffällig verschwinden lassen oder es modern und stilvoll in Szene setzen:

  • Natürliche Töne: Wer seine grauen Haare möglichst unauffällig färben will, greift zu Farben, die nahe an der eigenen Naturhaarfarbe liegen.
  • Warme Blondtöne: Farben wie Honigblond, Goldblond oder Karamellblond kaschieren graues Haar besonders gut.
  • Rottöne: Mit Kupfer, Kastanie oder Mahagoni lassen sich graue Haare auffällig und jugendlich überdecken.
  • Kühle Töne: Wer seine grauen Haare unterstreichen statt verstecken möchte, liegt mit Aschblond, Silbergrau oder Platinblond richtig.
  • Grau als Statement: Viele entscheiden sich bewusst für ihre natürliche Haarfarbe.

Haare nicht mehr färben & grau werden lassen

Keine Lust mehr auf ständiges Nachfärben? Graue Haare sind ein natürlicher Teil des Alterns und können ein schönes Merkmal sein. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, ihre grauen Strähnen nicht mehr zu färben. Es ist eine Möglichkeit, sich selbst zu akzeptieren und zu lieben, genau so, wie du bist.

Du hast den entscheidenden Satz “Ich möchte meine grauen Haare nicht mehr färben.” ausgesprochen und fragst dich nun, wie du den Übergang am besten gestalten sollst. Diese vier Methoden haben sich bewährt und werden von Frauen im fortgeschrittenen Alter gerne angewendet:

  • Übergang mit Strähnen: Wenn du nicht sofort aufhören möchtest, deine Haare zu färben, kannst du den Übergang durch Strähnchen erleichtern. Das lässt das Grau allmählich durchscheinen und verleiht deinem Haar einen natürlicheren Look. Beliebte Strähnentechniken sind Babylights, Lowlights oder eine Balayage.
  • Intensivtönung statt permanente Haarfarbe: Anstatt permanente Farbstoffe zu verwenden, könntest du temporäre Tönungen zum Ansatz färben wählen. Sie sind eine Übergangslösung, bis die Haarfarbe vollständig herausgewachsen ist. Danach kannst du die Tönung mit jeder Haarwäsche mehr und mehr verblassen lassen und das Grau kommt zum Vorschein.
  • Haare grau färben: Schon mal von Grey Blending gehört? Dabei handelt es sich um eine Färbetechnik, die natürlich graues Haar mit einzelnen grau gefärbten Strähnen gezielt in Szene setzt und so einen multidimensionalen Look erzeugt. Eine schöne Möglichkeit, graue Haare nicht mehr zu überfärben und sich bewusst und stilvoll dafür zu entscheiden. Durch ein zusätzliches Hair Glossing strahlen graue Haare noch schöner.
  • Radikale Lösung: Einfach rauswachsen lassen und abschneiden: Bei dieser zurecht “Schocktherapie” genannten Methode, lässt man die grauen Haare einfach rauswachsen. Nach ungefähr drei Monaten ist der Nachwuchs lang genug für einen Kurzhaarschnitt, wie zum Beispiel den Pixie Cut, in Silbergrau. Eine noch extremere Variante wäre es, auf die Trendfrisur Buzz Cut umzusteigen. Dabei sind die Haare nur wenige Millimeter lang.

Prominente Vorbilder

Obwohl graue Haare heutzutage eigentlich kein Tabuthema mehr sein sollten, erregen sie auch bei den Stars und Sternchen regelmäßig Aufsehen.

Während Iris Berben graue Haare nicht mehr färben möchte, es aufgrund der dann eingeschränkten Rollenauswahl doch noch macht, sind andere Promi-Frauen mutiger. So wird Königin Letizia graue Haare nicht mehr färben und zeigt sich bewusst mit grauen Strähnen. Und auch Prinzessin Caroline von Monaco ist inzwischen komplett ergraut und trägt ihre Frisur mit Stolz.

tags: #haare #nehmen #farbe #nicht #an #ursachen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen