Trichiasis und Distichiasis sind Augenerkrankungen, die durch fehlerhaft wachsende oder zusätzliche Wimpern gekennzeichnet sind. Beide Zustände können zu erheblichen Augenreizungen und langfristigen Schäden führen, wenn sie unbehandelt bleiben. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankungen.
Trichiasis (altgriechisch τριχίασις, „Haarkrankheit“) ist der medizinische Fachausdruck für ein Wimpernscheuern, das Reiben von Wimpern auf der Hornhaut oder der Bindehaut des Auges. Bei der Trichiasis wachsen Wimpern fehlerhaft nach innen in Richtung des Augapfels und reiben an der Hornhaut oder Bindehaut. Die Trichiasis kann sowohl am Oberlid als auch am Unterlid vorkommen. Es kann nur eine Wimper betroffen sein, aber auch die komplette Wimpernreihe.
Die Trichiasis ist meist idiopathisch, aber zu den bekannten Ursachen gehören:
Die nach innen gerichteten Wimpern verursachen:
Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt. Die Trichiasis unterscheidet sich von einem Entropium dadurch, dass die Lidstellung normal ist. Zur Untersuchung gehört eine Fluorescein-Färbung, mit der eine Hornhauterosion oder -ulzeration ausgeschlossen werden kann.
Die Behandlung reicht von der einfachen Entfernung mit der Pinzette bis hin zu dauerhaften Verfahren:
Die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens hängt von der gewählten Behandlungsmethode ab. Je früher Trichiasis behandelt wird, desto besser lassen sich Folgeschäden vermeiden.
Distichiasis ist eine doppelte Wimpernreihe, bei der zusätzliche Wimpern aus den Öffnungen der Meibomschen Drüsen wachsen. Diese Haare nennt man auch Distichien. Distichien können am Ober- oder Unterlid auftreten. Die Ursache für das Wachstum dieser zusätzlichen Härchen ist unbekannt, eine Erblichkeit wird angenommen.
Nicht alle Distichien verursachen Symptome. Nur die überzähligen Wimpern, die am Auge reiben, führen zu Symptomen. Manche Betroffene zeigen keine Krankheitsanzeichen auf. Ab dem 4. Lebensjahr können erste Symptome einer Distichiasis auftreten. Langfristig kann es zu einer hochgradigen Hornhautveränderung kommen.
Die Distichiasis benötigt in den meisten Fällen keine besondere Therapie.
Das Lymphödem-Distichiasis-Syndrom ist gekennzeichnet durch ein meist in der Pubertät (manchmal später oder auch schon bei Geburt) auftretendes primäres Lymphödem und eine Distichiasis (doppelte Wimpernreihe). Die Prävalenz ist nicht bekannt. Bei männlichen Patienten tritt das Lymphödem eher auf.
Das Syndrom wird autosomal-dominant mit variabler Penetranz vererbt. Ursache sind Mutationen im FOXC2- / MFH1-Gen (16q24.3), das für den Transkriptionsfaktor FOXC2 kodiert.
Zur Reduktion des Ödems werden in der ersten Behandlungsphase (2-3 Wochen) täglich mehrschichtige, minimal elastische Bandagen angelegt, wenn möglich kombiniert mit manueller Lymphdrainage. In der darauf folgenden Erhaltungsphase werden tagsüber elastisch komprimierende Socken oder Strümpfe getragen. Nachts können auch in der Erhaltungsphase Bandagen angelegt werden, das geschieht aber seltener als in der Reduktionsphase. Hautpflege ist notwendig, um Infektionen vorzubeugen.
Nach einer Operation können Patienten möglicherweise eingeschränkt sehfähig sein und dürfen daher nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Sorgen Sie bitte im Vorfeld dafür, dass Sie abgeholt werden. Das Bedienen schwerer Maschinen und Ausüben gefährlicher Tätigkeiten nach einer Augenoperation ist ebenfalls untersagt. Auch Blutungen, Schwellungen und Hautverfärbungen können manchmal auftreten. Meist verschwinden diese von selbst wieder. Auch kann es zu einer Abflussstörung der Tränenflüssigkeit kommen. Ein sehr trockenes oder ein tränendes Auge wäre die Folge. Wie auch bei anderen Augenoperation ist bei einer allergischen Reaktion des Patienten ein Kreislaufschock möglich. Daher gilt auch bei Operationen an den Augenlidern: Gute Vorbereitung und Nachsorge sind unerlässlich.
Auch bei Hunden können Augenerkrankungen auftreten, die Aufmerksamkeit erfordern. Symptome wie Tränenfluss, verengte Augenlider oder Reiben am Auge sollten ernst genommen werden. Eine doppelte Wimpernreihe oder einzelne fehlgestellte Wimpern können ebenfalls Ursachen für Beschwerden sein.
| Symptom | Mögliche Ursache | Empfohlene Maßnahme |
|---|---|---|
| Tränenfluss beim Welpen | Doppelte Wimpernreihe oder einzelne fehlgestellte Wimpern | Tierärztliche Untersuchung zur Diagnose und Therapie |
| Verengte Augenlider | Bindehautentzündung | Tierärztliche Untersuchung und Behandlung |
| Trübung der Hornhaut | Verletzung durch Fremdkörper | Tierärztliche Untersuchung und Entfernung des Fremdkörpers |
Es ist wichtig, bei Augenerkrankungen des Hundes frühzeitig einen Tierarzt aufzusuchen, um die Sehfähigkeit des Tieres zu erhalten.
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