Doppelcarport mit Schuppen: Bauanleitung für den Eigenbau

Der Carport ist eine beliebte Alternative zur Garage, da er einen effektiven Schutz vor Witterungseinflüssen bietet und gleichzeitig eine stilvolle Ergänzung zum Haus darstellt. Es gibt verschiedene Modelle und Ausführungen, von freistehend bis zum Anbau, mit integriertem Gartenhaus oder Solaranlage auf dem Dach. Dieser Artikel zeigt, wie man einen Doppelcarport mit Schuppen selber bauen kann.

Ein Doppelcarport mit Schuppen bietet nicht nur Schutz für zwei Autos, sondern auch zusätzlichen Stauraum.

Carport-Modelle im Überblick

Die Vielzahl unterschiedlicher Hersteller und Modelle ermöglicht es, den passenden Carport entsprechend des eigenen Bedarfs auszuwählen. Entscheidend ist, wie viele und welche Art von Fahrzeugen untergestellt werden sollen, wo der Unterstand stehen soll und wie viel Platz vorhanden ist.

Beliebte Carport-Modelle

  • Einzelcarport: Ideal für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften, bietet Platz für einen einzelnen Wagen.
  • Doppelcarport: Geeignet für Einfamilienhäuser mit großem Grundstück und Mehrparteienhäuser, bietet Platz für zwei Fahrzeuge oder zusätzlichen Schutz für Motorrad, Fahrräder oder Boote.
  • Solar-Carport: Bietet eine Alternative zur Photovoltaikanlage auf dem Hausdach und kann mit einer eigenen Ladestation für Elektroautos kombiniert werden.

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  • Anlehncarport: Wird an eine stabile Wand angelehnt, was Stabilität und Schutz bietet.
  • Freistehende Carports: Bieten mehr Gestaltungsspielraum und können mit einem Abstellraum versehen werden.
  • Carports für Wohnmobile: Bieten Schutz für Wohnmobile und Caravans, benötigen jedoch zusätzliche Aussteifung und oft eine Baugenehmigung.

Typische Carport-Materialien

Die Materialien müssen eine ausreichende konstruktive Standsicherheit mitbringen und gegenüber jeglicher Witterung dauerhaft beständig sein. Gewöhnlich wird ein Carport aus Leimholz oder Aluminium gefertigt, da beide Materialien sich durch eine hohe Witterungsbeständigkeit auszeichnen. Weitere oft eingesetzte Materialien sind Metall, Stahl und Kunststoff.

Materialien im Überblick

  • Holz: Bietet eine natürliche Optik und ist relativ günstig, erfordert jedoch regelmäßige Pflege.
  • Metall: Langlebig, stabil und witterungsbeständig, aber in der Anschaffung teurer.
  • Aluminium: Leicht, stabil, langlebig und pflegeleicht, bietet eine moderne Optik.
  • Stahl: Bietet sehr hohe Stabilität und Tragfähigkeit, ist jedoch schwer zu transportieren.
  • Kunststoff: Preisgünstige Alternative, aber weniger stabil und anfällig gegenüber UV-Strahlung.

Die Wahl des Materials hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem gewünschten Design ab.

Wer einen Carport selbst bauen möchte, wird in den allermeisten Fällen zum Baustoff Holz greifen. Ein oft verwendeter Baustoff für diesen Zweck ist das so genannte Brettschichtholz (kurz BSH), auch Leimholz genannt. Dabei handelt es sich im Grunde um verleimte Bretter.

Material Vorteile Nachteile
Holz Gut zu bearbeiten, relativ günstig Anfällig für Feuchtigkeit, pflegeintensiv
Metall Hohe Traglast, kaum Pflege nötig, widerstandsfähig gegen Witterung und Schädlinge Relativ teuer, für den Selbstbau nicht geeignet

Dächer-Arten von Carports

Neben Art und Größe ist auch die Wahl des passenden Daches bei einem Carport von entscheidender Bedeutung.

Carports haben in der Regel ein recht flaches Dach. Allerdings mit einer Neigung von etwa zehn Prozent, damit das Wasser abfließen kann. Bei Bausätzen werden oft sogenannte Gefällekeile mitgeliefert. Das können pro Seite ein bis zwei Stück sein. Es handelt sich um schräg zugeschnittene Balken, die auf den Hauptträgern, beziehungsweise Sattelbalken aufliegen. Wer sein Carport selbst entwirft, kann sich solche Keile zuschneiden lassen. Natürlich kann man auch auf andere Weise die Steigung erreichen, zum Beispiel, indem der Sattelbalken auf einer Seite etwas höher ist und das Dach also quer montiert wird. Oder indem eine Satteldachkonstruktion geplant wird.

  • Trapezbleche: Die gängigsten Farben sind grau, schwarz und rot.
  • PVC-Wellplatten: Wer es hell mag, verwendet transparente PVC-Wellplatten.
  • Acryl-Profilplatten: Von deutlich höherer Qualität sind die transparenten Acryl-Profilplatten in einer Materialstärke von drei Millimetern.
  • Bitumenbahnen auf OSB-Platten: Damit diese Schicht lange hält und wasserdicht bleibt, sollte sie aus (mindestens) zwei Lagen bestehen.

Verschiedene Dachformen und Materialien bieten unterschiedliche Vorteile und ästhetische Optionen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Doppelcarport-Eigenbau mit Schuppen

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie einen Doppelcarport mit Schuppen selbst bauen können:

1. Planung und Vorbereitung

  • Platzbedarf ermitteln: Die Größe des Carports sollte an die Größe der Fahrzeuge angepasst werden.
  • Baugenehmigung einholen: Informieren Sie sich beim Bauamt über die Notwendigkeit einer Baugenehmigung.
  • Materialien besorgen: Holz für Pfosten, Pfetten, Sparren, Dachbelag, Schrauben, Beton, etc.
  • Werkzeuge bereitlegen: Akku-Schrauber, Bohrmaschine, Säge, Wasserwaage, etc.

2. Fundament erstellen

  • Positionen festlegen: Mit Brettern und Maßband die Positionen der Punktfundamente festlegen.
  • Erdlöcher ausheben: Löcher von mindestens 80 cm Tiefe ausheben, um eine frostfreie Gründung zu gewährleisten.
  • Schalungen bauen: Einfache Schalungen aus Holzleisten bauen.
  • Beton anmischen und einfüllen: Estrichbeton anmischen und in die Löcher füllen.
  • Aushärten lassen: Die Fundamente ca. 14 Tage aushärten lassen.

Die Fundamente sollten sorgfältig geplant und ausgeführt werden, um die Stabilität des Carports zu gewährleisten.

3. Holz vorbereiten

  • Holzschutz auftragen: Alle Holzteile mit Holzschutzgrund gegen Bläue behandeln und mit Isoliergrund schützen.
  • Streichen: Nach dem Trocknen mit Farbe für den Außenbereich streichen.

4. Pfostenschuhe montieren

  • Positionen anzeichnen: Die Lage der verstellbaren Pfostenschuhe auf den Fundamenten anzeichnen.
  • Pfostenschuhe befestigen: Die Stützen auf den Fundamenten positionieren und ausrichten.
  • Bohrlöcher anzeichnen und bohren: 8-mm-Bohrlöcher für die Befestigung der Pfostenschuhe anzeichnen und bohren.
  • Bolzenanker einschlagen: Die entsprechenden Bolzenanker einschlagen und Muttern festziehen.

Die Pfostenschuhe sorgen für eine stabile Verbindung zwischen Fundament und Holzkonstruktion.

5. Stützpfosten montieren

  • Stützpfosten zuschneiden: Die Stützpfosten mit der Kappsäge zuschneiden.
  • Löcher bohren: Ein Loch für den Zapfen des Stützenschuhs bohren.
  • Befestigungsplatte anschrauben: Die Befestigungsplatte mit dem Innengewinde anschrauben.
  • Pfosten aufdrehen: Den Pfosten mit der vorbereiteten Aufnahme auf die montierten Stützenschuhe aufdrehen.
  • Ausrichten und stabilisieren: Den Pfosten ausrichten und mit einer angeschraubten Latte provisorisch stabilisieren.

6. Dachkonstruktion errichten

  • Dachpfetten und Sparren zuschneiden: Die Dachpfetten und Sparren mit der Kappsäge zuschneiden.
  • Pfetten aufdoppeln: Je zwei Pfetten aufeinanderlegen, festzwingen und verschrauben.
  • Pfetten anstückeln: Für die Gesamtlänge die Pfetten anstückeln und seitlich verschrauben.
  • Pfetten montieren: Die erste Pfette an der Außenseite der Konstruktion auf die Ständer legen und ausrichten.
  • Sparren setzen: Zwischen die Pfetten den ersten Sparren setzen, festzwingen und verschrauben.

Die Dachkonstruktion muss stabil und wetterfest sein.

7. Dach eindecken

  • Stahlband anbringen: Diagonal über die Dachkonstruktion ein gelochtes Stahlband nageln.
  • Klebeband anbringen: Die oben liegenden Holzflächen mit einem das Sonnenlicht reflektierenden Klebeband versehen.
  • Acrylplatten montieren: Das Dach mit Acrylplatten eindecken, jede zweite bis dritte Welle vorbohren und mit Kalotten verbinden.

8. Wände des Stauraums schließen

  • Wände beplanken: Die Wände des Stauraums mit Nut- und-Federbrettern schließen.
  • Oberlichter einsetzen: Für mehr natürliches Licht im Raum Bretter durch Hohlkammerplatten ersetzen.

9. Schiebetüren montieren

  • Schienensystem anbringen: Die Löcher für die Montage des Schienensystems bohren.
  • Kloben anbringen: Die Kloben mit Schlossschrauben anbringen.
  • Resopalplatten zuschneiden: Die Resopalplatten für die Türen zuschneiden.
  • Türflügel einsetzen: Die Türflügel probeweise in die Laufschienen einsetzen.

10. Abschlussarbeiten

  • Platten verschrauben: Die Bereiche, die die Türen nicht abdecken, mit weiteren Platten verschließen.
  • Hölzer streichen: Noch nicht grundierte Abschnitte vorbehandeln und zweimal weiß streichen.
  • Stauraum ausstatten: Aufhängungen für Fahrräder, Autoreifen oder Regale montieren.

Der fertige Doppelcarport mit Schuppen bietet Schutz und Stauraum in einem.

Mit dieser detaillierten Anleitung und etwas handwerklichem Geschick können Sie Ihren eigenen Doppelcarport mit Schuppen bauen und so Ihre Fahrzeuge und Geräte optimal schützen.

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