Haarausfall in den Wechseljahren: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben einer Frau, die mit hormonellen Veränderungen und verschiedenen körperlichen Symptomen einhergeht. Eines der Symptome, mit denen Frauen in den Wechseljahren konfrontiert sind, ist Haarausfall. Frau­en in jeder Lebens­pha­se lei­den unter die­sen Ver­än­de­run­gen. Fürch­ten, nicht mehr als weib­lich genug wahr­ge­nom­men zu wer­den. Unse­re Iden­ti­tät soll­ten wir uns dadurch kei­nes­falls neh­men las­sen.

In diesem Beitrag werden wir uns mit den Ursachen und möglichen Maßnahmen gegen Haarausfall während der Wechseljahre befassen.

#26 Haarausfall ist nicht nur ein Hormonproblem | Podcast Hormongesteuert | MDR

Haarausfall in den Wechseljahren ist ein häufiges Symptom

Während der Wechseljahre erleben Frauen einen natürlichen Rückgang der Hormonproduktion, insbesondere von Östrogen und Progesteron. Bereits leichte Veränderungen im Hormonspiegel können zu Haarausfall führen. Wenn der Hormonspiegel sinkt, kann dies zu einer Veränderung des Haarzyklus führen, was wiederum zu Haarausfall führen kann. Es ist daher wichtig zu verstehen, dass Haarausfall in der Menopause eine normale Reaktion des Körpers auf hormonelle Veränderungen ist und bei vielen Frauen auftritt.

Tatsächlich lichtet sich bei vielen Frauen in den Wechseljahren das Haupthaar. Forschende der weltweit renommierten Chulalongkorn University in Thailand untersuchten die Häufigkeit (Prävalenz) von Haarausfall nach weiblichem Muster in den späten Wechseljahren (Postmenopause). Bei rund der Hälfte (52,2 %) der Frauen fanden die Forschenden Anzeichen für Haarausfall.

Die verschiedenen Ursachen von Haarausfall in den Wechseljahren

Während der Wechseljahre kommt es zu einem allmählichen Rückgang des Östrogen- und Progesteronspiegels. Der Abfall dieser Hormone kann zu einer Verkürzung der Wachstumsphase (Anagenphase) des Haares führen, während die Ruhe- und Ausfallphase (Telogenphase) verlängert wird. Dies kann zu einem dünner werdenden Haar und vermehrtem Haarausfall führen.

Zudem können auch andere Faktoren Haarausfall verursachen, wie die genetische Veranlagung, Krankheiten, Stress, Mangelernährung oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Deshalb ist es wichtig, mögliche Ursachen durch einen Arzt abklären zu lassen, um die genaue Ursache des Haarausfalls in den Wechseljahren zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zu besprechen.

Auch drän­gen durch den Östro­gen­rück­zug unse­re männ­li­chen Hor­mo­ne in den Vor­der­grund und die Balan­ce zwi­schen Östro­gen und Tes­to­ste­ron gerät aus dem Gleich­ge­wicht. Das bemer­ken wir an den sich lang­sam aus­bil­den­den Geheim­rats­ecken beim Haupt­haar und/oder dem ein oder ande­ren „Hexen­haar“, das wir mit Schre­cken plötz­lich am Kinn oder auf der Ober­lip­pe ent­de­cken. Auch ein klei­nes Damen­bärt­chen weist dar­auf hin, dass das Tes­to­ste­ron im Ver­hält­nis zum Östro­gen mäch­ti­ger gewor­den ist.

Weitere mögliche Ursachen:

  • Hormonelles Ungleichgewicht: Ein hor­mo­nel­les Ungleich­ge­wicht zwi­schen Sexual‑, Stress- und Schild­drü­sen­hor­mo­nen ist genau­so mög­lich, wie ein Zuviel oder Zuwe­nig an Hor­mo­nen.
  • Stoffwechsel und Erkrankungen: Der ver­än­derte Stoff­wech­sel, eine Darm- oder Schild­drü­sen­er­kran­kung oder auch Medi­ka­men­te, die ein­ge­nom­men wer­den müs­sen, kön­nen für den Haar­ver­lust ver­ant­wort­lich sein.
  • Nährstoffmangel: Auch an eine mög­li­che Unter­ver­sor­gung mit Mine­ral­stof­fen, Vit­ami­nen wie Bio­tin und Spu­ren­ele­men­ten wie Zink- und Eisen, soll­te gedacht wer­den.
  • Erbliche Faktoren: Anders ver­hält es sich beim erb­lich beding­ten, hor­mo­nel­len Haar­aus­fall. Hier reagiert die Haar­wur­zel emp­find­lich auf männ­li­che Hor­mo­ne wie Dihy­dro­tes­to­ste­ron (DHT).
  • Stress und Fehlernährung: Stress und Fehl­ernäh­rung gehö­ren nach­weis­lich zu den häu­figs­ten Ursa­chen für einen über das nor­ma­le Maß hin­aus­ge­hen­den Haar­aus­fall.

Für den vorzeitigen Übertritt des Haares aus der Wachstumsphase (Anagenphase) in die Ausfallphase (Telogenphase), sind verschiedene Ursachen bekannt, wie z.B. Stress und Sorgen können in solchen Lebensphasen die Symptomatik verstärken. Versuchen Sie also, Ihren Wechseljahren möglichst gelassen zu begegnen.

Optionen bei Haarausfall in den Wechseljahren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall während der Wechseljahre zu behandeln oder zu kaschieren. Hier sind einige Optionen:

  • Haarpflegeprodukte: Wählen Sie passende Haarpflegeprodukte für Ihren Haarstatus. Verwenden Sie Pflegeprodukte, die speziell für feines oder dünner werdendes Haar entwickelt wurden.
  • Schonende Behandlung: Behandeln Sie Ihr Haar sorgsam. Vermeiden Sie starkes Ziehen an den Haaren beim Bürsten oder Kämmen oder nach dem Waschen. Lassen Sie ihr Haar vor dem Föhnen am besten unter einem Handtuch vortrocknen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die insbesondere genügend Vitamine und Nährstoffe wie Vitamin C, Eisen und Selen enthält, sorgt für eine ausreichende Stimulation der Haarwurzeln.
  • Hausmittel: Als Hausmittel gegen Haarausfall kann Arganöl in die Haare einmassiert werden. Als weiteres Mittel wird eine Haarspülung mit Apfelessig empfohlen. Auch Haarwasser oder Haarkuren mit Brennesselextrakt können hilfreich sein.
  • Medikamentöse Behandlung: Als medikamentöse Behandlungsmöglichkeit steht eine Lokaltherapie mit Minoxidil zu Verfügung. Ferner kann bei erhöhten Testosteron- und/oder DHT-Werten im Blut die Einnahme von Finasterid in Tablettenform oder als Lösung zur topischen Anwendung als Off-Lable-Use von Ärzten unter bestimmten Voraussetzungen verschrieben werden.
  • Haartransplantation: Wem Hausmittel, Shampoos, Medikamente oder Regenerationstherapien nicht helfen und der Haarverlust ein beeinträchtigendes kosmetisches Problem darstellt, für den bietet die Haartransplantation oft eine letzte rettende Alternative.

Diffuser Haarausfall in den Wechseljahren

Ver­liert der Mensch täg­lich durch­schnitt­lich 50 bis 100 Haa­re, bezeich­net dif­fu­ser Haar­aus­fall das Lich­ter­wer­den der Haa­re am gesam­ten Kopf. Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen.

Diffuser Haarausfall ist an sich keine Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom für eine tiefergehende Störung des Körpers. Es gibt immer ein auslösendes Ereignis, das für die Störung in den einzelnen Phasen des Haarzyklus verantwortlich ist, wie z.B. eine Chemotherapie.

Ursachen für diffusen Haarausfall:

  • Stress: Emotionaler Stress, etwa der Verlust eines geliebten Menschen, kann diffusen Haarausfall verursachen.
  • Hormonumstellung: Hormone sind eine der häufigsten Ursachen für diffusen Haarausfall bei der Frau.
  • Nährstoffmangel: Eine gesunde Ernährung ist die Basis für gesundes Haar.
  • Physikalischer Stress: Gerade diffuser Haarausfall bei Frauen ist nicht selten durch mechanische Reize an der Kopfhaut bedingt.
  • Pflegefehler: Falsche Pflegeprodukte, wie unverträgliche Shampoos oder Spülungen, führen ebenfalls zu diffusem Haarausfall bei Mann und Frau.
  • Medikamente und Krankheiten: Ist der Körper aufgrund einer Erkrankung angeschlagen, kann sich das auch auf den Haarzyklus auswirken und für Haarausfall sorgen.

Wenn Sie unter Haarausfall in den Wechseljahren leiden, ist es wichtig, die Ursachen genau abzuklären und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Ein Arzt oder Spezialist kann Ihnen dabei helfen, die richtige Behandlung zu finden und Ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Zudem identifizierten die Forscher Übergewicht -einen BMI über 25 - als statistisch signifikanten Faktor bei weiblichem Haarausfall in der Postmenopause.

Nützliche Nährstoffe bei Haarausfall

Bei Haarausfall in den Wechseljahren ist eine ausreichende Zufuhr von Aminosäuren, Eisen und Zink wichtig.

  • Aminosäuren: Aminosäuren sind die Bausteine von Eiweiß und aus ihnen wird u.a. Keratin gebildet.
  • B-Vitamine: B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Panthenol bzw. Vitamin C fördert die Durchblutung der Kopfhaut und stimuliert die Kollagenproduktion.
  • Haferflocken: Die im Hafer enthaltenen Nährstoffe sind optimal für das Haarwachstum.
  • Brennnessel: Brennnessel ist als durchblutungsförderndes Hausmittel bei Haarverlust und Haarproblemen bekannt.

Milch und Milchprodukte, Eier, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Linsen und Nüsse sind ebenfalls gute Quellen für B-Vitamine und Zink.

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