Haarseife gegen Schuppen im Test: Ein umfassender Ratgeber

Auf einmal waren sie da: viele, bunt verpackte Shampoo Bars und manch einer mag sich fragen, was es damit auf sich hat. Feste Haarshampoos sind aktuell im Trend und die Auswahl ist in kürzester Zeit so groß geworden, dass wir mühelos 35 Testkandidaten finden konnten. Herkömmliches Shampoo gibt es normalerweise nur in Kunststoffbehältern. Wenn Sie nach einer ökologischen Alternative suchen, bietet sich Haarseife an. In der Übersicht der empfehlenswerten Produkte finden Sie eine hochwertige Seife für die Haarwäsche.

Bei beiden handelt es sich um alles andere als Innovationen. Viel mehr geht man zugunsten der Umwelt »back to the roots« - ein minimalistischer Ansatz, der auch Kompromisse einfordert. Vermehrt sind Verbraucher bereit Anwendungskomfort und nur geringe Vorteile zugunsten ökologischen Konsums hinzunehmen und dafür sogar ein bisschen mehr zu bezahlen.

Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Haarseifen und feste Shampoos, ihre Vorteile, Nachteile und wie sie im Kampf gegen Schuppen abschneiden. Wir betrachten verschiedene Produkte, ihre Inhaltsstoffe und geben Tipps zur richtigen Anwendung.

Anleitung: Seife einfach selber machen – DIY

Was sind Haarseife und festes Shampoo?

Sowohl festes Shampoo (auch Shampoo-Bar genannt) als auch Haarseife erfreuen sich aufgrund der nachhaltigen, plastikfreien Verpackung steigender Beliebtheit in der Haarpflege. Oft werden die beiden Produkte aufgrund ihrer optischen Ähnlichkeit verwechselt.

Festes Shampoo: Ein festes Shampoo ist ein seifenfreies Waschstück - auch als Syndet bekannt. Es besteht aus Tensiden, wie sie auch in flüssigen Produkten angewendet werden und können als Shampoo-Konzentrat verstanden werden. Festes Shampoo ist letztendlich ein "normales" Shampoo, dem das Wasser entzogen wurde, um die feste Konsistenz zu erreichen. Festes Shampoo schäumt ähnlich wie herkömmliches Shampoo, ist aber nicht ganz so naturbelassen wie eine Haarseife, denn für den schönen Schaum sorgen Tenside, die empfindliche Haut reizen können. Festes Shampoo ist pH-neutral bis leicht sauer.

Haarseife: Eine gute Spülung ist essenziell, um die Herausforderungen durch das Shampoo auszugleichen. Hier ist ein Mehrbetrag besser investiert. Haarseife wird aus Lauge, Pflanzenölen und -fetten hergestellt, sie kommt ohne Tenside aus. Oftmals handelt es sich um Naturkosmetik. Bei kalkhaltigem Wasser benötigen die Haare nach dem Waschen eine saure Rinse aus Wasser und Apfelessig, die Kalkrückstände entfernt.

Hier ist ein Überblick über die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten:

Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • Haarseife: Besteht meist aus natürlichen Inhaltsstoffen und ist nachhaltiger, jedoch kann sie bei fettigem Haar beschwerend wirken und ist bei kalkhaltigem Wasser schwerer auszuwaschen.
  • Festes Shampoo: Schäumt intensiver und ist leichter anzuwenden, jedoch können Silikone und Tenside enthalten sein, die weniger verträglich für empfindliche Kopfhaut sind.

Bei empfindlicher Kopfhaut sollte man deshalb ein festes Shampoo ohne Silikone und Tenside wählen.

Ergebnis: Haarseife ist oft besser für die Umwelt, während festes Shampoo einfacher in der Anwendung ist und weniger Umgewöhnung erfordert.

Haarseife gegen Schuppen: Was sagt der Test?

Die wichtigste Frage in unserem Test lautete: Wie gut wirken die Shampoos gegen Kopf­hautschuppen? Um das heraus­zufinden, haben sich mehr als 200 Männer und Frauen, die unter Schuppen leiden, vier Wochen lang für uns die Haare gewaschen und ihre Kopf­haut mehr­fach von einer Expertin kontrollieren lassen. Zudem wollten wir wissen, wie die Shampoos das Haar pflegen. Glänzt es nach dem Waschen? Ist es geschmeidig und lässt sich leicht kämmen? Eine Friseurin hat das an weiteren 20 Probanden pro Produkt geprüft.

Test­ergeb­nisse: Unsere Test­tabelle zeigt die Prüf­ergeb­nisse für elf Shampoos, die laut Anbieter gegen Schuppen helfen sollen. Bewertet haben wir neben der Anti-Schuppen-Wirkung auch die Pflege­wirkung und die Anwendung (Verteilen, Schaum, Auswaschen) sowie Deklaration und Verpackung.

Das Ergebnis ist erfreulich. Lästiges Rieseln können Verbraucher gut behandeln, auch für wenig Geld. An der Tabellenspitze steht ein Anti-Schuppen-Shampoo vom Discounter. Es schneidet als einziges im Test insgesamt sehr gut ab. Mit umge­rechnet 50 Cent pro 100 Milliliter ist es zudem vergleichs­weise preisgünstig. Das von uns geprüfte Shampoo des Markt­führers Head & Shoulders landet im Mittel­feld. Insgesamt ausreichend und damit Schluss­licht ist das einzige Naturkosmetikum im Test.

Wie aber wirken die Shampoos eigentlich gegen Schuppen? Sie enthalten Antimykotika - das sind Wirk­stoffe, die bestimmte Mikro­organismen auf der Kopf­haut bekämpfen, wie etwa die Hefe Malassezia furfur. „Deren Stoff­wechsel­produkte reizen die Haut und rufen Entzündungen hervor. Die Folgen sind Schuppen, manchmal auch Rötungen und Juck­reiz“, sagt Dr.

Naturkosmetik als Alternative?

In den von uns getesteten Shampoos sind häufig die Stoffe Piroctone-Olamine und Zink-Pyrithione enthalten, teils kombiniert mit anderen Wirk­stoffen. Sie gelten als sicher und sind laut EU-Kosmetik­ver­ordnung zugelassen. Zertifizierte Naturkosmetik­hersteller verzichten auf synthetisch hergestellte Antimykotika. Sie setzen auf natürliche Substanzen - etwa bestimmte pflanzliche Auszüge. In unserem Test sogar mit Erfolg: Das Naturkosmetik­produkt reduziert Schuppen immerhin befriedigend. Im Kampf gegen das Rieseln bietet es Anhängern natürlicher Kosmetika also durch­aus eine Alternative.

Als die Friseurin ins Haar der Probanden greift und einzelne Strähnen durch die Fingerspitzen gleiten lässt, ist sie mit zwei Shampoos unzufrieden. Es sind das Naturkosmetik­produkt und das Shampoo einer Drogeriemarkt­kette. Die Messungen in der Zugprüfungs­maschine bestätigen das Urteil der Expertin. Um die Test­strähnen zu kämmen, die mit diesen beiden Shampoos gewaschen wurden, braucht die Maschine deutlich mehr Kraft als bei jenen, die mit den Konkurrenz­produkten behandelt wurden. Den Shampoos gelingt es offensicht­lich nicht, die äußere Schicht der Haare zu glätten. Beide Produkte enthalten keine Silikone.

Langes oder strapaziertes Haar braucht besonders intensive Pflege. Optimal für Schuppen­geplagte ist es, wenn schon das Shampoo gute Arbeit leistet. Denn: Die Wirk­stoffe müssen bei der Wäsche auf die Kopf­haut gelangen. Sie sollten mit zusätzlichen Pfle­gepro­dukten nicht gleich wieder weggespült werden. Wer auf Kur und Spülung nicht verzichten will, sollte diese nur in die Längen geben.

Wichtige Tipps:

  • Conditioner und Kuren nicht auf der Kopf­haut anwenden - sie waschen die Anti-Schuppen-Wirk­stoffe wieder aus.
  • Warm, aber nicht heiß gilt beim Waschen und Fönen.
  • Schuppen nicht unter Hut oder Mütze verstecken.
  • Reste von Styling­produkten können wie Schuppen wirken.

Empfehlenswerte Produkte im Überblick

Hier sind einige der im Test genannten und empfohlenen Haarseifen und festen Shampoos:

  • Haarseife von Enooso: Traditionell handgemacht und ergiebig.
  • 40333 von SANTE Naturkosmetik: Sparsam im Verbrauch.
  • SB-1002 von Meina: Verantwortungsvolle Verpackung.
  • SB-1000 von Meina: Stark reinigend.
  • Naturkosmetik Haarseife von Mara: Vegane Haarseife.

Weitere empfehlenswerte Produkte:

  • Meina Bio Haarseife für schuppiges und fettiges Haar: Reinigt und pflegt fettige und zu Schuppen neigende Kopfhaut und Haare.
  • Savion Haarseife mit Melisse: Reinigt und beruhigt die Kopfhaut, sorgt für Volumen.
  • Haarseife Mara mit Zitronengras: Für trockenes, strapaziertes Haar, macht es wieder geschmeidig.
  • Aleppo-Seife von Grüne Valerie: Für Schuppen und Hautprobleme, leicht antiseptisch wirkend.

Anwendung von Haarseife und festem Shampoo

Die Anwendung von Haarseife ist ganz einfach. In einigen Punkten unterscheidet sie sich aber von der Haarwäsche mit Shampoo.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Entweder Sie nehmen das ganze Seifenstück mit unter die Dusche oder Sie schneiden ein kleines Stück für die Haarwäsche ab. So kann die restliche Seife an einem trockenen Ort aufbewahrt werden und weicht nicht unnötig auf.
  2. Schäumen Sie die feuchte Seife in Ihren Händen auf und verteilen Sie den Schaum anschließend auf Haaren und Kopfhaut. Wenn Sie das Seifenstück vorher kurz einweichen, schäumt es besser.
  3. Nachdem Sie Kopf und Haare eingeschäumt haben, spülen Sie das Produkt gründlich aus.
  4. Um mögliche Seifenreste zu entfernen und das Haar glänzender und leichter kämmbar zu machen, empfiehlt sich nach der Haarwäsche eine saure Rinse: Mischen Sie hierzu einen Liter kaltes Wasser mit zwei Esslöffeln Apfelessig (oder Zitronensaft) und spülen damit nach der Haarwäsche die Haare. Nicht ausspülen, der Geruch verfliegt beim Trocknen von selbst!
  5. Legen Sie die Seife zum Trocknen in eine Seifenschale, in der das Wasser ablaufen kann oder hängen Sie die Seife in einem Seifensäckchen auf.

Tipps für die Umstellung:

  • Haben Sie Geduld: Wenn man von Shampoo auf Haarseife umstellt, kann sich das Haar zu Beginn strähnig anfühlen. Mit der Zeit gewöhnen sich die Haare an die Formel ohne künstliche Zusätze und werden dann gesünder und glänzender.
  • Wasserhärte beachten: Je weicher und kalkarmer das Leitungswasser ist, desto besser ist das für die Wäsche mit Haarseife. Wenn das Wasser hingegen besonders hart oder kalkhaltig ist, kann sich Kalkseife in Form von kleinen weißen Flocken in den Haaren ablagern. Abhilfe schafft ein Duschkopf mit Wasserfilter oder die saure Rinse aus Wasser und Apfelessig. Informationen zum Härtegrad Ihres Wassers finden Sie zum Beispiel hier.

DIY: Haarseife selber herstellen

Haarseife lässt sich ganz einfach zu Hause selbst herstellen. So können Sie die Haarpflege ganz auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen und bei Duft, Farbe und Verzierung Ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Anleitung für Anfänger:

  1. Verwenden Sie als Basis eine fertige Kernseife und reichern Sie diese nach Ihren Wünschen mit verschiedenen Ölen, Kräutern und Blüten an.
  2. Raspeln Sie die Kernseife klein. Hierzu können Sie eine Küchenraspel oder ein Messer verwenden.
  3. Erhitzen Sie die Raspeln mit Wasser in einem Topf und verrühren Sie die Zutaten, bis eine glatte, homogene Masse entsteht.
  4. Fügen Sie ein pflegendes Öl ihrer Wahl hinzu, zum Beispiel Olivenöl. Sie können aber auch mit Kokosöl, Traubenkernöl, Rizinusöl oder Avocadoöl experimentieren. Beachten Sie die unterschiedlichen Effekte verschiedener Haaröle, um das optimale Ergebnis für ihr Haar herauszuholen.
  5. Geben Sie auch ätherische Öle für die Beduftung hinzu. Hier eignen sich beispielsweise Lavendel-, Lemongras-, Pfefferminz- oder Rosmarinöl. Wenn Sie die Seife bunt einfärben möchten, können Sie Lebensmittelfarbe verwenden.
  6. Als letzten Schritt füllen Sie die Masse in Silikonformen und dekorieren Sie sie nach Wunsch mit Kräutern, Blüten und Blättern. Lassen Sie sie dann abkühlen und aushärten. Nach 24 bis 48 Stunden sollte sie sich ganz einfach aus den Förmchen lösen lassen.

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