Das Märchen "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" ist ein deutsches Märchen, das von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm gesammelt und in ihrer berühmten Sammlung "Grimms Märchen" (Kinder- und Hausmärchen) veröffentlicht wurde. Es ist als KHM 29 (Kinder- und Hausmärchen Nr. 29) katalogisiert. Es fällt unter die Aarne-Thompson-Klassifikationstypen 461 („drei Haare vom Teufel“) und 930 („Prophezeiung, dass ein armer Junge ein reiches Mädchen heiraten wird“).
Die Geschichte wurde zunächst als „Der Riese und die drei goldenen Haare“ ins Englische übersetzt, um Beleidigungen zu vermeiden, aber der Teufel in der Geschichte verhält sich tatsächlich wie ein Folklore-Riese. Ruth Manning-Sanders nahm sie als „Die drei goldenen Haare des Königs der Höhlenriesen“ in ein Buch der Riesen auf.
Das Märchen erzählt die Geschichte eines armen Jünglings, dem prophezeit wird, die Königstochter zu heiraten. Der hartherzige König trachtet ihm daraufhin nach dem Leben. Nachdem er mehrere Attentate überlebt, wird er vom König zum Teufel mit den drei goldenen Haaren geschickt. Glücklicherweise überlebt der Junge auch diese Herausforderung, wird reich und heiratet schließlich wie vorhergesagt die Königstochter.
In einem Land, das ein habgieriger und böser König regiert, wird ein Junge mit einer Glückshaut geboren. Er heißt Felix und ihm wird prophezeit, er werde einmal die Königstochter heiraten. Als der König das hört, fürchtet er um seine Macht und seinen Reichtum und trachtet ihm nach dem Leben.
Es war einmal eine arme Frau, die gebar ein Söhnlein, und weil es eine Glückshaut umhatte, als es zur Welt kam, so ward ihm geweissagt, es werde im vierzehnten Jahr die Tochter des Königs zur Frau haben. Es trug sich zu, daß der König bald darauf ins Dorf kam, und niemand wußte, daß es der König war, und als er die Leute fragte, was es Neues gäbe, so antworteten sie: »Es ist in diesen Tagen ein Kind mit einer Glückshaut geboren. Was so einer unternimmt, das schlägt ihm zum Glück aus.
Anfangs weigerten sie sich, da aber der fremde Mann schweres Gold dafür bot und sie dachten: „Es ist ein Glückskind, es muss doch zu seinem Besten ausschlagen,“ so willigten sie endlich ein und gaben ihm das Kind.
Der König legte es in eine Schachtel und ritt damit weiter, bis er zu einem tiefen Wasser kam. Da warf er die Schachtel hinein und dachte: »Von dem unerwarteten Freier habe ich meine Tochter geholfen.« Die Schachtel aber ging nicht unter, sondern schwamm wie ein Schiffchen, und es drang auch kein Tröpfchen Wasser hinein. So schwamm sie bis zwei Meilen von des Königs Hauptstadt, wo eine Mühle war, an dessen Wehr sie hängenblieb. Ein Mahlbursche, der glücklicherweise da stand und sie bemerkte, zog sie mit einem Haken heran und meinte große Schätze zu finden. Als er sie aber aufmachte, lag ein schöner Knabe darin, der ganz frisch und munter war.
Es trug sich zu, daß der König einmal bei einem Gewitter in die Mühle trat und die Müllersleute fragte, ob der große Junge ihr Sohn wäre. »Nein,« antworteten sie, »es ist ein Findling, er ist vor vierzehn Jahren in einer Schachtel ans Wehr geschwommen, und der Mahlbursche hat ihn aus dem Wasser gezogen.« Da merkte der König, daß es niemand anders als das Glückskind war, das er ins Wasser geworfen hatte, und sprach: »Ihr guten Leute, könnte der Junge nicht einen Brief an die Frau Königin bringen? Ich will ihm zwei Goldstücke zum Lohn geben.« - »Wie der Herr König gebietet,« antworteten die Leute, und hießen den Jungen sich bereit halten.
Der Knabe machte sich mit diesem Briefe auf den Weg, verirrte sich aber und kam abends in einen großen Wald. In der Dunkelheit sah er ein kleines Licht, ging darauf zu und gelangte zu einem Häuschen. Als er hineintrat, saß eine alte Frau beim Feuer ganz allein. Sie erschrak, als sie den Knaben erblickte, und sprach: »Wo kommst du her und wo willst du hin?« - »Ich komme von der Mühle,« antwortete er, »und will zur Frau Königin, der ich einen Brief bringen soll. Weil ich mich aber in dem Walde verirrt habe, so wollte ich hier gerne übernachten.« - »Du armer Junge,« sprach die Frau, »du bist in ein Räuberhaus geraten, und wenn sie heimkommen, so bringen sie dich um.« - »Mag kommen, wer will,« sagte der Junge, »ich fürchte mich nicht. Ich bin aber so müde, daß ich nicht weiter kann,« streckte sich auf eine Bank und schlief ein.
Bald hernach kamen die Räuber und fragten zornig, was da für ein fremder Knabe läge. »Ach,« sagte die Alte, »es ist ein unschuldiges Kind, es hat sich im Walde verirrt, und ich habe ihn aus Barmherzigkeit aufgenommen. Er soll einen Brief an die Frau Königin bringen.« Die Räuber erbrachen den Brief und lasen ihn, und es stand darin, daß der Knabe sogleich, wie er ankäme, sollte ums Leben gebracht werden. Da empfanden die hartherzigen Räuber Mitleid, und der Anführer zerriß den Brief und schrieb einen andern, und es stand darin, sowie der Knabe ankäme, sollte er sogleich mit der Königstochter vermählt werden. Sie ließen ihn dann ruhig bis zum andern Morgen auf der Bank liegen, und als er aufgewacht war, gaben sie ihm den Brief und zeigten ihm den rechten Weg.
Die Königin aber, als sie den Brief empfangen und gelesen hatte, tat, wie darin stand, hieß ein prächtiges Hochzeitsfest anstellen, und die Königstochter ward mit dem Glückskind vermählt. Nun, so lebt ein Glückskind. Die Umstände entwickeln sich stet zu seinem Guten, und sogar die Verirrungen gereichen ihm zum Glück. Sein Leben wird bewahrt, die Mühle der Welt nimmt ihn liebevoll auf, und tugendhafte Menschen sorgen sich um ihn. Selbst die wilden Räuber haben Mitleid mit dem Jungen, und obwohl sie der Welt soviel Böses bringen, so wirken sie in diesem Fall viel Gutes. So ein verdienstvoller Mensch strahlt weit auf seine Umgebung aus. Wenn vielleicht nur einer von hundert Menschen solche verdienstvolle Ausstrahlung hätte, dann sähe unsere ganze Welt wesentlich freundlicher aus. Solche Menschen sind wie helle Lichter, welche die Dunkelheit ringsherum vertreiben.
Nach einiger Zeit kam der König wieder in sein Schloß und sah, daß die Weissagung erfüllt und das Glückskind mit seiner Tochter vermählt war. »Wie ist das zugegangen?« sprach er, »ich habe in meinem Brief einen ganz andern Befehl erteilt.« Da reichte ihm die Königin den Brief und sagte, er möchte selbst sehen, was darin stände. Der König las den Brief und merkte wohl, daß er mit einem andern war vertauscht worden. Er fragte den Jüngling, wie es mit dem anvertrauten Briefe zugegangen wäre, warum er einen andern dafür gebracht hätte. »Ich weiß von nichts,« antwortete er, »er muß mir in der Nacht vertauscht sein, als ich im Walde geschlafen habe.«
Voll Zorn sprach der König: »So leicht soll es dir nicht werden! Wer meine Tochter haben will, der muß mir aus der Hölle drei goldene Haare von dem Haupte des Teufels holen. Bringst du mir, was ich verlange, so sollst du meine Tochter behalten.« Damit hoffte der König ihn auf immer los zu werden.
So wie die Eltern bereits großes Vertrauen in sein gutes Schicksal hatten, so hat auch unser Glückkind ein gesundes Selbstvertrauen. Wovor sollte er sich auch fürchten? Doch der üble König gibt nicht auf. Wer ist dieser falsche König? Auf einer tieferen Ebene wird ihn wohl jeder in sich selbst finden können. Es ist ein Wesen, das nur seine eigenen Vorteile sucht, und es damit sogar geschafft hat, die Herrschaft der Welt zu ergreifen. Es intrigiert und lügt, um seine persönliche Herrschaft zu erhalten. Und alles, was ihn bedroht, wird rücksichtslos bekämpft. Das erinnert natürlich an unser geliebtes Ego, das sich in dieser Körper-Burg zum König aufgeschwungen hat. Und der zornvolle König tut alles, um die Vernunft von der Seele fernzuhalten, und stellt sie vor größte Herausforderungen, an denen sie zerbrechen soll. Oft gelingt das auch im gewöhnlichen Leben. Die Vernunft soll in die Hölle gehen und vom Kopf des Teufels drei goldene Haare holen. Was bedeutet das? Weshalb hat der Teufel goldene Haare auf dem Kopf? Das ist ein wunderbares Symbol! Gold steht für das Wahre und Unvergängliche, sogar für das Göttliche. Und das läßt sich beim Teufel finden? Natürlich, denn diese gedankliche Polarität von Gott und Teufel sollte man sich nicht so vorstellen, daß beide weit voneinander getrennt sind und man lange wandern muß, um von dem einen zum anderen zu kommen. Diese beiden Pole gleichen einer Batterie, wo sich Plus und Minus im Inneren treffen und sozusagen mit dem Rücken aneinander stehen, wie das berühmte Janus-Gesicht. Nur nach außen hin erscheinen Plus- und Minuspol, Gott und Teufel. Und je weiter man nach außen geht, um so größer wird diese Trennung und entsprechend die Spannung. Deshalb geht unser Glückskind wahrscheinlich auch einen Weg ins Innere.
Das Glückskind aber antwortete: „Die goldenen Haare will ich wohl holen, ich fürchte mich vor dem Teufel nicht.“
Darauf nahm er Abschied und begann seine Wanderschaft. Der Weg führte ihn zu einer großen Stadt, wo ihn der Wächter an dem Tore ausfragte, was für ein Gewerbe er verstände und was er wüßte. »Ich weiß alles,« antwortete das Glückskind. »So kannst du uns einen Gefallen tun,« sagte der Wächter, »wenn du uns sagst, warum unser Marktbrunnen, aus dem sonst Wein quoll, trocken geworden ist, und nicht einmal mehr Wasser gibt.« - »Das sollt ihr erfahren,« antwortete er, »wartet nur, bis ich wiederkomme.« Da ging er weiter und kam vor eine andere Stadt, da fragte der Torwächter wiederum, was für ein Gewerbe er verstände und was er wüßte. »Ich weiß alles,« antwortete er. »So kannst du uns einen Gefallen tun und uns sagen, warum ein Baum in unserer Stadt, der sonst goldene Äpfel trug, jetzt nicht einmal Blätter hervortreibt.« - »Das sollt ihr erfahren,« antwortete er, »wartet nur, bis ich wiederkomme.« Da ging er weiter, und kam an ein großes Wasser, über das er hinüber mußte. Der Fährmann fragte ihn, was er für ein Gewerbe verstände und was er wüßte. »Ich weiß alles,« antwortete er.
Der Weg ins Innere bzw. Jenseitige führt hier durch zwei Tore und über ein Wasser. Die Wächter fragen ihn nach dem Stand seiner Erkenntnis. Ohne höhere bzw. tiefere Erkenntnis kommt man dort vermutlich nicht weiter. Unser Glückskind antwortet stets: Ich weiß alles! Und eure Fragen beantworte ich, wenn ich von dieser Reise ins Innere zurückkehre. Das ist ein wunderbarer Spruch! Denn die Wahrheit ist in jedem von uns verborgen. Dort wartet die große Weisheit bzw. Allwissenheit auf ihre Entdeckung. Jeder kann sie in seinem Inneren finden. Dort liegt der größte Schatz versteckt. Aber noch sprudelt dieser reine Brunnen nicht mit göttlichem Nektar, und der Baum des Lebens trägt keine ewigen Früchte. Und deshalb wandern wir in endlosen Zyklen durch Geburt und Tod zwischen Jenseits und Diesseits, und fahren über den Fluß des Todes hin und her, ohne je davon erlöst zu werden. Dieser Totenfluß mit dem Fährmann ist eine sehr alte und weitverbreitete Symbolik.
Als er über das Wasser hinüber war, so fand er den Eingang zur Hölle. Es war schwarz und rußig darin, und der Teufel war nicht zu Haus, aber seine Großmutter saß da in einem breiten Sorgenstuhl. »Was willst du?« sprach sie zu ihm, sah aber gar nicht so böse aus. »Ich wollte gerne drei goldene Haare von des Teufels Kopf,« antwortete er, »sonst kann ich meine Frau nicht behalten.« - »Das ist viel verlangt,« sagte sie, »wenn der Teufel heimkommt und findet dich, so geht dirs an den Kragen. Aber du dauerst mich, ich will sehen, ob ich dir helfen kann.« Sie verwandelte ihn in eine Ameise und sprach: »Kriech in meine Rockfalten, da bist du sicher.« - »Ja,« antwortete er, »das ist schon gut, aber drei Dinge möchte ich gerne noch wissen: Warum ein Brunnen, aus dem sonst Wein quoll, trocken geworden ist, jetzt nicht einmal mehr Wasser gibt? Warum ein Baum, der sonst goldene Äpfel trug, nicht einmal mehr Laub treibt?
Im Totenreich findet er den Eingang zur dunklen Hölle. Dort trifft er zunächst die Großmutter des Teufels. Die große Mutter erinnert wieder an die Mutter Natur, die natürlich auch dort existiert und im Sorgenstuhl sitzt. Das heißt, sie sorgt sich um die Wesen, die in ihrem Reich wohnen. Darüber hinaus ist der Sorgenstuhl auch ein alter Begriff für einen bequemen Sessel, in dem man gemütlich nachdenken kann. - Unser Glückskind wird natürlich auch hier gut aufgenommen und findet Hilfe. Dafür wird er in eine Ameise verwandelt. Denn wahrlich, wer den großen Geist erlangen möchte, muß dafür körperlich ganz klein werden. Und wie geht das?
Als der Abend einbrach, kam der Teufel nach Haus. Kaum war er eingetreten, so merkte er, daß die Luft nicht rein war. »Ich rieche, rieche Menschenfleisch,« sagte er, »es ist hier nicht richtig.« Dann guckte er in alle Ecken und suchte, konnte aber nichts finden. Die Großmutter schalt ihn aus, »Eben ist erst gekehrt,« sprach sie, »und alles in Ordnung gebracht, nun wirfst du mirs wieder untereinander. Immer hast du Menschenfleisch in der Nase! Setze dich nieder und iß dein Abendbrot.« Als er gegessen und getrunken hatte, war er müde, legte der Großmutter seinen Kopf in den Schoß und sagte, sie sollte ihn ein wenig lausen. Es dauerte nicht lange, so schlummerte er ein, blies und schnarchte. Da faßte die Alte ein goldenes Haar, riß es aus und legte es neben sich. »Autsch!« schrie der Teufel, »was hast du vor?« - »Ich habe einen schweren Traum gehabt,« antwortete die Großmutter, »da hab ich dir in die Haare gefaßt.« - »Was hat dir denn geträumt?« fragte der Teufel. »Mir hat geträumt, ein Marktbrunnen, aus dem sonst Wein quoll, sei versiegt, und es habe nicht einmal Wasser daraus quellen wollen, was ist wohl schuld daran?« - »He, wenn sies wüßten!« antwortete der Teufel, »Es sitzt eine Kröte unter einem Stein im Brunnen, wenn sie die töten, so wird der Wein schon wieder fließen.« Die Großmutter lauste ihn wieder, bis er einschlief und schnarchte, daß die Fenster zitterten. Da riß sie ihm das zweite Haar aus. »Hu! was machst du?« schrie der Teufel zornig. »Nimms nicht übel,« antwortete sie, »ich habe es im Traum getan.« - »Was hat dir wieder geträumt?« fragte er. »Mir hat geträumt, in einem Königreiche ständ ein Obstbaum, der hätte sonst goldene Äpfel getragen und wollte jetzt nicht einmal Laub treiben. Was war wohl die Ursache davon?« - »He, wenn sies wüßten!« antwortete der Teufel, »An der Wurzel nagt eine Maus, wenn sie die töten, so wird er schon wieder goldene Äpfel tragen, nagt sie aber noch länger, so verdorrt der Baum gänzlich. Aber laß mich mit deinen Träumen in Ruhe, wenn du mich noch einmal im Schlafe störst, so kriegst du eine Ohrfeige.« Die Großmutter sprach ihm gut zu und lauste ihn wieder, bis er eingeschlafen war und schnarchte. Da faßte sie das dritte goldene Haar und riß es ihm aus. Der Teufel fuhr in die Höhe, schrie und wollte übel mit ihr wirtschaften, aber sie besänftigte ihn nochmals und sprach: »Wer kann für böse Träume!« - »Was hat dir denn geträumt?« fragte er, und war doch neugierig. »Mir hat von einem Fährmann geträumt, der sich beklagte, daß er immer hin- und herfahren müßte, und nicht abgelöst würde.
Wenn es im Geist dunkel wird, kommt der Teufel nach Hause. Und er riecht die Menschen schon auf große Entfernung. Das ist auch verständlich, denn er wurde ja vom menschlichen Denken selbst geschaffen. Und wie sie gegeneinander kämpfen, so ziehen sie sich auch magisch an. Denn im Grunde ist der Teufel nichts anderes als eine Personifizierung unserer eigenen Sünden, die uns vor dem Gericht der Wahrheit bzw. vor Gott anklagen. Daß unser Glückskind hier nicht sofort erkannt und verurteilt wird, deutet bereits auf eine gewisse geistige Reinheit hin. Der Vorwurf, daß der Teufel hier alles durcheinanderwirft, ist sicherlich auch kein Zufall, denn dieser Begriff kommt vom altgriechischen Diabolos, was soviel wie Durcheinanderwerfer oder Verwirrer bedeutet. Nun, wenn der Teufel schläft...
Erst nach 14 Jahren muss der König feststellen, dass sein Vorhaben missglückt ist und Felix noch lebt. Durch einen glücklichen Zufall fällt der Brief Räubern in die Hände, die die Nachricht unbemerkt austauschen. Als der König nun ins Schloss zurückkehrt, trifft ihn fast der Schlag, denn Felix ist nicht tot, sondern mit Prinzessin Charlotte verheiratet - so wie der Brief es befahl. Die Prophezeiung hat sich erfüllt!
Aber der König stellt Felix eine weitere Aufgabe: um die Prinzessin zu behalten, muss er ihm aus der Hölle die drei goldenen Haare des Teufels bringen. Unterwegs findet er Freunde, die ihn ein Stück begleiten, und hört von weiteren Problemen im Land, die es zu lösen gilt. Voller Zuversicht geht Felix seinen Weg. Wenn er alle Aufgaben gelöst hat, dann kann das Land endlich wieder aufblühen und voller Lebensfreude gedeihen, er kann mit Charlotte glücklich werden und vielleicht bekommt ja auch der König seine gerechte Strafe.
Im Dorf wird ein Junge mit einer Glückshaut geboren, dem von seiner Hebamme prophezeit wird, dass das Glück immer an seiner Seite sei und er sogar eines Tages die Prinzessin des Landes heiraten wird. Als dies dem König durch Zufall zu Ohren kommt, gefällt ihm das so gar nicht. Ein Bauerslump kommt ihm nicht in den Palast. Verkleidet als Kaufmann überredet der König den Bauern, ihm das frisch Geborene für zwei Säckchen Gold zu überlassen. Er verspricht ihm, es in Wohlstand und mit guter Bildung groß zu ziehen. Böse wie er ist, schmeißt er es aber, in den nächsten Fluss. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass das kleine Bündel von der Müllerin Anna gerettet wird.
Felix wird gerettet, lernt Geige spielen und macht die Menschen glücklich. Auch dem zweiten Anschlag des Königs kann das Glückskind mit Hilfe einer List entgehen - Felix heiratet sogar die widerspenstige Prinzessin Isabell.
Allerdings stürzt das Brautgeschenk, das der König von ihm verlangt, den jungen Mann in große Verzweiflung. Glücklicherweise erweicht Felix mit seiner Musik das Herz der Prinzessin. Sie folgt dem Glückskind - als Jäger verkleidet - bis in die Hölle.
André M. Ein als Glückskind bezeichneter armer Jüngling wird zur Zielscheibe eines hartherzigen Königs, da eine Prophezeiung vorhersagt, dass er die Tochter des Königs zur Frau nehmen wird.
Der Bauernbursche Hans findet überall Freunde, weil er selbst freundlich und hilfsbereit ist. Alle meinen, dass er ein rechtes Glückskind sei und bestimmt einmal des Königs Tochter zur Frau bekommen werde. Deshalb trachtet der böse König Hans nach dem Leben. Er schickt ihn mit dem versiegelten Befehl ins Schloss, dass er getötet und begraben werden solle.
Aber Räuber vertauschen den Brief, und Hans bekommt die Prinzessin. Da schickt der König ihn in die Hölle, drei goldene Haare vom Kopf des Teufels zu holen. Hans schafft auch das und triumphiert über den bösen König.
Als er alle Aufgaben gelöst hat, dann kann das Land endlich wieder aufblühen und voller Lebensfreude gedeihen, er kann mit Charlotte glücklich werden und vielleicht bekommt ja auch der König seine gerechte Strafe.
Anhand dieses Märchens können die psychologischen Phänomene Glück sowie elementare soziale und prosoziale Motive aufgezeigt werden. Besprochen werden in diesem Kontext die Theorien der kognizierten Kontrolle und sozialer Vergleichsprozesse, der normative soziale Einfluss, Verwandtschaftsselektion, Reziprozitätsnorm und das soziale Lernen von Bandura.
Was ist eine Glückshaut'? Ein äußerer Körper, der dem Wesen viel Glück in dieser Welt bringt, und das nicht nur rein statistisch, sondern schicksalhaft vorherbestimmt. So sehen wir wieder, daß ein Kind kein unbeschriebenes Blatt ist, wenn es in diese Welt geboren wird. In Indien wird diesbezüglich von Karma gesprochen, das aus der Sünde und den Verdiensten vergangener Leben geerbt wird. In der christlichen Welt spricht man vor allem von Erbsünde und weniger von Erbverdienst. Aber wo es ein Minus gibt, muß auch ein Plus existieren, und so ist es sicherlich nicht umsonst, wenn wir im Leben viel Gutes tun und anderen helfen, auch wenn sich die guten Früchte nicht gleich zeigen. Vielleicht erfreut man sich dieses Glücks erst im nächsten Leben, wie unser Glückskind in diesem Märchen. Es wurde ihm sogar die Königswürde vorhergesagt, wovon sich der amtierende König sogleich bedroht fühlte. So etwas geschieht in der äußeren Welt, aber auch auf geistiger Ebene in unserem Inneren, wo auch nicht immer die edelsten Kräfte die Herrschaft führen.
29. Cantus Empfehlung: Die Theaterfassung hat ein gutes Tempo und bietet viel Raum für Witz und Humor. Aber sie gibt uns auch mit auf den Weg, dass einen Habgier und Bosheit nicht weit bringen und dass man mit Mut, Bescheidenheit, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft im Leben ein größeres Glück finden kann.
Bild 1: Im Dorf herrscht große Aufregung ,als Bauer Karl alle Leute aus den Häusern trommelt, um ihnen stolz seinen neugeborenen Sohn zu präsentieren. Das Kind wurde laut der Hebamme mit einer Glückshaut geboren und sie prophezeit, ihm werde alles gelingen, und er wird eines Tages sogar die Königstochter heiraten. Durch Zufall hat sich der König an diesem Tag als Kaufmann verkleidet unter das Volk gemischt und traut seinen Ohren nicht. Ein Bauerslump soll seine geliebte Tochter heiraten? Dies wird er zu verhindern wissen.
Bild 2 A : Die Müllerin Anna hat das kleine Bündel aus dem reißenden Fluss gefischt und überzeugt ihren Mann Georg, den Jungen in der Mühle groß zu ziehen.
Bild 2 B: 18 Jahre später tragen die beiden Diener Ruppert und Dietrich den König mit einem ausgekugelten Arm zur Mühle. Auf dem Weg dorthin hatte sein Gaul ihn abgeworfen. Felix, geschickt wie er ist, renkt dem König den Arm wieder ein.
Bild 3: Auf dem Weg macht Felix Rast in einer Räuberhütte. Die Räuber stibitzen dem schlafenden Felix den Brief, öffnen ihn vorsichtig und lesen, dass Felix bei Ankunft sofort getötet werden soll.
Bild 4: Im Schloss platzt Felix mitten in das große Prinzen-Casting.
Bild 5: Mitten in den Hochzeitsvorbereitungen kommt der König zurück und traut seinen Augen nicht. Felix lebt? Wie kann das sein?
Bild 6: Auf dem Weg begegnet Felix verzweifelten Menschen, die nicht verstehen, dass aus einem ausgetrockneten Brunnen, kein Wein mehr sprudelt,, an einem verdorrten Apfelbaum, keine goldenen Äpfel mehr wachsen und ein Fährmann einfach nicht mehr abgelöst wird.
Bild 7: In der Teufelshöhle trifft Felix auf die drei ollen Tanten des Teufels, Gundula, Rowena und Latavia. Auch sie haben Lust, sowohl dem König, als auch ihrem faulen, ungezogenen Neffen, eins auszuwischen.
Bild 8: Weil der Brunnen nun wieder Wein sprudelt und der Apfelbaum goldene Äpfel trägt, kehrt Felix mit zwei Säcken voll Gold als Belohnung und den goldenen Haaren des Teufels zum Palast zurück. Als der gierige König fragt, woher das ganze Gold sei, schickt Felix ihn zum Fährmann, der ihn angeblich zu dem Ufer voller Goldstücke übersetzen soll. In Wahrheit aber lässt sich der Fährmann vom König ablösen.
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