Der Bau eines Carports mit Schuppen ist für viele Hausbesitzer eine attraktive Option, um ihr Fahrzeug vor Witterungseinflüssen zu schützen und zusätzlichen Stauraum zu schaffen. Allerdings ist es wichtig, sich vor Baubeginn über die geltenden Vorschriften zur Baugenehmigung zu informieren. Da ein Carport immer eine bauliche Maßnahme sein wird, benötigt er auch in den meisten Fällen eine Genehmigung. Allerdings gibt es Ausnahmen hierfür, sodass dein Carport durchaus genehmigungsfrei errichtet werden kann - diese Ausnahmen hängen jedoch von deinem Bundesland und deiner Kommune ab.
Ein Carport zählt baurechtlich zu den sogenannten „baulichen Anlagen" - und unterliegt damit grundsätzlich dem öffentlichen Baurecht. Die jeweiligen Landesbauordnungen regeln dann, ob das Vorhaben verfahrenspflichtig ist oder unter die verfahrensfreien Bauvorhaben fällt.
Ob ein Bauantrag erforderlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
Nicht jeder Carport braucht eine Genehmigung. Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Bau eines Carports genehmigungsfrei - vorausgesetzt, das Vorhaben fällt unter die verfahrensfreien Bauvorhaben, die je nach Bundesland unterschiedlich geregelt sind. In vielen Regionen Deutschlands gilt folgende Faustregel:
Die Errichtung ohne Abstandsflächen innerhalb der vorgegebenen Grenzen ist durch die sogenannte „Privilegierung von Grenzbauten" immer zulässig. Typische Vorgaben für diese Privilegierung:
Eine Nachbarzustimmung ist nur erforderlich, wenn Sie eine Befreiung von diesen Vorgaben benötigen - beispielsweise wenn der Carport höher als 3,00 m werden soll und damit nicht mehr unter die Privilegierung fällt.
Auch genehmigungsfreie Carports unterliegen den baurechtlichen Bestimmungen - etwa zu Brandschutz, Abstandsflächen und der Nutzung als Stellplatz für ein Fahrzeug. Da Carports und Garagen baurechtlich gleichgestellt sind, gelten für beide dieselben Regelungen.
Wenn Sie einen Carport ohne Genehmigung bauen möchten, sollten Sie das Vorhaben sicherheitshalber der Gemeinde anzeigen. So können Sie potenzielle Konflikte proaktiv vermeiden.
Ob Sie für Ihren Carport eine Genehmigung brauchen, bestimmt hauptsächlich Ihr Bundesland. Die Landesbauordnungen unterscheiden sich bei Grundfläche, Wandhöhe und den Regeln für Grenzbebauung. Zusätzlich kann Ihre Gemeinde über den Bebauungsplan oder Gestaltungssatzungen eigene Vorgaben machen - beispielsweise zu Dachform, Materialien oder Farben.
Ein Überblick über die Bundesländer gibt Ihnen eine erste Orientierung. Für Ihr konkretes Vorhaben sollten Sie jedoch immer die örtlichen Vorschriften prüfen lassen.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die maximalen genehmigungsfreien Carport-Größen in den verschiedenen Bundesländern:
| Bundesland | Grundfläche | Mittlere Wandhöhe | Besonderheiten | Rechtliche Grundlage |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 50 m² | 3 m | Gilt seit 29.06.2025 | Art. 50 Abs. 1 LBO-BW |
| Bayern | 50 m² | - | Privilegierung von Grenzbauten: max. 9 m je Grenze, 15 m gesamt | Art. 57 Abs. 1 Nr. 1b BayBO |
| Berlin | 50 m² | 3 m | Anzeigeverfahren bei Genehmigungsfreistellung | § 61 Berliner Bauordnung |
| Brandenburg | 50 m² | - | Muss zum Wohngebäude gehören | § 61 Brandenburgische Bauordnung |
| Bremen | 50 m² | 3 m | Ausschließlich private Zwecke | § 61 Bremer Landesbauordnung |
| Hamburg | 30 m² | 3 m | Sonderregelungen in einigen Bezirken möglich | § 60 Hamburger Bauordnung |
| Hessen | 50 m² | - | § 62 Hessische Bauordnung | |
| Mecklenburg-Vorpommern | 30 m² | 3 m | Gilt nur im Innenbereich | Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern |
| Niedersachsen | 30 m² | - | Mindestlänge 5 m, Mindestbreite 2,30-2,50 m, Abstand zur Straße 3 m | Niedersächsische Bauordnung |
| Nordrhein-Westfalen | 50 m² | 3 m | Muss im überbaubaren Grundstücksbereich errichtet werden | Bauordnung NRW |
| Rheinland-Pfalz | 50 m² | 3 m (mittlere Wandhöhe), Firsthöhe bis 4 m (bei Giebel) | § 62 Landesbauordnung Rheinland-Pfalz | |
| Saarland | 36 m² | 3 m | Für abweichende Maße oder gewerbliche Nutzung ist ein Bauantrag erforderlich | Landesbauordnung Saarland (LBO § 62) |
| Sachsen | 50 m² | 3 m | Muss im überbaubaren Bereich errichtet werden | § 61 Sächsische Bauordnung |
| Sachsen-Anhalt | 50 m² | 3 m | § 60 Abs. 1 Nr. 1 Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt | |
| Schleswig-Holstein | 50 m² | 3 m | Nur erlaubt bis 9 m Länge direkt an der Grundstücksgrenze | Landesbauordnung Schleswig-Holstein |
| Thüringen | 40 m² | 3 m | § 60 Abs. 1 Nr. 1 Thüringer Bauordnung |
Wohnmobil-Carports stellen besondere Anforderungen an die Bauplanung. Mit Höhen zwischen 2,80 m und 3,50 m überschreitet ein Wohnmobil als Fahrzeug oft die genehmigungsfreie Grenze von 3 m Wandhöhe. Auch die benötigte Grundfläche kann die zulässigen Grenzen überschreiten.
Für einen Wohnmobil-Carport ist daher in den meisten Fällen ein formeller Bauantrag erforderlich. Auch alternative Konstruktionslösungen - etwa ein höherer Fahrzeugunterstand mit optimierter Grundfläche - entbinden nicht von der Genehmigungspflicht, wenn die Grenzwerte der jeweiligen Landesbauordnung überschritten werden.
Ein Carport ohne erforderliche Genehmigung kann erhebliche Folgen haben. Es drohen Bußgelder zwischen 500,- € und 50.000,- € und im schlimmsten Fall eine Abrissverfügung, das heißt die Verpflichtung zum Rückbau auf eigene Kosten.
Besonders kritisch: Schwarzbauten verjähren nicht - auch Jahre später kann das Bauamt einschreiten, z. B. beim Verkauf der Immobilie.
Eine nachträgliche Genehmigung ist nur möglich, wenn das Bauwerk grundsätzlich zulässig wäre. Wer frühzeitig auf Nummer sicher gehen will, lässt das Vorhaben prüfen und umgeht mögliche Strafen.
Auch wenn sich die Nutzung einer bereits bestehenden baulichen Anlage ändert - etwa wenn aus einem Carport eine Garage oder ein Lagerraum wird - kann das streng genommen eine genehmigungspflichtige Umnutzung sein. Carports und Garagen werden im Baurecht weitgehend gleich behandelt, es sei denn, gestalterische Vorgaben in Bebauungsplänen regeln dies individuell anders.
Die Kosten für eine Carport-Baugenehmigung setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen:
Investieren Sie in eine professionelle Planung - sie macht nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus, spart aber Zeit und verhindert Fehler im Genehmigungsverfahren.
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