Was fordert den Haarwuchs bei Männern? Ursachen und Lösungen

Mit zunehmendem Alter leiden viele Menschen unter dünner werdendem Haar und fehlendem Volumen. Es ist völlig normal, Haare zu verlieren, da sie einem natürlichen Wachstumszyklus unterliegen und von Zeit zu Zeit durch neue Haare ersetzt werden. Dafür müssen die alten Haare weichen und ausfallen. Werden die Haare jedoch immer dünner oder es kommt sogar zu kahlen Stellen, spricht man von Haarausfall. Hierfür gibt es zahlreiche Ursachen.

Wichtig ist, vor der Behandlung die Ursache ausfindig zu machen und gegebenenfalls durch einen Hautarzt abklären zu lassen, denn nur dann kann die richtige Behandlung erfolgen. Je eher diese stattfindet, umso besser ist der Behandlungserfolg.

Haarausfall bei Männern: Häufigkeit, Arten, Ursachen

Ursachen von Haarausfall

Dünnes Haar hat viele Ursachen und ist nicht immer auf einen einzigen Grund zurückzuführen.

  • Vererbung: Die Vererbung spielt eine entscheidende Rolle. Oft ist Haarausfall erblich bedingt. Man spricht dann vom sogenannten „androgenen Haarausfall“. Vor allem Männer leiden häufig unter dieser Form der Alopezie. Gekennzeichnet ist sie durch immer größer werdende Geheimratsecken und lichter werdende Haare am Hinterkopf. Oft zeigen sich die ersten Symptome schon im Jugendalter. Junge Männer leiden daher sehr häufig unter ihrem Haarausfall.
  • Hormone: Hormone beeinflussen das Haarwachstum stark. Bei Männern führt eine Überempfindlichkeit gegenüber Dihydrotestosteron oft zu dünnerem Haar. Haarausfall kann aber auch hormonell bedingt sein. Vor allem in den Wechseljahren oder während der Schwangerschaft leiden viele Frauen vermehrt unter dünner werdendem Haar. Auch die Einnahme der Anti-Baby-Pille kann Haarausfall begünstigen.
  • Nährstoffmangel: Vitamine und Mineralstoffe wie Biotin, Zink und B-Vitamine sind essenziell für gesundes Haar. Es kann aber in vielen Fällen auch einfach ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel die Ursache sein. So kann ein Eisen- oder Zinkmangel oft zu verstärktem Haarausfall führen.
  • Äußere Einflüsse: Aggressive Shampoos oder häufiges Färben schwächen die Haarstruktur. Auch Unfälle oder Verletzungen der Kopfhaut können Haarausfall zur Folge haben. Durch Stylingfehler kann eine Traktionsalopezie entstehen.
  • Alter: Mit dem Alter verlangsamen sich Wachstumsprozesse im Körper, was auch die Haare betrifft. Die Wachstumsphasen verkürzen sich, wodurch die Haare dünner und weniger widerstandsfähig werden.
  • Erkrankungen: Haarverlust kann aber ebenso Begleitsymptom einer Stoffwechselerkrankung wie zum Beispiel einer Schilddrüsenerkrankung oder aber auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Ein weiterer Grund sind Erkrankungen der Kopfhaut wie Psoriasis oder eine Pilzerkrankung. Auch hier können die Haarwurzeln in Mitleidenschaft gezogen werden und die Haare schließlich ausfallen.
  • Stress: Auch Stress kann die Haare strapazieren. Wird das Haar durch solche Gründe insgesamt einfach dünner, spricht man von diffusem Haarausfall.
  • Autoimmunerkrankungen: Eine weitere Form ist der kreisrunde Haarausfall, der auch unter dem Namen Alopecia areata bekannt ist. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper fälschlicherweise die eigenen Haarwurzeln angreift. Dadurch entstehen runde oder ovale, komplett kahle Stellen im Haarkleid. Eine spezielle Sonderform des Haarausfalls ist der sogenannte „kreisrunde Haarausfall“, bei dem am gesamten Körper etwa münzgroße kahle Stellen auftreten. Grund hierfür ist ein übersteigertes Immunsystem. Diese Form muss unbedingt ärztlich betreut und behandelt werden.
  • Psychische Erkrankungen: Daneben gibt es seltenere Formen des Haarausfalls. Dazu zählt die psychische Erkrankung namens Trichotillomanie, bei der sich Betroffene selbst die Haare ausreißen.

Dünnes Haar ist nicht immer gleichbedeutend mit Haarausfall.

Formen von Haarausfall

Die verschiedenen Formen von Haarausfall haben unterschiedliche Ursachen und dementsprechend auch diverse Therapieansätze. Die Behandlung richtet sich also nach dem jeweiligen Ursprung und der Art des Haarausfalls.

Folgende Formen von Haarausfall können unterschieden werden:

  • Erblich oder anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
  • Diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie)
  • Spezielle Formen von Haarausfall

Erblich oder anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Dieser ist die weitaus häufigste Form von Haarausfall und betrifft Frauen und Männer in etwa gleichermaßen. Ursache ist ein fortschreitendes Schrumpfen von Kopfhaarwurzeln, die überempfindlich auf das männliche Geschlechtshormon reagieren und keine kräftigen Haare mehr bilden können.

Symptome:

  • Geheimratsecken an den Schläfen
  • Dünner werdendes Haar
  • Schütteres Haar

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Für kreisrunden Haarausfall verantwortlich ist wahrscheinlich eine Immunreaktion: Die Haarwurzeln werden vom Immunsystem dermaßen attackiert, sodass sie ausfallen - die Folge ist eine Entzündungsreaktion. Diese Form des Haarausfalls setzt meist ohne Vorwarnung ein und trifft des Öfteren junge Erwachsene und Kinder. Die genauen Ursachen der Entstehung sind bis heute nicht geklärt. Vermutlich wirken eine genetische Veranlagung sowie psychische Faktoren ebenso begünstigend.

Symptome:

  • Kreisrunde, kahle Stellen
  • Haarausfall kann auch Bart, Augenbrauen oder andere Körperhaare betreffen

Diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie)

Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn dieser mehr oder weniger gleichmäßig über den gesamten Kopf verteilt auftritt. Das Kopfhaar lichtet sich dadurch zunehmend und die Kopfhaut wirkt durchscheinend.

Die Ursachen sind in diesem Fall vielfältiger und umfassen:

  • Hormonumstellung nach einer Schwangerschaft
  • Hormontherapie in den Wechseljahren
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Eisenmangel
  • Bestimmte Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie bei Krebs

Symptome:

  • Vorerst stellen die Haare ihr Wachstum ein; nach dieser Ruhepause kommt es zum kontinuierlichen Ausfall

Spezielle Formen von Haarausfall

Weitere Ursachen für Haarverlust bzw. spärlichen Haarwuchs sind beispielsweise:

  • Haarausfall infolge von entzündlichen Erkrankungen der Haut oder Kopfhaut
  • Ständiger Druck oder Zug an den Haarwurzeln durch häufiges Tragen eines straffen Zopfes
  • Stressbedingter Haarausfall

Lösungen und Behandlungen

Ist die genaue Ursache für einen Haarausfall abgeklärt, kann entsprechend behandelt werden.

1. Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin D, Zink und Biotin unterstützt die Haargesundheit. Werden dem Körper die eventuell fehlenden Vitamine und Aminosäuren zugeführt, kann es noch zwei bis drei Monate dauern, bis erste Erfolge zu sehen sind, weil der Teil der Haare, die sich in der Telogenphase befinden trotzdem noch ausfällt und erst die neu wachsenden Haare von dem erhöhten Vitaminangebot profitieren können.

2. Nahrungsergänzungsmittel: Sinnvoll sind neben der Substitution der mangelnden Vitamine und Mineralstoffe auch Präparate, die verschiedene B Vitamine und Aminosäuren wie L-Arginin und L-Cystein enthalten. Diese helfen, die Haarwurzel zu aktivieren und die Haare kräftiger nachwachsen zu lassen. In vielen Nahrungsergänzungsmitteln für die Haare sind zudem auch Zink, Biotin, Folsäure und Silicium enthalten. Letzteres oft in Form von Hirseextrakt. Empfohlen werden auch Pure Encapsulations Haut, Haare, Nägel (Promedico), Anacaps Reactiv bei temporär bedingtem Haarausfall und Progessiv bei anlagebedingtem Haarausfall (Ducray) sowie Phyophanère (Alès) und Pantovigar (Merz). Neu ist auch Thiocyn (Thiocyanat) vom gleichnamigen Hersteller.

3. Sanfte Haarpflege: Sanfte Shampoos ohne scharfe Tenside sowie Naturkosmetikprodukte eignen sich besonders für feines Haar.

4. Medikamentöse Behandlung: Bei hormonellbedingtem Haarausfall kann auch der Wirkstoff Alfatradiol helfen. Es handelt sich hierbei um ein Östrogen, das direkt an den Haarentstehungszellen angreift und sie zu einer gesteigerten Aktivität anregt. Alfatradiol hemmt außerdem das Enzym, welches das männliche Geschlechtshormon Testosteron in seine aktive Form umwandelt. Dieses hemmt nämlich das Haarwachstum und begünstigt den Haarausfall. Enthalten ist der Wirkstoff in Ell-Cranell (Galderma) und Pantostin (Merz).

5. Minoxidil: Ein weiterer Wirkstoff, der in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, ist das generische Minoxidil. Es wurde ursprünglich als Medikament gegen Hypertonie eingesetzt. Während der Therapie fiel den Patienten ein vermehrter Haarwuchs auf und so wurde die Nebenwirkung zur Hauptwirkung gemacht. Minoxidil wird in Form von Schaum und Lösungen bei Haarausfall eingesetzt, bekannte Marken sind Regaine (J&J) und Bio-H-Tin (Dr. Pfleger). Der genaue Wirkmechanismus ist jedoch unklar. Man vermutet eine bessere Durchblutung der Haarwurzeln, die zu stärkerem Haarwachstum führt. Wichtig ist jedoch, die Kunden darauf hinzuweisen, dass es nach etwa vier bis acht Wochen zuerst zu einer Verschlimmerung des Haarausfalls kommen kann. Erst danach tritt eine Besserung ein. Richtige Ergebnisse können jedoch erst nach vier bis sechs Monaten erzielt werden. Daher müssen die Vor- und Nachteile der Behandlung sorgfältig abgewogen werden.

6. Kurzhaarfrisuren: Kurzhaarfrisuren oder Bob-Schnitte verleihen feinem Haar mehr Volumen.

Generell gilt, wer unter Haarausfall leidet, muss Geduld mitbringen. Alle Therapieformen benötigen längere Zeit, bis positive Ergebnisse erzielt werden können und sichtbar werden.

Creatin und Haarausfall

Creatin ist eine nicht essenzielle Aminosäure. Wenn der Körper Energie benötigt, zum Beispiel im Rahmen einer sportlichen Betätigung, passiert das auf chemischer Ebene durch die Spaltung des Moleküls Adenosintriphosphat (ATP). Für die Herstellung von ATP wiederum braucht der Körper Creatin. Neben der eigenen Produktion durch den Körper kann man Creatin über die Nahrung aufnehmen. Es ist vor allem in Eiern, Fisch und rotem Fleisch enthalten. Wer körperlich sehr aktiv ist oder viel Sport macht, benötigt pro Tag etwa drei bis fünf Gramm Creatin. Da diese Menge über die Eigenproduktion und die Ernährung schwierig zu erreichen ist, nehmen viele Sportler zusätzlich Creatin als Nahrungsergänzungsmittel ein.

Dadurch werden die Muskeln besser mit Energie versorgt und es gelingt den Sportlern, bessere körperliche Leistungen zu erbringen und den Muskelaufbau zu beschleunigen. Außerdem kann Creatin die Funktion des Gehirns und der Nerven verbessern, sodass auch die geistige Leistungsfähigkeit unter einer Creatin-Einnahme steigen kann. Durch eine südafrikanische Studie aus dem Jahr 2009 ist es jedoch etwas in Verruf geraten, da in dieser Studie Hinweise darauf gewonnen wurden, dass die Einnahme von Creatin Haarausfall begünstigen könnte. Im Nachhinein wurde diese Studie allerdings stark kritisiert.

Zum einen wurde das genaue Produkt, was die Sportler bekamen, nicht genannt. Bei einigen Herstellern wurden in den Creatin-Produkten nämlich Verunreinigungen mit verschiedenen Steroiden und Stimulanzien gefunden. Diese Stoffe hätten ebenfalls für einen Einfluss auf den DHT-Spiegel sorgen können. Außerdem war die eingangs verwendete Creatin-Dosis fünfmal höher als die Dosis, die zur Nahrungsergänzung empfohlen wird. Das könnte die Studienergebnisse deutlich beeinflusst haben. Auch die Tageszeit, zu der die Blutproben der Sportler entnommen wurden, wurde in der Studie nicht angegeben. Aufgrund dieser vielen Kritikpunkte wurden die Ergebnisse der Studie von vielen Wissenschaftlern als fragwürdig angesehen.

Es gab einige weitere Studien, die die Effekte von Creatin-Einnahme auf den Hormonhaushalt untersucht haben. Nur wenige davon konnten eine Änderung im Testosteronspiegel messen. In keiner einzigen Studie wurde der direkte Effekt von Creatin auf den Haarausfall untersucht. Denn selbst wenn Creatin einen Einfluss auf den Spiegel der männlichen Sexualhormone nehmen sollte, ist nicht gesagt, dass dies automatisch zu mehr Haarschwund führt. Letztlich gibt es somit bisher keinen finalen Beweis, dass die Einnahme von Creatin einen erblich bedingten Haarausfall begünstigt oder verschlechtert.

Es gibt in vielen Ländern eine große Anzahl von Sportlern, besonders Kraftsportler und Bodybuilder, die Creatin als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Bisher konnte nicht beobachtet werden, dass diese Sportler übermäßig häufig unter Kahlköpfigkeit leiden. Außerdem ist davon auszugehen, dass betroffene Sportler primär diejenigen sind, die ohnehin bereits unter erblich bedingtem Haarverlust leiden. Denn neben dem absoluten DHT-Spiegel gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die den erblich bedingten Haarverlust beeinflussen. In unserem klinischen Alltag sehen wir jedoch häufig einen Zusammenhang zwischen der Creatin-Einnahme und Haarausfall. Wenn Sie also unter Haarausfall leiden und dies mit dem Zeitpunkt der Einnahme zusammenhängt, kann dies durchaus die Ursache sein.

Nach aktueller Studienlage ist davon auszugehen, dass sich die Einnahme von Creatin primär auf die sportliche Leistungsfähgkeit auswirkt. Auch wenn der wissenschaftliche Beweis durch eine Studie noch aussteht, sehen wir in unserem klinischen Alltag einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Creatin und Haarausfall. Als Ersatzprodukte für Creatin mit ähnlicher Wirkung stehen noch Kre-Alkalyn oder Beta-Alanin zu Verfügung.

Weitere Informationen und Empfehlungen

Eine Übersicht über wichtige Aspekte und Empfehlungen zur Behandlung von Haarausfall:

Aspekt Empfehlung
Ernährung Ausgewogene Ernährung mit Vitamin D, Zink und Biotin
Haarpflege Sanfte Shampoos ohne scharfe Tenside
Medikamente Alfatradiol bei hormonellbedingtem Haarausfall, Minoxidil zur Förderung der Durchblutung der Haarwurzeln
Geduld Alle Therapieformen benötigen längere Zeit, bis positive Ergebnisse sichtbar werden

Speziell bei erblich bedingtem Haarausfall können Shampoos oder Lösungen mit Minoxidil oder Alfatradiol eine Möglichkeit sein. Als lokal angewendete Mittel haben sie kaum Nebenwirkungen und können den Haarverlust bremsen. Sicher ist es auch eine Möglichkeit, erblich bedingten Haarverlust als "normale" Alterserscheinung hinzunehmen und den neuen Look zu akzeptieren.

Es gibt aber heute viele Möglichkeiten, um den Haarverlust deutlich zu verlangsamen oder sogar aufzuhalten. Deshalb sollten Sie, wenn Sie unter ihrem Haarverlust leiden, nicht zögern, einen Experten für Haarausfallbehandlungen aufzusuchen. Mit unseren Behandlungen erreichen wir bei über 90% unserer Patienten eine deutliche Besserung in kurzer Zeit. Reza P. Azar ist einer der Pioniere innovativer Haarausfallbehandlungen und der modernen Haarchirurgie. Seit 2008 leitet er das „Zentrum für moderne Haartransplantation", in dem er als Haarchirurg und Experte für Haarausfalldiagnosen, -therapien und -behandlungen tätig ist. Durch Forschungsarbeiten und ständige Weiterentwicklungen prägt er die Entwicklungen der modernen Haarchirurgie. Die Erfolgsraten bei Haarausfallbehandlungen liegen bei über 90%.

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