Cocamidopropylbetain und Haarausfall: Was Studien und Erfahrungen zeigen

Es gibt Hinweise darauf, dass Cocamidopropylbetain (CAPB), ein häufig in Shampoos verwendetes Tensid, bei manchen Menschen Haarausfall begünstigen könnte. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Zusammenhänge, betrachtet Studien und gibt Hinweise, worauf Betroffene achten können.

Was ist Cocamidopropylbetain (CAPB)?

COCAMIDOPROPYL BETAIN
Deutsche Bezeichnung: Cocamidopropylbetain, Abkürzung: CAPB; Kokosfettsäure-Amidopropylbetain

Funktion(en) dieses Inhaltsstoffs in kosmetischen Mitteln:

  • ANTISTATISCH: Verringert elektrostatische Aufladungen (z. B. der Haare)
  • HAARKONDITIONIEREND: Macht das Haar leichter kämmbar, geschmeidig, weich und glänzend und verleiht ihm Volumen
  • TENSID (REINIGEND): Waschaktive Substanz zur Reinigung von Haut, Haaren und/oder Zähnen
  • TENSID (SCHAUMVERSTÄRKEND): Verbessert die Schaumqualität durch Verstärkung von Volumen, Gefüge und/oder Beständigkeit
  • VISKOSITÄTSREGELND: Erhöht oder verringert die Viskosität (Zähigkeit) kosmetischer Produkte

Ursprung: synthetisch/pflanzlich

Vorkommen in Kosmetika: Shampoos, Duschgele, Schaumbäder, Flüssigseifen, Intim-Waschlotionen, auch Babyshampoos und -bäder

Vorkommen in anderen Produkten: Reinigungsmittel

CAPB ist ein amphoteres Tensid aus der Gruppe der Alkylamidobetaine. Amphotenside besitzen eine gute Reinigungskraft, sind leicht bakterizid, gut haut- und schleimhautverträglich, bilden einen stabilen Schaum, haben eine viskositätserhöhende Wirkung und sind biologisch abbaubar.

Sie werden als Basis- und Co-Tenside für Shampoos, Duschgele, Intim-Waschlotionen, Schaumbäder und Flüssigseifen verwendet. Wegen ihrer guten Schleimhautverträglichkeit eignen sie sich auch für Babyshampoos und -bäder.

Der Verdacht: Cocamidopropylbetain und Haarausfall

Es gibt Beobachtungen und Diskussionen, dass Cocamidopropylbetain Haarausfall begünstigen könnte. Bei manchen Anwendern verursacht CAPB kleine Pickelchen, die eine Pore mit Haar verstopfen können.

Ein weiterer Aspekt ist die Eigenschaft als amphoteres Tensid: Je nach pH-Wert kann es wie ein anionisches Tensid wirken. Da die meisten konventionellen Shampoos sauer sind, kann CAPB in diesen Shampoos wie ein stark reinigendes, anionisches Tensid wirken, was potenziell zu Haarausfall beitragen könnte.

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Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten

Einige Personen vertragen Cocamidopropylbetain in hohen Konzentrationen nicht. Dies kann sich durch extrem strohiges Haar ab dem zweiten Tag nach der Haarwäsche äußern.

Es ist auch möglich, dass CAPB allergische Reaktionen auslöst. Eine Allergie gegen Cocamidopropylbetain kann sich durch Ausschlag äußern.

Wie erkenne ich Cocamidopropylbetain in Produkten?

Auf der INCI-Liste wird Cocamidopropylbetain manchmal nur mit "Betain" abgekürzt. Wenn Sie also eine Unverträglichkeit haben, sollten Sie aufmerksam die Inhaltsstofflisten prüfen.

Alternative Tenside

Wenn Sie Cocamidopropylbetain nicht vertragen, sollten Sie auf Shampoos mit anderen Tensiden ausweichen. Neben Betainen gibt es noch Sultaine, diese sind jedoch selten in Shampoos zu finden.

Es ist wichtig zu beachten, dass amphotere Tenside anders auf die Haare wirken können als beispielsweise Sodium Laureth Sulfate (SLeS), welches von manchen Personen besser vertragen wird.

Weitere Inhaltsstoffe in Shampoos und ihre potenziellen Auswirkungen

Shampoos enthalten eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die potenziell unerwünschte Wirkungen haben können:

  • Allergene: Duftstoffe wie Linalool, Limonene, Citronellol, Hexylzimtaldehyd, Benzyl Salicylate und Benzylalkohol
  • Konservierungsstoffe: Sodium Benzoate, Phenoxyethanol und Benzoesäure
  • Ethanolamine (MEA, DEA, TEA): Können Allergien, Hautreizungen und asthmaähnliche Symptome auslösen und stehen im Verdacht, eine krebserzeugende Wirkung zu haben.
  • Phthalate: Werden eingesetzt, um die Haare geschmeidiger zu machen.
  • Silikone: Machen das Haar glatt, geschmeidig und besser kämmbar, können sich aber in der Umwelt anreichern.

Was tun bei Haarausfall?

Bei Haarausfall sollte man zunächst die Ursache abklären. Neben Unverträglichkeiten und Allergien können auch andere Faktoren eine Rolle spielen:

  • Hormonell-erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Betrifft Männer und Frauen.
  • Schadstoffe: Eine chronische Vergiftung durch Schadstoffe wie Quecksilber, Cadmium, Arsen oder Thallium kann in seltenen Fällen zu Haarausfall führen.
  • Vitaminmangel oder -überschuss: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen (z.B. B12) oder eine Überdosierung von Vitamin A kann Haarausfall verursachen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall, abhängig von der Ursache:

  • Eigenbluttherapie (PRP): Die Behandlung mit eigenem Blut stoppt den Haarausfall und regt das Haarwachstum an.
  • Microneedling: Ein minimalinvasives Verfahren, bei dem Mikropunkturen in der Haut erzeugt werden.
  • Shampoos und Spülungen mit natürlichen Ölen: Können helfen, die Haare zu glätten und zu pflegen.

Vitamine und Mineralien für gesundes Haar

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralien ist wichtig für gesundes Haar. Besonders wichtig sind:

Vitamin/Mineral Funktion Vorkommen
Vitamin A Erneuerung der Oberhaut, Sehkraft, Körperabwehr Milchprodukte, Kalbsleber, Süßkartoffeln, Kürbis
Vitamin B2 Energiestoffwechsel Milchprodukte
Vitamin B9 Zellteilung Grünes Blattgemüse, Zitrusfrüchte, tierische Produkte
Vitamin B12 Zellteilung, Nervenstoffwechsel Fleisch, Milchprodukte, Eier
Vitamin C Antioxidans, Kollagenbildung, Eisenaufnahme Zitrusfrüchte, Kartoffeln, Tomaten, grüne Paprika, Kohlgemüse

Es ist jedoch wichtig, Nahrungsergänzungsmittel nicht unbedacht einzunehmen, da sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss an bestimmten Vitaminen und Mineralien negative Auswirkungen haben können.

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