Chinesische Medizin bei Haarausfall: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Haarausfall (lateinisch Alopezie) kann gezielt und erfolgreich behandelt werden, wenn man die Ursache des Haarausfalls kennt. Die Suche nach dieser Ursache ist jedoch nicht immer leicht. Natürliche Mittel und Wege gegen Haarausfall bieten hier eine sehr gute Lösung. Ideal ist es, wenn Sie diese Maßnahmen dann im Rahmen des ganzheitlichen Konzeptes gegen Haarausfall anwenden.

In den traditionellen chinesischen Heilverfahren wird Haarausfall mit Leber- und Nierenproblemen in Zusammenhang gebracht. Die chinesische Heilkunst ist eine über 2000 Jahre alte Tradition. Viele der alten Heilverfahren werden heute noch eingesetzt.

Wenn Sie zu mir in die Praxis kommen, um Ihren Haarausfall mit Chinesischer Medizin behandeln zu lassen (es kann diffuser Haarausfall, kreisrunder Haarausfall oder kompletter Haarausfall sein), so erörtere ich mit Ihnen genau, welche Medikamente eingenommen werden, ob es vermehrte Schadstoffbelastungen gibt, wie die Ernährung und das Schlafverhalten sind und wie hoch Ihr Stresspegel ist. Bei Frauen ist dem Ablauf des Menstruationszyklus die größte Bedeutsamkeit zuzumessen. Welche Blutuntersuchungen wurden schon vorgenommen? Letztlich interessieren mich die gesamte körperliche Verfassung und Lebensumstände meines Haarausfall-Patienten, um ihm bestmöglich helfen zu können.

Die chinesische Medizin ist reich an Bildern. Den Haarausfall kann man am ehesten mit einem Getreidefeld vergleichen, auf dem wenig gedeiht. Für ein üppiges Kornfeld braucht man eine nährstoffreiche, fruchtbare und feuchte Erde.

So ist die Therapie des Haarausfalls „zur Bereitung des guten Bodens“ in der Regel längerfristig, Sie sollten sich auf einen Zeitraum drei (bis sechs) Monaten einstellen, in dem sie je nach individueller Diagnose unterschiedlich intensiv mit chinesischen Heilkräutern (die je nach Befund mehr nähren, kühlen, befeuchten, Wind ausleiten oder Blockaden beseitigen) behandelt werden, lokale Anwendungen der Kopfhaut bekommen und akupunktiert werden. Die Akupunktur oder Behandlung mit Pflaumenblütenhämmerchen ist bei einigen Formen des Haarausfalls besonders wichtig, bei anderen steht die Kräutertherapie ganz stark im Vordergrund.

Meistens ist es auch sehr hilfreich, die Ernährungsgewohnheiten anzuschauen. Wenn das tägliche Essen nicht die Nährstoffe hergibt, um die Haarwurzeln zu kräftigen, so ist das zu korrigieren. Wenn der Darm durch ungeeignete Nahrungsmittel so irritiert wird, dass er die Nährstoffe nicht aufnehmen kann, muss dies behandelt werden.

Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Die chinesischen Medizin (TCM) betrachtet den Haarausfall im Allgemeinen bzw. die chinesische Dermatologie im Speziellen. Die Hauptbestandteile der Lehre der TCM sind “qi” und “xue” (Blut). Haarausfall, der auf einer Schwäche basiert, den Hauptbestandteil der Therapie darstellen.

Bei einigen Formen des Haarausfalls ist es wichtig, die aufbauende Kräuter zu unterstützen. Arzneimitteln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) können diese Energien im Körper bewegen. Körperliche Betätigung können den Therapieverlauf beschleunigen.

Es gibt auch Fälle, bei denen eine Stauung im Fluss von “qi” oder “Blut” ursächlich ist. Diese haben einen größeren Stellenwert als bei den Patienten, bei denen der Haarausfall durch Schwäche bedingt ist.

Wichtiger Hinweis: Das therapeutische Vorgehen kann nur im direkten Gespräch mit dem Therapeuten für den Einzelfall festgelegt werden.

Diagnose in der TCM

Die Diagnose erfolgt direkt aus dem Hautbild des Patienten, so dass Zungen- und Pulsdiagnose fast etwas in den Hintergrund rücken.

Behandlungsmethoden der TCM bei Haarausfall

Die Therapie des Haarausfalls zielt darauf ab, den Körper zu stärken und die Haarwurzeln zu nähren. Hier sind einige der wichtigsten Behandlungsmethoden:

Kräutertherapie

Die Kräutertherapie spielt eine zentrale Rolle in der TCM. Es werden mineralische und tierische Arzneien in Verwendung eingesetzt. Aufbauende Kräuter werden eingesetzt, um den Körper zu unterstützen und den Haarwuchs wieder anzuregen. Es ist wichtig, dass der Patient entsprechende Geduld mitbringt.

Akupunktur

Die Akupunktur ist eine weitere wichtige Säule der TCM. Es ist wichtig, nicht zu viele Akupunkturpunkte auszuwählen, da dies den Körper zusätzlich schwächen könnte.

Haarausfall adé: Effektive Wege, um Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu fördern!

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell, um den Körper und somit auch das Haarwachstum zu unterstützen. Die Ernährung kann unterstützend durch Auswahl entsprechender Lebensmittel dessen Aufbau fördern. Besonders stärkend sind Lebensmittel wie Leber und Eier.

Lasertherapie

Allgemein dünner werdendem Haar, kreisrundem Haarausfall kann mithilfe von Laserlicht im Infrarotbereich entgegengewirkt werden. Zum Einsatz kommt Licht mit der Wellenlänge von 645 bis 850 Nanometern, das den Stoffwechsel der Mitochondrien anregt, die Wachstumsphase verlangsamt und Entzündungsprozesse vermindert. Meist sind 2-4 Sitzungen / Woche notwendig, die idealerweise über einen Zeitraum von drei (bis sechs) Monaten erfolgen. Etwa 20 Minuten lang wird die Kopfhaut bestrahlt, derweil können leichte Tätigkeiten durchgeführt werden.

Warum Laserlicht statt LED? Viele kostengünstigere Haarwuchs-Geräte werden mit LEDs hergestellt. Laserlicht bewegt sich allerdings in einer Linie und bildet einen kohärenten Strahl, der seine volle Intensität und Leistung beibehält. LED-Licht breitet sich wie eine Glühbirne in alle Richtungen aus und verliert auf dem Weg schnell an Durchschlagskraft.

Weitere natürliche Mittel gegen Haarausfall

Neben den TCM-Methoden gibt es auch andere natürliche Mittel, die bei Haarausfall helfen können:

MSM (Methylsulfonylmethan)

MSM steht für Methylsulfonylmethan oder organischen Schwefel. Schwefel ist ein Spurenelement, das für zarte Haut, feste Fingernägel und gesundes Haar sorgt. Das Haar besteht u. a. aus einem Protein namens Keratin. Will der Körper Keratin für gesundes und kräftiges Haar herstellen, dann braucht er dazu organischen Schwefel. Besteht nun ein Haarausfall, dann gelingt dem Körper die Regeneration verständlicherweise deutlich besser, wenn er auch mit genügend organischen Schwefel (MSM) versorgt ist. MSM kann innerlich mit Tabletten oder Kapseln eingenommen werden.

Gerade die äußerliche Anwendung von MSM war Thema einer koreanischen Studie aus dem Jahr 2009 (1). Hierbei wurde eine wässrige Lösung mit 10 Prozent MSM und 7,5 Prozent Magnesiumascorbylphosphat auf von Haarausfall betroffenen Hautstellen aufgetragen. Dabei zeigte sich, dass diese Therapie zu denselben Erfolgen wie eine Behandlung mit 5%iger Minoxidil-Lösung erzielt werden konnte.

Goji-Beeren

Die Goji-Beere wird teilweise als gesündeste Beere der Welt bezeichnet. Goji-Beeren gibt es in den meisten Bioläden und Reformhäusern getrocknet zu kaufen. Für Hobbygärtner interessant ist, dass sich die frostharte Goji-Beere in Mitteleuropa auch leicht im Garten ziehen lässt. Sie brauchen dazu nicht einmal eine fertige Pflanze zu kaufen. Innerhalb kürzester Zeit keimen sie und wachsen schnell zu kräftigen Pflanzen heran.

Vielblütiger Knöterich

Der Vielblütige Knöterich ist in China eine Heilpflanze von ganz außergewöhnlichem Ruf. Eine Legende besagt, dass ein schwer kranker Mann von 60 Jahren die Wurzel des Vielblütigen Knöterichs entdeckte, regelmäßig einnahm und sich daraufhin so massiv verjüngt haben soll, dass er u. a. seine Potenz wiederfand, vier Kinder zeugte und erst im Alter von 132 Jahren starb.

Dong Quai (Angelica sinensis)

Dong Quai (Angelica sinensis) hingegen hat einen sehr speziellen Einfluss, nämlich auf das Hormonsystem der Frau, weshalb Dong Quai auch "Ginseng der Frauen“ genannt wird. Sollte eine Frau unter Haarausfall infolge hormoneller Schwankungen leiden, so kann Dong Quai den Hormonspiegel wieder regulieren und auf diese Weise auch dem Haarausfall erfolgreich begegnen.

Silicea, Sulfur, Thallium, Arsenicum album und Phosphorus

Treten Haarausfall in Verbindung mit deutlichen Haut- und Nagelstörungen auf, dann wählt man Silicea. Sind erschöpfende Krankheiten, Medikamente, Strahlentherapien oder anderweitige Vergiftungen die Auslöser von Haarausfall, dann entscheidet sich der Homöopath vermutlich für Sulfur (bei empfindlicher Kopfhaut mit Ausschlägen), für Thallium (bei gleichzeitiger Abmagerung und Nervenschmerzen), für Arsenicum album (bei juckender, schuppender Kopfhaut und einem zwar erschöpften, aber gleichzeitig unruhigen Allgemeinzustand) oder Phosphorus (wenn das Haar in ganzen Büscheln ausfällt).

Stressreduktion

Stress sowie seelische Belastungen und psychische Probleme haben bekanntlich einen enormen Einfluss auf den Körper. Dies zeigt sich meist in Verdauungsbeschwerden oder Schlafstörungen. Wie genau der Stress das Haar ausfallen lässt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Man vermutet, dass Stresshormone wie z. B. das Noradrenalin dem Haarfollikel schaden, indem sie dort zu einer Entzündung führen. Die Entzündung wiederum sorgt dafür, dass das Haar eher als geplant in die sog. Ruhephase übergeht.

Wir verbinden volles, glänzendes Haar mit Jugend, Schönheit und Vitalität. Wenn die Haare vermehrt ausfallen, ist das für die meisten Menschen ein tiefgreifender Stress. Das tägliche Greifen in die Haare, Kontrollieren der Bürste und des Spülbeckens wird zu einem ängstlichen Ritual.

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