Chemische Haarfarbe auf Henna: Erfahrungen, Tipps und alles, was Sie wissen müssen

Viele Menschen, die ihre Haare färben, stehen irgendwann vor der Frage, ob sie von chemischen Haarfarben auf Henna umsteigen sollen oder umgekehrt. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, und es ist wichtig, die Unterschiede und möglichen Konsequenzen zu verstehen, bevor man eine Entscheidung trifft. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit chemischer Haarfarbe auf Henna-Basis, gibt Tipps für den Übergang und erklärt, worauf Sie achten sollten.

Henna und chemische Haarfarbe: Was ist der Unterschied?

Um die Auswirkungen von chemischer Haarfarbe auf Henna zu verstehen, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen den beiden Färbemethoden zu kennen. Stella stellt Judith die Frage aller Fragen: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen konventioneller und pflanzenbasierter Haarfarbe? Judith ist entscheidend: Der Ort, an dem die Farbe wirkt.

Konventionelle Haarfarbe

Konventionelle Haarfarbe wirkt im Haar, indem ein Alkalisierungsmittel wie Ammoniak in vielen Fällen die äußere Haarschicht öffnet. Die Folge: Das Haar quillt auf und die Schuppenschicht des Haares steht auf wie ein geöffneter Tannenzapfen. Dadurch dringen die Pigmente ins Haar ein und entwickeln sich durch einen Oxidationsprozess, der durch Wasserstoffperoxid ausgelöst wird. Dadurch werden die natürlichen Pigmente im Haar zerstört, wodurch das Haar empfindlich wird.

Pflanzenhaarfarbe (Henna)

Im Gegensatz dazu wirkt Pflanzenhaarfarbe an der äußeren Schuppenschicht des Haares. Die Naturpigmente im Inneren des Haares bleiben davon unberührt. Die Pflanzenfarbpigmente legen sich um das Haar herum und dadurch bleiben natürliche Reflexe erhalten und das Ergebnis der Haarfarbe erscheint immer individuell. Und weil sich die Pflanzenpigmente am Haar in die Schuppenschicht einschmiegen und dadurch sogar Haarbruchlücken ausgeglichen werden, wird das Licht wunderschön reflektiert und die Haare glänzen wie „ein Spiegel“, betont Judith. Stella findet ein sehr schönes Bild, wie sich die Pflanzenfarbpigmente um das Haar herum schmiegen und mit der eigenen Naturhaarfarbe tanzen.

Chemie über Henna - Henna über Chemie: Ist das möglich?

Ja, es geht in beide Richtungen: Du kannst mit Henna über chemisch gefärbtes Haar färben und über mit Henna gefärbtes Haar kannst du auch mit Chemie färben. Allerdings gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Aufhellen: Es ist nicht möglich, chemisch schwarz gefärbte Haare mit Henna aufzuhellen. Wenn die Haare mit Henna schwarz gefärbt wurden, wird es auch schwierig, die Haare mit Chemie aufzuhellen. Schwarz auf Blond ist nicht möglich!
  • Dunklere Farben: Wenn du allerdings bei schwarzer Farbe bleiben willst, ist das alles kein Problem.
  • Spezielle Pflege: Nein, wie vorher auch: Waschen, gelegentlich eine Haarkur - alles ganz easy!
  • Allergietest: Allerdings solltest du (wie bei chemischer Haarfarbe auch) an einer unauffälligen Stelle testen, ob du das Henna verträgst, manche Menschen reagieren darauf allergisch.
  • Graue Haare: Ob Henna graue Haare überdeckt? Weiß ich nicht....hab noch keine....bei rotem Henna, könnte ich mir vorstellen, dass die Haare orange werden....bei schwarzem weiß ich es nicht....wobei.....eine bekannte Türkin färbt ihr Haar auch mit Henna schwarz und die grauen stechen nicht heraus.....ja, ich weiß dass sie graue hat...!
  • Bezugsquellen: ....ebay.....Apotheke....Drogerie....Türkischer Laden....Indischer Laden....Reformhaus...evtl. hast du einen Türken/Inder im Bekanntenkreis, vielleicht kannst du da ja jemanden bitten dir Henna aus der Türkei/Indien mitzubringen...dort ist das Zeugs "Farbstoffreicher"....bzw. reiner....!

Eine Frage....warum willst du auf Henna umsteigen?

Wichtig: Henna verträgt sich nicht mit chemischen Haarbehandlungen wie Bleichen mit Wasserstoffperoxid oder saurer Dauerwelle. Deshalb sollten einige Wochen seit dem entsprechenden Friseurbesuch vergangen sein. Alkalische Dauerwellen sind dagegen für Pflanzenfarben kein Problem. Sind die Haare bereits chemisch gefärbt, kann es zu Fehlfärbungen kommen. Deshalb ist es sinnvoll, in solchen Fällen zur Probe eine Strähne einzufärben.

Pflanzenfarbe (Henna) oder chemische Haarfarbe?

Anwendung von Henna

Auch in der Anwendung unterscheidet sich Henna von chemischen Färbemitteln.

  • Vorbereitung: Das Pulver wird in heißem Wasser angerührt. Wer die Intensität des Farbtons steigern will, nimmt statt Wasser gerbsäurereiche Zusätze wie schwarzen Tee oder Rotwein.
  • Auftragen: Die noch warme Masse wird auf die Haare aufgetragen und mit Kunststofffolie abgedeckt. In dem dabei entstehenden feucht-warmen Klima legen sich die Farbpartikel wie ein Film um das Haar, und der entsprechende Farbton stellt sich ein.
  • Einwirkzeit: Die Einwirkzeit beträgt je nach natürlicher Haarfarbe und gewünschter Intensität 15 Minuten bis zwei Stunden.
  • Auswaschen: Danach wird der Pulverbrei ausgewaschen und die Haare mit einem milden Shampoo gereinigt. Auch einzelne Strähnen können so gefärbt werden.

Die Pflanzenfarben werden meist mit Kunststoffhaube, Einmalhandschuhen und einer ausführlichen Gebrauchsanleitung verkauft. Die neue Haarfarbe wäscht sich kaum aus. Meist wachsen die Haare schneller als die Farbe verschwindet. Die Intensität lässt sich durch mehrere Färbegänge hintereinander steigern. Durch das Färben wirkt das Haar zugleich fülliger und glänzt.

Worauf Sie achten sollten

Haarspray und Haarfestiger müssen vor dem Färben ausgewaschen werden, weil sie die Filmbildung auf dem Haar behindern. Aus diesem Grund machen auch Kurspülungen vor dem Färben keinen Sinn. Mit reinem Hennapulver lassen sich nur bestimmte Farbtöne erzielen. Im Bio-Laden gibt es deshalb Pflanzenhaarfarben, die neben Henna auch Rote Bete, Walnussschalen, Hibiskus, Kaffee oder Kurkuma enthalten. Diese färbenden Pflanzen erweitern die Palette der Farbtöne erheblich. Nur das Aufhellen der natürlichen Haarfarbe ist nicht möglich. Daher lässt sich zwar blondes Haar rot oder braun färben, aber dunkles nicht in blondes verwandeln. Bei grauen Haaren deckt die Pflanzenfarbe nicht vollständig. Dadurch wirkt die Färbung natürlicher und ist nicht so leicht zu erkennen. Bei so genanntem „schwarzen Henna“ sorgt anstelle von Lawson eine Indigopflanze (in Indien Reng genannt) für die Farbe. Angewandt werden die Produkte wie reines Henna.

Vorteile von Pflanzenhaarfarben

Der große Vorteil von PHF sehe ich in der Verträglichkeit, der Umweltfreundlichkeit, dem Pflege-Effekt und der unnachahmlichen Leuchtkraft, die so in der Form mit chemischen Haarfarben absolut nicht vergleichbar ist. Ich färbe nun seit einem Jahr mit PHF und meine Haare sind wie ausgewechselt: mein letzter Haarschnitt ist nun schon wieder einige Monate her und trotz regelmäßigem Fönen sind meine Haare bis in die Spitzen kerngesund, kein Spliss, kein Haarbruch. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich erstmals einen deutlichen Längenzuwachs verzeichne, der mir zuvor aufgrund brutalen Haarbruchs wahrscheinlich gar keine Chance zum Auffallen hatte. Noch vor einem Jahre wäre es undenkbar gewesen, mal einen Monat ohne Spliss-Schnitt auszukommen.

Gibt es auch PHF ohne (großartigen) Rotstich?

Indigo (Pflanzenhaarfarbe schwarz) hat z. B. null Rotanteil. Das gilt allerdings nur, wenn es wirklich pures Indigo ist (z.B. Bei Logona und Sante ist ein ganz geringer Anteil an Henna mit drin (Henna-rot / indigo-blau bzw.

Mögliche Probleme und Lösungen

Hier sind einige häufige Probleme, die beim Übergang von chemischer Haarfarbe zu Henna oder umgekehrt auftreten können, sowie mögliche Lösungen:

  • Unerwünschte Farbergebnisse: Testen Sie immer zuerst eine Strähne, um unerwünschte Farbergebnisse zu vermeiden.
  • Grünstich nach Blondierung: Blondieren nach Henna kann zu einem Grünstich führen.
  • Austrocknung der Haare: Henna kann die Haare austrocknen. Verwenden Sie nach dem Färben eine ausgiebige Haarpflege.
  • Schlechte Grauabdeckung: Bei grauen Haaren deckt die Pflanzenfarbe nicht vollständig. Eine Zweifachfärbung oder mehrmaliges Färben kann helfen.

Zertifizierte Naturkosmetik erkennen

Nicht alle auf dem Markt erhältlichen Pflanzenhaarfarben enthalten 100 % pflanzliche Inhaltsstoffe. Bereits 2011 untersuchte das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ insgesamt 33 Pflanzenhaarfarben. Dabei bestanden 18 Produkte den Test mit Bravour, der Rest fiel gnadenlos durch. Denn zahlreiche Hersteller von Haar-Colorationen tarnen ganz konventionelle Produkte mit Zusätzen wie „Henna“, „Bio“ oder „Natur“. Das ist auch nach zehn Jahren nicht viel anders. Unter diesem Deckmantel vertreiben verschiedene Hersteller Produkte mit problematischen Inhaltsstoffen, die teils als krebsauslösend gelten. Oder sie enthalten extrem allergieerregende Stoffe, die die Haut noch anfälliger für Krankheiten macht.

Um dieser fraglichen Praxis zu entgehen, lohnt sich ein Blick auf die Zertifizierung. Dabei ist auf das vom Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) vergebene BDIH-Siegel Verlass. Verbraucher können darauf vertrauen, dass es sich um kontrollierte Naturkosmetik handelt, die auf ökologischen, gesundheitlichen und sozialen Aspekten basiert.

Empfehlenswerte Henna-Haarfarben

Welche Henna-Haarfarbe die beste ist, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen und der Haarstruktur ab. Die folgenden Produkte können wir Ihnen jedoch guten Gewissens ans Herz legen.

  1. Logona Naturkosmetik Pflanzenhaarfarbe: Wurde von Stiftung Warentest mit gut (2,2) bewertet. Sie ist in insgesamt zwölf verschiedenen Nuancen erhältlich und damit keine reine Henna-Haarfarbe. Das tut der Qualität aber keinen Abbruch.
  2. Auch Stiftung Warentest hat das Produkt unter die Lupe genommen und mit gut (2,3) bewertet. Das Farbspektrum ist breit gefächert, selbst blond und hellbraun sollen sich mit der Pulver-Haarfarbe ins Haar zaubern lassen.
  3. Sante ist eine Naturkosmetikmarke, die Sie mit Sicherheit aus der Drogerie kennen. Doch die Brand hat nicht nur Hautpflege-Produkte im Angebot, sondern auch nachhaltige Pulver-Haarfarbe. Bei Stiftung Warentest hat das Färbemittel mit gut (2,3) abgeschnitten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Haarefärben mit Henna

Haare färben mit Henna ist nicht schwer. Doch es gibt einige Dinge zu beachten, damit Ihre Haare nach dem Färben schöner denn je schimmern und nichts fleckig wird. Beachten Sie immer die Gebrauchsanweisung des Herstellers und berücksichtigen Sie daneben die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung.

  1. Vorbereitung: Verrühren Sie das Hennapulver mit kochendem Wasser so lange, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Lassen Sie das Ganze vor dem Auftragen etwas abkühlen, um die Kopfhaut vor der kochend heißen Masse zu schützen.
  2. Auftragen: Ziehen Sie sich Einmal-Handschuhe an und tragen Sie die Paste vorsichtig auf das handtuchtrockene Haar auf. Falls Sie zum allerersten Mal mit Henna färben, lohnt es sich, die gesamte Mähne mit der Farbe zu bepinseln, um ein gleichmäßiges Ergebnis hervorzurufen. Beim wiederholten Mal reicht das Ansatz färben. Das Auftragen von Henna-Haarfarbe unterscheidet sich nicht vom Auftragen chemischer Haarfarben. Hier finden Sie eine ausführliche Anleitung zum Haare tönen.
  3. Einwirkzeit: Ist die Farbe aufgetragen, geht es ans Einwirken. Auch hier sollten die Herstellerangaben berücksichtigt werden. Decken Sie Ihre Mähne gut mit Frischhaltefolie oder einer Duschhaube ab, damit die Hennafarbe nicht aushärtet. Durch die entstehende Wärme wird übrigens gleichzeitig die Färbung verstärkt. In der Regel beträgt die Einwirkzeit eine bis zwei Stunden. Hier gilt die altbekannte Regel: je länger die Einwirkzeit, desto intensiver das Ergebnis.
  4. Auswaschen: Nach dem Einwirken folgt das Auswaschen. Spülen Sie Ihre Haare gut mit warmem Wasser aus und pflegen Sie Ihre Mähne mit einem Conditioner. Waschen Sie die Haare frühestens am nächsten Tag mit Shampoo.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Die Entscheidung, von chemischer Haarfarbe auf Henna umzusteigen oder umgekehrt, sollte gut überlegt sein. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Berücksichtigen Sie die folgenden Punkte, um die beste Wahl für Ihre Haare zu treffen:

  • Testen Sie immer eine Strähne, um unerwünschte Farbergebnisse zu vermeiden.
  • Beachten Sie die Wartezeiten zwischen chemischen Behandlungen und Henna-Anwendungen.
  • Verwenden Sie zertifizierte Naturkosmetik, um schädliche Inhaltsstoffe zu vermeiden.
  • Pflegen Sie Ihre Haare nach dem Färben ausgiebig, um sie gesund und glänzend zu erhalten.

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