Der kritische Blick in den Spiegel offenbart: Da ist schon wieder ein graues Haar. Erste graue Haare sind allerdings nichts, worüber es sich zu sorgen gilt. Davon geht die Welt bestimmt nicht unter, aber viele haben dennoch kein besonders liebevolles Verhältnis zu ihren grauen Haaren. Erste graue Haare werden meist noch ausgezupft. Doch was ist zu tun, wenn es dafür schon zu viele sind? Gleich das Färben beginnen?
Es gibt einige Gründe, warum Haare grau werden. Hierzu zählen unter anderem die Genetik, das Alter der Person, eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen und psychische Faktoren wie Stress. All das kann dazu führen, dass der Weißanteil in den Kopfhaaren zunimmt - einige von ihnen also nicht mehr ausreichend pigmentiert sind. Für einige Menschen sind sie jedoch ein kosmetisches Ärgernis und das Auszupfen mit der Pinzette bei den ersten grauen Haaren eine schnelle und wirksame Lösung.
Wenn sich erste graue Haare beständig vermehren, ist das Auszupfen irgendwann keine gute Lösung mehr. Im Gegenteil: Erste graue Haare werden dadurch weder verschwinden noch ihre Farbe wiedergewinnen. Wer die störenden Haare für einen besonderen Anlass verschwinden lassen will, einzelne graue Haare kaschieren oder sie einfach mal nicht mehr im Spiegel sehen möchte, braucht trotzdem nicht sofort zur Coloration oder Tönung zu greifen.
Tatsächlich empfehlen professionelle Hairstylisten eine vollständige Tönung oder Coloration für graue Haare nämlich erst ab einem Grauanteil von circa 30 Prozent. Für alle, die bereits eine permanente Coloration verwenden und schnell einen nachwachsenden Ansatz verschwinden lassen wollen, ist ein Ansatz-Retoucher perfekt geeignet. Diesen gibt es in verschiedenen Farbnuancen von Hellblond bis Schwarz. Nachdem die Farbe aufgesprüht wurde, muss sie noch kurz trocknen. Danach kann das Haar wie gewohnt gestylt werden.
Eine charmante, schnelle Lösung für erste graue Haare bietet Haar-Mascara. Ein solches Produkt funktioniert genauso, wie man es vielleicht von Wimpern-Mascara gewohnt ist. Mit einem kleinen Kamm wird die Farbe präzise genau dort aufgetragen, wo sie benötigt wird. Graues Haar ist ein natürlicher Teil des Lebens.
Während manche Menschen bereits in ihren Zwanzigern graue Strähnen bekommen, werden andere erst in ihren Fünfzigern grau. Aber was genau führt dazu, dass unsere Haare grau werden, und warum geschieht dies bei verschiedenen Menschen zu unterschiedlichen Zeiten? Bei Turkeyana Clinic verstehen wir die Bedenken im Zusammenhang mit vorzeitigem Ergrauen und bieten Einblicke in dessen Ursachen, Vorbeugung und Behandlung.
Graues Haar ist seit Jahrhunderten von Mythen und Aberglauben umgeben. In vielen Kulturen wird graues Haar als Zeichen von Weisheit und Erfahrung angesehen, während es in anderen als Anzeichen von Alterung und körperlichem Verfall betrachtet wird. Einer der hartnäckigsten Mythen ist, dass ein plötzlicher Schock oder ein traumatisches Ereignis dazu führen kann, dass jemandes Haare über Nacht grau werden. Dieser Glaube wurde durch Geschichten wie die von Marie Antoinette populär, deren Haare angeblich in der Nacht vor ihrer Hinrichtung weiß wurden.
Ein weiterer weit verbreiteter Irrtum ist, dass das Auszupfen eines grauen Haares dazu führt, dass an seiner Stelle sieben neue graue Haare wachsen. Mit der Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Verständnisses haben wir gelernt, dass der Ergrauungsprozess weitaus komplexer ist, als diese Mythen vermuten lassen.
Unsere Haarfarbe wird durch Pigmente bestimmt, die als Melanin bekannt sind und von spezialisierten Zellen, den sogenannten Melanozyten, produziert werden, die sich in den Haarfollikeln befinden. Es gibt zwei Haupttypen von Melanin: Eumelanin, das für schwarzes und braunes Haar verantwortlich ist, und Phäomelanin, das dem Haar seine roten und blonden Töne verleiht. Mehrere Gene regulieren, wie viel und welche Art von Melanin Ihr Körper produziert. So führen beispielsweise höhere Konzentrationen von Eumelanin zu dunklerem Haar, während mehr Phäomelanin zu helleren Farbtönen führt. Mit zunehmendem Alter stellen die Melanozyten in unseren Haarfollikeln allmählich die Melaninproduktion ein.
Der Zeitpunkt grauer Haare kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein.
Nicht jeder möchte sich mit grauen Haaren abfinden. Umfragen zeigen: Graue Haare sind für die meisten Männer kein Problem. Mann steht dazu. Frauen dagegen möchten ihre grauen Haare am liebsten verstecken oder so schnell wie möglich loswerden. Sie fragen sich viel öfter: Was kann man gegen graue Haare tun?
Zu Beginn ist es noch möglich, einzelne graue Haare einfach herauszuziehen beziehungsweise zu zupfen oder abzuschneiden. Doch meist sind schon nach kurzer Zeit andere Mittel nötig, um die betroffenen Stellen zu kaschieren. Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen:
Wir stellen Ihnen die verschiedenen Methoden vor und verraten, was wirklich gegen graue Haare hilft.
Viele Menschen suchen nach Möglichkeiten, den Ergrauungsprozess zu verlangsamen oder umzukehren.
Durch das sogenannte Renaturieren können graue Haare wieder verschwinden. Mehr noch: Sie bekommen ihre alte Farbe zurück. Anders als beim Färben werden dabei keine körperfremden Farbstoffe genutzt, um die Haarfarbe zu überdecken. Stattdessen werden die Substanzen dort ins Haar eingelagert, wo die natürlichen Pigmente fehlen. Das geschieht auf zwei unterschiedlichen Wegen:
Experten warnen vor den gesundheitlichen Risiken des Bleiacetats. Toxikologen der Universität Kiel fanden heraus, dass das giftige Schwermetall Blei des Bleiacetats über die Kopfhaut in den Körper gelangt. Es kann sich in den Knochen ablagern und schwere Schäden an Nervensystem und dem blutbildenden Knochenmark verursachen.
Alternativ zu den Methoden der sogenannten „Renaturierung“ können Sie graues Haar auch färben. Vor allem Frauen versuchen auf diese Weise, graue Haare zu überdecken. Eine Tönung eignet sich nicht immer für graue Haare. Ob das Ergebnis zufriedenstellend ausfällt, hängt stark von dem Weißanteil der Haare ab: Bis zu einem Weißanteil von 30 Prozent deckt eine Tönung das pigmentlose Haar noch vollständig ab. Liegt der Anteil jedoch darüber, greifen Sie besser zur Haarfarbe.
Manche Menschen schwören darauf, dass bestimmte Lebensmittel gegen graue Haare helfen - ganz ohne färben zu müssen. Ein Beispiel ist die Annahme, Apfelessig wirke gegen graue Haare. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht. Fest steht nur: Apfelessig enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Davon profitiert möglicherweise auch die Kopfhaut. Anwender verdünnen vier Esslöffel Apfelessig mit kaltem Wasser und nutzen die Mischung als Spülung nach dem Haarewaschen.
Auch Reiswasser ist manchmal im Gespräch, wenn es darum geht, grauen Haaren Farbe zurück zu bringen. Wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Reiswasser auf die Haare gibt es kaum. Bewiesen ist lediglich, dass Reiswasser viele Proteine enthält. Diese sind grundsätzlich gut für die Gesundheit der Haare.
Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Die Pharmaindustrie wirbt mit Melanin-Tabletten als Alternative. Dabei handelt es sich um eine Art Nahrungsergänzungsmittel, das die Pigmentproduktion in den Haaren wieder ankurbeln soll. Anders als die Bezeichnung vermuten lässt, ist nicht Melanin, sondern Tyrosin in den Tabletten enthalten. Diese Aminosäure benötigt der Körper in ausreichender Menge, um Melanin zu produzieren.
Wie gut Melanin-Tabletten jedoch gegen graue Haare wirken, ist nicht eindeutig geklärt. Bislang gibt es nur wenig Forschung auf diesem Gebiet.
Manche Menschen versuchen mit Vitaminen, grauen Haaren entgegenzusteuern. Der Hintergrund: Wissenschaftlerinnen fanden in Studien heraus, dass in vielen Fällen ein Vitamin B12-Mangel Ursache für graues Haar ist. Wichtig sind auch Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen und Kupfer. Während Eisen für eine gute Durchblutung sorgt, ist Kupfer an der Bildung von Melanin beteiligt.
Die Ernährung ist wichtig für die Gesundheit. Diese sind nur dann sinnvoll, wenn ein nachgewiesener Mangel besteht. Klären Sie dies vor einer Einnahme mit Ihrem Arzt ab.
Im Handel sind mittlerweile zahlreiche Haarpflegeprodukte speziell für graue Haare erhältlich. Sie enthalten Pflegesubstanzen, die dem Haar Feuchtigkeit und Elastizität zurückgeben sollen. Graue Haare an sich benötigen keine besondere Pflege. Jedoch wirkt sich das fortschreitende Alter auf die Struktur der Haare aus: Es wird mit den Jahren trockener und brüchiger.
Stellen Sie eine Veränderung fest, greifen Sie zu Produkten für strapaziertes Haar. Glanzsprays oder -cremes verleihen mattem Haar wieder einen schönen Schimmer. Dann gibt es vielleicht sogar gar keinen Grund mehr, die grau melierten Haare zu kaschieren. Wer aber trotz Alter weiterhin robuste Haare hat, muss die Pflege für graue Haare nicht verändern.
Gut zu wissen: Das Haarfarbpigment Melanin wirkt wie ein UV-Filter. Es schützt vor Schäden der Sonneneinstrahlung. Experten raten bei ergrautem Haar deshalb zu Pflegeprodukten mit UV-Filtern. Wenn Sie sich längere Zeit in der Sonne aufhalten, tragen Sie ein Tuch oder einen Hut.
Bei manchen Menschen zeigen sich die ersten grauen Haare schon mit 20, bei anderen erst ab 40 Jahren. Die meisten entdecken das erste graue Haar mit Mitte 30. Zunächst werden nur einzelne Haare grau, mit der Zeit sind aber immer mehr Haare betroffen. Der Prozess beginnt an den Schläfen, da die Haare dort einen kürzeren Lebenszyklus haben und schneller ausfallen. Aus diesem Grund sind bei Männern die Barthaare früh betroffen.
Egal ob Mann oder Frau - irgendwann werden alle Haare grau. Geschichten, nach denen Menschen plötzlich über Nacht graue Haare bekommen, gehören eher in den Bereich der Mythologie. Scheinbar kurzfristig ergrauen Menschen mit der Krankheit Alopecia areata. Diese bewirkt, dass innerhalb kurzer Zeit sämtliche pigmentierten Haare ausfallen und nur die jüngeren, grauen übrigbleiben. Die Ursache ist bis heute nicht geklärt.
Mit der Frage, ob graue Haare wieder farbig nachwachsen können, beschäftigte sich eine amerikanische Studie mit insgesamt 14 Probanden zwischen 9 und 39 Jahren. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei einer Reduzierung von Stress, graue Haare teilweise wieder farbig nachwachsen. Ältere Menschen befanden sich nicht unter den Studien-Teilnehmern. Daher kann nicht davon ausgegangen werden, dass Menschen, die seit mehreren Jahren graue Haare tragen, die Naturhaarfarbe durch Stress-Reduktion wieder zurückerlangen.
Junge Männer, die bereits mit Anfang 20 oder sogar noch früher graue Haare bekommen, fragen sich oft: Sind frühe graue Haare ein Zeichen für eine geringe Lebenserwartung? Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es dafür keine Beweise. Fest steht laut einer Studie mit 545 Männern nur, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Lassen Sie medizinisch abklären, welche Ursachen für Ihre grauen Haare verantwortlich sind.
Grauen Haaren vorzubeugen, gelingt nur begrenzt - zum Beispiel mit einer ausgewogenen, mineralstoffreichen Ernährung und dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Auch bei Menschen, die Stress gut bewältigen, wird im Durchschnitt das Haar später grau. Dass graue Haare durch Stress entstehen, ist wissenschaftlich bewiesen.
Übrigens: Das sogenannte Granny Hair liegt im Trend. Die englische Bezeichnung steht dafür, dass man die Haare grau trägt, wie es oftmals Grannys tun - also Omas. Immer mehr Menschen lassen inzwischen bewusst ihre grauen Haare nicht mehr färben oder sogar ihre Naturfarbe in grau-silberne Haare umfärben.
Mit dem Fortschritt der Wissenschaft werden neue Erkenntnisse über die Mechanismen grauer Haare gewonnen. Aktuelle Studien konzentrieren sich auf das Verständnis der Rolle von Stress, Mitochondrien und Melanozyten im Ergrauungsprozess. Obwohl es noch ein weiter Weg ist, den Ergrauungsprozess vollständig zu stoppen, besteht Hoffnung, dass zukünftige Therapien den Beginn grauer Haare verzögern oder das Auftreten von grauen Haaren reduzieren könnten.
Graues Haar ist ein unvermeidlicher Teil des Alterns, aber wenn Sie die Ursachen und beitragenden Faktoren verstehen, können Sie den Prozess effektiver steuern.
| Ursache | Lösung |
|---|---|
| Genetik | Keine direkte Lösung, aber gesunder Lebensstil kann helfen |
| Alter | Akzeptanz oder kosmetische Lösungen |
| Stress | Stressmanagement, Entspannungstechniken |
| Nährstoffmangel | Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel nach Absprache mit dem Arzt |
| Rauchen | Rauchstopp |
| Schilddrüsenerkrankungen | Medizinische Behandlung der Grunderkrankung |
| Kosmetische Gründe | Färben, Tönen, Kaschieren |
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