Eine Krebserkrankung und ihre Behandlung bringen zahlreiche Herausforderungen mit sich. Eine der belastendsten Nebenwirkungen von Krebstherapien wie Chemotherapie und Bestrahlung ist der Haarausfall. Dieser Artikel bietet umfassende Informationen darüber, wie Haarausfall bei einer Hirntumorbestrahlung vermieden oder zumindest reduziert werden kann. Er behandelt die Ursachen, gibt Ratschläge zur Vorbereitung und Pflege und zeigt Möglichkeiten auf, den Haarausfall zu kaschieren.
Haarausfall ist eine häufige Nebenwirkung verschiedener Krebstherapien. Hier sind die Hauptursachen:
Da die eigentliche Haaranlage durch eine Krebsbehandlung meist nicht geschädigt wird, wachsen die Haare nach Ende der Therapie in der Regel nach.
Bei einer Bestrahlung spielt neben der Strahlendosis eine Rolle, welcher Körperteil bestrahlt wird und in welcher Form. Wenn Haare ausfallen, passiert das nur an den Stellen, die bestrahlt wurden. Im Vergleich zur Chemotherapie ist eine Bestrahlung seltener mit Haarausfall verbunden.
Bei einer Chemotherapie fallen die Haare üblicherweise ein bis vier Wochen nach Behandlungsbeginn aus. Manchmal fängt der Haarausfall erst nach mehreren Therapie-Sitzungen an. Bei Haarausfall durch eine Bestrahlung verhält es sich ähnlich. Kommt es im Zuge einer zielgerichteten Therapie zu Haarveränderungen, treten diese indes erst zwei bis drei Monate nach Behandlungsbeginn auf.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich auf den Haarausfall vorzubereiten:
Wer sich mit dem Haarausfall unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen:
Es gibt Perücken aus Echt- und Kunsthaar. Echthaarperücken sind teurer und pflegeaufwendiger, sehen aber natürlicher aus. Kunsthaarperücken sind pflegeleicht und kostengünstiger. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten für eine Perücke, wenn sie von einem Arzt verordnet wurde.
Während des Haarausfalls ist die Kopfhaut sehr empfindlich und benötigt eine spezielle Pflege:
Kühlkappen können helfen, Haarausfall während der Chemotherapie zu vermeiden. Sie werden vor, während und nach der Medikamentengabe getragen. Die Kälte verengt die Blutgefäße in der Kopfhaut, sodass weniger Chemotherapeutika zu den Haarwurzeln gelangen. Dies kann jedoch mit starkem Kälteempfinden und Kopfschmerzen verbunden sein. Der Einsatz von Kühlkappen eignet sich nicht für jede Krebsform und jede Krebsbehandlung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Vor- und Nachteile.
Der Verlust der Haare kann emotional sehr belastend sein. Es ist wichtig, sich der Ärztin oder dem Arzt, dem Partner oder der Partnerin, den Freundinnen und Freunden oder Familienangehörigen anzuvertrauen und um Rat zu fragen. Selbsthilfegruppen und psychoonkologische Betreuung können ebenfalls hilfreich sein.
Für weitere Informationen und Unterstützung stehen Ihnen folgende Ressourcen zur Verfügung:
Die Bestrahlung erfolgt mit hochenergetischen Röntgenstrahlen oder Elektronen, die Veränderungen am genetischen Material von Tumorzellen hervorrufen. Damit werden die Tumorzellen irreparabel beschädigt und damit inaktiviert. Bei gutartigen Erkrankungen werden sogenannte „Entzündungsmediatoren“ behandelt.
Ein Linearbeschleuniger ist das Standardgerät für die Bestrahlung mit Photonen. Diese Photonen werden in Röntgenstrahlung umgewandelt. Diese Strahlung schädigt prinzipiell alle Zellen. Gesunde Zellen nutzen die Pausen zwischen den Tagen, an denen bestrahlt wird, um die evtl. entstandenen Schäden an der DNS im Zellkern zu reparieren. Die Tumorzellen haben diese Fähigkeit deutlich weniger. Sie sollen in dem Stadium geschädigt werden, wenn sie sich gerade teilen, dann sind sie am empfindlichsten.
Um den gesunden Zellen und dem Patienten die Chance zu geben, sich zu erholen und gleichzeitig möglichst viele Tumorzellen in ihrem Teilungsstadium zu treffen, wird die gesamte Strahlendosis (50-60 Gy) in meist 30 Teile (1,7-2 Gy) zerlegt. Diese Teile nennt man "Fraktionen". Modernere Linearbeschleuniger tragen auch den Namen LINAC. Sie können "dosis-inhomogen" bestrahlen, also jede zu bestrahlende Stelle erhält nur so viel Strahlung wie nötig.
Das Beschleuniger-Gerät kann sich um den Patienten herum bewegen, um von verschiedenen Stellen zu bestrahlen, damit nicht alle Strahlen die gleichen gesunden Zellen durchdringen. Auch die Patientenliege kann sich aus demselben Grund (in waagerechter Lage) drehen. Der Sicherheitssaum um das Bestrahlungsziel, in dem nicht sichtbare Zellen Rezidive verursachen können, beträgt im Standard 2 cm. Von diesem Abstand muss aber in der Nähe von Risikostrukturen (Hirnstamm) evtl. abgewichen werden. Hier müssen der Abstand und die Strahlendosis der Verträglichkeit angepasst werden, um Schäden möglichst gering zu halten, im besten Fall zu vermeiden. Das geht in die Berechnung mit ein, für die zuvor ein Planungs-CT erforderlich ist.
Die Fahrten zu einer Strahlentherapie, z.B. per Taxi, werden nach Antrag von den Krankenkassen ganz oder anteilig übernommen. Bitte sprechen Sie hierzu im Vorfeld mit Ihrer Krankenkasse.
Bringen Sie bitte folgende Unterlagen mit:
Den Termin für Ihre erste Bestrahlung vereinbaren Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Unsere MTRAs sind sehr bedacht, dass auch das Organisatorische zu Ihrer Zufriedenheit abläuft. Bitte waschen Sie die Markierungen nicht ab. Diese dienen zur exakten Positionierung vor jeder einzelnen Bestrahlungssitzung.
Natürlich kann es bei einer Strahlentherapie zu Nebenwirkungen kommen. Diese sind abhängig von der zu bestrahlendenden Region. Ihr Arzt klärt Sie im Erstgespräch ausführlich darüber auf.
Ein entsprechendes Informationsblatt erhalten Sie beim Erstgespräch. Wenn Sie sich gut fühlen, dürfen Sie Sport treiben. Jedoch sollten Sie Überanstrengung/Überlastung vermeiden. Eine Strahlentherapie ist in der Regel nicht mit Haarausfall verbunden. Bei einer Bestrahlung im Kopfbereich kann dies jedoch temporär möglich sein. Multivitaminpräparate sind unbedenklich. Hochdosiert sollte auf Vitamin A, E und C verzichtet werden.
In vielen Fällen kann eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit während der Strahlentherapie notwendig sein, um Ihrem Körper Zeit zur Erholung zu geben und die Nebenwirkungen zu bewältigen. Besprechen Sie Ihre individuelle Situation mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin. Sie können Ihnen auch Ratschläge zur Symptomkontrolle und zur Bewältigung von Nebenwirkungen geben. In manchen Fällen kann es auch hilfreich sein, die Situation mit Ihrem Arbeitgeber zu besprechen und gegebenenfalls eine ärztliche Bescheinigung über Ihre Arbeitsunfähigkeit vorzulegen.
Die akuten Nebenwirkungen einer Strahlentherapie klingen meist zwei bis sechs Wochen nach Therapieende wieder ab. Nach Abschluss der Strahlentherapie können die akuten Nachwirkungen unter Umständen auch noch einige Tage zunehmen, insbesondere Hautreaktionen. Die Bestrahlung, z.B. in Bezug auf Tumorverkleinerungen oder auch Schmerzlinderung, wirkt noch längere Zeit nach und erreicht oft erst mehrere Wochen nach Beendigung der Therapie ihre höchste Effektivität. Bei gutartigen Bestrahlungen kann es durchaus zwei bis drei Monate dauern, bis die Schmerzen ganz abgeklungen sind, und bei Prostatabehandlungen bis zu einem Jahr, bis der PSA-Wert maximal abgefallen ist.
Abhängig von der Hautreaktion nach Ende der Strahlentherapie können Sie früher oder später wieder Ihren Freizeitaktivitäten nachgehen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte - abhängig davon, wie lange eine Strahlentherapie zurückliegt und wie die akuten Hautreaktionen sind - vermieden werden. Eine Bedeckung, z.B. mit einem Baumwolltuch, ist sinnvoll. In der Regel dauert die Erholung nach der Strahlentherapie nur wenige Wochen. Nebenwirkungen sind oft schon nach zwei, meist aber nach vier bis sechs Wochen abgeklungen. Es ist allerdings möglich, dass Nebenwirkungen sogar erst eine Woche bis zehn Tage nach Ende der Therapie ihren Höchststand erreichen können.
Die persönliche und individuelle Beratung ist uns besonders wichtig und findet vor Ort durch unsere Mitarbeiter statt. Sie erhalten Empfehlungen für die Auswahl einer passenden REHA-Klinik und überlassen uns die Terminierung. Zudem erhalten Sie Infomaterial der ausgewählten Kurkliniken und können sich so in Ruhe ein eigenes Bild machen. In der Regel muss eine AHB innerhalb von 6 Wochen nach Beendigung der Strahlentherapie erfolgen. Sie ist grundsätzlich für die Regeneration nach einer abgeschlossenen Therapie vorgesehen und kann 3 - 4 Wochen dauern. Nach einer erfolgreich abgeschlossenen AHB kann die REHA innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Strahlentherapie beantragt werden. Die Dauer beträgt hier ebenfalls 3 - 4 Wochen. Die Kosten einer AHB und einer REHA werden in der Regel von Ihrer Rentenversicherung, unter Umständen auch von Ihrer Krankenversicherung getragen. Die Organisation übernehmen die Damen an der Anmeldung.
Damit Sie zumindest in sozialer Hinsicht keine Nachteile befürchten müssen, haben Sie das Anrecht auf einen Schwerbehindertenausweis. Wir beraten Sie gern in unserer Praxis rund um das wichtige Thema Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises und die damit verbundenen sozialdienstlichen Fragen.
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