Hepatitis-Risiko beim Friseur: Was Sie wissen sollten

Wer gewerblich tätig ist und engen Kontakt zu Menschen hat, muss besondere Hygieneregeln einhalten. Die Einhaltung rechtlicher Vorgaben wie die Hygiene-Verordnung oder das Infektionsschutzgesetz sorgt dafür, dass Kundinnen, Kunden und Beschäftigte bestmöglich vor Infektionen geschützt werden.

Körpernahe Dienstleistungen und Hygienevorschriften

In Bayern gelten für körpernahe Dienstleistungen, bei denen die Haut verletzt werden kann, spezifische Hygienevorschriften. Die relevanten rechtlichen Vorgaben sind in der Bayerischen Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten (Hygiene-Verordnung) festgelegt.

Die Verordnung betrifft alle Personen, die ohne ärztliche Approbation Tätigkeiten am Menschen ausüben, bei denen Hautverletzungen durch Geräte, Instrumente oder Handlungen vorgenommen oder nicht ausgeschlossen werden können. Sowohl die kosmetische Fußpflege als auch die Podologie können Hautverletzungen verursachen. Daher unterliegen beide Bereiche den Hygienevorschriften der Hygiene-Verordnung.

Wie bekommt man Hepatitis C?

Das Hepatitis C auslösende Virus überträgt sich durch Blutkontakte: Eine Ansteckung ist möglich, wenn fremdes Blut, das den Erreger enthält, mit dem eigenen Blut in Berührung kommt. Die Wahrscheinlichkeit, sich im alltäglichen Miteinander mit Hepatitis C anzustecken, ist relativ gering. Auch bei nicht-verletzungsträchtigen Sexualpraktiken ist eine Ansteckung eher unwahrscheinlich. Erhöht ist das Übertragungsrisiko beim Geschlechtsverkehr während der Menstruation oder bei Sexualpraktiken mit größerer Verletzungsgefahr.

Vor der Entdeckung des Hepatitis-C-Virus im Jahr 1989 und noch bis 1991 waren Bluttransfusionen eine häufige Infektionsquelle, also die Verwendung von mit HCV infizierten Blutprodukten. Seitdem gibt es Labortests, die im Blut von Spender*innen Antikörper gegen den Erreger nachweisen können. Später wurden Tests eingeführt, die das Virus direkt nachweisen können. In Deutschland werden heute alle Blut- und Plasmaspender*innen auf Hepatitis C untersucht.

Hepatitis C: Mögliche Übertragungswege

Eine häufig gestellte Frage ist, wie man sich mit Hepatitis C anstecken kann bzw. woher eine Infektion kommt, ob zum Beispiel im Friseursalon, in der Zahnarztpraxis oder bei Kratzern auf der Haut ein Risiko besteht. Auch wie ansteckend das HC-Virus (HCV) ist und ob es zum Beispiel durch Speichel übertragen werden kann, möchten viele wissen. Die Ansteckungswege bei Hepatitis C sind:

  • Übertragung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr
  • Nadelstichverletzungen und gemeinsamer Gebrauch von Spritzen und Röhrchen
  • Infektion durch verunreinigte Geräte bei Piercings und Tätowierungen
  • gemeinsame Benutzung alltäglicher Gebrauchsgegenstände, die in Kontakt mit Blut kommen (können)
  • Übertragungsrisiko von Mutter zu Kind

Das Hepatitis-C-Virus kann bei der Entbindung von der Mutter auf ihr Kind übergehen. Das Übertragungsrisiko bei der Geburt liegt in Deutschland bei 4-8 Prozent. Bei bestimmten Begleiterkrankungen der Mutter, beispielsweise einer HIV-Infektion, kann das Risiko höher sein.

Hepatitis C - Verbreitung und Ansteckungsgefahr

Risiko beim Friseur?

Ein reisender türkischer Barbier mit einem Kunden (ca. 1908)Sich während des Türkei-Urlaubs unter das Messer eine Barbiers zu legen kann unangenehme Folgen an diese erinnerunsgwürdige, traditionelle Rasur haben: Es bestehet eine unerwartet große Ansteckungsgefahr mit Hepatitis B, so ein aktuelle Untersuchung von Forschern der Universität im türkischen Samsun.

Fast sieben Prozent der Rasiermesser seien mit Hepatitis-B-Viren verunreinigt, teilte der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit. Das habe eine aktuelle Untersuchung von Forschern der Universität im türkischen Samsun ergeben.

Viele Touristen und Geschäftsleute lassen sich bei Besuchen in der Türkei einseifen und mit scharfer Klinge rasieren. Schönheitsbehandlungen, Fußpflege und Tätowierungen sind weitere mögliche Übertragungswege.

Vor allem im Osten und Südosten der Türkei sind viele Menschen mit Hepatitis B infiziert. Etwa 12 bis 15 Prozent der Bevölkerung gelten als Virusträger, in Deutschland sind es 2 bis 5 Prozent. Die Ansteckung mit Hepatitis B erfolgt über das Blut oder durch Sex. „Bereits kleinste Verletzungen können dabei zu einer Infektion führen. Die Ansteckungsgefahr ist bei Hepatitis B hundertmal höher als bei HIV“, warnt Professor Thomas Löscher, Leiter des Tropeninstituts der Universität München.

Hepatitis B kann zu chronischer Leberentzündung und schweren Komplikationen führen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts liegt die Türkei mit 36 Prozent an der Spitze der nach Deutschland importierten Hepatitis-A-Fälle.

Eine traditionelle Rasur bei einem Barbier, wie sie manche Touristen bei einem Urlaub in der Türkei gerne in Anspruch nehmen, stellt ein erhebliches Risiko für eine Ansteckung mit Hepatitis B dar. „In einer aktuellen türkischen Studie waren fast 7% der verwendeten Rasiermesser mit Hepatitis-B-Viren verunreinigt. Ursache dafür ist, dass die Rasiermesser mehrfach wieder benutzt und unzureichend gereinigt werden", warnt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine neue Untersuchung von Forschern an der Universität in Samsun.

Die Wissenschaftler in der Hafenstadt am Schwarzen Meer im Norden der Türkei überprüften mehr als 150 Rasierklingen aus verschiedenen Barbier-Salons auf Rückstände der gefährlichen Erreger. Das Ergebnis: 10 Klingen waren mit Hepatitis-B-Viren verunreinigt. Diese Form der infektiösen Leberentzündung ist in der Türkei weit verbreitet.

Neben einer Infektion durch Rasierbesteck sind Schönheitsbehandlungen, Maniküre und Fußpflege sowie das Anbringen von Tätowierungen und Piercings mögliche Übertragungswege. Auch Hepatitis-C-Viren können durch solche bei verschiedenen Kunden verwendete Instrumente und Gerätschaften übertragen werden.

Hepatitis A

Im Gegensatz zu Hepatitis B wird Hepatitis A bereits durch verunreinigtes Wasser oder verschmutzte Lebensmittel übertragen. „Gefährlich ist daher beispielsweise der Verzehr von Muscheln, Früchten, Salaten sowie Eiswürfeln in Urlaubsländern, in denen die hygienischen Gegebenheiten nicht immer dem europäischen Standard entsprechen", warnt der BDI-Experte. Auch bei der Übertragung von Hepatitis A besteht in der Türkei ein erhöhtes Risiko. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts liegt die Türkei mit 36% an der Spitze der importierten Hepatitis-A-Fälle.

Hepatitis B und Leberkrebs

Die akute Hepatitis führt typischerweise zu einer gelblichen Verfärbung der Haut und insbesondere der Augen. Auch Fieber und Durchfälle können auftreten. „Eine Hepatitis A heilt zwar in der Regel von selbst aus, vor allem bei Älteren und Patienten mit chronischen Leberkrankheiten kann sie jedoch lebensbedrohlich verlaufen" erläutert Prof. Löscher. Bei der Hepatitis B entwickelt ein Teil der Betroffenen eine chronische Leberentzündung, die zu schweren Komplikationen führen kann. Nicht selten geschieht dies ohne dass eine akute Verlaufsform bemerkt wurde und die ersten Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens treten erst nach Monaten bis Jahren auf. Die Folge kann eine Leberzirrhose sein. Eine chronische Infektion erhöht das Risiko für Leberkrebs gegenüber der Normalbevölkerung um das 100-fache.

„Vor einer Reise in die Türkei sowie in andere beliebte Reiseziele deutscher Touristen, wie zum Beispiel Ägypten oder Tunesien, ist daher eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B in Erwägung zu ziehen", empfiehlt Prof. Aber auch der Infektion mit Hepatitis C.38 Prozent der sizilianischen Friseure, die sich und ihre Kundschaft mit demselben Instrument rasieren, haben Antikörper gegen das Virus im Blut, ein Zeichen dafür, dass sie sich irgendwann einmal angesteckt und das Virus möglicherweise auch weitergegeben haben.

Drei von vier Infizierten nehmen die Krankheit nicht wahr, sie verläuft oft jahrelang ohne Symptome. In dieser Zeit aber können diese Menschen das Virus an andere weitergeben.

Hepatitis C: Eine stille Epidemie

"Hepatitis C ist eine stille Epidemie", sagt Ralf Bartenschlager. Der Direktor der Abteilung Molekulare Virologie an der Universitätsklinik Heidelberg hatte vor kurzem Kollegen aus aller Welt zu einem Kongress über Hepatitis C eingeladen.

Das Problem: Nur bei jedem fünften Infizierten heilt die Infektion von selbst wieder aus, bei allen anderen geht das akute Krankheitsstadium irgendwann in ein chronisches über. Die Dauergäste im Körper sind eine tickende Zeitbombe: Nach durchschnittlich acht Jahren haben vier von zehn Betroffenen eine Zirrhose, aus der sich in jedem fünften Fall Leberkrebs entwickelt. Dann rettet nur noch eine Transplantation vor dem Tod.

Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen die Krankheit. Denn das Hepatitis-C-Virus ist für Forscher eine harte Nuss. Um den Erreger zu studieren, müssten Wissenschaftler ihn eigentlich in der Kulturschale vermehren. Doch das erwies sich bisher als ungemein schwer.

Bartenschlager und sein Team hatten zwar vor fünf Jahren eine Miniversion des Virus durch genetische Veränderung so weit aufgepäppelt, dass es in menschlichen Zellen in der Kulturschale überlebte. Aber neue infizierte Zellen kapern, wie es die Grundlage der Viren-Ausbreitung ist, das konnte diese Minimalvariante nicht.

Jetzt ist Bartenschlager ein großes Stück weitergekommen. Zusammen mit Takaji Wakita von der Universität Tokio konnte er die Viren dazu bringen, auch im Labor ihre Angriffslust zu zeigen und neue Zellen zu befallen.

Neue Medikamente sind dringend nötig

Damit lässt sich die Infektion erstmals realitätsnah simulieren. "Wir hoffen, dass uns das System bei der Suche nach neuen Medikamenten gegen Hepatitis C hilft", sagt Bartenschlager. "Es war bisher nicht möglich, Arzneien im Hochdurchsatzverfahren auf ihre virushemmende Aktivität zu testen. Dafür ist jetzt die Grundlage gelegt."

Neue Medikamente sind dringend nötig, denn bislang gibt es für die Hepatitis C keine befriedigende Therapie. Die akute Form der Erkrankung lässt sich zwar mit Interferon meist heilen. Aber jeder zweite Betroffene kann das Medikament wegen der schweren Nebenwirkungen gar nicht einnehmen.

Um die chronische Hepatitis C zu behandeln, muss Interferon noch dazu mit dem Virushemmer Ribavirin kombiniert werden. Und auch diese Therapie macht den Patienten meist schwer zu schaffen: Gelenkschmerzen und Fieber, aber auch Depressionen bis zur Suizidgefahr sind unerwünschte Effekte.

Und selbst wenn Patienten die Medikamente ein halbes bis ganzes Jahr lang konsequent einnehmen, heilen sie höchstens jeden zweiten.

Schon kleine Verletzungen reichen aus

Die stille Epidemie beunruhigt auch die Bundesregierung. Sie misst ihr "erhebliche gesundheitspolitische Bedeutung" zu. Schließlich kann jeder Infizierte, in dem sich das Virus vermehrt, einen anderen Menschen anstecken. Die Infektion verläuft meist über das Blut.

Schon kleine Verletzungen reichen aus, wenn sie mit winzigen Blutspuren eines Virusträgers in Kontakt kommen. "Ob sich jemand ansteckt oder nicht, hängt auch von seinem Immunsystem ab", sagt Heiner Wedemeyer von der Medizinischen Hochschule Hannover. Bei immunschwachen Personen könne das Virus sogar über Speichel übertragen werden.

Als häufigste Ansteckungsquelle für Hepatitis C gilt der Austausch von Spritzenbesteck unter Drogennutzern. Sex stellt offenbar nur dann eine Ansteckungsgefahr dar, wenn dabei kleine Wunden entstehen, zum Beispiel beim Analverkehr.

Ohne riskante Sexualtechniken ist das Ansteckungsrisiko bei monogamen Heterosexuellen üblicherweise gering, wie Forscher von der Universität Modena vor kurzem berichteten. Sie hatten 895 Paare mehr als zehn Jahre lang untersucht, von denen ein Partner mit Hepatitis-C-Viren infiziert war (1).

Gefährliche Körperkunst

Gefährlich kann es auch werden, wenn Körperkunst unter die Haut geht. "Betreiber von Piercing- oder Tätowierstudios unterschätzen oft das Risiko", sagt Martina Lehnhoff, die in Bergisch-Gladbach Piercer ausbildet.

"Die Kunden sollten unbedingt darauf achten, dass Einmalhandschuhe verwendet werden und dass die Instrumente fachgerecht sterilisiert worden sind."

Aber welcher Kunde kann schon beurteilen, ob eine Sterilisation fachgerecht war?

Unter den 30 bis 40 Prozent der Hepatitis-C-Infizierten, bei denen sich die Ursache nicht klären ließ, dürften auch viele Tätowierte oder Gepiercte sein, sagte Darius Moradpour von der Universität Lausanne auf dem Heidelberger Kongress.

Fachleute befürchten, dass sich die Zahl der chronisch Infizierten in den nächsten 20 Jahren verdoppeln könnte.

Den Virus in die Zange nehmen

Fieberhaft wird außerdem an einem Impfstoff geforscht. "Man muss versuchen, das Virus von mehreren Seiten in die Zange zu nehmen", erklärt Bartenschlager die Strategie. Auch für dieses Vorhaben dürfte das neue Kultursystem ein Segen sein.

Denn im Labor können die Wissenschaftler den Viren neue Hüllproteine verpassen. Auch in der Natur hüllen sich die Erreger nämlich immer wieder in neue Mäntelchen. Anhand der veränderten Viren können die Forscher dann herausfinden, ob die Antikörper, die das Immunsystem bildet, überhaupt dazu führen, dass die Erreger abgetötet werden.

Vor kurzem haben erste klinische Studien mit einem Impfstoff begonnen, der Varianten solcher Hüllproteine des Hepatitis-C-Virus enthält. Die Voruntersuchungen mit Schimpansen verliefen erfolgreich, jetzt wird der Impfstoff an nicht-infizierten, gesunden Probanden erprobt, wie Michael Houghton vom Impfstoffhersteller Chiron in Emeryville (Kalifornien) berichtete.

Allerdings ist unklar, ob das Hepatitis-C-Virus ähnlich wie der Aids-Erreger HIV dem Impfschutz nicht allzu leicht entwischen wird. Denn es verändert seine Hülle noch schneller als der Aids-Erreger, wie Bartenschlager sagt.

Die Impfstoffforscher arbeiten deshalb lieber mehrgleisig. Sie suchen nicht nur nach einem vorbeugenden Impfstoff, sondern auch nach einem, der bereits infizierten Personen hilft.

Wenn bei solchen Menschen das Immunsystem angeregt wird, kann das den Ausbruch der Krankheit zwar nicht unbedingt verhindern, aber ihren Verlauf abschwächen und die Wirkung der verfügbaren Medikamente verbessern.

Hepatitis C hat die Wissenschaftler Bescheidenheit gelehrt.

(1) American Journal of Gastroenterology, Bd. 99, S.

Hepatitis-C-Prävention: Sich und andere schützen

Schützen Sie sich vor einer Ansteckung mit dem Hepatitis-C-Virus oder davor, es weiterzugeben, indem Sie keine Gegenstände des täglichen Lebens gemeinsam mit anderen verwenden, die mit Blut in Berührung kommen könnten. Zum Beispiel sollten Zahnbürste oder Rasierer nicht geteilt werden. Geschirr, Besteck, Toilette und Dusche hingegen können Sie bedenkenlos gemeinsam benutzen.

Sich umarmen, kuscheln und küssen birgt kein Infektionsrisiko. Das Hepatitis-C-Virus überträgt sich nicht durch Berührungen oder über Speichel. Beim Sex sind Kondome oder Einweghandschuhe der beste Schutz. Wer mit mehreren Partner*innen verkehrt, sollte jeweils ein neues Kondom bzw. einen neuen Einweghandschuh und immer das eigene Gleitgel verwenden.

Wer sich eine Tätowierung oder ein Piercing stechen möchte, sollte sichergehen: Wird in dem Studio mit Handschuhen und steril verpackten Utensilien gearbeitet? Wirkt es sauber und gepflegt? Im Zweifel halten die örtlichen Gesundheitsämter Informationen bereit.

Beim Drogengebrauch gilt: Bestandteile vom Spritzbesteck, also Nadeln bzw. Spritzen, Röhrchen, Löffel und Gefäße nicht gemeinsam verwenden.

Für bestimmte Berufsgruppen, zum Beispiel OP-Personal, ist wichtig zu wissen: Das Virus kann übertragen werden, wenn bei medizinischen Eingriffen wie Operationen, Blutentnahmen oder Infusionen unsterile bzw. unzureichend gereinigte Geräte eingesetzt werden.

Kann man sich gegen Hepatitis C impfen lassen?

Bislang gibt es keinen wirksamen Impfstoff gegen Hepatitis C. Das hängt damit zusammen, dass sich das Virus ständig verändert.

Hepatitis C ausgeheilt - und trotzdem ansteckend?

Wer nachweisbar keine Hepatitis-C-Viren mehr in sich trägt, kann niemanden mehr anstecken. Allerdings schützt eine ausgeheilte Hepatitis-C-Infektion nicht davor, sich selbst erneut zu infizieren. Anders gesagt: Nach einer Heilung ist man nicht immun gegen HCV, denn es besteht kein Schutz durch Antikörper. Das ist ein Unterschied zu vielen anderen Viruserkrankungen. Gegen Masern zum Beispiel ist man nach einer überstandenen Infektion ein Leben lang geschützt.

Nach einer ausgeheilten Hepatitis C ist es daher weiterhin wichtig, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Das gilt besonders für schwule Männer mit risikoreichen Sexualpraktiken bei Chemsex-Aktivitäten. Für sie ist die Gefahr einer erneuten Ansteckung bzw. einer Re-Infektion besonders hoch.

Zusammenfassung der Risikobewertung verschiedener Alltagssituationen

Die folgende Tabelle fasst die Risikobewertung verschiedener Alltagssituationen im Bezug auf eine mögliche Hepatitis C Infektion zusammen:

Situation Risiko
Intravenöser Drogenkonsum Risiko
Piercing mit unsterilen Instrumenten Risiko unter bestimmten Voraussetzungen
Gemeinsame Nutzung von Spritzen Risiko
Inhalativer Drogenkonsum mit rissigen Lippen Risiko unter bestimmten Voraussetzungen
Verletzungsanfällige Sexualpraktiken Risiko
Tätowierung mit unsterilen Nadeln Risiko
Küssen ohne Blutkontakt Kein Risiko
Gemeinsame Nutzung eines Löffels mit Drogenutensilien Risiko unter bestimmten Voraussetzungen
Oralverkehr mit kleinsten Wunden im Mundraum Risiko unter bestimmten Voraussetzungen
Übertragung von Mutter zu Kind Risiko unter bestimmten Voraussetzungen
Gemeinsame Nutzung eines Filters mit Drogenutensilien Risiko unter bestimmten Voraussetzungen
Zähneputzen mit Mikro-Verletzungen des Zahnfleisches Risiko unter bestimmten Voraussetzungen
Kontakt mit offenen Wunden und fremdem Blut Risiko
Bluttransfusionen in Ländern mit mangelnden hygienischen Bedingungen Risiko unter bestimmten Voraussetzungen
Teilen von Ziehröhrchen mit Verletzungen in der Nasenschleimhaut Risiko
Stillen mit blutenden Verletzungen der Brustwarzen Risiko unter bestimmten Voraussetzungen
Rasieren mit kleinen Hautverletzungen Risiko unter bestimmten Voraussetzungen

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