Der Fade-Haarschnitt: Definition und Variationen

Der Fade-Haarschnitt, oft auch als "Übergang" oder "Seiten auf Null" bezeichnet, ist ein zentraler Bestandteil moderner Herrenfrisuren. Dieser Schnitt zeichnet sich durch einen Farbverlauf aus, bei dem das Haar an den Seiten und am Hinterkopf von kurz nach lang verläuft. Im englischsprachigen Raum sind Begriffe wie Skin-Fade, Bald-Fade oder einfach Fade gängige Slangausdrücke. "To fade" bedeutet "verblassen", was die Technik des Übergangs gut beschreibt: Ein schöner Farbverlauf von kürzeren in die längeren Haare.

Die exklusivsten Varianten mit den deutlichsten Verläufen sind Skin- und Bald-Fades, auch bekannt als Übergang mit Seiten auf Null oder Glatzenübergang. Wer sich traut, die Kopfhaut kahl zu rasieren, profitiert am meisten von einem Fade, unabhängig davon, ob es sich um einen Low Fade, Mid Fade, High Fade oder Taper Fade handelt.

Die Grundlagen des Fade-Haarschnitts

Der Fade/Übergang zeichnet sich durch seinen Hell-Dunkel-Kontrast aus. Männer mit dunkler Haarfarbe und einem helleren Hautton haben oft das größte Potenzial für einen schönen Farbverlauf. Allerdings können auch Männer mit dunklem Teint und dunklen Haaren einen ansprechenden Fade erzielen. Entscheidend ist, dass ein Fade immer einen Start- und Endpunkt hat, wobei der Endpunkt oft als Konturlinie definiert wird, da er sich meist auf der Hutlinie befindet und der Kopfform eine markante Silhouette verleiht.

Es ist wichtig zu verstehen, dass das Ergebnis eines Fades nicht nur vom Können des Barbiers abhängt. Die Haarqualität spielt ebenfalls eine Rolle. In der US-amerikanischen Barber-Szene wird oft mit "Enhancements" gearbeitet, wie z.B. Sprühfarbe und Sprühhaar, um den Fade zu verstärken. Allerdings ist es auch wichtig, die Bilder nicht nachzubearbeiten.

Verschiedene Fade-Varianten

Es gibt verschiedene Arten von Fades, die sich in der Höhe des Übergangs und der Art des Verlaufs unterscheiden.

Low Fade

Ein Low Fade beginnt knapp über den Konturen und dem gleichmäßigen Haarwuchs und betont den C-Cup (die Konturen an der Ecke der Schläfe, die in einer C-förmigen Linie am Ohr vorbei bis zu den Bartkonturen übergehen). Seitlich beginnt der Low Fade an den Koteletten um das Ohr herum. Charakteristisch für einen Low Fade ist, dass er nur knapp oder sogar mit den Konturen und dort wo das Haar gleichmäßig zu wachsen beginnt, startet und den C-Cup deutlich hervorhebt. Seitlich beginnt der Low Fade an den Koteletten ums Ohr herum.

Mid Fade

Ein Mid Fade beginnt auf Augenbrauenhöhe und verläuft parallel zur Konturlinie. Die Konturlinie oder Hutlinie ist der Punkt, an dem der Kopf anfängt, von der Vertikalen abzurunden. Charakteristisch ist einen Mid Fade ein Übergang, der auf Augebrauenhöhe startet und parallel zu seiner Konturlinie verläuft. Die Konturlinie oder auch Hutlinie sind der Punkt an dem der Kopf anfängt von der vertikalen abzurunden.

High Fade

Ein High Fade beginnt etwas über der Schläfe oder höher und verläuft parallel zur Konturlinie. Da hier oft wenig Platz für einen sauberen Fade bleibt, eignet sich diese Variante ideal für Kurzhaarschnitte und Buzzcuts. Charakteristisch für einen High Fade ist, dass auf der Ecke, zwischen C- Cup und der seitlichen Haarlinie etwas über der Schläfe oder höher startet und parallel zur Konturlinie verläuft.

Compressed Fade

Der Compressed Fade, auch kurzer Übergang genannt, bestimmt seine Konturlinie selbst und endet meist vor der Hutlinie. Dies erzeugt eine individuelle Silhouette, die jedoch nicht jeder Gesichtsform schmeichelt. Der Compressed High Fade hingegen setzt kurz vor der eigentlichen Konturlinie an und nutzt diese als Endpunkt des Übergangs. Der Compressed Fade bzw. der kurze Übergang ist eine Variante, die ihre Konturlinie des Übergangs selbst bestimmt und meist vor der Hutlinie endet.

Taper Fade

Der Taper ist eine spezielle Art des Fades bzw. des Übergangs. Ein Low Taper ist nahezu bei allen mittellangen Frisuren möglich. Der Taper zeichnet sich dadurch aus, dass nur in den Koteletten und im Nackenbereich ein Übergang / Fade geschnitten wird. Die Haarlinie und die Konturen um die Ohren bleiben erhalten und werden hervorgehoben. Der C-Cup ist beim Low Taper auch noch markant, das kann aber bei jedem unterschiedlich stark sein.

Der Taper an den Seiten startet auf Augenhöhe auf der gleichen Linie, auf der auch der obere Teil vom Ohr am Kopf angewachsen ist. Im Nackenbereich startet der Taper sobald das Haar gleichmäßig und dicht zu wachsen beginnt, damit ein lückenloser Übergang garantiert werden kann. Nach eigenen Präferenzen kann dieser aber auch höher starten, wichtig für den Taper ist nur, dass die Kontur um das Ohr herum erhalten bleibt und sich der Fade klar abtrennt von dem Fade an den Koteletten.

Der Unterschied vom Mid Taper zum Low Taper ist, dass der Mid Taper auf Augenbrauenhöhe beginnt und der C-Cup dadurch kleiner wird. Die Konturen bleiben dieselben und der Mid Taper ist mit fast allen Frisuren kombinierbar. Im Nackenbereich ist es wie beim Low Taper dasselbe Spiel. Der Fade startet ab dem Punkt, wo die Haare gleichmäßig wachsen, kann aber auch gerne nach oben verschoben werden.

Beim High Taper wird eine Grundlinie von der unteren Ecke der Haarlinie bis zum Punkt, wo das Ohr am Kopf angewachsen ist, gezogen, von dort aus verblendet der Übergang schräg in die Haare. Dadurch geht der C-Cup komplett verloren. Im Nackenbereich ist es wie beim Low & Mid Taper dasselbe Spiel. Der Fade startet ab dem Punkt, wo die Haare gleichmäßig wachsen, kann aber auch gerne nach oben verschoben werden.

Burst Fade

Der Burst Fade zeichnet sich durch seine Halbmondform aus, welche um das Ohr herum verläuft. Jedoch werden nur die seitlichen Haare gefadet, das Haar am Hinterkopf und im Nackenbereich bleibt länger und wird oft in einer V Form zurechtgeschnitten. Der Burst Taper bedient sich der Halbmondform am seitlichen Teil des Taper. Und zwar an den Koteletten. Wer gerne eine größeren Taper mag, aber nicht den geradlinigen Verlauf des Übergangs möchte, sollte einen Burst wählen.

V-Fade

Der V Fade hebt sich durch seine spitz zulaufende V Form auf der Hinterseite des Kopfes vom normalen Fade ab. Auch der V Fade oder V Übergang, gibt es in low / niedrig, mid / mittel hoch & high / hoher Form.

HAARSCHNITT TUTORIAL 2018 | Textured Haircut | + SKIN Fade Tutorial

Der Bart-Fade

Der Beard-Fade ist ein Übergang, der an den Koteletten beginnt und in den Bart übergeht. Der Übergang von kurz zu lang kann auf wenigen Zentimetern im Bereich der Koteletten vollzogen werden oder sich weiter in den Bereich der Wangen ziehen. Er ist eine gute Alternative zu den spitzen oder abgehackten Bartenden. Damit der Bart mit dem Fade/Blend gepflegt aussieht, sollte man täglich Bartöl oder Bartbalsam verwenden.

Einen Bart-Fade kann man selbst realisieren, wenn man das richtige Werkzeug hat und weiß, was man tut. Für den Anfang sollte man dies jedoch dem Barbier überlassen.

Tipps zur Wahl des richtigen Fades

Die Wahl des richtigen Fades hängt von der Gesichtsform und dem persönlichen Stil ab.

  • High Fades: Eignen sich am besten für Männer mit runden oder eckigen Gesichtsformen.
  • Medium/Mid Fades: Passen perfekt zu allen Gesichtsformen, da sie für Ausgewogenheit sorgen.
  • Low Fades: Lassen den Kopf oben und in der Mitte optisch breiter erscheinen und sind daher für runde Gesichtsformen nicht geeignet.
  • Drop Fades: Können für jede Gesichtsform und jeden Haartyp verwendet werden.
  • Skin Fades: Sehen bei Männern mit gleichmäßigem Hautton am besten aus, da sie große Teile der Kopfhaut zeigen.
  • Taper Cuts: Sehen am besten bei Männern mit ovaler Gesichtsform aus.

Abschließend lässt sich sagen, dass es nicht den einen "Fade" gibt. Vielmehr handelt es sich um eine Stilrichtung des modernen Männerhaarschnitts, die in verschiedenen Variationen vorkommt. Die Wahl des richtigen Fades sollte in Absprache mit einem erfahrenen Barbier erfolgen, da nicht jeder Schnitt zu jeder Person passt.

tags: #Bart #Übergang #Null #Definition

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