Damit ein Bart nicht austrocknet, stumpf aussieht und schuppt, empfiehlt sich die Verwendung eines Bartshampoos. Die Haare eines Barts sowie die darunterliegende Haut unterscheiden sich nämlich von der Kopfbehaarung und der Kopfhaut. Deswegen ist es nicht ratsam, gewöhnliche Shampoos für die Bartreinigung zu verwenden, da sie Haare entfetten sollen.
Im Alltag sind Bärte so allerlei ausgesetzt: abgestorbene Hautschüppchen, (Fein)Staub, Abgase, Keime, Pollen, geschmolzener Käse und vieles mehr. Das möchte man nicht ständig mit sich herumtragen. Dazu kommt, dass die Haut unter dem Bart Talg produziert. In Kombination mit den zuvor genannten Umwelteinflüssen kann es so auf Dauer zu Hautunreinheiten, Irritationen oder sogar Entzündungen kommen.
Damit die Gesichtsbehaarung kraftvoll aussieht und nicht juckt, benötigt es nicht nur ein besonders mildes Shampoo. Es muss den Bart und die Haut darunter auch mit ausreichend rückfettenden Pflegestoffen versorgen, um den Feuchtigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten.
Übrigens: Anders als bei Shampoos und Haarseifen gibt es bei Bartshampoos, Bartseifen (oft in fester Form), Bartreinigern und »Beard Wash« keinen allzu großen Unterschied. Es handelt sich in der Regel um denselben Produkttyp: ein schäumendes Reinigungs- und Pflegemittel für den Bart.
Insgesamt haben wir 18 verschiedene Bartshampoos zwischen fünf Euro und knapp 30 Euro getestet. Idealerweise sollte ein gutes Bartshampoo für eine gute Bartpflege auch über möglichst wenige bedenkliche Inhaltsstoffe verfügen.
Grundsätzlich sollte man Bartshampoos nicht täglich verwenden. Als Faustregel gilt: Alle drei Tage die Gesichtsbehaarung mit einem Bartshampoo reinigen, ansonsten lediglich mit warmem Wasser ausspülen.
Bartshampoos werden prinzipiell wie jedes andere Shampoo verwendet. Der Bart sollte dafür zunächst komplett nass sein. Lauwarmes Wasser führt dazu, dass die Pflegestoffe besser aufgenommen werden können. Kaltes Wasser ist aber auch kein Problem. Wichtig ist, dass das Wasser nicht zu heiß ist, da es dem Bart und der Haut sonst schadet.
Eine kleine Menge Shampoo reicht bereits, die aber natürlich je nach Dichte und Länge des Barts variiert. Manche Bartshampoos sind ergiebiger als andere, daher muss man mit der Menge ein wenig experimentieren. Man sollte darauf achten, ob das Bartshampoo vorher geschüttelt werden muss.
Einige Produkte, wie das Mr. Burton’s Classic Bartshampoo, verzichten auf hohe Mengen an Emulgatoren, was dafür sorgt, dass sich manche Inhaltsstoffe nicht automatisch vermengen. Das Shampoo wird dann zwischen den Händen verrieben und gleichmäßig in den Bart massiert. Es ist wichtig, dass der Schaum auch die Haut unter dem Bart erreicht, damit diese gereinigt und gepflegt wird. Eine übermäßige Schaumbildung ist oft nicht notwendig.
Feste Bartseifen reibt man sich in der Regel einfach über den Bart, bis er ausreichend eingeschäumt ist. Meist reicht aber schon ein kleines bisschen, denn die im Bart verteilte Seife schäumt häufig ordentlich nach.
Es kann hilfreich sein, das Bartshampoo kurz einwirken zu lassen, bevor man es gründlich mit warmem Wasser ausspült und dann sanft abtrocknet oder trocknen lässt. Danach ist der beste Zeitpunkt, um gegebenenfalls ein gutes Bartöl aufzutragen und die Bartpflege zu vervollständigen. Bartöle verwöhnen den Bart mit einer Extraportion Pflegestoffen. Neigt man ohnehin zu einem trockenen Bart und schuppiger Haut, ist Bartöl grundsätzlich zu empfehlen.
Personen mit sensibler Haut oder Allergien sollten bei der Bartpflege grundsätzlich auf die Inhaltsstoffe von Kosmetikartikeln achten. Angefangen bei deklarationspflichtigen Duftstoffen wie Citronellol, Limonene und Linalool, die bei betroffenen Personen allergische Reaktionen auslösen können. Auch konservierende Stoffe wie Benzoesäure (Benzoic Acid), Natriumbenzoat (Sodium Benzoate) und Sorbinsäure (Sorbic Acid) können unter Umständen Reizungen und Allergien auslösen.
Auch Sulfate sind zunächst nicht grundsätzlich problematisch. Sie sind als Tenside für eine gute Reinigung und Schaumbildung vorhanden. Bei hoher Konzentration oder fehlenden, ausgleichenden Stoffen können sie allerdings die natürliche Schutzfunktion der Haut schädigen, sie austrocknen und Irritationen hervorrufen.
In einigen Bartshampoos sind Polyethylenglykole enthalten, die man unter anderem an der Buchstabenfolge »PEG« oder dem »-eth« im Namen (bspw. Sodium Laureth Sulfate) erkennen kann. Sie werden als Tenside zur Reinigung, als Emulgator oder zur Regelung der Viskosität eingesetzt. Allerdings schwächen PEGs auch extrem die natürliche Barrierefunktion der Haut und sie belasten die Umwelt, denn PEGs sind nicht biologisch abbaubar.
Für besonders problematisch halten wir den Einsatz von Silikonen, Mikroplastik und flüssigem Plastik. Diese Stoffe sollen sich wie ein Film um die Haare legen, damit sie kämmbarer sowie geschmeidiger werden und sich nicht statisch aufladen. Aufgrund ihrer Beschaffenheit sind sie nur schwer abbaubar.
Abgesehen davon, dass einige dieser Inhaltsstoffe auf Dauer auch unserem Bart und uns schaden können, sind sie zudem besonders schlecht für unsere Umwelt.
Unser Testsieger von Mr. Bear Family macht im Prinzip alles richtig. Das Bartshampoo kommt ohne aggressive Tenside aus, duftet angenehm nach Nadelhölzern ohne aufdringlich zu sein und hat eine hervorragende Pflegewirkung. Um aggressive Tenside, die den Bart und die Gesichtshaut angreifen können, müssen wir uns beim Mr. Bear Family Beard Wash Woodland keine Sorgen machen.
In der Formulierung kommen keine Sulfate, Mikroplastik, Polymere oder andere problematische Stoffe zum Einsatz. Duftallergiker und Menschen mit besonders sensibler Haut sollten natürlich trotzdem auf entsprechende Unverträglichkeiten achten. Viele hochwertige Öle sind enthalten, von Rosenholz- und Waldkiefernöl über Sandelholz- und Rosmarinöl bis hin zu Zedernholz- und Sandelholzöl. Der Duft hält sich für etliche Stunden dezent im Bart, ohne aufdringlich zu wirken.
Schon beim Einshampoonieren merkt man, dass sich Mr. Bear von anderen Bartshampoos in unserem Test abhebt. Unser Bart wirkt auf Anhieb etwas fülliger, weich, ist schön kämmbar und wirkt gepflegter.
Nicht ganz leicht zu verkraften ist natürlich der stolze Preis im Vergleich zu einigen anderen Produkten. Allerdings ist das Bartshampoo von Mr. Bear Family sehr ergiebig, die Inhaltsstoffe sind allesamt von hoher Qualität und nicht problematisch. Das macht das Mr. Bear Family Beard Wash Woodland für uns zur ersten Wahl.
Dass die Inhaltsstoffe des Mr. Bear Family Beard Wash Woodland absolut überzeugen, konnte auch Öko-Test (11/2023) bestätigen. Das Magazin vergibt die Testnote »sehr gut« und hat keine problematischen Inhaltsstoffe festgestellt - abgesehen von der üblichen Verwendung von Parfum.
Etwas günstiger als unser Testsieger ist Mr. Burton’s Classic Bartshampoo. Es beinhaltet mit Sodium Laureth Sulfate zwar ein starkes Tensid, setzt den Fokus aber deutlich auf gut pflegende Öle und gleicht dies wieder aus. Es enthält, bis auf Sulfate, keine ernsthaft bedenklichen Inhaltsstoffe. Deren potenziell reizende Wirkung wird in der Formulierung gut ausgeglichen.
Hochwertige Öle wie Arganöl, Jojobaöl, Mandelöl und weitere sorgen für eine gute Pflegewirkung. Positiv fällt uns auf, dass hier auf besonders starke Emulgatoren verzichtet wurde. Das führt allerdings dazu, dass das Bartshampoo vor der Anwendung geschüttelt werden muss.
Da viele Öle enthalten sind, aber auf starke Emulgatoren verzichtet wurde, muss dieses Bartshampoo vor der Anwendung geschüttelt werden, damit sich die Inhaltsstoffe gut vermengen können.
Der Duft des Mr. Burton’s Classic Bartshampoo ist süßlich und fruchtig, aber auch leicht holzig, mit einer Patschulienote. Wir hielten ihn für ganz angenehm, hatten aber auch einige andere Meinungen in unserem Umfeld. Das Gute ist, dass der Duft sich zwar gut einen Tag im Bart hält, dabei aber nicht allzu aufdringlich ist.
Die Pflegewirkung konnte uns überzeugen. Die Barthaare fühlen sich geschmeidig an, Juckreiz ist passé und die Optik stimmt.
Wer sich mit einer festen Bartseife anfreunden kann, bekommt mit der Fair Squared Coffee Beard Soap ein absolutes Top-Produkt für einen weichen Bart. Bartseifen reinigen meist etwas milder als viele Shampoos. So auch diese Bartseife in Tradition der berühmten Alepposeife, sie kommt allerdings ohne allergieauslösendes Lorbeeröl aus.
Die Bartseife von Fair Squared enthält keine Duftstoffzusätze und auch sonst keine problematischen Zutaten. Hochwertige Pflegeöle und Fette (Olive, Kokos, Rizinus, Sheabutter) sorgen für eine gute Rückfettung, damit der Bart und die Haut darunter nicht austrocknen. Die Kaffeenote aus Kaffeebohnenextrakt ist äußerst dezent und fällt kaum auf.
Wie viele andere feste Bartseifen kommt auch die von Fair Squared ohne Plastikverpackung aus. Lediglich ein Karton schützt die beiden Seifenstücke, die von einem kleinen Infokärtchen getrennt werden. Bei den Inhaltsstoffen wird komplett auf Sulfate aber auch Duftstoffe verzichtet. Überhaupt gibt es an den Zutaten nichts auszusetzen.
Die feste Bartseife schäumt hervorragend auf, ganz ohne irgendwelche Zusatzstoffe, und lässt sich gut im Bart verteilen. Es reicht bereits eine winzige Menge, wodurch die Seife besonders ergiebig ist. Zwar trägt die Bartseife den Zusatz »Kaffee« im Namen, und tatsächlich ist Kaffeebohnenextrakt enthalten, der Duft fällt uns allerdings kaum auf. Ein etwas deutlicheres Aroma hatten wir uns da schon erhofft.
Zu guter Letzt tut man nicht nur sich selbst mit der Fair Squared Bartseife etwas Gutes. 42,7 Prozent der Inhaltsstoffe werden fair gehandelt, weshalb auf der Verpackung auch das Fairtrade-Siegel prangt.
Das Brisk 3in1-Bartshampoo kostet nicht viel und kommt ohne problematische Inhaltsstoffe aus. Das Brisk 3in1-Bartshampoo ist unsere Empfehlung für alle, die nicht mehr als 10 Euro für ein Bartshampoo ausgeben und keine feste Bartseife möchten.
Pflege- und Reinigungswirkung sind gut, wobei besonders trockene Bärte zusätzlich ein Bartöl nutzen sollten, denn das Shampoo spendet dem Bart nur moderat Feuchtigkeit. Durch den Verzicht auf Sulfate wird der Bart sanft gereinigt.
Der Duft des enthaltenen Teebaumöls mag nicht jeden Geschmack treffen, sorgt allerdings für eine angenehme Frische. Das Bartshampoo von Brisk schäumt gut auf, sodass bereits eine kleine Menge ausreicht. Milde Tenside sorgen für eine sanfte Reinigung des Barts. Pflegestoffe sind zwar enthalten, allerdings nicht auf dem Niveau unserer anderen Empfehlungen.
Öko-Test hat die beliebtesten Bartshampoos unter die Lupe genommen. Die meisten Bartshampoos sind allerdings empfehlenswert. Die Öko-Tester haben insgesamt 17 Bartshampoos getestet, zwei der Produkte waren Naturkosmetikartikel. Das Gesamtergebnis ist nicht nur für Männer sehr erfreulich: 15 der Produkte schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab.
Allerdings fallen ausgerechnet zwei Markenprodukte durch: Das "L’Oréal Paris Men Expert Barberclub 3-in-1 Bartshampoo" und das "King C Gillette Bartshampoo" enthalten Kunststoffverbindungen und bedenkliche Duftstoffe. Die Duftstoffe können sich im Fettgewebe des Körpers anreichern und stehen zudem teilweise im Verdacht, den Hormonhaushalt durcheinanderzubringen.
Die Tester haben sich auch angeschaut, wie die Shampoos Haut und Haar reinigen. Die meisten Shampoos arbeiten mit Tensiden, die die Oberflächenspannung von Wasser heruntersetzen und Schmutz lösen. Allerdings nutzen einige der getesteten Shampoos dafür PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können.
Zwölf Shampoos im Test arbeiten allerdings auch ohne PEG-Derivate und überzeugen die Tester mit milden Tensiden. Die meisten Shampoos enthalten zudem unkritische Duft- und Konservierungsstoffe und reinigen Bart und Haut sanft.
Unter den Testsiegern mit der Note "sehr gut" sind einige Produkte, die eher hochpreisig sind, das teuerste Bartshampoo in dieser Kategorie kostet 22,39 Euro je 200 Milliliter. Der Test zeigt aber, dass es auch günstig geht: Der "Balea Men Reinigungsschaum Bart" von DM kostet nur 3,93 Euro je 200 Milliliter und erhält ebenfalls die Note "sehr gut".
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht weiterer Bartshampoos, die in verschiedenen Tests berücksichtigt wurden:
Die Ergebnisse dieser Tests variieren, daher ist es ratsam, sich vor dem Kauf umfassend zu informieren und die individuellen Bedürfnisse des eigenen Bartes zu berücksichtigen.
Und: Bartpflege macht nicht nur schön. Sie nutzt auch der Beziehung. Denn wer seinen Bart wäscht, reduziert nicht nur Keime, sondern denkt auch an seinen Partner.
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