Babyhaare: Ursachen, Unterschiede zu Haarbruch und Pflegetipps

Babyhaare, auch als Babyhärchen bezeichnet, sind besonders feine Haare, die am Haaransatz, an den Schläfen oder entlang des Nackens wachsen. Sie sind meist feiner und kürzer als die restlichen Haare, weshalb Babyhaare schwer zu bändigen sind. Wissenschaftlich werden Babyhaare als Vellushaare bzw. Flaumhaare bezeichnet.

Dabei handelt es sich um neu wachsende Haare, was an sich nichts Schlechtes bedeutet, da sie für eine gesunde Kopfhaut sprechen. Häufig werden die Babyhaare nicht so lang wie die restlichen Haare, sondern fallen vorher wieder aus. Obwohl Babyhaare ein Zeichen für eine gesunde Kopfhaut sind, werden sie kosmetisch oft als störend empfunden. Insbesondere bei Menschen mit längerem oder dichterem Haar fallen sie schnell auf. Bei ordentlichen Flechtfrisuren oder glatten Styles können sie den Look beeinträchtigen.

Wie entstehen Babyhaare überhaupt?

Jedes Haar an unserem Körper durchläuft einen regelmäßigen Wachstumszyklus. Dazu gehört mitunter auch, dass ein nicht mehr „benötigtes“ Haar ausfällt und in Folge ein neues, kräftigeres Haar nachwachsen kann - weshalb es auch vollkommen normal ist, als gesunder Mensch täglich etwa 80 bis 100 Haare zu verlieren. Zu diesem Zyklus gehören auch Babyhaare, die wissenschaftlich als Vellushaare bezeichnet werden: Sie sind in der Regel mit maximal 0,3 Millimetern Dicke wesentlich feiner als normale Haare, wissenschaftlich Terminalhaare. Vellushaare haben vor allem Frauen ihr gesamtes Leben über, denn dazu zählt auch die zarte Körperbehaarung, etwa an den Armen, im Gesicht oder an der Brust.

Babyhaare, die direkt am Haaransatz nachwachsen, können sich aber auch zu „richtigen“ Haaren weiterentwickeln. Grundsätzlich ist es also ein durchaus positives Anzeichen, wenn Ihnen die feinen Härchen an der Stirn wachsen - dann läuft bei Ihrem Haarwachstum offenbar alles reibungslos, Haare und Kopfhaut sind gesund und die Durchblutung angeregt. Tückisch ist allerdings, dass auch die Überreste von Haaren, die Haarbruch unterlegen sind, sich als kurze und feinere Haare bemerkbar machen.

Die Ursachen für Baby Hair sind zu heißes Föhnen und das Stylen mit großer Hitze. Nicht weniger unschuldig sind Haarbürsten mit zu harten und kantigen Borsten. Weiter auf der Liste geht's mit schädlichen Chemikalien, zum Beispiel beim Färben, die oftmals vor allem auf den Haaransatz aufgetragen werden. Auch das Tragen von einem strengen Dutt oder Pferdeschwanz fördert das Entstehen von Babyhärchen. Die genannten Ursachen greifen allesamt die Haarstruktur an und führen dazu, dass feines Haar abbricht: die Geburtsstunde der Babyhaare.

Babyhaare oder Haarbruch - Wie unterscheidet man?

Ähnlich dem ersten Flaum eines Neugeborenen, sind die Babyhaare frisch und unberührt - und sollten deshalb weich und gesund aussehen. Zudem wächst der feine Haarflaum an der Stirn normalerweise auf einer Länge nach. Entdecken Sie jedoch ungleichmäßige Haarstummel, die darüber hinaus stumpf und trocken aussehen oder sogar sichtbar gespaltene Enden haben, dann handelt es sich hierbei um Haarbruch. Die einzelnen Härchen fühlen sich trotz ihrer feinen Struktur spürbar spröde an, stehen teilweise ab und sind schwer zähmbar.

Haarbruch statt Babyhaare - was dann?

Wenn Ihre Babyhaare verdächtig nach Haarbruch aussehen, sollten Sie sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Haarbruch ist ein Symptom, dass Sie Ihre Haare falsch pflegen oder stylen. Weil er aber auch Anzeichen einer Erkrankung oder Mangelernährung sein kann, sollten Sie bei starkem Haarbruch einen Arzt aufsuchen - auch wenn zu den gebrochenen Haaren eine gereizte, gerötete Kopfhaut oder starker Haarausfall hinzukommen. Deshalb ist es grundsätzlich empfehlenswert, aufmerksam zu werden, wenn sich der eigene Haaransatz sichtbar verändert oder lichter wird, um der Ursache schnellstmöglich auf den Grund gehen zu können.

Handelt es sich „nur“ um Haarbruch in Folge eines exzessiven Stylings, gilt es, dieses möglichst schnell anzupassen. Verwenden Sie häufig Styling-Tools mit hoher Hitzeeinwirkung? Dann reduzieren Sie dies nach Möglichkeit, lassen Sie die Haare, sofern ausreichend Zeit vorhanden ist, besser lufttrocknen. Verzichten Sie auf Glätteisen oder Lockenstab. Wenn diese sich nicht vermeiden lassen, auf die geringste Temperatur einstellen und mit einem Hitzeschutzprodukt kombinieren. Auch Frisuren wie ein straffer Ponytail setzen den Haaren zu und lassen sie schneller brechen.

Um die Haare vor weiteren Schäden zu schützen, sollten Sie bei Haarbruch zudem auf eine intensive Pflege setzen - tiefenwirksame Feuchtigkeits-Shampoos, Conditioner nach jeder Haarwäsche (!) (besonders pflegend sind solche mit Protein oder Keratin) und regelmäßige Intensivkuren. Zusätzlich spenden Leave-In-Produkte oder ein Haaröl über Nacht den strapazierten Haaren Feuchtigkeit und umgeben sie dabei mit einem schützenden Film.

Babyhaare bei Babys und Kleinkindern

Ob Babys mit Haaren geboren werden oder nicht, süß sind sie alle. Ob Babys bei der Geburt einen wuscheligen Haarschopf, zarten Flaum oder gar keine Haare haben, kannst du vorher nicht sicher wissen. Weshalb kommen manche Babys mit Haaren zur Welt und andere oben ohne? Ganz sicher ist sich die Wissenschaft nicht.

Als einigermaßen erwiesen gilt, dass das Haarwachstum auf dem Kopf, sofern es denn einsetzt, um die 30. Schwangerschaftswoche herum beginnt (manchmal auch früher). Nämlich dann, wenn das den Körper schützende Lanugohaar ausfällt. Man geht jedoch davon aus, dass die Gene - wie so oft - eine Rolle dabei spielen, ob das Kind mit Haarschopf geboren wird, oder eben nicht. Ein altes Ammenmärchen besagt, dass Schwangere mit Sodbrennen Babys mit Haaren zur Welt bringen.

Während einer Studie aus dem Jahr 2006 zeigte sich, dass die Kopfbehaarung der Neugeborenen in direktem Zusammenhang dazu stand, wie ausgeprägt das Sodbrennen bei ihren Müttern war. Kurz gesagt, je mehr Sodbrennen in der Schwangerschaft, desto mehr Haar bei der Geburt! Wahrscheinlich sind mal wieder mütterliche Hormone schuld. Das würde auch erklären, warum die meisten Babys mit Haaren selbige schon bald verlieren.

Eltern, deren Babys mit vollem Haarschopf zur Welt kamen, wissen genau: Das muss nicht so bleiben! Denn auch die schönsten Babyhaare beginnen oft kurz nach der Geburt wieder auszufallen. So ist es nicht ungewöhnlich, wenn Neugeborene mit dicken, dunklen Haaren als Kleinkinder feines, weißblondes Haar haben, das nur langsam wächst.

Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sollten sich bei deinem Baby Haare zeigen. Erst danach würde man auf einen etwaigen Mangel hin untersuchen. Denn vor allem Eisenmangel kann dazu führen, dass die Haare im Kleinkindalter nicht so wachsen, wie sie eigentlich könnten.

Haarausfall bei Babys

Viele Babys verlieren zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat ihre kompletten Haare. Besonders häufig kommt das zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat vor. Dieser plötzliche Haarausfall wird auch Telogeneffluvium genannt. Telogen steht für die Ruhephase des Haarwachstums, Effluvium für den vermehrten Haarausfall. Verlieren Babys nur einen Teil ihrer Haare, fällt der Haarverlust meist nicht auf, da ja auch neues Haar nachwächst. Hat das Baby sein komplettes Haar verloren und wächst dieses dann irgendwann wieder nach, kann es eine andere Farbe und Struktur haben als direkt nach der Geburt.

Es gibt einfache Anzeichen, wie ihr Haarausfall bei euren Kindern feststellen könnt. Zum einen verliert euer Baby Haare, wenn ihr ihm über den Kopf streichelt. Ein weiteres Indiz ist, wenn ihr im Badewasser, Handtuch oder während des Abtrocknens mehr Babyhaar als sonst findet. Gleiches gilt fürs Babybett und den Wickeltisch. Auch wenn euer Kind lange auf eurer Brust oder in euren Armen liegt und der Hinterkopf an eurer Kleidung reibt, könnt ihr dort vermehrt Haare finden, sofern euer Baby unter Haarausfall leidet. Meist fällt dieser plötzliche Haarausfall bei Babys eher bei den Kindern auf, die mit viel Haar auf die Welt gekommen sind.

In der Regel steckt keine Erkrankung dahinter. Dass Babys ihren meist sehr zarten Flaum erst mal wieder verlieren, kann verschiedene Gründe haben - oft sind sie ganz harmlos.

Häufige Ursachen für Haarausfall bei Babys:

  • Hormonumstellung: Während der Schwangerschaft produzieren Mütter vermehrt Hormone, die auch das Haarwachstum des Babys anregen. Nach der Geburt fällt der Hormonspiegel, was zu Haarausfall führen kann.
  • Reibung durch Rückenlage: Da Babys in den ersten Lebensmonaten viel auf dem Rücken liegen, kann der Kopf viel aufliegen, was zu Haarverlust führen kann.

Natürlich ist es generell nicht verkehrt, wenn ihr den Haarausfall eures Babys mit dem Kinder- oder Hautarzt abklärt. In den ersten sechs Lebensmonaten müsst ihr euch aber meist keine Sorgen machen. Verliert euer Baby mit sieben Monaten immer noch Haare beziehungsweise wachsen keine neuen Haare nach oder stellt ihr weitere Beschwerden fest, solltet ihr auf jeden Fall zum Arzt. Manchmal können nämlich auch folgende Erkrankungen dahinterstecken:

  • Milchschorf: Kann indirekt zu Haarausfall führen, wenn Schuppen abgekratzt werden.
  • Pilze: Können sich durch rote, kreisförmige Entzündungen bemerkbar machen.
  • Nährstoffmangel: Gerade in den ersten Lebensmonaten haben Babys einen erhöhten Nährstoffbedarf.
  • Kreisrunder Haarausfall: Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung.

Styling und Pflege von Babyhaaren

Babyhaare dürfen prinzipiell wie normale Haare behandelt werden. Lediglich beim Zähmen sollte etwas Vorsicht gelten, da die Haare aufgrund ihrer dünneren Struktur meist empfindlicher sind. Beim Stylen mit Hitze sollte man daher die Temperatur reduzieren. Zum Bändigen der Härchen, sollten Sie diese optisch stören, eignet sich etwas Haarspray auf einem Kamm, mit dem man sanft über die Härchen gleitet. Alternativ gibt es inzwischen spezielle Hair-Sticks, die denselben Job erledigen.

Anti-Baby-Hair-Tricks: Das kannst du dagegen tun. Die feinen Härchen am Ansatz sollten besonders behutsam behandelt werden. Beim Stylen und Bürsten solltest du daher ganz sanft durch das Haar gehen und am besten eine weiche Wildscheinborsten-Bürste für die empfindliche Partie verwenden. Zusätzlich empfehlen wir, nur einmal die Woche ein Glätteisen zu benutzen und beim Föhnen den Ansatz nie zu heiß zu behandeln. Die Haare lieber nur auf mittlerer Temperaturstufe trocknen. Wichtig: Hitzeschutz nicht vergessen!

Styling-Tipps für Babyhaare

  • Haargel oder Haarspray: Mit Haargel oder Haarspray hast du die einfachste und schnellste Lösung an der Hand, um Babyhaare zu bändigen. Mit diesen Produkten fixierst du die feinen Härchen und kannst sie so stylen, wie es zu deinem Look passt. Am besten wählst du ein leichtes Haarspray, das die Haare nicht verklebt.
  • Lockenstab oder Glätteisen: Wenn der Lockenstab oder das Glätteisen noch leicht warm, aber nicht mehr richtig heiß ist, ist er bereit für seinen Einsatz. Dafür Haarpartie für Haarpartie vorsichtig vom Ansatz über die Längen fahren und damit erreichen, dass die Babyhaare wie glattgebügelt werden.

Was tun, wenn die Haare des Kindes nicht wachsen?

Eine Mutter kommt mit ihrer dreieinhalbjährigen Tochter zur Dermatologin. Sie ist besorgt um den Haarwuchs des Kindes. Die Haare scheinen nicht länger zu werden und fallen beim Kämmen vermehrt aus. Die Ärztin geht alle Routinefragen mit der Mutter durch. So können Mangelerscheinungen und erbliche Erkrankungen als Ursache für das Problem ausgeschlossen werden. Bei genauerer Betrachtung der Haarstruktur erscheint zuerst ebenfalls alles normal. Nur beim sanften Ziehen an den Haaren bemerkt die Dermatologin, dass sich diese leicht und ohne Schmerzen herausziehen lassen.

Solange kein Mangel an Eisen, Zink oder Vitaminen wie Biotin besteht, nützt es nichts, Ergänzungsmittel auf Verdacht einzunehmen.

Ursache Maßnahmen
Haarbruch durch Styling Styling anpassen, Hitzeschutz verwenden, intensive Pflege
Hormonelle Veränderungen (Babys) Abwarten, Arzt konsultieren bei anhaltenden Problemen
Mangelernährung Ärztliche Beratung, ausgewogene Ernährung
Erkrankungen (Pilze, Milchschorf) Ärztliche Behandlung

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