Kazunori Yoda, ein japanischer Friseur, DJ und Designer, hat sich in Düsseldorf eine bemerkenswerte Nische geschaffen. Seine einzigartige Mischung aus traditioneller japanischer Handwerkskunst und moderner urbaner Kultur macht ihn zu einer faszinierenden Persönlichkeit in der Düsseldorfer Kunst- und Musikszene.
Geboren und aufgewachsen in Fukui, Japan, einer Region, die für ihre Keramik und handgeschöpftes Papier bekannt ist, zog Kazunori Yoda vor sechs Jahren nach Düsseldorf. Zuvor hatte er drei Jahre in New York als Hair Stylist gearbeitet. Seine erste Station in Düsseldorf war das Hotel Savoy, gleich um die Ecke von Bernd Maruos Friseursalon.
Der Zufall wollte es, dass Maruo zu diesem Zeitpunkt einen Friseur suchte. Die gemeinsame Leidenschaft für Vinyl verband die beiden sofort: Bernd Maruo ist im Nebenberuf auch Disc Jockey. Seit 2013 firmiert der Friseursalon unter „Friseur Maruo & Yoda bei Maruo“.
Die Räume des Salons auf der Stresemannstraße lagen einst als halbverwahrlostes Aktenlager im Souterrain brach, bis Bernd Maruo mit der Kernsanierung begann. Steigt man nun die Stufen zum Ladenlokal hinab, betritt man einen fast schon kontemplativen Ort der Ruhe. Betonboden, warmes Licht, zur Rechten eine alte Rezeption, gezimmert aus Holz mit einer kleinen Durchreiche. Sie trennt den Eingangsraum von der Frisierstube. Die Einrichtung ist angenehm karg. Nichts heischt um Aufmerksamkeit.
Kazunori heißt mich herzlich willkommen und führt mich in einen kleineren Raum, in dem eine Theke, eine Kleiderstange, ein Plattenspieler und auf einem hüfthohen Regal Keramiken, Papier und eine Tote Bag präsentiert werden. Es ist erstaunlich, wie viel in dem kleinen Zwischenraum passiert, während der Eingangsbereich überschaubar bleibt. Die Enge schafft Gemütlichkeit. Es gibt viel zu entdecken.
Kazunori ist längst nicht mehr nur Friseur, sondern macht vielmehr auch Mode, die er neben anderen ausgewählten Preziosen auf der Stresemannstraße verkauft. „In New York habe ich als Hair Stylist viele Modedesigner kennengelernt. Die Kollektion ist klein und nicht den saisonalen Kollektionswechseln unterworfen. Alles ist unisex. Das Design orientiert sich an Berufsbekleidung.
Das Hemd ist inspiriert von traditionellen Fischerhemden mit Stehkragen, die Knöpfe sind aus Metall, damit sie lange halten und zahlreiche Waschgänge überstehen. Taschen, die wie Fächer an der Seite angeordnet sind, geben - insbesondere dem Friseur - Stauraum. Auch die Schürzen sind - obgleich puristisch im Design - auf Funktionalität für Handwerker angelegt und bieten neben Schutz für die Kleidung mehrere Taschen für Werkzeug, Papier und Stift. Alle Kollektionsteile sind aus Biobaumwolle, bis auf die Denim-Schürze: Deren Jeansstoff stammt aus der Präfektur Okayama, wo auch die Region Kojima, die Heimat des japanischen Denim liegt.
Vom Feinsten - so könnte die Subline von „Yoda bei Maruo“ lauten. Kazunori führt eine Selektion ebenso erlesener wie exklusiver Qualitätsprodukte, die vorrangig aus Manufakturen seiner Heimatregion stammen. Handgeschöpfte Papierkarten oder sogenannte Kumiko-Holzarbeiten, die auf den ersten Blick an weihnachtliche Strohsterne erinnern, aber einer fast 350 Jahre währenden Handwerkstradition entstammen. Dabei werden auf höchst fingerfertige Weise sich wiederholende Muster zu einer Art Holzmosaik zusammengesetzt, das vor allem bei Schiebetüren und Fenstern zum Einsatz kommt.
Die Teetassen aus der Kutani-Porzellanwerkstatt blicken auf rund 135 Jahre Unternehmenskultur zurück. Das Familienunternehmen stellt in der sechsten Generation Porzellan mit traditionellen japanischen Motiven wie dem Flötenspieler her.
Man trifft aber auch Protagonisten der elektronischen Klangwelt wie den DJ Stefan Schwander. Zwar nicht in persona, aber in Form seiner Möbel: Die Bartheke aus filmbeschichteten Siebdruckplatten, an der ich mit Kazunori sitze, ist von ihm. Mein Gegenüber ist bestens vernetzt: „Ich mag das kreative Umfeld. Es gibt hier so viele Musiker und Künstler in Düsseldorf, aber auch viele internationale Unternehmen. Und natürlich die japanische Community. Ich schätze diese Ausgewogenheit aus allem. Das macht für mich eine hohe Lebensqualität aus. Ich mag Orte wie den Salon des Amateurs, die PostPost am Bahnhof. Oder auch das Kling Klang Studio.“
Die Freundschaften mit Künstlern und Musikern sind ein kreativer Motor, aus denen Kooperationen entstehen. Wie kürzlich mit dem Musiklabel Tal. Unter dem Label wurde die EP von Hinosch, ein musikalisches Projekt von Koshiro Hino aus Osaka und Stefan Schneider aus Düsseldorf, veröffentlicht. Ausstellungen, Filmvorführungen und Konzerte sind Herz und Seele des Souterrains auf der Stresemannstraße.
Wer aber glaubt, Kazunori Yoda sehe in seinem gelernten Beruf als Friseur lediglich die Brot-und-Butter-Absicherung, der täuscht sich gewaltig. Kazunori ist ein Meister des Schnitts. Das liegt längst nicht nur, aber auch an den zum Teil 3.000 Euro teuren Scheren, mit denen er arbeitet. Diese stammen selbstredend aus Japan, aus einer Region, die für ihre Samurai-Schwert-Herstellung berühmt ist. Die Investitionen in Scheren scheinen sich auszuzahlen: Einmal im Monat fliegt Kazunori nach Marseille und schneidet dort zwei japanischen Kunden die Haare. Der erste ist Ippei Uemura, Chefkoch im Restaurant „Tabi No Yume“. Er wurde 2017 vom Gault Millau zum „Jeune Talent“ des Jahres berufen. Der zweite ist Hiroki Sakai, der bis 2016 für Hannover 96 spielte und mittlerweile bei Olympique Marseille in der Abwehr steht.
Kazunori Yoda ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie man seine Leidenschaften verbinden und in einer fremden Stadt erfolgreich sein kann. Seine Arbeit als Friseur, DJ und Designer spiegelt seine Liebe zur japanischen Kultur und seine Offenheit für neue Einflüsse wider.
Um einen umfassenderen Einblick in Kazunori Yodas Leben in Düsseldorf zu geben, hier einige seiner Lieblingsorte und -gewohnheiten:
Diese Einblicke geben einen Eindruck von Kazunori Yodas Verbundenheit mit der Stadt und seiner Wertschätzung für die lokale Kultur.
Kazunori Yoda lässt sich von verschiedenen Quellen inspirieren, darunter Musik, Kunst und die Menschen um ihn herum. Er schätzt Designer und Künstler, die durchdachte und nachhaltige Produkte schaffen. Sein persönlicher Stil spiegelt seine Wertschätzung für Qualität und Funktionalität wider. Er bevorzugt Kleidung, die auf mehreren Ebenen durchdacht wurde und deren Herkunft und Herstellung er kennt.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Inspiration | Kreatives Umfeld, Musiker, Künstler, japanische Community |
| Lieblingsorte | Salon des Amateurs, PostPost am Bahnhof, Kling Klang Studio |
| Stil | Durchdachte, nachhaltige Produkte, Qualität, Funktionalität |
Kazunori Yoda ist ein vielseitiger Künstler, der seine japanischen Wurzeln mit der Düsseldorfer Kultur verbindet. Seine Arbeit ist eine Bereicherung für die Stadt und ein Beispiel für kreative Vielfalt.
Ein Video, das Kazunori Yoda bei der Arbeit als DJ und Friseur zeigt, seine Inspirationen und seine Lieblingsorte in Düsseldorf präsentiert.
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