Ashwagandha gegen Haarausfall: Was sagt die Wissenschaft?

Ashwagandha (Withania somnifera), auch bekannt als Schlafbeere, Indischer Ginseng oder Winterkirsche, liegt momentan voll im Trend und gilt als neues Superfood. Ashwagandha gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist seit fast 3000 Jahren in der ayurvedischen Heilkunde bekannt. Aufgrund der adaptogenen Eigenschaften erfreut sich die Pflanze jüngst wachsender Beliebtheit und Verwendung. In Deutschland ist sie auch unter dem Namen „Schlafbeere“, „Winterkirsche“ oder „Indischer Ginseng“ bekannt.

Der Begriff „somnifera“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „schlafbringend“ (somnus = Schlaf, ferre = bringen) und weist damit auf eines der Einsatzgebiete von Ashwagandha hin.

Ashwagandha Pflanze (Withania somnifera)

Ashwagandha-Wirkung: Wo wird sie eingesetzt?

Man könnte vermuten, dass die Beeren der “Schlafbeere” der wertvollste Teil der Pflanze darstellen, es sind jedoch die Blätter und Wurzeln, die in Form von Pulver oder hochkonzentrierten Extrakten in der ayurvedischen Heilkunde verwendet werden. Die Pflanzenteile enthalten sogenannte Withanolide, die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe von Ashwagandha.

Eine Studie aus dem Jahr 2000 zeigte, dass Ashwagandha unter anderem folgende Vorteile bieten kann:

  • Antiinflammatorische Wirkung
  • Anti-Stress-Wirkung durch positiven Einfluss auf das Nervensystem
  • Antioxidative Eigenschaften
  • Immununterstützend
  • Schlaffördernd

All diese Eigenschaften von Ashwagandha sind bedeutend für das allgemeine Wohlbefinden und sogar das Haarwachstum. Adaptogene wie Ashwagandha, wie sie z.B. auch in den Nutraceuticals Olistic Women, Olistic Men und Olistic Next Women in patentierter Form (Ashwagandha Sensoril®) enthalten sind, können den Körper bei der Stressbewältigung unterstützten, zu Entspannung sowie körperlichem und geistigem Wohlbefinden beitragen. Das kommt auch den Haarfollikeln zugute und unterstützt ihre natürlichen Regenerationsprozesse und damit auch das Haarwachstum.

Andauernder Stress und seine Auswirkungen auf das Haarwachstum

Andauernder Stress kann sich auf Körper und Geist auswirken sowie Haarwachstum beeinträchtigen und Entzündungsreaktionen im Körper begünstigen - auch auf der Kopfhaut. Zum einen reagieren Haarfollikel sehr sensitiv auf das Stresshormon Cortisol und zum anderen können Mikroentzündungen den Zustand der Kopfhaut beeinflussen. Spitzt sich die Lage über längere Zeit zu, wird die Haarfollikelfunktion beeinträchtigt und die Kopfhaut neigt zu Trockenheit und Reizungen. Was Haarwachstumsstörungen und Haarausfall zur Folge haben kann.

Das passiert wenn Sie Ashwaghanda täglich nehmen! (natürlicher Stresskiller)

Ashwagandha und seine Wirkung auf die Haare

Doch das ist noch immer nicht alles: Ashwagandha soll auch Hautbeschwerden (zum Beispiel Wunden) oder Haarausfall vermindern. Die Liste der möglichen Heilkräfte ist lang. Es gibt kaum ein Leiden, gegen das die Schlafbeere nicht helfen soll. Ashwagandha (Withania somnifera) gilt rund um den Globus als Wundermittel der Komplementär- und Alternativmedizin. Die Pflanze soll eine heilkräftige Wirkung bei unzähligen Beschwerden besitzen - angefangen bei Erkrankungen der Haut und Haare über Infektionen bis hin zu Nervenerkrankungen und Unfruchtbarkeit.

Sehr häufig nutzt man dabei die Wurzel von Ashwagandha. Oftmals sind aber auch andere Pflanzenteile in arzneilicher Verwendung, zum Beispiel die Blätter oder Früchte der Schlafbeere.

Ashwagandha als Helfer für gesundes Haar

Ashwagandha wird häufig in Shampoos und Conditionern verwendet, um die Haarfollikel zu stärken und dein Haar gesund und kräftig zu halten.

Ashwagandha Wirkung Haare

Eine Studie aus dem Jahr 2015 im Journal of Ayurveda and Integrative Medicine hat gezeigt, dass Ashwagandha bei Haarausfall helfen kann. Von 40 Teilnehmern, die unter kreisrundem Haarausfall litten, bekam eine Gruppe eine Ashwagandha-Salbe, die sie auf die betroffenen Stellen auftrugen. Nach 3 Monaten hatten sie deutlich mehr Haarwachstum und weniger Haarausfall im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

Laut einer wissenschaftlichen Studie ist Ashwagandha ein wirksames und sicheres Mittel zur Förderung der Haargesundheit, insbesondere bei Menschen mit Haarausfall oder dünner werdendem Haar. Wir haben uns die Studie in diesem Artikel mal genauer angeschaut und die Ergebnisse für dich einfach verständlich aufgearbeitet. Sie wurde im „Journal of Ayurveda and Integrative Medicine“ im Jahr 2023 veröffentlicht.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die tägliche Anwendung von Ashwagandha-Wurzelextrakt (5 % topisches Serum) über einen Zeitraum von 75 Tagen signifikant die Haargesundheit bei den Teilnehmern verbessert hat. Dabei wurden verschiedene Parameter wie Haardichte, Haarwachstum und Haardicke untersucht. Die Trichoscan-Analyse ergab, dass die Haardichte und das Haarwachstum in der Ashwagandha-Gruppe deutlich besser waren als in der Placebo-Gruppe.

  • Verbesserung des Haarzyklus: Die Anzahl der Haare in der Wachstumsphase (Anagen) stieg signifikant, während die Anzahl der Haare in der Ruhephase (Telogen) in der Ashwagandha-Gruppe abnahm.

Die Methodik der Studie basiert auf einem doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Design, das über einen Zeitraum von 75 Tagen durchgeführt wurde.

Teilnehmer: Gesunde Erwachsene zwischen 18 und 45 Jahren mit mildem bis mäßigem Haarausfall (einschließlich androgenetischer Alopezie) wurden in die Studie eingeschlossen. Insgesamt wurden 68 Teilnehmer randomisiert auf zwei Behandlungsgruppen verteilt (Ashwagandha-Serum vs.

Intervention: Beide Gruppen erhielten entweder die Ashwagandha-Formulierung oder ein Placebo, das in Farbe und Textur identisch war.

Evaluierung: Die Wirksamkeit der Behandlung wurde an drei Zeitpunkten überprüft - zu Beginn (Tag 1), nach 37 Tagen und am Ende der Studie (Tag 75).

Randomisierung und Verblindung: Eine zufällige Zuweisung der Teilnehmer zu den Behandlungsgruppen wurde durch ein spezielles Softwareprogramm vorgenommen, um eine Verzerrung zu vermeiden.

Sicherheitsbewertung: Neben der Erfassung der Wirksamkeit wurde auch die Sicherheit der Behandlung anhand gemeldeter unerwünschter Ereignisse überwacht. In der Ashwagandha-Gruppe wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen gemeldet.

In der Studie wird erläutert, dass der genaue Wirkmechanismus von Ashwagandha auf die Haargesundheit noch nicht vollständig verstanden ist. Ashwagandha ist bekannt für seine stresslindernden und adaptogenen Wirkungen. Stress ist häufig ein Faktor, der Haarausfall verursacht, da er den Cortisolspiegel erhöht, was sich negativ auf die Haarfollikel auswirken kann.

Die Studie beobachtete eine signifikante Verschiebung im Haarwachstumszyklus der Teilnehmer. Ashwagandha kann für Frauen mehrere positive Effekte haben. So kann es das hormonelle Gleichgewicht unterstützen, indem es Hormone wie Östrogen und follikelstimulierendes Hormon (FSH) reguliert.

Weitere traditionelle Anwendungsgebiete von Ashwagandha

Hier eine Auswahl der volksmedizinischen Anwendungsgebiete von Withania somnifera:

  • Nervensystem: Ashwagandha soll eine positive Wirkung auf die Psyche haben. Bei Stress, Schlafstörungen, Ängsten und nervöser Erschöpfung kommt die Heilpflanze deshalb oft zur Anwendung. Auch bei Konzentrations- und Gedächtnisproblemen sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson soll sie hilfreich sein - in der Ayurveda-Medizin zählt Ashwagandha zu den Medhya-Rasayana. Das sind Mittel zur Verbesserung von Hirnleistungen (wie Auffassungsgabe, Gedächtnis, Konzentration).
  • Herz-Kreislauf-System: Ashwagandha soll hohen Blutdruck senken. Umgekehrt soll sich auch niedriger Blutdruck damit behandeln lassen - ebenso wie eine Kreislaufschwäche.
  • Immunsystem: Die Heilpflanze gilt in der Ethnomedizin als wirksames Mittel bei Infektanfälligkeit und Immunschwäche. Auch verschiedenste Infektionen, etwa mit Bakterien oder Viren, soll Ashwagandha bekämpfen.
  • Skelett und Muskeln: Bei Entzündungen im Bereich des Skelettsystems wird die Heilpflanze ebenso angewendet wie beispielsweise bei Rheuma sowie allgemein bei Muskel-, Gelenk- und Rückenschmerzen.
  • Mann & Frau: Ashwagandha wird eine Wirkung gegen Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau nachgesagt. Die Pflanze soll gegen eine Schwäche der Sexualorgane helfen und zudem als Aphrodisiakum wirken.

Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung von Ashwagandha

Ob und über welche Mechanismen Ashwagandha tatsächlich heilkräftige Wirkungen entfalten könnte, wurde und wird in vielen vorklinischen Studien (z.B. im Reagenzglas, an Tieren) und teils auch in Studien mit Menschen untersucht.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Withania somnifera - je nach dem verwendeten Pflanzenextrakt beziehungsweise der Zusammensetzung und dem Gehalt der Inhaltsstoffe - unter anderem folgende Wirkungen haben kann:

  • nervenschützend (neuroprotektiv)
  • herzschützend (kardioprotektiv)
  • antioxidativ, d.h. wirksam gegen oxidativen Stress - verursacht durch aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellstrukturen wie die "Kraftwerke" (Mitochondrien) und das Erbgut (DNA) schädigen
  • immunmodulierend, d.h. Immunreaktionen beeinflussend
  • Blutzucker-senkend (hypoglykämisch) bei Diabetes
  • antimikrobiell, d.h. wirksam gegen Mikroben wie Bakterien, Viren oder Pilze
  • entzündungshemmend
  • antidepressiv
  • angstlösend
  • stresslindernd

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Obwohl Ashwagandha zahlreiche positive Effekte haben kann, sind auch erhebliche Nebenwirkungen und Risiken bekannt. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall. Außerdem kann sich dein Testosteronspiegel erhöhen. Dies kann unter Umständen zu verstärkten Symptomen wie Akne oder Haarausfall führen. Zusätzlich kann durch den erhöhten Testosteronspiegel das Blut verdicken. Dadurch steigt das Risiko auf eine Thrombose.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt aktuell vor der Einnahme von Ashwagandha-Präparaten. Es gab mehrere Fälle, in denen die Einnahme von Ashwagandha zu schweren Leberschäden geführt hat. In Ländern wie Island, Japan, Indien, Polen und den USA mussten junge, gesunde Personen nach der Einnahme stationär behandelt werden, da sie eine akute Hepatitis entwickelten.

Vereinzelte Studien zeigten außerdem einen Anstieg der Schilddrüsenhormone und eine dadurch erhöhte Aktivität der Drüse durch die Einnahme von Ashwagandha. Das kann für Menschen mit Schilddrüsenproblemen gefährlich sein.

Worauf sollte man bei der Einnahme von Ashwagandha achten?

Die Einnahme von Ashwagandha sollte sorgfältig abgewogen werden, insbesondere im Hinblick auf die Warnungen vor möglichen schweren Nebenwirkungen. Wenn du gesund bist und die Heilpflanze in moderaten Dosen ausprobieren möchtest, konsultiere zuvor deinen Arzt oder deine Ärztin und überwache aufmerksam deine gesundheitlichen Reaktionen.

Die Wirkung von Ashwagandha kann von Person zu Person variieren, abhängig von der Dosierung, der Art der Einnahme und dem gesundheitlichen Zustand. Für spezifische Effekte wie die Verbesserung der Haargesundheit, wie sie in der Studie beschrieben wird, kann es etwas länger dauern. In der erwähnten Studie über die topische Anwendung von Ashwagandha-Serum zeigten sich signifikante Verbesserungen nach etwa 75 Tagen der täglichen Anwendung.

Ashwagandha Benefits

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