Die deutsche Fernsehlandschaft ist vielfältig, und Persönlichkeiten wie Arabella Kiesbauer haben sie maßgeblich geprägt. Doch abseits des Rampenlichts gibt es Menschen, die mit ihrer Identität experimentieren und gesellschaftliche Normen hinterfragen. Einer von ihnen ist Christian Seidel.
Arabella Kiesbauer
Christian Seidel, ein Buchautor, erregte Aufmerksamkeit, als er sich entschied, als Frau aufzutreten. Passanten liefen vorbei, drehten sich um und kicherten über den ein Meter achtzig großen Mann mit blonden Haaren und langen Beinen in Frauenkleidern.
Etwa 18 Monate zog der ehemalige Manager von Talkmasterin Arabella Kiesbauer als Frau durch seine Heimatstadt München. Dabei unterzog er sich keiner Hormonbehandlung oder Operation, da er biologisch ein Mann bleiben wollte.
Arte begleitete den 54-Jährigen während dieser Zeit. Regisseur Dariusch Rafiy gelang es, das Innenleben der Hauptfigur authentisch darzustellen. Die Kamera war live dabei, wenn Seidel Strümpfe, BH und Rock anzog, sich im Nagelstudio schön machen ließ, aber auch, wenn er von Leuten auf der Straße angestarrt oder von Fußballfans angepöbelt wurde.
Auch Seidels Frau war nicht gerade begeistert von der Verwandlung ihres Mannes und sagte ihm offen, dass Freunde hinter seinem Rücken lästern. Interessanterweise ist Seidels Ehefrau nie im Bild zu sehen.
Der Film profitiert außerdem von Seidels Lust an der Konfrontation. Mit rotem Lippenstift und in Stöckelschuhen ging er zu einem Kickbox-Kampf. Solche Szenen führen dem Zuschauer ständig die Grenzen der eigenen Toleranz vor Augen.
Das Verständnis für Seidels Experiment war im Film eher niedrig - auch unter denen, die zunächst tolerant wirkten. Eine Freundin lobte Seidel minutenlang für seinen Mut, fragte dann aber, ob sie sich vorstellen könne, mit einem Mann zusammen zu sein, der Frauenkleidung trägt.
"Christian und Christiane" gibt Seidels Sicht auf Männer und Frauen wieder. Das Weibliche erscheint dabei als schillernd, bunt und warm, das Männliche als roh, stumpf und dunkel. Vielleicht darf man die Doku aber nicht als Lehrstück über den Kampf der Geschlechter verstehen, sondern als Schilderung der Erfahrungen eines einzelnen Mannes, der an seiner Geschlechterrolle kratzt.
Christian Seidel als Christiane
Talkmasterin Arabella Kiesbauer prägte das Nachmittagsfernsehen der Neunziger. Sie war das Gesicht des Nachmittagstalks in den Neunzigerjahren, ihr Name titelgebend für ein Format, das Pro Sieben himmlische Quoten bescherte und immer auch Kritik provozierte.
Arabella Kiesbauer stellte ihren Gästen intime Fragen und beschloss nach zehn Jahren, damit aufzuhören. 2004 war das, inzwischen ist sie zurück, mit Bauer sucht Frau und der im Herbst 2019 gestarteten Arabella Kiesbauer Show. Von Samstag an moderiert die Wienerin, 50, The Masked Singer Austria auf dem österreichischen Sender Puls 4.
Nach einer Pause kehrte Arabella Kiesbauer ins Fernsehen zurück. Ein Gespräch über Experimente, Kritik an ihrer Person und das Glück, zu sein, wer man will.
Arabella Kiesbauer, 31, zeichnete zehn Talkshows in Holland auf. »Goede Talk in Scheveningen«, hieß das völkerverbindende Motto; einzelne Sendungen widmeten sich Themen wie »Her mit den heißen Holländerinnen« oder »Arabella stylt Dich zur sexy Badenixe«.
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