Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Anti-Schuppen-Shampoos auf dem Markt, die eine Lösung versprechen. Doch welche Produkte halten wirklich, was sie versprechen? Dieser Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus verschiedenen Tests und Kundenmeinungen zusammen, um Ihnen bei der Wahl des richtigen Shampoos zu helfen.
Bei Schuppen gibt die Kopfhaut vermehrt Hautpartikel ab. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein und reichen von Krankheiten wie Neurodermitis über Symptome von Stress, Reaktion auf falsches Shampoo oder zu heißes Föhnen.
Trockene Kopfhaut juckt und sorgt oft auch für unschöne Schuppen. Dazu stehen neben Hilfe aus der Apotheke auch Hausmittel zur Verfügung. Außerdem wichtig: auf Ursachenforschung gehen.
Eine einfache Lösung gegen Schuppen versprechen sogenannte Anti-Schuppen-Shampoos. Marken wie Head&Shoulders werben im TV unter anderem mit Slogans wie "Wer es hat, hat keine Schuppen".
Doch halten die Shampoos wirklich, was die Hersteller versprechen und sind die Inhaltsstoffe unbedenklich?
ÖKO-TEST hat spezielle Anti-Schuppen-Shampoos getestet. In einem Test wurden insgesamt 27 Shampoos untersucht, die zur Bekämpfung von Schuppen ausgelobt sind. Bei sieben Produkten handelt es sich um zertifizierte Naturkosmetik. Dabei unterscheiden sich die Shampoos auf den ersten Blick vor allem beim Preis: Während günstige Eigenmarken bereits für weniger als 1 Euro pro 250 Milliliter angeboten werden, kosten die teuersten Shampoos bis zu 20 Euro bei der gleichen Menge.
Von insgesamt 27 Shampoos gegen Schuppen schneiden sieben "sehr gut" ab. Unter den Testsiegern befindet sich auch ein günstiges Produkt vom Drogeriemarkt dm. Weitere sieben schneiden "gut" ab. Neben günstigen Eigenmarken von Edeka, Aldi, Rossmann und Co. landen hier auch bekannte Namen wie Nivea und Swiss O-Par. Vier Anti-Schuppen-Shampoos schneiden "befriedigend" ab. Grund für die Abwertung sind hier primär nachgewiesene PEG/PEG-Derivate.
Fünf Produkte im Test schneiden nur "ausreichend" ab. Hier werden zusätzlich in vielen Shampoos halogenorganische Verbindungen nachgewiesen. Im Alpecin-Shampoo weist das Labor stattdessen das umweltbelastende Phosphonat Tetrasodium Etidronate nach.
Das Schlusslicht bilden ebenfalls bekannte Marken. So fällt Schwarzkopf & Henkel mit der Note 5 durch. Drei weitere kassieren von den Experten Note 6 - darunter auch der bekannte Marktführer Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo von Procter & Gamble.
Im Test der Stiftung Warentest schnitt das Discounter-Shampoo "Cien Anti-Schuppen Shampoo für normales und trockenes Haar" von Lidl am besten und als einziges mit der Note "sehr gut" ab. Von den anderen zehn getesteten Anti-Schuppen-Shampoos hob es sich vor allem durch die Pflegewirkung ab - also durch leichte Kämmbarkeit und Glanz nach dem Waschen. Gegen Schuppen wirkten alle getesteten Produkte.
Auf den Plätzen zwei und drei landeten das „Anti-Schuppen Pflegeshampoo Power“ von Nivea Men und „Biocura Hair Care Shampoo Anti-Schuppen Lemongras“ von Aldi Nord. Sie erhielten jeweils ein „Gut“. Das Biocura-Shampoo hat laut Hersteller die gleiche Rezeptur wie das entsprechende Produkt in den Regalen von Aldi Süd. Dort heißt es „Kür Haircare Shampoo Anti-Schuppen Lemongras-Extrakt“.
Die Tester:innen haben 27 Shampoos untersucht, die Schuppen bekämpfen sollen - davon 7 Naturkosmetikprodukte. Sie prüften sie auf problematische Inhaltstoffe und ließen die Produkte auch von einem Labor untersuchen. Außerdem baten sie Hersteller, die Wirkstoffe anzugeben und deren Wirksamkeit zu belegen.
Insgesamt konnten sieben Shampoos mit „sehr gut“ überzeugen, darunter sechs Naturkosmetikmarken wie das „Alverde Pflegeshampoo Anti-Schuppen“ von Dm (2,44 Euro je 250 Milliliter). Das siebte zertifizierte Shampoo wurde wegen seiner Verpackung abgewertet, nicht wegen den Inhaltsstoffen. Es schnitt „gut“ ab, genau wie sechs weitere Produkte. Vier waren „befriedigend“, fünf bestanden den Test gerade noch mit „ausreichend“, darunter auch teurere Produkte wie das „Alpecin Anti-Schuppen Shampoo A3“ von Dr. Kurt Wolff (5,95 Euro je 250 Milliliter).
Was die Wirkstoffe angeht, hat Öko-Test einen Erfolg zu verzeichnen: Zinkpyrithion wurde in keinem der Produkte nachgewiesen - anders als noch 2021. Er ist seit März 2022 in Kosmetika verboten, weil die EU ihn als „vermutlich reproduktionstoxisch beim Menschen“ einstuft.
Kritik an einem Wirkstoff gab es trotzdem: Ein Produkt enthielt Climbazol. Dies wirkt zwar gegen Pilzbefall auf der Kopfhaut, allerdings handelt es sich um eine halogen-organische Verbindung. Laut Öko-Test können sich diese Stoffe in Gewässern und Sedimenten anreichern und es gäbe Hinweise, dass Climbazol eine hormonelle Wirkung haben kann.
Öko-Test kritisierte auch einige der in Anti-Schuppen-Shampoos eingesetzten Tenside. Sodium Laureth Sulfate kamen in 19 der 20 konventionellen Shampoos vor. Die Substanz lässt Shampoo schäumen. Die Tester:innen kritisieren, dass sie in die äußerste Hautschicht eindringt und die Haut durchlässiger für Fremd- und Schadstoffe machen kann.
Die drei „ungenügenden“ Produkte enthielten zudem das anionische Tensid Natriumlaurylsulfat, das Öko-Test als „zu aggressiv ist für schuppengeplagte Haut“ einschätzt. Das somit recht aggressiv reinigende “Head & Shoulders”-Produkt wurde zudem als für trockene Kopfhaut geeignet beworben. Laut Tester:innen „[k]omplett unverständlich“.
Insgesamt wurden 50 verschiedene Anti-Schuppen-Shampoos unter die Lupe genommen: Die Hälfte schneidet mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Lediglich zwölf erhalten von Öko-Test die Bestnote - darunter alle Naturkosmetikprodukte.
Schuppen entstehen oft, wenn die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht gerät: Pilze breiten sich auf der Kopfhaut aus und sorgen für die klassischen Beschwerden. Der in vielen Shampoos enthaltene Wirkstoff Piroctonolamin soll dabei helfen die Pilze „in Schach zu halten“.
Für Öko-Test ist er die beste Wahl, neben verschiedenen Pflanzenextrakten, die helfen können. Die Substanz gilt als mild und gut verträglich, außerdem konnte sie sich in Studien behaupten und das Pilzwachstum einschränken.
Kritisch werden hingegen andere Wirkstoffe gesehen: Climbazol, Zinkpyrithion und Selendisulfid seien zwar wirksam, hätten jedoch Nachteile. „Climbazol gehört zur Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen und reichert sich in Gewässern und Sedimenten an.“ Auch die anderen beiden Verbindungen ernten Kritik: „Zinkpyrithion und Selendisulfid gelten als hautirritierend und gehören deshalb aus unserer Sicht nicht auf eine gereizte Kopfhaut.“
Weitere Problemstoffe sind beispielsweise Formaldehydabspalter, PEG-Verbindungen, das Tensid NatriumlaurylsulfatundDuftstoffe wie Lilial und künstlicher Moschusduft.
Die Shampoos sollten allesamt gründlich auf der Kopfhaut einmassiert werden. „Wichtig für die Anwendung: Lassen die Schuppen nach, reicht es das Anti-Schuppen-Shampoo nur ein bis drei Mal die Woche zu nutzen und dazwischen eine milde Haarpflege zu wählen.“ Tritt keine Besserung ein sollte der Gang zum Dermatologen erfolgen, da auch Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte dahinterstecken können.
Als natürliche Heilmittel gegen juckende Kopfhaut werden ganz ähnliche Rezepturen empfohlen, wie sie auch bei trockener Haut allgemein, bei trockenen Lippen im Winter oder bei trockenen Händen zum Einsatz kommen.
Wichtig zu wissen: An trockenen Schuppen ist kein Hefepilz schuld, sondern ein Feuchtigkeitsmangel der Haut. Deshalb können hier Anti-Pilz-Mittel wie Piroctonolamin, die sich vielen konventionellen Anti-Schuppen-Shampoos finden, nicht helfen. Besser ist: An den Ursachen ansetzen und die Kopfhaut wieder ins Lot bringen, statt sie mit Fungiziden zu behandeln.
Experten testen auch Markenprodukte. Anti-Schuppen-Shampoos müssen den Testern zufolge gut einmassiert werden. Außerdem sollten sie einen Moment einwirken. Das Wasser darf nicht zu heiß sein, damit die Kopfhaut nicht zusätzlich gereizt wird. Haarkuren gibt man besser nur in die Spitzen. Auf der Kopfhaut können sie die Wirkstoffe des Shampoos wieder entfernen.
Wer Schuppen nachhaltig loswerden will, braucht zudem etwas Geduld. Findet der Betroffene nach einiger Zeit deutlich weniger Schuppen, genüge es aber, ein spezielles Anti-Schuppen-Shampoo nur noch zwei Mal wöchentlich zu benutzen.
Hier ist eine Auswahl der am besten bewerteten Anti-Schuppen-Shampoos:
| Produkt | Preis (ca.) | Bewertung | Besondere Merkmale |
|---|---|---|---|
| Cien Anti-Schuppen Shampoo (Lidl) | Günstig | Sehr gut | Gute Pflegewirkung |
| Nivea Men Anti-Schuppen Pflegeshampoo Power | Mittel | Gut | - |
| Biocura Hair Care Shampoo Anti-Schuppen Lemongras (Aldi Nord) | Günstig | Gut | - |
| Alverde Pflegeshampoo Anti-Schuppen (Dm) | Günstig | Sehr gut | Naturkosmetik |
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit von Anti-Schuppen-Shampoos von Person zu Person variieren kann. Es empfiehlt sich, verschiedene Produkte auszuprobieren, um das für Sie passende Shampoo zu finden.
Unabhängig davon, wie gut die Hausmittel anschlagen, ist es wichtig, zu klären, warum sich die Kopfhaut trocken anfühlt. Häufig ist an trockener Kopfhaut die falsche Pflege schuld: Nicht selten ist die Kopfhaut nicht gut auf das (neue) Shampoo, den Conditioner oder ein Styling-Produkt zu sprechen. Tipp: Wer will, versucht bei der nächsten Haarwäsche einmal, nur mit der halben Shampoomenge auszukommen bzw.
Das Wetter: Sowohl eisige Temperaturen als auch Sommerhitze, starker Wind oder niedrige Luftfeuchtigkeit können das Gleichgewicht der Haut stören und dafür sorgen, dass die Kopfhaut spannt.
Übermäßiges Waschen: Wer die Haare zu oft, zu heiß oder mit zu aggressiven Mitteln wäscht, spült unter Umständen auch die Öle und Fette weg, die die Kopfhaut vor dem Austrocknen schützen sollen.
Übermäßiges Föhnen: Vergleichbares gilt fürs Trocknen der Haare: Möglicherweise föhnen Sie Ihre Haare zu heiß, zu oft oder zu lange, sodass die Kopfhaut darunter leidet? Stellen Sie den Föhn probeweise eine Stufe herunter oder lassen Sie die Haare an der Luft trocknen und beobachten Sie, wie Ihre Haut reagiert.
Hauterkrankungen: Bestimmte Erkrankungen der Haut wie Schuppenflechte oder Neurodermitis können trockene Kopfhaut hervorrufen.
Allergien: Natürlich kann die Kopfhaut auch allergisch reagieren, beispielsweise auf die Inhaltsstoffe bestimmter Haarpflege-Produkte. Haben Sie einen entsprechenden Verdacht, sollten Sie auch hier einen Facharzt aufsuchen.
Als weitere Ursachen für trockene Kopfhaut kommen ein Nährstoffmangel (aufgrund einer unausgewogenen Ernährung), hormonelles Ungleichgewicht oder Wechselwirkungen mit Medikamenten infrage, die die Talgproduktion der Kopfhaut beeinflussen und so Spannungsgefühle verursachen können.
Eine unbeliebte Begleiterscheinung von trockener Kopfhaut: Schuppen.
Wichtig zu wissen: An trockenen Schuppen wie hier ist kein Hefepilz schuld (der nur bei fettigen Schuppen für Probleme sorgt), sondern ein Feuchtigkeitsmangel der Haut.
Deshalb können hier Anti-Pilz-Mittel wie Piroctonolamin, die sich vielen konventionellen Anti-Schuppen-Shampoos finden, nicht helfen.
Besser ist: An den Ursachen ansetzen und die Kopfhaut wieder ins Lot bringen, statt sie mit Fungiziden zu behandeln.
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