Anime und Manga erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit, und das Zeichnen von Charakteren in diesem Stil ist eine faszinierende Kunstform. Ein wesentlicher Bestandteil jedes Anime-Charakters ist die Frisur. In diesem Tutorial werden wir detailliert darauf eingehen, wie man Anime-Frisuren zeichnet, von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Techniken.
Bevor wir uns den spezifischen Frisuren zuwenden, ist es wichtig, die grundlegenden Prinzipien des Haarzeichnens zu verstehen. Hier sind einige wichtige Aspekte:
Haaransätze sind selten gerade. Daher sollte man sich überlegen, wie der Haaransatz der Figur sein soll, und dabei beachten, dass die Haare auch vor den Ohren herunterwachsen. Bei älteren, männlichen Figuren sollte man Haarverlust an den Schläfen (Geheimratsecken) berücksichtigen.
Als Nächstes sollte man sich überlegen, wo die Haare beginnen. Hat die Figur einen Scheitel? Wenn ja, wo? Oder starten die Haare an einem Wirbel? Eine Hilfslinie kann helfen, den Verlauf des Scheitels zu bestimmen. Selbst mit einem Scheitel oder Wirbel gibt es viele Variationen, wie die Haare fallen können. Ein Scheitel bedeutet nicht zwangsläufig eine sichtbare Haarlücke am Ansatz.
Haare unterliegen der Schwerkraft und fallen nach unten, es sei denn, sie werden durch Objekte wie Schultern, Tische oder Kapuzen daran gehindert. In diesem Fall passen sie sich der Form des Objekts an.
Hier ist eine detaillierte Anleitung, wie du beim Manga zeichnen vorgehen solltest, um die besten Resultate zu erzielen:
Haaransätze sind selten gerade. Daher zeichne Dir einmal auf, wie der Haaransatz Deiner Figur sein sollte und vergiss dabei nicht, dass die Haare auch vor den Ohren noch hinunter wachsen. Bei den meisten Männern wandert der Haaransatz Richtung Hinterkopf, je älter sie werden. Meist fängt das an den Schläfen an - das nennt man dann „Geheimratsecken“. Wenn Du eine ältere, männliche Figur erstellst, mach Dir Gedanken darüber, ob und mit wie viel Haarverlust er zu kämpfen hat.
Wenn Du Dich für einen Haaransatz entschieden hast, solltest Du Dir als nächstes Gedanken darüber machen, wo die Haare beginnen. Hat Deine Figur einen Scheitel? Wenn ja, wo? Oder starten die Haare an einem Wirbel? Du kannst Dir zur Sicherheit eine Hilfslinie ziehen, wo der Scheitel auf dem Kopf verlaufen soll. Natürlich wachsen nicht alle Haare der Figur aus dieser Linie heraus. Selbst wenn Du Dich für einen Scheitel oder Wirbel entschieden hast, kannst Du daraus viele verschiedene Variationen machen, wie die Haare von dort aus fallen. Ein Scheitel bedeutet nicht, dass man vorne eine Haarlücke hat, an der man den Ansatz sieht. Hier siehst Du einmal zwei Versionen des Seitenscheitels.
Haare sind der Schwerkraft ausgesetzt. Das heißt, solange Du nicht nachhilfst oder sie sich im Weltall befinden, sollten sie nach unten fallen. Werden sie von einem Objekt - der Schulter, einem Tisch, einer Kapuze o.a. - daran gehindert, fallen sie über die Form dieses Objektes.
Wenn Du den Ansatz zeichnest, denk dran die Haare an der Linie vom Haaransatz entlang zu zeichnen. Du solltest auch darauf achten, dass Du die Haare mit ein klein wenig Abstand zum eigentlichen Kopf zeichnest. Genau wie beim Seitenscheitel geht die allgemeine Richtung der Haare vom Scheitel aus über den Kopf. In alle Richtungen. Auch nach hinten. Beim Mittelscheitel fallen die Haare auf beiden Seiten des Kopfes gleich, wenn sie nicht durch eine Haarspange, Haarband, Gel oder ähnliches in eine andere Richtung gezwungen werden. Das Endergebnis könnte beispielsweise so aussehen wie in Zeichnung drei. Auch beim Mittelscheitel gilt: Der Ansatz muss nicht unbedingt zu sehen sein.
Hier sind einige Video-Anleitungen, die dir helfen können, deine Fähigkeiten im Anime-Haarzeichnen zu verbessern:
Manga oder Anime zeichnen ist eine Mammutaufgabe - vor allem, wenn man eigene Geschichten zeichnen möchte. Man muss gleichzeitig Regisseur, Autor, Zeichner und Layouter sein. Alles Berufe, für die man Jahre, wenn nicht Jahrzehnte lernen muss. Aber gerade diese Herausforderung ist so motivierend! Die Aufgabe, eine schöne Zeichnung oder Geschichte zu entwickeln, belohnt einen mit dem berauschenden Gefühl, etwas Großartiges geschaffen zu haben.
Nimm dir also Zeit für die Grundlagen und lerne Schritt für Schritt. Natürlich möchtest du am liebsten sofort loslegen und eine coole Pose in Perspektive zeichnen. Aber du wirst schnell merken, dass das gar nicht so einfach ist. Zeichnen braucht nicht nur Zeit, Zeichnen braucht auch eine solide Grundlage. Natürlich solltest du nicht durch ständiges Üben den Spaß am Zeichnen verlieren. Aber du solltest regelmäßig üben und dir immer wieder neues Wissen aneignen. Für den Anfang empfehle ich einfache Zeichnungen. Zeichne deine Lieblingsfiguren, aber versuche nicht einfach nur zu zeichnen, sondern zu verstehen, wie die Pose funktioniert. Wie ist die Anatomie, der Aufbau der Figur?
Ich teile mir das Üben gerne ein und zeichne z.B. eine Woche lang nur Augen oder Ohren oder Nasen ODER Lippen. So sammle ich viele Anregungen für verschiedene Augenpartien, Haartypen, interessante Blickwinkel usw. Eine ganze Figur besteht aus so vielen "Teilen", dass man sich als Anfänger schnell überfordert fühlt. Man ist schon froh, wenn man ein Ohr gezeichnet hat, da bleibt keine Zeit sich um die ganzen Proportionen zu kümmern. Augen sind wohl das spannendste an einem Gesicht! Für mich zumindest und auch für die meisten meiner TeilnehmerInnen. Sie spiegeln die Seele wieder und wenn die Augen lebendig gezeichnet sind, erwacht die Figur zum Leben.
Viele denken übrigens, dass man die Grundübungen nur einmal am Anfang üben muss und dann nie wieder. Aber die Grundübungen bleiben, auch wenn man fortgeschritten ist. Man kommt immer wieder zu den Basics zurück, sieht sie mit neuen Augen und übt wieder. Ich stelle mir das Ohr oft wie den Henkel einer Tasse vor. Bei meinen Schülern sehe ich oft, dass sie alle sehr ähnliche Ohren zeichnen, obwohl jeder Mensch ganz einzigartige Ohren hat! Natürlich musst du in einem Anime / Manga nicht unbedingt allen verschiedene Ohren geben, aber eigentlich wäre es schon gut.
Nasen werden im Mange meist als niedliche kleine Stupsnasen gezeichnet. Ähnlich wie die erste Nase in der Abbildung unten. Diese Nasenform passt aber nicht zu allen Figuren. Je kürzer und kleiner die Nase, desto süßer sieht ein Charakter aus. Besonders von vorne werden Nasen in Manga und Anime stark vereinfacht. Die mittlere Linie des Mundes, zwischen den Lippen sieht wie ein Vogel aus! Oder? XD Im Anime und Manga wird besonders der weibliche Mund sehr schwungvoll gezeichnet. Die Linie der oberen Lippe sollte sehr dünn sein, während die Linie der Unterlippe recht stark sein kann. Bei Mündern von männlichen Charakteren wird meist nur die mittlere Linie gezeichnet.
Was vielen passiert ist, dass wenn man die Haare zeichnet, es so aussieht, als ob der Figur einzelne Haare aus dem Kopf wachsen. Es sieht nicht aus wie viele Haare, wie eine komplette Frisur. Das liegt daran, dass es wichtig ist, zuerst die äußeren Linien der Frisur zu zeichnen.
In der dritten Etappe deiner Anime-Zeichenreise empfehle ich dir, deine Fähigkeiten zur Darstellung eines kompletten Gesichts zu vertiefen. Beginne auch hier zunächst ohne Perspektive oder Emotionen. Ich empfehle, eine Figur auszuwählen und den Kopf in den drei Standardansichten zu zeichnen: Frontalansicht, Seitenansicht und 3/4-Ansicht. Es ist schon eine große Herausforderung, dass alles nach ein und derselben Figur aussieht!
Übe dann das Zeichnen von verschiedenen Gesichtsausdrücken, um deine Figuren zum Leben zu erwecken. Scheue dich nicht, verschiedene Figuren zu zeichnen, auch wenn du sie nicht "cool" findest. Das schult dein zeichnerisches Auge ungemein. Und vergiss nicht: Zu einer tollen Geschichte gehört ein tolles Team. Und ein Team besteht am besten immer aus ganz unterschiedlichen Charakteren, die sich nicht nur unterschiedlich verhalten, sondern auch unterschiedlich aussehen. Damit meine ich nicht nur die Frisur, sondern die ganze Form des Kopfes, der Nase, der Ohren, der Augen.
Auch hier ist es mir wichtig zu betonen, dass ich sehr empfehle, auch etwas realistischer zu zeichnen. Zumindest zu üben. Das Wissen über Anatomie und Schattierung wird deine Manga-Zeichnungen soooo viel besser machen. Und ehrlich gesagt, es gibt viele Mangas, die sehr realistisch gezeichnet sind. Ich habe in meiner Arbeit als Live-Porträtzeichner schon Zehntausende von Menschen porträtiert und es ist verrückt. Jede Person hatte ein völlig einzigartiges Ohr, eine einzigartige Nase und so weiter. Das solltest du auch beim Zeichnen von Mangas und Animes berücksichtigen. Dann werden deine Geschichten wirklich tiefgründig!
Wenn du mit Mimik und Gesichtern in den Standardansichten vertraut bist, ist es an der Zeit, dein Repertoire zu erweitern. Setze dich nun mit verschiedenen Perspektiven auseinander und zeichne deine Figuren aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
"Hab keine Angst, Hände und Füße zu zeichnen!" - ist leicht gesagt. Ich selbst habe am Anfang die Hände meiner Figuren entweder in den Hosentaschen oder hinter dem Rücken versteckt. Wichtig ist, dass du eine gewisse Anzahl von Händen gezeichnet hast, dann wird es viel einfacher und du verlierst die Angst. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich am Anfang meine Hände in den Hosentaschen meiner Figuren versteckt habe. XD Die sind auch sehr schwer zu zeichnen. Aber auch hier sollte man versuchen, die Form der Hand so einfach wie möglich zu halten. Vor allem die Finger machen die Hand so schwer zu zeichnen. Die häufigsten Fehler sind, dass die Finger zu gerade und zu spitz gezeichnet werden. Achte darauf, dass die Finger immer mindestens einmal angewinkelt sind. Dann sieht die Hand nicht so steif aus. Und übe, die Dreidimensionalität der Hand zu verstehen. Das hilft dir sehr, bessere Hände zu zeichnen. Oder! Und benutze deine eigene Hand als Referenz.
Wie bei den Fingern der Hand ist es wichtig, dass der Arm nicht zu steif, zu gerade gezeichnet wird. Übe muskulöse Arme zu zeichnen, um ein Gefühl für die Anatomie des Arms zu bekommen. Das hilft dir, auch weniger muskulöse Arme zu zeichnen. In Anime und Mangas sieht man oft Figuren mit dünnen Armen, aber auch sie haben Muskeln. Sonst könnten sie ihre Arme nicht bewegen. Die Muskulatur wird nur sehr dezent gezeichnet. Diese Dezenz ist besonders für Anfänger schwer zu erkennen.
Einmal habe ich in meinem Zeichenkurs in Rostock mit meinen Teilnehmern 2 Stunden lang nur Füße gezeichnet. Es waren vielleicht 20 Füße. Und noch heute, viele Jahre später, werfen sie mir vor, sie damit gequält zu haben! XDD Aber eigentlich haben sie es genossen, ich weiß es!!!;D Auch bei Füßen ist es wichtig so viele wie möglich zu zeichnen. Das Spannende an den Beinen ist, dass sie nicht einfach gerade sind. Der Oberschenken und der Unterschenkel sind leicht versetzt.
Wenn das Zeichnen der Gliedmaßen sicherer geworden ist, ist unser kreativer Bizeps bereit, einen ganzen Körper zu zeichnen - natürlich erst einmal ohne Perspektive! Eine stehende Figur ist schon Herausforderung genug! Ich unterscheide zwischen Vorder-, Seiten- und Hinteransicht. Vielleicht hast du schon einmal von einem "Character-Sheet" gehört. Dabei zeichnet man eine Figur in den drei Standardansichten. Als ich als Concept Artist für eine Spielefirma gearbeitet habe, musste ich ständig Character-Sheets zeichnen. Aber auch für meine Manga-Geschichten habe ich schon welche gesehen. Es gibt unglaublich viele verschiedene Körperstaturen und Körperformen. Bevor man Kleidung gut zeichnen kann, ist es unbedingt empfehlenswert, die Anatomie und die Proportionen des Körpers zu lernen. Denn Kleidung passt sich dem Körper an, den sie bedeckt.
Üben und Experimentieren sind der Schlüssel, um im Anime-Stil beeindruckende Kleidung und Ausrüstung zu zeichnen. Ein großes Missverständnis über Anime und Manga ist, dass sie einfach zu zeichnen sind. In Wirklichkeit sind Manga und Anime schwieriger zu zeichnen, weil das Wissen, das dahinter steckt, nicht leicht sichtbar ist. Gute Zeichner stellen sich eine Figur dreidimensional vor, wenn sie sie zeichnen. Auch wenn sie keine Schattierung verwenden. Dadurch sehen ihre Strichzeichnungen lebendig und tief aus. Farben sind nicht so kompliziert wie man denkt. Anatomie, saubere Linien und Schattierungen sind viel schwieriger zu erlernen.
Für alle, die gerne Menschen und Figuren zeichnen, sind Hintergründe der Horror! Für mich zum Beispiel. Zumindest war es die ersten Jahre so. Heute liebe ich es Hintergründe zu zeichnen, ich finde es sehr entspannend. Das Schwierigste am Zeichnen von Hintergründen ist die Perspektive. Die 1-Punkt-Perspektive, die 2-Punkt-Perspektive, die 3-Punkt-Perspektive oder auch die 4-Punkt-Perspektive. Es beginnt immer mit dem Horizont und den Perspektivpunkten. Übe zuerst die 1-Punkt-Perspektive und die 2-Punkt-Perspektive. Achte bei der 2-Punkt-Perspektive darauf, dass die beiden Punkte möglichst weit auseinander liegen. Wenn möglich sogar außerhalb des Blattes. Sonst sieht deine Zeichnung zu unnatürlich aus. Zeichne alle senkrechten Linien senkrecht, alle nach links gehenden Linien zum linken Punkt und alle nach rechts gehenden Linien zum rechten Punkt. Zeichne den Horizont ganz oben auf das Blatt, wenn du einen Blick von oben darstellen willst. Wie auf dem Bild unten. Ich habe das für eine Firmenfeier gezeichnet. Oft reicht es, den Hintergrund nur anzudeuten, wie in dieser Party-Szene. In Anime und Manga ist das oft so.
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