Viele Menschen empfinden Unbehagen oder sogar Angst vor der Rasur, insbesondere wenn es um empfindliche Bereiche wie den Intimbereich oder das Gesicht geht. Diese Angst kann verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Formen annehmen. Im Folgenden werden einige der häufigsten Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten erläutert.
Die Angst vor der Rasur kann verschiedene Ursachen haben, sowohl physische als auch psychische:
Übermäßiger Haarwuchs, auch Hypertrichose genannt, kann für viele Menschen nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein psychisches Problem darstellen. Der Begriff Hypertrichose stammt aus dem Griechischen und bedeutet „übermäßiger Haarwuchs“. Besonders dann, wenn Haare an Körperstellen wachsen, an denen sie normalerweise kaum vorkommen, oder wenn sie in außergewöhnlicher Stärke und Dichte auftreten. Während der normale Haarwuchs genetisch und hormonell bedingt ist, hat die Hypertrichose eine komplexere Ätiologie (Ursachenlehre). Typisch für die Hypertrichose ist, dass sie unabhängig vom Geschlecht auftritt. Sowohl männliche als auch weibliche Betroffene können darunter leiden. Bei einer Hypertrichose bei der Frau ist der Leidensdruck jedoch oft besonders hoch, da der gesellschaftliche Schönheitsstandard glatte Haut als Idealbild vorgibt. Hinzu kommt, dass die Erkrankung nicht nur kosmetisch auffällt, sondern auch mit psychischer Belastung, Juckreiz oder Hautirritationen verbunden sein kann.
Es gibt verschiedene Formen der Hypertrichose:
Wer den Verdacht auf Hypertrichose hat, sollte zunächst eine fachärztliche Untersuchung bei einem Dermatologen oder Endokrinologen durchführen lassen. Entscheidend ist die genaue Ätiologie, also die Bestimmung der Ursache. Der Arzt führt in der Regel eine ausführliche Anamnese durch: Wann hat der Haarwuchs begonnen? Im Anschluss erfolgt die körperliche Untersuchung, bei der Dichte, Farbe und Verteilung der Haare beurteilt werden. Laboruntersuchungen helfen, hormonelle oder metabolische Störungen - wie ein Cushing-Syndrom, eine Nebennierenhyperplasie oder eine Überproduktion von Androgenen - auszuschließen.
Die Behandlung richtet sich nach der Form der Hypertrichose, ihrer Ätiologie und dem individuellen Leidensdruck. Bei der erworbenen Hypertrichose steht zunächst die Behebung der Ursache im Fokus: Wird ein auslösendes Medikament oder Wirkstoff (z. B. Ist der übermäßige Haarwuchs genetisch oder angeboren, lässt sich die Ursache zwar nicht beseitigen, aber die Behaarung kann kosmetisch und medizinisch kontrolliert werden. Traditionell greifen Betroffene auf Rasur, Epilation, Wachsen oder Sugaring zurück. Diese Methoden entfernen die Haare zwar, sind aber oft nur kurzfristig wirksam und können Hautreizungen oder Entzündungen verursachen. Solche Maßnahmen eignen sich vor allem für lokalisierte Hypertrichosen oder als kurzfristige Lösung. Bei ausgeprägtem Haarwuchs - insbesondere bei einer generalisierte kongenitalen Hypertrichose - sind sie kaum praktikabel.
Die Laser- und IPL-Technologie gilt heute als eine der effektivsten Methoden, um das Haarwachstum dauerhaft zu reduzieren. Dabei werden gezielte Lichtimpulse in die Haut abgegeben, die vom Melanin im Haar aufgenommen und in Wärme umgewandelt werden. Gerade bei einer Hypertrichose der Frau ist die Methode beliebt, da sie hautschonend, schmerzarm und langfristig wirksam ist. Nach mehreren Sitzungen kann das Haarwachstum um bis zu 90 % reduziert werden. Besonders wichtig ist die Behandlung durch erfahrenes Fachpersonal, da die Wellenlänge des Lasers exakt auf die Haut- und Haarstruktur abgestimmt werden muss.
Hinter der Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen steckt in manchen Fällen eine psychische Erkrankung: die körperdysmorphe Störung (body dysmorphic disorder) oder Dysmorphophobie. Sie ist klinisch gekennzeichnet durch eine übermäßige Beschäftigung mit einem eingebildeten Mangel oder einer befürchteten Entstellung der äußeren Erscheinung, die anderen Menschen überhaupt nicht auffällt. Am häufigsten bezieht sich die Überzeugung einer Entstellung auf das Aussehen des Gesichts, insbesondere die Hautbeschaffenheit, auf die Form von Gesichtsteilen wie der Nase oder Augen, aber auch auf die Form von Körperteilen.
Charakteristisch für die körperdysmorphe Störung sind:
Für die klinische Routineuntersuchung und das Screening auf das Vorliegen einer körperdysmorphen Störung eignen sich:
Zur Erfassung des Schweregrads der körperdysmorphen Störung stehen zur Verfügung:
Zusätzlich empfiehlt sich die Erfassung von Depressivität und sozialen Ängsten.
Bislang existieren keine empirisch gesicherten Therapieempfehlungen. Zur psychopharmakologischen Behandlung werden selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), MAO-Hemmer und Antipsychotika eingesetzt. In kontrollierten Therapiestudien wurde außerdem die Wirksamkeit der kognitiv-behavioralen Psychotherapie nachgewiesen.
Unabhängig von der Ursache der Angst vor der Rasur gibt es einige allgemeine Tipps, die helfen können, diese zu reduzieren:
Um die Angst vor Verletzungen zu minimieren, sollten Sie folgende Tipps beachten:
Selbst wenn Sie sich einmal schneiden, sind die Schnitte von Rasierklingen in der Regel nur oberflächlich und verheilen schnell.
| Form der Hypertrichose | Ursache | Behandlungsmöglichkeiten |
|---|---|---|
| Angeborene generalisierte Hypertrichose | Genetische Mutation | Kosmetische Maßnahmen (Rasur, Epilation, Wachsen, Sugaring), Laser- und IPL-Technologie |
| Erworbene Hypertrichose | Bestimmte Medikamente, Endokrine Störungen | Behebung der Ursache, kosmetische Maßnahmen, Laser- und IPL-Technologie |
| Lokalisierte Hypertrichose | Unbekannt | Kosmetische Maßnahmen, Laser- und IPL-Technologie |
| Generalisierte Hypertrichose | Angeboren oder erworben, tritt im Rahmen bestimmter Syndrome auf | Kosmetische Maßnahmen, Laser- und IPL-Technologie |
| Präpuberale Hypertrichose | Unbekannt, meist ohne hormonellen Hintergrund | Kosmetische Maßnahmen, Laser- und IPL-Technologie |
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