Industriell hergestellte Haarpflegeprodukte sind oft mit unnötigen Zusatzstoffen versehen und in Plastikflaschen verpackt. Wer seine Haarpflege lieber selbst in die Hand nehmen möchte, findet hier zahlreiche Inspirationen und einfache DIY-Rezepte, um Shampoo, Haarkuren und Stylingprodukte selbst herzustellen. So können Sie nicht nur die Inhaltsstoffe kontrollieren, sondern auch die Umwelt schonen und Ihren individuellen Bedürfnissen gerecht werden.
Shampoo selber machen: Haarpflege mit gutem Gewissen
Shampoo selber machen - mit nur 4 Zutaten! 💇
Shampoo selbst herzustellen ist einfacher als gedacht. Mit wenigen natürlichen Zutaten können Sie ein flüssiges oder festes Shampoo für Ihren Haartyp kreieren. Hier sind einige grundlegende Rezepte und wichtige Inhaltsstoffe:
Das Grundrezept für selbstgemachtes Shampoo
Als Basis für Ihr selbst gemachtes Shampoo dient eine einfache Seifenlauge, die Sie mit nur zwei Zutaten schnell und einfach herstellen können.
Zutaten:
- 15 Gramm Kernseife
- 250 Milliliter Wasser
So geht’s:
- Kernseife in feine Flocken reiben oder bereits fertige Seifenflocken verwenden.
- Seifenflocken in eine Schüssel mit warmem Wasser füllen und mit dem Schneebesen verrühren, bis sich die Seifenrückstände vollkommen aufgelöst haben.
- Shampoo-Basis nach Wunsch mit weiteren Zutaten individualisieren.
Tipp: Kernseife mit einem hohen Anteil pflanzlicher Öle wirkt besonders sanft auf die Haut.
Unverzichtbare Zutaten für selbstgemachtes Shampoo
Um zu verstehen, wie sich Shampoo-Rezepturen zusammensetzen, lohnt sich ein genauerer Blick auf mögliche Inhaltsstoffe:
- Tenside: Tenside lösen Schmutz- und Fettrückstände von Haar und Kopfhaut. In natürlicher Form sind sie beispielsweise in Seifenkraut, Waschnüssen und Kokosglucosid enthalten. Ob ein Haarshampoo flüssig oder fest ist, hängt davon ab, ob Natrium- oder Kaliumsalze von Fettsäuren enthalten sind.
- Pflanzenöle: Pflanzenöle schätzen wir für ihre pflegende Wirkung. Egal ob Jojobaöl, Kokosöl oder Olivenöl - sie verleihen dem Haar Geschmeidigkeit und Glanz, glätten die Haarstruktur und wirken Frizz und Haarbruch entgegen. Sparsam dosiert verleihen Sie dem Haar ein gesundes Aussehen.
- Feuchtigkeitsspender: Trockenes Haar wirkt stumpf und glanzlos. Um Ansatz und Spitzen auf die Sprünge zu helfen und Schuppenbildung entgegenzuwirken, kommen natürliche Feuchtigkeitsspender wie Aloe Vera, Honig oder Glycerin ins Spiel.
- Ätherische Öle: Mit ätherischen Ölen aus Lavendel, Rosmarin oder Teebaum verleihen Sie Ihrem selbstgemachten Shampoo einen ganz eigenen Wohlgeruch. Experimentieren Sie mit verschiedenen Duftrichtungen - vielleicht finden Sie Ihre persönlichen Favoriten ja in Ihrem mit Liebe kultivierten Saisongarten!
Die besten Rezepte, um Shampoo selber zu machen
Nachdem Sie das Grundrezept kennengelernt haben, folgen hier einige empfehlenswerte Rezepturen für unterschiedliche Haarbedürfnisse:
Kräuter-Shampoo selber machen (für normales Haar)
Zutaten:
- 150 Milliliter Seifenlauge (Rezept siehe oben)
- 150 Milliliter Wasser
- Aromatische Kräuter nach Wahl wie Minze, Rosmarin, Zitronenmelisse oder getrocknete Lavendelblüten
- 10-15 Tropfen ätherisches Öl in den passenden Duftrichtungen
So geht’s:
- Die Kräuter in einen Topf geben und mit kochendem Wasser übergießen.
- Den Kräutersud rund drei Stunden ziehen lassen, anschließend durch ein Sieb abgießen und in einer Schüssel auffangen.
- Die Seifenlauge hinzugeben und den Kräuter-Seifen-Mix gründlich verrühren.
- Das ätherische Öl hinzufügen und das fertige Shampoo in eine verschließbare Flasche füllen.
Brennnessel-Shampoo selber machen (für leicht fettendes Haar und schuppige Kopfhaut)
Zutaten:
- 20 Gramm frische oder getrocknete Brennnesselblätter
- 100 Milliliter Seifenlauge (Rezept siehe oben)
- 100 Milliliter Wasser
- Ca. 3 Tropfen Teebaum- oder Lavendelöl
So geht’s:
- Brennnesselblätter kurz aufkochen und über Nacht im Wasserbad ziehen lassen.
- Den Sud in eine Schüssel sieben und die Seifenlauge hinzufügen.
- Das ätherische Öl hinzugeben, kräftig umrühren und das fertige Shampoo in eine verschließbare Flasche füllen.
Glanzshampoo mit Kokos selber machen (für feines Haar)
Zutaten:
- 100 Milliliter Kokosmilch
- 100 Milliliter Seifenlauge (Rezept siehe oben)
- Ca. 4 Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Zitronen- oder Orangenöl für einen duftenden Frischekick
So geht’s:
- Kokosmilch und Seifenlauge in eine Schale geben und gründlich verquirlen.
- Das ätherische Öl hinzugeben und kräftig vermischen.
- Das fertige Shampoo in eine verschließbare Flasche füllen.
Festes Shampoo selber machen
Zutaten:
- 50 Gramm Sheabutter
- 100 Gramm pflanzliches Tensid
- 100 Gramm Speisestärke
- Ätherisches Öl nach Wahl
- Eine Form zum Aushärten des festen Shampoos
So geht’s:
- Tensid und Stärke in einer Schüssel verquirlen.
- Sheabutter wahlweise im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen.
- Sämtliche Zutaten zu einer geschmeidigen Masse verarbeiten, kneten und ätherisches Öl hinzufügen.
- Die Masse zum Aushärten in die Form füllen und mindestens einen Tag lang ruhen lassen.
- Shampoostück entnehmen.
Shampoo selber machen ohne Seife
Selbstverständlich können Sie Haarshampoo auch in seifenfreier Rezeptur herstellen. Beliebte Haarpflege-Trends wie die No-Poo-Methode nutzen diese Vorgehensweise, um das Haar zu schonen und sanft zu reinigen.
Mit seinem pH-Wert von 5,5 ist selbstgemachtes Shampoo auf Roggenmehl-Basis besonders bei irritierter und juckender Kopfhaut hilfreich. Anders als die zuvor vorgestellten Shampoos müssen Sie Roggenmehl-Shampoo vor jeder Haarwäsche frisch anrühren.
Zutaten:
- 4 Esslöffel Roggenmehl
- 200 - 300 Milliliter Wasser (je nach Haarlänge)
So geht’s:
- Beide Zutaten in eine Schüssel geben und klumpfrei verquirlen.
- Das Roggenshampoo sanft ins feuchte Haar einmassieren und gründlich ausspülen.
- Mögliche Reste entsorgen.
Haarkuren selber machen: Intensive Pflege für jedes Haarbedürfnis
Eine Haarkur muss her, wenn die Haare dauerhaft zu trocken oder zu fettig sind. Um sich keine unerwünschten Problemstoffe ins Haar zu massieren, mischen Sie Ihre Haarkur einfach selber zusammen.
So geht's: Vermischen Sie die Zutaten gut miteinander und massieren sie ins gewaschene, handtuchtrockene Haar ein.
- Trockenes Haar braucht Feuchtigkeit und natürliche Fette.
- Im Gegensatz zu trockenem Haar produziert die Kopfhaut bei fettigen Haaren zu viel Talg. Zusätzlich beruhigen Haarspülungen mit Apfelessig, Kamillentee und Brennesselsud. Heilerde entzieht den Haaren überschüssiges Fett. Geben Sie die Haarkur großzügig ins gewaschene, feuchte Haar und lassen Sie die Paste bis zu 20 Minuten einwirken. Eine Spülung mit Apfelessig hilft bei fettigem Haar.
- Brüchige Haare wurden meist stark strapaziert und neigen zu Spliss. Mit einer Haarkur können Sie die Schutzschicht Ihrer Haare stärken. Tragen Sie die Haarkur auf das gewaschene, feuchte Haar auf. Wickeln Sie die Haare in ein Handtuch und lassen die Kur etwa eine halbe Stunde einwirken.
Rezepte für selbstgemachte Haarkuren
Hier sind einige einfache Rezepte für Haarkuren zum Selbermachen:
- Honig-Haarkur: Honig ist eine natürliche Wunderwaffe gegen trockenes Haar, da er Feuchtigkeit spendet und die Haarstruktur revitalisiert.
- Eier-Haarkur: Eier sind ebenfalls ideal für selbstgemachte Haarkuren, da ihre Proteine der Haarstruktur ähnlich sind und helfen, trockenes und brüchiges Haar zu reparieren.
- Meersalz-Haarkur: Für fettiges Haar ist Meersalz besonders effektiv, da es entfettend wirkt.
- Haarkur für normalen Haartyp: Diese Haarkur verleiht Ihrem Haar zusätzlichen Glanz.
Haarkur selber machen mit Kokosöl oder Olivenöl:
Vermischen Sie einen Teelöffel Olivenöl (oder eines der anderen Öle) mit einem Teelöffel Honig. Tragen Sie die selbst gemachte Haarkur auf das gewaschene und noch feuchte Haar auf. Nach zwei Minuten Einwirkzeit waschen Sie das Gemisch mit klarem Wasser aus.
Strapazierte Haare: Haarkur selber machen mit Ei:
Vermischen Sie dazu ein Eigelb, zwei Esslöffel Zitronensaft, einen Esslöffel Olivenöl und ein Schnapsglas Bier. Mixen Sie alle Zutaten in einer Tasse zusammen und tragen Sie den Sud gleichmäßig auf die Haare auf. Nach fünf Minuten spülen Sie die Haare mit lauwarmem Wasser und waschen sie anschließend mit Shampoo gründlich aus.
Haarkur für glänzende Haare selber machen:
Halbieren Sie für eine selbst gemachte Haarkur für glanzloses Haar die Avocado und entnehmen das Fruchtfleisch mit einem Löffel. Zerdrücken Sie das Fleisch in einer Schüssel und rühren Sie einen Teelöffel Olivenöl ein. Massieren Sie die Kur in das gesamte Haar ein - auch in die Längen und Spitzen. Wickeln Sie die Haare anschließend in ein trockenes Handtuch. Spülen Sie die Avocado-Haarkur nach einer halben Stunde mit klarem Wasser und ihrem normalen Shampoo aus.
Weitere Tipps für die Haarpflege
- Feuchtigkeitspflege für lockiges Haar: Lockige Haare brauchen besonders viel Feuchtigkeit. Daher eignet sich eine mit Oliven- oder Kokosöl selber gemachte Haarkur nicht nur für trockene Haare und Spliss, sondern auch für Locken.
- Vegane Haarkur für feines Haar: Für feines Haar ist eine Kur aus Brennnessel- oder Birkenblättern besonders gut geeignet.
- Haarkur gegen Haarausfall: Vermischen Sie einen Teelöffel Basilikumöl mit einem Teelöffel Honig. Tragen Sie die selbst gemachte Haarkur auf das gewaschene und noch feuchte Haar auf. Nach zwei Minuten Einwirkzeit waschen Sie das Gemisch mehrfach mit klarem Wasser aus.
- Aloe vera gegen juckende Kopfhaut: Pürieren Sie das Gel eines Blattes mit einem bis zwei Esslöffeln Olivenöl in einem geeigneten Gefäß. Tragen Sie die Haarkur dann zunächst auf die trockene und gereizte Kopfhaut auf. Streichen Sie die Masse vorsichtig Strähne für Strähne in das gesamte Haar. Wickeln Sie ein Handtuch um die Haare und lassen Sie die Kur mehrere Minuten lang einwirken. Spülen Sie die Haare im Anschluss gründlich mit Wasser aus und waschen Sie das Haar mit Shampoo wie gewohnt.
- Aloe vera-Spray selber machen: Vermischen Sie 60 Milliliter abgekochtes Wasser mit 40 Milliliter Aloe-vera-Gel. Geben Sie, wenn gewünscht, etwa drei Tropfen ätherisches Öl Ihrer Wahl hinzu und füllen Sie die Mischung in eine leere Sprühflasche. Sprühen Sie diese Mischung nach dem Styling auf Kopfhaut und Haar.
- Haarkur gegen Schuppen und trockene Kopfhaut: Vermischen Sie einen halben Liter Wasser mit fünf Esslöffeln Honig. Waschen Sie sich die Haare wie gewohnt und verteilen Sie die Mischung anschließend im feuchten Haar. Lassen Sie die Honigkur eine halbe Stunde lang einwirken und spülen Sie die Haare im Anschluss gründlich mit klarem Wasser aus.
- Haarmaske selber machen für fettige Haare: Eine Möglichkeit ist eine simple Haarmaske aus Wasser und Zitronensaft. Die enthaltene Säure kann helfen, Talg und Schuppen zu entfernen, aber auch die Haut reizen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur DIY-Haarpflege
- Wie kann man Shampoo selber herstellen? Mit nur wenigen Zutaten mixen Sie Ihr eigenes Shampoo. Während Seifenlauge und Wasser die Basis bilden, sorgen verschiedene Extras wie ätherisches Öl, Pflanzen- und Fruchtextrakte für die gewünschte Pflegewirkung und einen angenehmen Duft.
- Wie lange hält sich selbstgemachtes Shampoo? Selbstgemachtes Shampoo können Sie bis zu zwei Wochen lagern und verwenden. Shampoo auf Roggenmehl-Basis müssen Sie vor jeder Haarwäsche frisch anrühren.
- Kann man Haare ohne Shampoo waschen? Auch ohne klassisches Haarshampoo auf Seifenbasis werden die Haare sauber. Verwenden Sie zur Reinigung alternativ ein Gemisch aus Roggenmehl und Wasser.
Zusätzliche Tipps für gesundes Haar
Abschließend noch ein paar hilfreiche Tipps & Tricks, damit eure Haare das ganze Jahr über strahlen:
- Passt die Haarpflege an die Jahreszeit und die entsprechenden Bedürfnisse der Haare an.
- Nutzt bei der täglichen Haarwäsche immer einen Conditioner.
- Nutzt eine Haarkur nicht öfter als ein- oder zweimal wöchentlich anstelle eines Conditioners.
- Verteilt die Haarkur im handtuchtrockenen Haar.
- Für das großflächige Verteilen einen grob gezinkten Kamm verwenden, so kommt die Pflege auch in den Spitzen an.
- Bedeckt eure Haare anschließend mit einem warmen Handtuch.
tags:
#Haarpflege #selber #machen #Rezepte
Populäre Artikel: